Kündigen oder Bescheinigung vom AG? – Prüfung Umschulungsantrag läuft

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Dieses Thema enthält 9 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Butterblume vor 1 Jahr, 5 Monate.

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  • #5004

    Butterblume
    Teilnehmer

    Hallo Leute,

    ich bin jetzt 40 Jahre alt.
    Hab 16 Jahre im gelernten Beruf Bürokauffrau gearbeitet.
    War aber nie das richtige, dass mich das über die Jahre krank gemacht hat bis hin zum totalen „Burn out“
    Bin seither in Psychotherapie und war dann auch über die Rentenversicherung in einer Psychosomatischen Klinik, aus der ich für meinen alten Beruf weniger als 3 Stunden und für andere Berufe mit mehr als 6 Stunden entlassen wurde.
    Zusammen mit der Klinik habe ich Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben (Umschulung) und Hilfe zur Berufsfindung bei der Rentenversicherung gestellt.
    Der wurde zu meiner großen Überraschung dann abgelehnt, mit einer Standardbegründung

    „Nach unseren Feststellungen ist Ihre Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert, weil Sie in der Lage sind eine Beschäftigung als Bürokauffrau weiter auszuüben. Diese Beschäftigung ist für die Beurteilung maßgebend. Die persönlichen Voraussetzungen für die Bewilligung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben liegen somit nicht vor“

    Habe hierauf gleich allgemein Widerspruch eingelegt mit Hinweis, dass ich die Begründung schnellstmöglich nachreiche.

    War dann zuerst bei einem Beratungstermin bei der Rentenversicherung.
    Da wurde mir gesagt, dass die Angaben von der Klinik zu allgemein waren und dass sie davon ausgehen, dass die Branche, in der ich bisher gearbeitet habe einfach besonders stressig ist und ich mir ja in einer anderen Branche was suchen könnte. Hat mir empfohlen, dass ich mein Anliegen neu begründen soll, möglichst mit Fachbegriffen. Und ein Attest nicht nötig ist. Weil die RV ohnehin mich entweder zu einem Prüfer schicken wird, oder ausführliche Befundberichte bei meinem Arzt anfordern wird. – (Außerdem sagte sie mir, dass ich wenn ich dann von der Krankenkasse das Schreiben über die Aussteuerung bekomme, ich zum Arbeitsamt gehen soll und mich melden soll, nicht arbeitsfähig im alten Beruf, aber für eine handwerkliche Tätigkeit arbeitsfähig, und dass mich darauf das Arbeitsamt dann in Ruhe lassen würde. Und ich auch nicht kündigen brauche).

    Tja nur dann beim VDK sagt mir der, dass so ein Attest ganz wichtig ist, dass er gerade den Fall bei einer Erwerbsminderungsrente hatte.
    Die Dame hat den Widerspruch ohne Attest eingelegt und darauf ein Schreiben bekommen, dass sie noch zwei Wochen Zeit hat Unterlagen einzureichen, da die RV sonst nach Aktenlage entscheidet.

    Jetzt hatte ich zuvor schon mit meinem Arzt darüber geredet, dass ich keines brauche – jetzt wieder warten auf das Attest, dann wieder zum VDK.
    Das zehrt an meinen Nerven

    ABER JETZT ZU MEINEM EIGENTLICHEN ANLIEGEN

    Jetzt hab ich das Schreiben zu meiner Aussteuerung erhalten – früher als erwartet, dachte die Klinikzeit würde hinten angehängt, dabei wird das mit gerechnet.

    War jetzt beim Arbeitsamt, und da wurde mir eine Bescheinigung mit gegeben, die mein Arbeitgeber ausfüllen muss, dass er keine freie Stelle für mich hat.

    Seit meiner Erkrankung habe ich aber ein sehr schlechtes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber, da der anfangs richtig Psychoterror veranstaltet hat – war zuvor nie krank bzw. bin trotzdem zur Arbeit gegangen.

    Deshalb bin ich am überlegen, ob ich nicht einfach kündige – natürlich mit Attest vom Arzt, bzw. im Klinikbericht steht ja auch dass ich im alten Beruf nicht mehr arbeiten kann.

    Weiß dass jemand von Euch, hätte ich dann Nachteile, z.B. dass ich dann doch vermittelt würde, im Vergleich wenn ich diese Bescheinigung ausfüllen lassen würde?
    Vielleicht hat auch jemand ähnliche Erfahrungen mit einer in der ersten Instanz abgelehnten Umschulung bei der RV gemacht?

    Butterblume


    #5054

    Charles
    Keymaster

    Die Formulierung „nach Aktenlage“ lässt böses ahnen…so jedenfalls meine Erfahrung. So schwer es auch sein mag, versuche gute Miene zum bösen Spiel zu machen und dir die Bescheinigung von deinem Chef zu holen – du solltest das Gespräch aber so angehen, dass du nicht zu viel Druck aufbaust.
    Denn wenn die RV nach Aktenlage entscheidet, und das negativ, dann kannst du zwar einen Widerspruch dagegen einlegen, aber du hast dann entscheiden schlechtere Karten.


