Umschulung nach der Schwangerschaft/ nach der Geburt eines Kindes

Die Schwangerschaft und die sich daran anschließende Geburt eines Kindes sind sicherlich sehr freudige Ereignisse im Leben der meisten Menschen. Dennoch kann dies für die Berufstätigkeit sehr hinderlich sein. Zum einen kann es vorkommen, dass durch die Belastungen durch die Schwangerschaft und die Geburt bestimmte schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden können.

Insbesondere nach einem Kaiserschnitt können die Betroffenen für einen langen Zeitraum keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichten – in manchen Fällen können sogar bleibende Beschwerden entstehen. Sehr viel häufiger kommt es jedoch vor, dass die neue familiäre Situation die weitere Berufsausbildung erschwert. Wenn beispielsweise eine Person bislang im Schichtdienst tätig war oder häufig am Wochenende arbeiten musste, verträgt sich das nur schwer mit der Erziehung eines Kindes. In diesem Fall kann ebenfalls ein Berufswechsel helfen. Ein weiterer Grund, der dazu führt, dass nach der Schwangerschaft und der Geburt ein neuer Beruf erlernt werden muss, besteht darin, dass nach einer längeren Pause der Einstieg oftmals nur noch schwer möglich ist. Insbesondere in Berufen mit einer geringen Nachfrage kann die Baby-Pause dazu führen, dass eine weitere Berufsausübung unmöglich wird.



 

Die Finanzierung der Umschulung

So vielfältig wie die Gründe für eine Umschulung nach der Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes sind, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten für deren Finanzierung. Sollten bei der Geburt bleibende gesundheitliche Schäden entstanden sein, die die weitere Berufsausübung verhindern, ist die Rentenversicherung ein guter Ansprechpartner – allerdings nur, wenn Sie entweder bereits seit mindestens 15 Jahren Beiträge bezahlen oder wenn Sie aufgrund der Beschwerden eine Erwerbsminderungsrente beziehen. Sollte dies nicht zutreffen, haben Sie auch die Möglichkeit, sich an die Arbeitsagentur zu wenden.

Deutlich schwieriger wird die Umschulung, wenn Sie diese durchführen wollen, um familienfreundlichere Arbeitszeiten zu erhalten. In solchen Fällen ist eine Finanzierung nur sehr schwer möglich, doch kann manchmal auch hier das Arbeitsamt weiterhelfen, weshalb es stets zu empfehlen ist, hier rechtzeitig vor Ende der Elternzeit die Möglichkeiten zu überprüfen. Wenn sich während der Baby-Pause die Arbeitsmarktsituation zu Ihren Ungunsten verändert hat, sodass Sie keine neue Anstellung finden, können Sie sich ebenfalls an das Arbeitsamt wenden.

 

Welche Berufe eignen sich nach der Schwangerschaft?

Wenn Sie nach der Geburt eines Kindes einen neuen Beruf erlernen wollen, sollten Sie stets darauf achten, dass dieser familienfreundliche Arbeitszeiten mit sich bringt. Tätigkeiten im Bereich des Bildungswesens und der öffentlichen Verwaltung sind hierbei beispielsweise sehr gute Optionen. Unregelmäßige Arbeitszeiten wie im Gesundheitswesen sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden.

Wenn durch die Schwangerschaft bleibende gesundheitliche Schäden entstanden, sollten Sie selbstverständlich einen Beruf auswählen, der keine schwere körperliche Arbeit mit sich bringt. Hier sollten Sie unbedingt die Berufswahl mit Ihrem Arzt besprechen, um sicherzugehen, dass Sie der neuen Aufgabe gewachsen sein werden.

 

Die Anbieter für die Umschulung

In Deutschland gibt es eine sehr große Zahl an Einrichtungen, die für eine Umschulung infrage kommen. Wenn Sie sich nach der Elternzeit für einen neuen Beruf entscheiden, haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, einen Anbieter, der Ihren Vorstellungen entspricht, aus dieser großen Menge auszuwählen. Allerdings gibt es auch einige Bildungseinrichtungen, die sich speziell auf Kurse für junge Mütter spezialisiert haben. Dabei wird beispielsweise darauf geachtet, dass die Zeiten, in denen die Umschulung stattfindet, gut mit dem Familienleben vereinbar sind.

Außerdem bieten viele Anbieter die Möglichkeit, einen großen Teil des Lernstoffs zu Hause zu bewältigen. So können Sie Ihre Berufsaussichten verbessern und sind dennoch stets für Ihr Kind da. Eine sehr gute Alternative ist auch ein Fernstudium. So können Sie die komplette Umschulung zu Hause durchführen. Die Einteilung der Lernzeiten können Sie völlig flexibel gestalten. Es ist beispielsweise möglich, die Zeiten, in denen das Kind schläft, zum Lernen zu nutzen.