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Umschulung zum Lokführer/ zur Lokführerin

 

Lokführer werden bei der Bahn immer benötigt. © T. Michel – Fotolia.com

Der Beruf des Lokführers ist der Traum vieler Kinder. In manchen Fällen kann dieser Beruf jedoch auch deutlich später wieder zu einer guten Alternative für die Erwerbstätigkeit werden. Wenn Sie bereits einen Beruf erlernt haben, diesen jedoch nun nicht mehr ausüben können, kann die Umschulung zum Lokführer eine sinnvolle Alternative mit guten Zukunftsperspektiven sein.

 

Das Berufsbild des Lokführers

Die meisten Menschen haben bereits eine grobe Vorstellung davon, wie die Aufgabe der Lokführer aussieht. Der wesentliche Teil der Arbeit in diesem Beruf besteht darin, die Züge zu steuern. Doch ist das Aufgabenfeld noch etwas umfangreicher. Beispielsweise ist es notwendig, vor der Inbetriebnahme eines Zuges diesen auf seine Fahrtüchtigkeit hin zu überprüfen. Dabei müssen alle sicherheitsrelevanten Elemente des Zugs getestet werden. Auch das Rangieren der Fahrzeuge, sowie das vorschriftsmäßige Abstellen der Züge zählt zu den Aufgaben des Lokführers.

Außerdem müssen die Lokführer auch mit der immer komplizierter werdenden Technik an Bord der Züge umgehen können. So ergibt sich ein interessantes Berufsfeld, das viele verschiedene Fähigkeiten erfordert.
 


Die Zukunftsaussichten für Lokführer

Im Moment herrscht ein großer Bedarf an Lokführern. Insbesondere im Süden der Bundesrepublik besteht ein Mangel. Die Bahn führte sogar eine große Werbekampagne durch, um neue Auszubildende zu gewinnen. Daher kann eine Umschulung zum Lokführer die beruflichen Perspektiven erheblich verbessern.

Ob dieser Trend auch weiterhin anhält, ist nur schwer zu sagen. Die immer stärker steigenden Energiepreise sorgen jedoch dafür, dass der Individualverkehr immer teurer wird. Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass energiesparende Verkehrsmittel wie die Eisenbahn – und somit auch die Lokführer, die diese Züge steuern – immer gefragter werden.

 

Die Ausbildung zum Lokführer

Einer der wesentlichen Bestandteile der Ausbildung zum Lokführer ist der praktische Fahrunterricht. Dabei lernen Sie – ähnlich wie beim Erwerb des Autoführerscheins – unter fachkundiger Aufsicht das Steuern eines Zuges. Darüber hinaus müssen die Auszubildenden sich jedoch auch erhebliche theoretische Kenntnisse aneignen. Insbesondere die Regeln hinsichtlich des Führens eines Zuges sind hier zu beachten. Außerdem erfahren die Teilnehmer an der Ausbildung auch die technischen Grundlagen des Eisenbahnwesens und müssen diese Fähigkeiten auch selbst bei der Wartung der Züge unter Beweis stellen. Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung befasst sich mit der Sicherheit im Eisenbahnwesen.

Die Ausbildung beträgt normalerweise drei Jahre und wird im dualen System durchgeführt. Das bedeutet, dass Sie einen Teil der Zeit im ausbildenden Betrieb verbringen und außerdem auch eine Berufsschule besuchen. Außerdem erhalten Sie eine Ausbildungsvergütung. Wenn Sie über ein Abitur verfügen oder wenn Sie bereits eine andere Berufsausbildung durchgeführt haben, können Sie auch eine Verkürzung der Ausbildungszeit auf zwei Jahre beantragen. Darüber hinaus gibt es auch einige Lehrgänge, die sich speziell an Umschüler wenden. Hier ist eine abgeschlossene Berufsausbildung eine Grundvoraussetzung. Die Ausbildungszeit ist in diesem Fall erheblich kürzer.

 

Für wen eignet sich eine Umschulung zum Lokführer?

Dieser Beruf eignet sich für alle Menschen, die ein großes technisches Interesse haben und auch körperlich und psychisch in der Lage dazu sind, einen Zug zu führen. Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen die Umschulung zum Lokführer durchführen wollen, sollten Sie genau überprüfen, ob Sie für die Ausübung dieses Berufs geeignet sind. Bei Problemen in Armen oder Beinen ist dieser Beruf beispielsweise nicht zu empfehlen.

Auch wenn Sie an einer psychischen Erkrankung leiden, kann dieser Beruf Probleme bereiten, da Sie sich hier auch regelmäßig einem psychologischen Test unterziehen müssen. Aufgrund der recht guten Berufsaussichten in diesem Bereich eignet sich eine Umschulung insbesondere dann, wenn Sie in Ihrem bisherigen Berufsfeld durch Arbeitslosigkeit bedroht sind oder bereits arbeitslos geworden sind. Auch für Menschen, die in ihrem bisherigen Beruf nicht mehr zufrieden sind, kann die Umschulung zum Lokführer die Verwirklichung eines Kindheitstraums bedeuten.

 

Die Finanzierung der Umschulung

Wenn Sie eine Unterstützung für die Umschulung zum Lokführer benötigen, können Sie Bildungsgutscheine bei der Arbeitsagentur beantragen. Diese können Ihnen ausgestellt werden, wenn Sie arbeitslos oder direkt von der Arbeitslosigkeit bedroht sind und wenn sich durch die Ausbildung die Chancen auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben stark erhöhen.

Außerdem ist es auch möglich, bei der Rentenversicherung nach den Möglichkeiten für eine Förderung nachzufragen. Allerdings werden hier in erster Linie Umschulungen aus gesundheitlichen Gründen finanziert. Da die meisten Erkrankungen die Ausübung dieses Berufs verhindern, ist eine Förderung hier jedoch nur selten möglich.

 

Die Ausbildungsstätten

Die meisten Menschen, die diesen Beruf erlernen, absolvieren ihre Ausbildung bei der Deutschen Bahn AG, die mit Abstand die meisten Lokführer beschäftigt. Darüber hinaus gibt es jedoch noch vielfältige weitere Möglichkeiten. Beispielsweise gibt es viele kleinere Privatbahnen, die ebenfalls Lokführer ausbilden. Außerdem verfügen auch viele große Betriebe der Schwerindustrie über ein eigenes Schienennetz und benötigen daher ebenfalls Lokführer und kommen so als Ausbildungsstätte infrage. Bei all diesen Möglichkeiten werden duale Ausbildungen angeboten. Darüber hinaus gibt es auch einige Bildungseinrichtungen, die einen kostenpflichtigen Lehrgang für die Umschulung zum Lokführer anbieten.