Mechatronik ist ein relativ neues Berufsbild. © Kitty – Fotolia.com

Das Berufsbild

Das Berufsbild des Mechatronikers verbindet Aufgaben aus der Mechanik und der Elektronik sowie der Informations- und Steuerungstechnik. Mechatroniker setzen mechanische und elektronische Komponenten zu mechatronischen Systemen zusammen, installieren die Steuerungssoftware und führen die Systemwartung durch.

Mechatroniker werden in Industrie- und Handwerksbetrieben zur Herstellung industrieller Prozesssteuerungen sowie im Anlagen- und Maschinenbau benötigt. Die Erstellung von Verpackungsmaschinen, Pumpen und Kränen erfolgt mit Hilfe von Mechatronikern. Bei der Montage und Wartung von Anlagen arbeiten Mechatroniker häufig in den Produktionsstätten der Kunden, die sich nicht selten auch im Ausland befinden.
Zudem werden Mechatroniker in der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Forschung und Entwicklung beschäftigt.

 

Zukunftsaussichten

Der Beruf des Mechatronikers ist hochaktuell und bietet hervorragende Berufsaussichten. Mechatroniker sind in vielen Bereichen einsetzbare Generalisten, für die in allen Bereichen der Mechanik, der Elektronik und der Informationstechnologie Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Nach ihrer Ausbildung erfolgt häufig eine fachliche Spezialisierung z. B. auf Produktion und Montage, Prüffeldtechnik, Kundendienst oder Instandhaltung. Eine Ausbildung zum Techniker Mechatronik, zum Industriemeister Elektrotechnik oder Mechatronik sowie Studiengänge im Ingenieur- oder Wirtschaftsingenieurwesen Studiengänge zeigen beispielhaft Weiterentwicklungsmöglichkeiten auf.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Umschulungen zum Mechatroniker werden von verschiedenen Bildungseinrichtungen als Präsenz- oder Fernlehrgang (unter Einschluss zumeist verpflichtender Seminaranteile) mit etwa 28- bis 30-monatiger Dauer angeboten. Eine duale Ausbildung zum Mechatroniker, die im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt wird, dauert dreieinhalb Jahre.
Der Umzuschulende/Auszubildende erlernt die Montage, Demontage und Sicherung von Anlagen, Maschinen und Systemen (einschließlich der Montage von Installationskanälen, Rohren und Kabelbühnen, der Herstellung von Anschlüssen an versorgende und entsorgende Rohrleitungssysteme, der Auswahl und Herstellung von Übergängen, der Anbringung von Schutzeinrichtungen, Isolierungen und Verkleidungen und der Auswahl und dem Anschluss von Leitungen der Kommunikationstechnik und der Energieversorgung), den Zusammenbau von Komponenten und Baugruppen zu Systemen und Maschinen (Identifikation von Baugruppen, Prüfung ihrer Beschaffenheit, Einbau von Kühl- und Schmiereinrichtungen, fluidischen Komponenten wie Ventilen und Zylindern, Verlegung von Schlauch- und Rohrleitungen), das Programmieren, Einstellen und Prüfen der Funktionen mechatronischer Systeme (Beurteilung unterschiedlich realisierbarer Steuerungen, Erstellung von Testprogrammen, Erstellung, Eingabe und Test von Anwendungsprogrammen der Steuerungen), die Inbetriebnahme und Instandhaltung mechatronischer Anlagen und Systeme, den Aufbau und die Prüfung von Steuerungen, die Installation und das Testen von Software- und Hardwarekomponenten (Prüfung von Software- und Hardwareschnittstellen, der Kompatibilität der Hardwarekomponenten und der Systemvoraussetzungen der Software, der Zusammenstellung und Verbindung von Systemkomponenten, der Konfigurierung der Hardware sowie der Installation und Anpassung der Software) und das Messen und Prüfen elektrischer Größen.

Die Ausbildung vermittelt Fertigkeiten in den Bereichen Fügen (Herstellung und Sicherung von Schraubverbindungen, Verstiftung von Bauteilen, Herstellung von Kleb- und Lötverbindungen, Verschweißung von Blechen, Rohren und Profilen), Spanen, Umformen und Trennen sowie Prüfen, Anreißen und Kennzeichnen.

Ferner wird Wissen über Qualitätsmanagement, Planung und Steuerung von Arbeitsabläufen, Kontrolle und Beurteilung von Arbeitsergebnissen, technische und betriebliche Kommunikation, Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz, Tarif- und Arbeitsrecht sowie die Organisation des Ausbildungsbetriebs erworben.

 

Zielgruppe der Umschulung

Der Mechatroniker benötigt handwerkliches Geschick, Sorgfalt, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Er muss Spaß am Tüfteln und Experimentieren sowie fachliches Interesse an mechanischen und elektrotechnischen Vorgängen besitzen. Teilweise werden vor Beginn einer Umschulung Eignungstests durchgeführt.
Voraussetzung für eine Ausbildung/Umschulung zum Mechatroniker sind ein Hauptschulabschluss und ein zweijähriger Besuch einer Berufsfachschule Elektrotechnik oder Mittlere Reife mit einem einjährigen Berufsfachschulbesuch.

 

Fördermaßnahmen

Eine Umschulung zum Mechatroniker kann durch das Jobcenter der Arbeitsagentur mit der Ausstellung eines sogenannten „Bildungsgutscheins“ finanziell gefördert werden. Mit dem Bildungsgutschein, der innerhalb von drei Monaten nach Ausstellung durch Aufnahme einer Umschulung/Ausbildung einzulösen ist, bescheinigt die Arbeitsagentur die Kostenübernahme für die bei einer anerkannten Ausbildungseinrichtung erfolgende Umschulungsmaßnahme. Voraussetzung für eine Förderung durch die Arbeitsagentur ist allerdings, dass die Umschulung notwendig ist, um eine drohende oder bereits bestehende Arbeitslosigkeit abzuwenden und andere Instrumente der Arbeitsagentur nicht geeignet sind, um die Arbeitslosigkeit zu beenden. Im Regelfall setzt die Erteilung eines Bildungsgutscheines auch einen vorangegangenen Abschluss einer Berufsausbildung oder eine dreijährige Berufstätigkeit voraus.

 

Anbieter der Umschulung

Umschulungen zum Mechatroniker erfolgen u. a. über Industrie- und Handelskammern (z. B. das IHK-Bildungshaus Schwaben, Augsburg), durch die bundesweit vertretenen Niederlassungen der „Eckert-Schulen“ oder die „Dresden Chip Academy“, Dresden sowie durch verschiedene Fernlehrinstitute. Duale Ausbildungen werden in zahlreichen Handwerks- und Industriebetrieben durchgeführt.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Dem Mechatroniker benachbarte Umschulungen/Ausbildungen, die als Fernstudium angeboten werden, sind z. B. Mechaniker, Elektroniker, Industriemechaniker, Feinmechaniker, Systemelektroniker, IT-Systemelektroniker und Ingenieur Mechatronik.




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