Umschulung zum/zur technischen Produktdesigner/in

Form und Funktion in Einklang bringen- das sollte ein guter Produktdesigner können. © delux - Fotolia.com

Form und Funktion in Einklang bringen- das sollte ein guter Produktdesigner können.
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Berufsbild

Der Beruf des technischen Produktdesigners/-designerin ist relativ neu und vereinigt die Aufgabenbereicher verschiedener Tätigkeiten in sich. Sie arbeiten meist in Unternehmen und wirken dort an der Produktentwicklung und dem -design mit. Dort arbeiten sie in den Fachbereichen “Produktgestaltung und -konstruktion” oder “Maschinen- und Anlagenkonstruktion”. Sie wirken bei der Konstruktion und Gestaltung neuer Projekte mit, führen Berechnungen durch, die später als Grundlage für die Konstruktion dienen, erstellen technische Dokumentationen und begleiten die Produktentwicklung vom Design über den Modellbau bis hin zum Testeinsatz. Eine Hauptaufgabe ist das Umsetzen von Vorlagen der Ingenieure auf dem Computer. Dabei kommt oft moderne 3D-Technik zum Einsatz.

Dabei müssen sie Fertigungsverfahren und Werkstoffeigenschaften beachten. Außerdem planen und koordinieren sie Arbeitsabläufe und Konstruktionsprozesse und beurteilen deren Ergebnisse. Sie übernehmen damit Inhalte aus dem Beruf des technischen Zeichners. Beim Schwerpunkt “Produktgestaltung und -konstruktion” gestalten sie Güter wie Autos, Staubsauger oder Küchenmöbel. In der Fachrichtung “Maschinen- und Anlagenkonstruktion” erstellen sie detaillierte Konstruktions- und Montagepläne. Technische ProduktdesignerInnen finden ihre Arbeit bei Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen von Unternehmen der Branchen Maschinen-, Anlagen- oder Fahrzeugbau sowie bei Herstellern von Möbeln und Elektrogeräten sowie der Spielzeugindustrie.

 

Zukunftsaussichten

Technische DesignerInnen haben einen sehr jungen Beruf, dessen Ausbildung sehr modern ausgerichtet ist. Der flächendeckende Einsatz neuer Technik erfordert geschultes Fachpersonal, sodass die Unternehmen ab sofort verstärkt nach technischen DesignerInnen suchen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Gesetzlich ist kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, um eine Ausbildung oder Umschulung zum/zur technischen ProduktdesignerIn zu beginnen. Die meisten Anwärter haben jedoch einen Realschulabschluss. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet parallel an einer Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb statt. Schwerpunktfächer sind Mathematik, Werken/Technik, Physik, Informationstechnik und Wirtschaft. Die Ausbildung gliedert sich in allgemeine und schwerpunktspezifische Inhalte. Alle Auszubildenden lernen das Erstellen technischer Dokumente, computergestützte Konstruktion sowie Fertigungsverfahren und Montagetechniken. Desweiteren sind gemeinsame Inhalte, wie Produkte entwickelt werden, welche Verfahren wann Anwendung finden und wie Simulationen ausgeführt werden. Theoretische Inhalte, die an der Berufsschule gelernt werden, sind beispielsweise die Analyse technischer Systeme, kundenorientiertes Arbeiten, das Entwickeln von Bauteilen unter spezifischen Anforderungen sowie das Erstellen, Bearbeiten und Verändern von 3D-Datensätzen. Im Fachbereich “Produktgestaltung und -konstruktion” lernen die Auszubildenden, wie Objekte gestaltet, entworfen und am Computer konstruiert werden. In der Maschinen- und Anlagekonstruktion wird gelehrt, wie Werkstoffeigenschaften verändert und überprüft werden können, wie Konstruktionen erstellt werden sowie Wissen in Fertigungstechnik, Füge- und Montagetechnik sowie Steuerungs- und Elektrotechnik vermittelt.  

 

Fördermaßnahmen

Die Ausbildung wird vergütet. Die Höhe richtet sich nach der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Die folgenden Zahlen können daher nur der Orientierung dienen. Im ersten Jahr der Ausbildung erhalten die angehenden technischen ProduktdesignerInnen ca. 780-880 Euro pro Monat, ab dem zweiten Jahr zwischen ca. 850 und 922 Euro, im dritten ca. 900-1.000 Euro und ab dem vierten Jahr ca. 950-1050 Euro. Getragen werden müssen eventuelle Kosten für anfallendes Lehrmaterial sowie Anmelde- und Prüfungsgebühren. Unter bestimmten Voraussetzungen können Hilfen nach der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) gewährt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Die Ausbildung kann in der Industrie und bei Ingenieurdienstleistern absolviert werden. Meist findet sie bei Unternehmen der Luftfahrt- und Automobilindustrie, Automobilzulieferern, im Maschinenbau sowie der Möbel- oder Konsumgüterindustrie statt. Ansprechpartner können die Industrie- und Handelskammern der Länder sein, die meist ein Verzeichnis regional angebotener Ausbildungsplätze haben.

 

Alternative Umschulungen als Fernstudium

Alternativ kann auch eine Umschulung als (Fern-)Studium absolviert werden. Hier kommen die Fachbereiche Maschinenbau mit Schwerpunkt Konstruktionstechnik sowie Industriedesign in Frage. Ebenso denkbar ist ein Studium im Bereich Produktdesign oder Elektro- und Informationstechnik. Etwas weiterführend, aber mit der Möglichkeit der Spezialisierung sind die Wissenschaften Architektur und Ingenieurwesen. Einige Unternehmen bieten auch ein duales Studium an, das mit einem Studienabschluss (z. B. ein Bachelor in Maschinenbau) und dem Ausbildungsabschluss “Technischer Designer” endet.

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