Eine Umschulung zur Produktionsfachkraft Chemie

Deutschland besitzt immer noch bedeutende chemieproduzierende Industrie.

Deutschland besitzt immer noch bedeutende chemieproduzierende Industrie.

Der Beruf der Produktionsfachkraft im Bereich Chemie gilt als eher wenig bekannt. Dabei findet man diese Fachkräfte in vielen Unternehmen der Produktion und Verarbeitung verschiedener Stoffe. Sie sind dafür zuständig, Anlagen vorzubereiten, zu bedienen und zu kontrollieren, überprüfen die laufenden Vorgänge und führen bei Bedarf Laboranalysen durch. 

 

Die Tätigkeit als Produktionsfachkraft Chemie

Die Produktionsfachkräfte werden überwiegend dort eingesetzt, wo zum Beispiel Farben, Lacke, Düngemittel oder Mineralölprodukte verarbeitet oder hergestellt werden. Sie sind dafür zuständig, die Rezepturen in den Anlagen praktisch umzusetzen und sorgen dafür, dass im Herstellungsprozess keine Fehler geschehen. Zudem installieren sie neue Apparaturen, warten diese und bereiten sie schließlich für den eigentlichen Arbeitsprozess vor. Auch das Vorbereiten der chemischen Stoffe zählt in der Regel zu den Aufgaben der Produktionsfachkräfte. Verantwortungsbewusstsein, eine konzentrierte Arbeitsweise und äußerste Sorgfalt sind unabdingbar, wenn man diesen Beruf ausüben möchte.

 

Welche Zukunftsaussichten hat man mit diesem Beruf?

Natürlich ist es auch in diesem Beruf ausgesprochen wichtig, sich weiterzubilden und fachlich versiert zu bleiben. Jeder Arbeitgeber, der seine Produktion regelmäßig den neuesten Standards anpasst, wird jedoch auch für die Weiterbildung seiner Mitarbeiter Sorge tragen. Aktuelles Wissen aus dem Bereich Chemietechnik lässt sich später auch in anderen Unternehmen anwenden. Qualifizierte Fachleute sind in den Betrieben der verarbeitenden Industrie durchaus gefragt, sodass auf Zusatzqualifikationen nicht verzichtet werden sollte.

Die spätere Karriere kann auf diese Weise optimal vorbereitet werden. Während der Ausbildung spezialisieren sich die Teilnehmer auf die Bereiche Arbeitsschutz, Prozessautomatisierung oder Mess- und Regelungstechnik. Später ist eine weitere Qualifizierung als Chemikant oder Industriemeister für Chemie möglich.



 

Dauer und Inhalte einer Umschulung zur Produktionsfachkraft Chemie

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt in diesem Beruf gerade einmal zwei Jahre. Sie wird im dualen System angeboten, besteht also aus einem theoretischen Teil in einer Berufsfachschule und einem praktischen Teil in dem eigentlichen Ausbildungsbetrieb. Ein mittlerer Bildungsabschluss ist in den meisten Fällen ausreichend, um eine Ausbildung als Produktionsfachkraft Chemie beginnen zu können. Wird eine Umschulung angestrebt, hängt die Ausbildungsdauer stark vom vorherigen Beruf ab. Module, die in einer ähnlichen Ausbildung (Chemielaborjungwerker, Chemietechniker, Chemietechnischer Assistent etc.) schon einmal absolviert wurden, können unter Umständen ausgelassen werden, sodass sich die Dauer der Ausbildung um mehrere Monate verkürzen kann. Detaillierte Auskünfte zu Einzelfällen kann jedoch nur ein Ausbildungsbetrieb geben. Eine rein schulische Qualifizierung bei externen Bildungsträgern ist in diesem Beruf nicht vorgesehen.

