Umschulung wegen Arthrose

Eine Arthrose erschwert die meisten körperlichen Arbeiten. © Fotowerk – Fotolia.com

Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke, die entweder auf eine übermäßige Belastung, eine Knochenkrankheit oder eine angeborene Fehlstellung zurückzuführen ist. Dabei findet ein stark erhöhter Verschleiß des Gelenks statt und bei den Betroffenen entstehen sehr starke Schmerzen.
In der Regel ist es hilfreich, das Gelenk so stark wie möglich zu entlasten. In vielen Berufen ist es jedoch nicht möglich, diese Maßnahme durchzuführen. In vielen Handwerksberufen ist es beispielsweise notwendig, sich ständig zu bewegen und auch für viele Verkäufer in Einzelhandel ist dies eine notwendige Voraussetzung, um den Beruf ausführen zu können.

 

Arbeiten mit Arthrose

Die Arthrose kann an unterschiedlichen Gelenken auftreten. Häufig sind beispielsweise die Knie oder die Sprunggelenke betroffen, da hier die Belastung im Alltag besonders hoch ist. Doch gibt es auch andere Gelenke, die aufgrund einer natürlichen Fehlstellung oder durch einen Unfall in ihrer Bewegung so behindert werden, dass ein großer Verschleiß auftritt. Im Arbeitsleben stellt die Arthrose immer dann ein Problem dar, wenn das entsprechende Gelenk überdurchschnittlich belastet wird. Wer beispielsweise im Stehen arbeitet oder während der Arbeit viel gehen muss, hat starke Probleme bei einer Arthrose in den Knien oder im Sprunggelenk, während eine Arthrose beispielsweise im Arm hier nur geringe Probleme verursacht. Sollten Sie nicht mehr in Ihrem bisherigen Berufsfeld tätig sein können, kann eine Umschulung die Möglichkeit dazu bieten, in einem Beruf mit geringerer Belastung zu arbeiten.

 

Welche Berufe können trotz Arthrose ausgeübt werden?

Die Möglichkeiten, trotz Arthrose zu arbeiten, sind vielfältig. Grundsätzlich gilt die Regel, dass Sie jeden Beruf ausüben können, bei dem das betroffene Gelenk nicht außergewöhnlich belastet wird. In den meisten Fällen – insbesondere bei Arthrose in den Beinen – sind Tätigkeiten im Sitzen zu empfehlen. So müssen Sie die betroffenen Gelenke nicht bewegen und es entstehen keine zusätzlichen Schmerzen. Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung oder der Datenverarbeitung sind in der Regel bei Arthrose zu empfehlen. Wenn Sie beabsichtigen, einen anderen Beruf auszuüben, ist es empfehlenswert, diese Entscheidung mit Ihrem behandelnden Arzt genau abzusprechen. Auch ist es sinnvoll, den entsprechenden Arbeitsplatz selbst zu besuchen und im Idealfall dort ein Praktikum zu absolvieren. So merken Sie schnell, ob die Belastungen Schmerzen in Ihren Gelenken hervorrufen.

 

Eine Umschulung wegen Arthrose durch die Rentenversicherung

Eine Umschulung stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar. In der Regel verfügen die Betroffenen nicht über die finanziellen Mittel, um die Umschulung selbst zu finanzieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Antrag auf Finanzierung zu stellen. Bei den meisten Arthrose-Erkrankungen ist die Rentenversicherung der erste Ansprechpartner. Doch gibt es hier einige Voraussetzungen dafür, dass die Umschulung finanziert wird. Entweder müssen Sie bereits seit 15 Jahren Beiträge für die Rentenversicherung bezahlen oder sie erhalten eine Erwerbsminderungsrente. Sollte bei Ihnen keiner dieser beiden Punkte zutreffen, ist die Rentenversicherung für Sie nicht zuständig.



 

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Wenn die Arthrose in der Folge eines Unfalls entstanden ist, haben Sie noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt, können Sie bei der Berufsgenossenschaft einen Antrag für die Umstellung einreichen. Wenn der Arbeitsunfall offiziell anerkannt wurde, können Sie auf diesem Wege umfangreiche Leistungen erhalten. Bei einem Unfall in der Freizeit kann die private Unfallversicherung helfen. Sollte keine der bisherigen Möglichkeiten greifen, bleibt noch der Gang zum Arbeitsamt. Auch hier stehen Mittel für die Umschulung bereit. Eines der wichtigsten Kriterien ist hier, dass Sie nach der Umschulung wieder voll erwerbstüchtig sein werden.

 

Bildungseinrichtungen, bei denen Sie eine Umschulung durchführen können

Wenn Sie eine durch die Rentenversicherung, die Berufsgenossenschaft oder durch das Arbeitsamt geförderte Umschulung wahrnehmen, erhalten Sie von der jeweiligen Institution eine Liste mit möglichen Bildungseinrichtungen, bei denen Sie sich umschulen lassen können. Sollten Sie die Umschulung mit privaten Mitteln finanzieren, steht Ihnen die Wahl des Ausbilders selbstverständlich frei. Doch auch in diesem Fall sollten Sie darauf achten, dass Sie einen staatlich anerkannten Berufsabschluss erhalten, da sonst die Umschulung die Berufsaussichten nicht grundlegend verbessern kann. Für Arthrose-Patienten kann auch ein Fernstudium eine sehr gute Alternative sein. Häufig finden Sie auch für diese Alternative Fördermöglichkeiten. So können Sie bequem zu Hause lernen und belasten daher Ihre Gelenke kaum, sodass Sie in dieser Zeit nicht nur einen neuen Beruf erlernen, sondern durch die geringe Belastung auch Ihren Gesundheitszustand verbessern, um daraufhin mit voller Kraft im neuen Beruf arbeiten zu können.

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