    #5055

    Butterblume
    Teilnehmer

    Danke Charles, wahrscheinlich hast du recht und nicht kündigen ist vermutlich besser – werde meinen Arbeitgeber schriftlich um diese Bescheinigung bitten, und vielleicht auch gleich rein schreiben, dass ich eine Umschulung beantragt habe, dann sieht der dass ich nicht auf ne Abfindungsklage aus bin.

    Meine Arzt Attest bekomme ich am Mittwoch 🙂 noch rechtzeitig für das Begründungsschreiben vom VDK.

    Bei der Rentenversicherung haben sie mir schon gesagt, dass es dann wohl etwa fünf, sechs Monate dauern wird, da die momentan so viele Anträge und Widersprüche zu bearbeiten haben, wie noch nie. Hoffentlich geht es schneller und positiv 😉

    Zwischenzeitlich hab ich jetzt schon irgendwo gelesen, dass eine Dame bereits eine Umschulung genehmigt bekommen hatte – dann aber während der Wartezeit einen Minijob ausgeübt hat, woraufhin die RV die Umschulung gestrichen hat.

    Jetzt bin ich natürlich auch ganz schön nervös, wenn mir die AfA dann womöglich tatsächlich eine Arbeit vermitteln möchte.
    Oder zieht vielleicht auch bei einer Umschulung die Nahtlosigkeitsregelung, wie bei dem Antrag auf Erwerbsminderungsrente?


    #5056

    Butterblume
    Teilnehmer

    Bin ich erleichtert 🙂

    Habe gerade mit einer Dame von der Sozialberatung meiner Klinik gesprochen.
    Auch bei Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben (Umschulung) zieht der
    §145 SGB über die Nahtlosigkeitsregelung eine Sonderform des ALG I.


    #5057

    Charles
    Keymaster

    Liebe Butterblume,

    fantastisch! Das freut mich so für dich.


    #5058

    Butterblume
    Teilnehmer

    Danke Charles 🙂
    Werde dann weiter berichten


    #5063

    Butterblume
    Teilnehmer

    Zu früh gefreut 🙁

    War heute bei der AfA Sachbearbeiterin, eine sehr nette Dame die sich richtig Zeit genommen hat und auch gleich telefonisch Rücksprache mit dem Fachbereich, genommen hat, zu der Nahtlosigkeitsregelung nach § 145 SGB.
    Fand ich echt toll.
    Sie sagte, dass sie mir dass gut nach empfinden kann und ich mich nicht verrückt machen soll. Hab richtig gemerkt, dass sie mir helfen will.

    Meinen Gesundheitsfragebogen, den RV Bescheid, die Widerspruchsbestätigung von RV, mein Attest vom Arzt habe ich schon abgegeben. Jetzt kann es sein, dass ich zu deren Ärzten für ein Gutachten bestellt werde, oder auch dass die Ärzte nach Aktenlage entscheiden.

    –>
    Die Nahtlosigkeitsregelung gilt zwar auch bei Anträgen zur Teilhabe am Arbeitsleben, ABER weil die Rentenversicherung diesen bei mir in der ersten Instanz abgelehnt hat, heißt das für die AfA

    – RV hat schon gesagt dass im alten Job arbeitsfähig, also arbeitsfähig, ob Widerspruch eingelegt wurde, oder was im Rehabericht steht, oder der behandelnde Arzt sagt, ist dadurch erst mal egal, bis die eigen Ärzte ein Urteil abgeben –
    So gesehen, müsste mich der Arbeitsvermittler, dann auch in meinem alten Job vermitteln – außer deren Arzt sagt was anderes.
    Und dadurch müsste ich normalerweise wieder im alten Job ran, der mich ja krank gemacht hatte.
    Oder man bekommt vom Arbeitgeber eine Bescheinigung, dass der momentan keine leidensgerechte Stelle frei hat … darf dann aber auch niemanden einstellen.
    ABER wäre dieser mein Antrag, schon älter als ein halbes Jahr hätte ich Anspruch auf die Nahtlosigkeitsregelung bekommen.

    Meine SB Dame hat mir jetzt einen Rückruf von den Experten zur Beratung angefordert, bei dem ich dann fragen werde …

    … Wie es ab der Aussteuerung weiter geht.
    … Wie diese Arbeitgeber Bescheinigung aussehen müsste, ob es ein Formular gibt
    … Oder ob ich krankheitsbedingt kündigen sollte
    – Ob Nachteile, oder welche Nachteile dies Kündigung bringen würde
    … Ob die Nahtlosigkeitsregelung nicht doch möglich ist, wenn die AfA Ärzte
    mit meinen konform gehen

    Ach wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn die Nahtlosigkeitsregelung auch bei Widerspruch und laufendem Verfahren, auch gegolten hätte.
    Bin ich froh, wenn die Amtsärzte von der AfA dann bald zu nem Ergebnis kommen und ich weiß was dann wirklich Sache ist.
    Kann auf keinen Fall meinen alten Job machen … obwohl ich´s nicht wollte, und die Dame sehr nett war, allein die Vorstellung wieder dem ausgesetzt zu sein hat mir heut in dem Gespräch die Tränen in die Augen getrieben.
    Dann lieber noch in eine Fabrik.