Während der Ausbildung erlernen die Schüler den korrekten Umgang mit chemischen Stoffen und Lösungen, lernen verschiedene Herstellungsprozesse kennen und beschäftigen sich mit Aufbau, Pflege und Wartung der Anlagen. Zudem nimmt der Arbeitsschutz einen wichtigen Teil des Unterrichtes ein: Wie werden Stoffe sicher transportiert und gelagert, welche persönlichen Sicherheitsmaßnahmen müssen getroffen werden und welches Verhalten ist bei chemischen Unfällen angebracht. Betriebswirtschaftliche Fächer und allgemeine Betriebsabläufe runden den Inhalt der Ausbildung ab.

 

Für wen ist eine Umschulung als Produktionsfachkraft Chemie geeignet?

Diese Umschulung oder Ausbildung ist dem Bereich Industrie und Technik zuzuordnen. Hohes Interesse an naturwissenschaftlichen Vorgängen und chemischen Prozessen sollte für Interessenten der ausschlaggebende Punkt sein, sich für diesen Beruf zu entscheiden. Der praktische Teil überwiegt schließlich auch im Berufsalltag. Doch neben der Produktion selbst nehmen auch Kontrolle und Überwachung einen wichtigen Stellenwert ein. Trotz der eindeutig praktischen Ausrichtung ist es unerlässlich, stets exakt Protokolle zu führen, Mess- und Normwerte zu beachten und Arbeitsanweisungen genau zu befolgen. Interesse an technischen Geräten hilft im Übrigen dabei, die Produktionsanlagen besser zu verstehen.

 

Welche Möglichkeiten der Ausbildungsförderung gibt es?

Eine Umschulung wird in den meisten Fällen von der Bundesagentur für Arbeit oder dem zuständigen Jobcenter gefördert, sofern die Interessenten dazu berechtigt sind. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn diese bereits arbeitssuchend oder unmittelbar vom Verlust der aktuellen Anstellung bedroht sind und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit dem ursprünglich erlernten Beruf als zu schlecht eingeschätzt werden. Da es sich jedoch um eine duale Ausbildung handelt, erhalten die Auszubildenden meist eine monatliche Ausbildungsvergütung durch ihren Betrieb. Sollte diese nicht ausreichen, um die Kosten des Lebensunterhaltes zu decken, können unterstützend Leistungen nach dem 2. Sozialgesetzbuch (Hartz IV) beantragt werden.

Wird eine Umschulung über einen Maßnahmenträger angestrebt, so besteht diese ebenfalls aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Allerdings sind die Auszubildenden in diesem Fall nicht bei einem Unternehmen angestellt, sondern absolvieren dort lediglich Praktika. Das Einkommen wird dann zu 100 % von Jobcenter oder Bundesagentur gezahlt.

 

Wer bietet eine solche Umschulung überhaupt an?

Eine Ausbildung oder Umschulung zur Produktionsfachkraft Chemie kann in zahlreichen Unternehmen der chemischen Industrie absolviert werden. Dies müssen nicht zwangsläufig große Konzerne wie beispielsweise BASF sein. Vor allem mittelständische Unternehmen sind auf der Suche nach produktionstechnischen Fachkräften, sodass in diesem Bereich durchaus bessere Chancen für eine Umschulung oder zweite Ausbildung bestehen können als bei Marktführern. Da die Ausbildung selbst gesetzlich geregelt ist, müssen Interessenten keine Sorge haben, dass die Qualifikationen in kleineren Unternehmen weniger wert sind.
Eine 16-monatige Umschulung zur Produktionsfachkraft Chemie kann beispielsweise an der Bildungsakademie Leuna begonnen werden. Auch die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH bietet eine Umschulung binnen 16 Monaten an.

 

Gibt es alternative Fernstudiengänge?

Für Interessenten mit Hochschulreife kann der Fernstudiengang Chemische Verfahrenstechnik der Wilhelm Büchner Hochschule eine Alternative darstellen. Dieses Studium kann berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden, sodass die Teilnehmer nach rund 5,5 Jahren den Abschluss Bachelor of Engineers erreichen. Ferner bieten verschiedene Universitäten die Möglichkeit, das Fach Chemie im Fernstudium zu belegen.

 
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