Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in

Als Maschinenführer wird einem eine hohe Verantwortung übertragen.© industrieblick - Fotolia.com

Als Maschinenführer wird einem eine hohe Verantwortung übertragen.
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Das Berufsbild im Profil

Maschinen- und Anlageführerinnen und -führer sind geschulte Experten für den Betrieb, die Wartung und Instandsetzung, die Umrüstung und natürlich die Bedienung von Fertigungsmaschinen unterschiedlichster Art. Sie tauschen beispielsweise Maschinenteile aus, füllen Öle, Schmierstoffe und Kühlungsmittel nach, justieren die Maschinen bei Bedarf neu und überwachen den Produktionsprozess.

Sie arbeiten dabei beispielsweise in der Nahrungsmittelherstellung, der Textilbranche, der Pharmaindustrie, im Fahrzeugbau oder auch in der Metall- und Kunststoffverwertung und haben damit ein besonders breites Tätigkeitsprofil. Als Zuständige für das reibungslose Funktionieren der Maschinen und Anlagen im Industriebetrieb erfüllen sie eine verantwortungsvolle Aufgabe.



 

Berufliche Zukunftsperspektiven

In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels gilt die Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in als aussichtsreich, die beruflichen Zukunftsperspektiven für Bewerberinnen und Bewerber mit einer entsprechenden Qualifizierung werden als gut bis sehr gut bezeichnet. Das Hauptstadtportal berlin.de berichtet ausführlich über die Jobperspektiven und gibt einen Einblick in den Berufsalltag.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung bzw. Weiterbildung

Die Umschulung bzw. Weiterbildung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in beinhaltet unter anderem die Grundlagen der Werkstoffkunde, der Fertigung von Maschinenteilen, der Herstellung von einfachen Anlagen und Bauteilen, der Installation, Montage, Bedienung, Instandsetzung und Wartung unterschiedlicher Arten von Maschinen, aber auch die Erstellung von Arbeitsplänen, die berufsrelevanten Grundlagen der EDV sowie Grundkenntnisse im technischen Zeichnen und im Lesen von Schaltplänen und anderen technischen Zeichnungen. Auch die betriebliche Kommunikation gehört zu den Ausbildungsinhalten. Dabei umfasst die Umschulung sowohl theoretische als auch praktische Elemente; oft ist ein obligatorisches betriebliches Praktikum in die Weiterbildung integriert. Hier können die Umschulenden auch erste berufliche Kontakte knüpfen, die sich nach der Weiterbildung auszahlen können. Die Dauer der Weiterbildungsmaßnahme beträgt gewöhnlich 16 Monate bis zu 2 Jahre in Vollzeit. Die Umschulung schließt dabei mit der IHK-Prüfung ab, auf die die Umschulenden professionell und zielgerichtet vorbereitet werden.

 

Zielgruppe der Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in

Die Ausbildung richtet sich zunächst an Arbeitssuchende ohne vorherige Berufsausbildung, die sich weiterqualifizieren und damit eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen möchten. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, allerdings verlangen viele Ausbildungsträger mindestens einen guten Hauptschulabschluss. Aber auch Personen, die sich neue Jobperspektiven eröffnen möchten und sich weiter qualifizieren möchten, können die Umschulung absolvieren, beispielsweise ist sie für Handwerker, Techniker, technische Zeichner oder Interessenten aus ähnlichen Berufsgruppen geeignet.

 

Förderung durch die ARGE bzw. das Jobcenter

Für Arbeitssuchende, die sich neu am Arbeitsmarkt orientieren und positionieren möchten, kommt die Förderung der Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in durch die ARGE bzw. das Jobcenter in Frage. Entscheidend ist dabei die Chance, dass die Bewerberinnen und Bewerber durch die Umschulung wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig werden können, die auch von den persönlichen Voraussetzungen abhängt, etwa dem Gesundheitszustand, der Mobilität und anderen individuellen Faktoren. Eine Prüfung des Förderbedarfs und des Förderanspruchs erfolgt im Einzelfall durch das Jobcenter, Interessenten an der Umschulung sollten sich dazu frühzeitig mit ihrem Sachbearbeiter in Verbindung setzen und sich weitergehend beraten lassen.

Sollten die Voraussetzungen nach SGB II und SGB III erfüllt sein, kann ein Bildungsgutschein ausgestellt werden, der dann bei einem Bildungsanbieter der Wahl eingelöst werden kann, dessen Maßnahmen zertifiziert sind. Dann können nicht nur die Kosten der Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in durch das Jobcenter übernommen werden, sondern es kann auch während der Dauer der Umschulung weiterhin Arbeitslosengeld gezahlt werden.
 

 

Anbieter der Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in

Die Umschulung wird in erster Linie von privaten Anbietern von Berufsausbildungen und beruflichen Aus- und Fortbildungen durchgeführt, deren Angebote von der ARGE gefördert werden, sofern die Maßnahmen offiziell zertifizier sind. Über die Bildungsgesellschaften, die die Umschulung in einer bestimmten Region anbieten, informiert die zentrale Datenbank der ARGE, das sogenannte „Kursnet”. Die zentrale Abschussprüfung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in wird von der IHK abgenommen.

 

Alternative zur Umschulung: Weiterbildung mittels Fernstudium

Für Bewerberinnen und Bewerber, die sich insbesondere für den kaufmännischen Aspekt dieses facettenreichen Berufsfeldes interessieren, könnte als Alternative zur Umschulung beispielsweise ein Fernstudium zum Industriefachwirt/ zur Industriefachwirtin (IHK) in Frage kommen. Über das Berufsbild und die Möglichkeiten von Fernlehrgängen informiert die ARGE. Für eher technisch Interessierte dagegen könnte die Umschulung zum Elektrotechniker/ zur Elektrotechnikerin eine Alternative darstellen, die ebenfalls von Fernschulen angeboten wird. Am ehesten entspricht der Umschulung zum/ zur Maschinen- und Anlagenführer/in aber ein Maschinenbau-Fernstudium, das in neun Semestern zum Bachelor of Arts führt. Es eröffnet auch Absolventen der Umschulung neue Jobperspektiven.