    … melde mich wieder wenn ich weiß wie es weiter geht …


    #5073

    Siebenstein
    Teilnehmer

    Hallo Butterblume,

    ich drück dir alle mir zur Verfügung stehenden Daumen! Das Wichtige ist, dass du standhaft bleibst und auf keinen Fall klein beigibst und in den alten Job zurückkehrst…mach es denen auf keinen Fall zu leicht!
    Bereite dich auf die amtsärtzliche Untersuchung gut vor.
    Halt uns bitte auf dem Laufenden…


    #5075

    Butterblume
    Teilnehmer

    Vielen Dank Siebenstein 🙂
    Kann die Daumen gut gebrauchen 🙂


    #5076

    Butterblume
    Teilnehmer

    Butterblume: Zwischenzeitlich hab ich jetzt schon irgendwo gelesen, dass eine Dame bereits eine Umschulung genehmigt bekommen hatte – dann aber während der Wartezeit einen Minijob ausgeübt hat, woraufhin die RV die Umschulung gestrichen hat.

    Dazu hab ich inzwischen mit meiner Rentenberaterin telefoniert – die mir gesagt hat, dass sie seit 15 Jahren die Beratungen macht und es noch nie vorkam dass jemandem die Umschulung gestrichen wurde, weil der in der Wartezeit einen Minijob angenommen hatte. Aber sie mir dass auch nicht zusichern kann.

    Und gestern bin ich jetzt schon von dem Herrn von der Leistungsabteilung der AfA angerufen worden. (Meine Sachbearbeiterin hatte dies für mich zur Information angefordert)

    Ich war total aufgeregt, dass hat er gleich gemerkt und war total nett und aufbauend. Hat mir auch gesagt, dass er schon öfter solche Fälle hatte, und mir anmerkt dass ich Angst hab was falsch zu machen. Und dass meine Gesundheit jetzt erst mal das wichtigste ist, und mir sogar angeboten, dass ich ihn wieder anrufen darf wenn ich noch Fragen habe. Der war wirklich sehr nett und auch sehr bemüht, dass ich ihn verstehe.

    Aber es so ist, dass ich ja zumindest so in eine Bürotätigkeit vermittelt werden könnte, die ohne Telefon und E-Mail auskommt. – Und muss sagen mit reinen Schreibarbeiten zu Hause wo ich meine Ruhe habe, also ohne Telefon und ohne E-Mail, glaube ich hätte ich kein Problem.

    Jedenfalls muss ich mich also dann dem Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung meines gesundheitlichen Leistungsvermögens zur Verfügung stellen.

    Er hat mir geraten, dass ich mich auf jeden Fall vor der Aussteuerung schon mal nächste Woche, wenn ich wieder ruhiger bin, persönlich melden soll, dass ich arbeitslos bin, und nicht das Ärzteurteil abwarten soll, damit ich es nicht vor lauter Papierwust und hin und her übersehe und dann da stehe ohne Bezüge.

    Und das mit der Nahtlosigkeit hat er mir bestätigt, dass es durch die Ablehnung, auch wenn ich Widerspruch eingereicht habe hier nicht gilt, weil die RV durch die erste Ablehnung sozusagen behauptet „arbeitsfähig im alten Beruf“ und die AfA das so übernimmt, egal was der Klinikbericht, mein Arzt oder ich sage.

    Kündigen kann ich nur, wenn mein Arzt mir die Notwendigkeit bescheinigt.
    ODER
    Dieses Formular für den Arbeitgeber, das er mir vorsorglich zuschickt, dass mein AG derzeit keine leidensgerechte Stelle für mich hat.

    Das muss ich mir jetzt überlegen.
    Für meine Psyche wäre es besser wenn ich kündige. (Mein Arzt hat es mir sogar schon mal geraten).
    Aber für meinen späteren Lebenslauf wäre es eine Lücke, die ich vielleicht vermeiden könnte, in dem ich erst kündige, wenn ich die Umschulung anfange.
    Andererseits, werden sich spätere Personaler wohl denken, können dass einer Umschulung so etwas voraus geht. UND auch die Angst dass ich vielleicht noch eine weitere Auswirkung übersehen könnte. (Tendiere zur Kündigung)

    Hab vor, dass ich noch mal meine Rentenberaterin anrufe, was sie zu kündigen sagt, aber würde mich trotzdem freuen, wenn ihr mir mal sagen würdet, was ihr an meiner stelle machen würdet. – Kündigen oder Bescheinigung vom Arbeitgeber (der nachdem ich krank wurde, obwohl ich so viele Jahre bei ihm war, die erste Zeit Psychoterror mit mir veranstaltet hat )

    Vielen Dank
    Butterblume


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