Umschulung wegen Epilepsie

Epilepsie kann zu schweren beruflichen Einschränkungen führen. Foto: Sangoiri - Fotolia.com

Epilepsie kann zu schweren beruflichen Einschränkungen führen.
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Epilepsie ist der Sammelbegriff für unterschiedliche Funktionsstörungen im Gehirn. Diese verursachen Anfälle, die sich sehr vielfältig äußern könne, etwa durch Muskelzucken, kurze Bewusstseinsaussetzer oder heftige Krämpfe, die den gesamten Körper betreffen. Wann es zu diesen Anfällen kommt und wie stark sie ausfallen, hängt von der genauen Erkrankung, deren Ausprägung und auch von den Lebensumständen des Betroffenen ab.

Sind sie unberechenbar und treten trotz ärztlicher Behandlung immer wieder unerwartet auf, können sie nicht nur die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen, sondern auf Dauer auch das Gehirn schädigen. Die Ursachen für Epilepsie liegen teilweise in genetischen Veranlagungen, teilweise in Verletzungen oder anderen Erkrankungen des Gehirns; in vielen Fällen lassen sich die Gründe für die Epilepsie aber nicht eindeutig bestimmen.

 

Die Folgen von Epilepsie für das Berufsleben

Welche Auswirkungen eine Epilepsie-Erkrankung auf die berufliche Laufbahn des Betroffenen hat, hängt maßgeblich von der Intensität der Krankheit ab bzw. davon, ob der Patient weitgehend anfallsfrei ist oder nicht. Treten die krankheitsbedingten Anfälle dank einer passenden Medikation kaum bis gar nicht auf, können Epileptiker grundsätzlich voll berufstätig sein und bleiben. Dabei gibt es nur wenige Einschränkungen bei der Wahl und Ausübung der beruflichen Tätigkeit. Nicht anfallsfreie Patienten sehen sich dagegen häufiger mit Schwierigkeiten konfrontiert.

Unerwartet auftretende Anfälle stellen für den Epileptiker selbst und gegebenenfalls für seine Umgebung ein Sicherheitsrisiko dar, weswegen bestimmte Berufsbereiche in diesen Fällen ausscheiden. Das bedeutet in den meisten Fällen aber nicht, dass der Betroffene grundsätzlich nicht mehr arbeitsfähig ist; stattdessen ist bei Bedarf eine Umschulung in ein sichereres Tätigkeitsfeld anzuraten.

 

Finanzierungsoptionen für die Umschulung wegen Epilepsie

Wird eine Epilepsie diagnostiziert, während die betreffende Person sich noch in einem Angestelltenverhältnis befindet, kann zunächst geprüft werden, ob eine interne Umschulung infrage kommt. So kann der Mitarbeiter unter Umständen in einen besser geeigneten Bereich versetzt werden, in dem er seine Kenntnisse und Fertigkeiten dennoch anwenden kann. Ist dies nicht möglich, führt der nächste Gang zur Agentur für Arbeit. Diese bietet Förderungen für Umschulungen an, die aus gesundheitlichen Gründen stattfinden.

Sofern ein ärztliches Attest belegt, dass die aktuelle Tätigkeit aufgrund der Epilepsie nicht mehr ausgeübt werden kann, kommt der Betroffene grundsätzlich für die Finanzierung infrage. Wird die Kostenübernahme aus anderen Gründen abgelehnt, kann in einigen Fällen die Deutsche Rentenversicherung einspringen. Allerdings muss der Antragsteller dazu mindestens 15 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben oder/und aktuell aufgrund der Epilepsie eine Erwerbsminderungsrente beziehen. Der Antrag auf „Teilhabe am Arbeitsleben“ kann direkt bei der Behörde selbst gestellt werden.

 

Umschulungsoptionen: geeignete Berufe bei Epilepsie

Welche Berufsbereiche sich für Epileptiker eignen, entscheidet sich in erster Linie danach, ob der Patient anfallsfrei ist. Grundsätzlich scheiden alle Berufe aus, in denen schwere Maschinen oder Kraftfahrzeuge bedient werden müssen, ebenso wie Tätigkeiten, bei denen eine Absturzgefahr besteht. Auch Nacht- oder Schichtarbeit sollte von Epileptikern vermieden werden, da der wechselnde Rhythmus sich negativ auf die Erkrankung auswirken kann. Anfallsfreie Personen können anderenfalls nahezu alle Berufe erlernen und ausüben. Nicht-anfallsfreie Epileptiker müssen dagegen ebenfalls auf eine Laufbahn als Polizist, Feuerwehrmann oder Soldat verzichten.

Berufe, die sich für Menschen mit Epilepsie eignen, stammen beispielsweise aus dem kaufmännischen, technischen oder medizinischen Bereich. Auch handwerkliche Berufsfelder wie Gärtner oder Elektrotechniker und Tätigkeiten in der Gastronomie können für Erkrankte eine gute Wahl darstellen. Die berufliche Neuorientierung sollte anhand der individuellen Vorkenntnisse, de persönlichen Interessen und der Intensität der Epilepsie erfolgen.

 

Weitere Optionen für Arbeitsuchende mit Epilepsie

Auch für Interessenten mit Epilepsie stehen deutschlandweit zahlreiche Einrichtungen zur Auswahl, die krankheitsbedingte Umschulungen anbieten. Ein Beispiel dafür ist etwa das Berufsbildungswerk Bethel in Bielefeld, das Aus- und Fortbildungen in Kombination mit einer entsprechenden Epilepsie-Behandlung offeriert, um die Patienten direkt auf die Anforderungen des gewählten Berufs einzustellen.

Alternativ können Betroffene auch ein Fernstudium in Eigenregie absolvieren. Im eigenen Lerntempo können hier trotz der Erkrankung umfassende Qualifikationen erworben werden, die eine spätere Anstellung in einem neuen Berufsfeld begünstigen.