Umschulung wegen Morbus Bechterew

Morbus Bechterew zieht oft schwere gesundheitliche Einschränkungen mit sich. Foto: absolutimages - Fotolia.com

Morbus Bechterew zieht oft schwere gesundheitliche Einschränkungen mit sich.
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Morbus Bechterew fällt in den Bereich der rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen. Besonders betroffen sind die Wirbelsäule sowie die Kreuz-Darmbein-Gelenke, die sich schmerzhaft entzünden und zu starken Rücken- und Gelenkschmerzen führen. Der untere Rückenbereich ist dabei stärker betroffen als der obere.

Begleitet wird Morbus Bechterew oftmals von Augenentzündungen sowie entzündlichen Darmerkrankungen. Auch andere Organe wie Herz, Lunge oder Niere können in Mitleidenschaft gezogen werden. In fortgeschrittenem Stadium kann die Wirbelsäule versteifen und so zu schweren Beeinträchtigungen der Beweglichkeit führen. Die Ursachen für Morbus Bechterew liegen in einer Fehlfunktion des Immunsystems, aber auch familiäre Veranlagungen spielen eine Rolle bei der Entstehung. Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber mithilfe von Medikamenten und Schmerz- und Bewegungstherapien behandelt werden.

 

Die Folgen von Morbus Bechterew für das Berufsleben

Personen, die an Morbus Bechterew leiden, verspüren oftmals besonders in Ruhestellung starke Rückenschmerzen, aber auch Belastungen des Rückens und der Gelenk kann zu vergleichbaren Beschwerden führen. Die Schmerzen können auch in die Arme und Beine ausstrahlen. Langes Stehen und Gehen bereitet vielen Patienten Schwierigkeiten. Daher können Berufe wie Verkäufer oder Friseur oftmals nicht weiter oder nur sehr eingeschränkt ausgeübt werden.

Arbeitsabläufe, die schwere körperliche Belastungen erfordern wie etwa im Handwerk oder in der Industrie lassen sich aufgrund der Schmerzen und wegen wechselnder Gelenkschwellungen und –Versteifungen nur bedingt bzw. im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr ausführen. Gelingt es trotz intensiver medikamentöser und schmerztherapeutischer Behandlungen nicht, die Beschwerden zu verringern und die Beweglichkeit wiederherzustellen, bietet sich eine Umschulung in einen anderen Berufsbereich an, der trotz der Krankheitssymptome ausgeübt werden kann.

 

Finanzierungsoptionen für die Umschulung wegen Morbus Bechterew

Patienten mit Morbus Bechterew, die aufgrund ihrer Erkrankung ihren Beruf aufgeben mussten und dadurch arbeitslos geworden bzw. direkt von Arbeitslosigkeit bedroht sind, können sich an die Agentur für Arbeit wenden. Diese bietet vollständige oder anteilige Kostenübernahmen für Umschulungen an, die aus Krankheitsgründen absolviert werden sollen. Voraussetzung dafür ist die medizinische Belegbarkeit dafür, dass die Berufsunfähigkeit wirklich auf die Morbus Bechterew-Erkrankung zurückzuführen ist. Dafür kann eine Untersuchung vom Amtsarzt erforderlich werden.

Sollte eine Finanzierung von der Agentur für Arbeit nicht bewilligt werden, kann auch ein Antrag auf „Teilhabe am Arbeitsleben“ bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt werden. Auch diese Behörde möchte Menschen mit chronischen Krankheiten dazu verhelfen, möglichst lange berufstätig zu bleiben. Wer mindestens für 15 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat oder aktuell eine Erwerbsminderungsrente bezieht, kann sich für diese Förderung für eine Umschulung bewerben. Angestellte, die noch in einem Unternehmen tätig sind, können zunächst auch ihren Vorgesetzten auf eine interne Umschulung ansprechen.

 

Umschulungsoptionen: geeignete Berufe für Patienten mit Morbus Bechterew

Bei Morbus Bechterew ist es schwer möglich, verbindliche Aussagen über geeignete Berufe zu treffen, da sich die Erkrankung bei jedem Patienten unterschiedlich ausfällt. Während einige Betroffene ihren Beruf mit nur wenigen Einschränkungen ausüben können, fallen anderen selbst leichte Tätigkeiten so schwer, dass sie nur wenige Stunden am Tag arbeitsfähig sind. Berufe mit starken körperlichen Belastungen eignen sich grundsätzlich nicht für Morbus Bechterew-Patienten; dies gilt besonders in einem fortgeschritteneren Stadium. Ausweichmöglichkeiten stellen Bürotätigkeiten dar, die bevorzugt auch in Teilzeit stattfinden können, da langes Sitzen vielen Erkrankten Probleme macht.

Je nach Eignung und Interessengebiet sind so etwa Einsätze im Callcenter oder als Bürokaufmann/frau in unterschiedlichen Bereichen sowie in der Verwaltung denkbar. Kann der Arbeitsalltag dennoch aufgrund der Symptome nicht wie geplant bewältigt werden, ist unter Umständen auch der verfrühte Eintritt in den Rentnerstatus möglich.

 

Weitere Optionen für Arbeitsuchende mit Morbus Bechterew

In ganz Deutschland finden sich zahlreiche Einrichtungen und Institutionen, die Umschulungen aus gesundheitlichen Gründen anbieten. Diese eignen sich auch für Patienten mit Morbus Bechterew; spezielle Anbieter, die ihren Fokus auf diese Erkrankung legen, gibt es nicht. Arbeitsuchende mit Morbus Bechterew können sich auch von zuhause aus im Rahmen eines Fernstudiums weiterbilden und so zusätzliche berufliche Qualifikationen erwerben. Der Vorteil hier ist das selbstbestimmte Lerntempo, das der Krankheit individuell angepasst werden kann.