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Umschulung wegen Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa

 

Morbus Crohn ist eine schwerwiegende, oft einschränkende Darmerkrankung. Foto: Coloures-pic - Fotolia.com

Morbus Crohn ist eine schwerwiegende, oft einschränkende Darmerkrankung.
Foto: Coloures-pic – Fotolia.com

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind die beiden am häufigsten auftretenden chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Sie werden unter der Abkürzung CED zusammengefasst. Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt befallen; Colitis Ulcerosa ist dagegen auf den Dickdarmbereich beschränkt.

Beide Krankheiten sorgen für unangenehme Symptome wie starke, plötzlich auftretende Bauchschmerzen, Durchfälle und andauernde Erschöpfung. Nicht selten sind auch andere Organe von der Krankheit betroffen, so zum Beispiel die Augen oder die Gelenke, was zu weiteren Beschwerden führt. Im späteren Verlauf kann es durch die ständige Entzündung und Reizung der Darmwände zu eitrigen Abszessen oder Fisteln kommen. Auch das Darmkrebsrisiko steigt mit der Zeit durch die CED stark an. Die Gründe für Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa liegen sowohl in der genetischen Veranlagung als auch in Umweltreizen.

 

Die Folgen von Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa für das Berufsleben

Erkrankungen wie Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa können weitreichende Auswirkungen auf das Privatleben des Betroffenen ebenso wie auf dessen berufliche Perspektiven haben. Neben Schmerzen und Müdigkeit sind besonders die häufigen und teils unerwarteten Toilettengänge für die Patienten sehr unangenehm. Berufe im Außendienst oder Tätigkeiten im Freien bereiten oftmals Schwierigkeiten, da nicht immer sofort sanitäre Anlagen verfügbar sind, wenn diese benötigt werden. Allein dieser Umstand macht den Betroffenen die weitere Ausübung ihrer gewohnten Arbeit teils unmöglich.

Auch die häufig auftretende Erschöpfung, von der die chronischen Darmerkrankungen begleitet werden, erschweren die weitere Berufstätigkeit der Patienten in vielen Fällen. Volle Belastungen (körperlicher sowie geistiger Art) sind oftmals nicht mehr oder nur in guten Phasen der Erkrankungen möglich. Ist absehbar, dass ein Beruf aufgrund der CED dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann, kann eine Umschulung in einen besser geeigneten Bereich eine sinnvolle Alternative darstellen.

 

Finanzierungsoptionen für die Umschulung wegen Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa

Befinden sich Betroffene mit Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa aktuell noch in einem Arbeitsverhältnis, sollte der erste Weg bezüglich einer Umschulung zum Vorgesetzten führen. Sofern dies möglich ist, kann eine interne Umschulung in einen anderen Bereich des Unternehmens erfolgen, der zu den besonderen Bedürfnissen des chronisch Kranken passt und in dem er dennoch seine bislang erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen kann. Bei bestehender oder bald eintretender Arbeitslosigkeit ist die Agentur für Arbeit die richtige Adresse, wenn es um die Kostenübernahme für eine Umschulung aus Krankheitsgründen geht. Ein ärztliches Attest ist erforderlich, um zu belegen, dass die Erkrankung für die Aufgabe des bisherigen Berufs verantwortlich ist. Allerdings muss die Behörde davon ausgehen können, dass die neue Tätigkeit trotz Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa regelmäßig ausgeübt werden kann.

Kommt eine Finanzierung durch die Agentur für Arbeit nicht infrage, kann unter Umständen auch die Deutsche Rentenversicherung einspringen. Diese fördert Umschulungen aus Krankheitsgründen, wenn der Betroffene mindestens 15 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat und/oder aktuell eine Erwerbsminderungsrente bezieht. Der Antrag auf „Teilhabe am Arbeitsleben“ kann bei der Behörde selbst gestellt werden.

 

Umschulungsoptionen: geeignete Berufe bei Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa

Welche Berufsbereich sich für Patienten mit Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa eignen, hängt maßgeblich von der individuellen Ausprägung der Erkrankung ab. Während manche Betroffene ihre gewohnte Arbeit trotz der CED weiter ausführen können, sind andere so stark beeinträchtigt, dass sie vollständig berufsunfähig werden. Grundsätzlich bieten sich körperlich vergleichsweise leichte Tätigkeiten etwa im Büro eher an als physisch stark belastende Aufgaben.

Je nach Eignung bieten sich kaufmännische oder verwaltende Bereiche an. Auch kreative Berufe wie Online-Redakteur oder Webdesigner können passend sein. Wichtig ist für die Erkrankten, dass jederzeit uneingeschränkter Zugang zu sanitären Einrichtungen besteht – hier sind Offenheit und eine entsprechende Absprache mit dem Arbeitgeber vonnöten. Flexible Arbeitszeiten, die Raum für Arztbesuche oder zeitliche Verzögerungen durch Krankheitsbeschwerden bieten, erleichtern den Erkrankten den Arbeitsalltag deutlich.

 

Weitere Optionen für Arbeitssuchende mit Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa

Wer an Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa leidet und eine Umschulung absolvieren möchte, kann sich an unterschiedliche Einrichtungen bundesweit wenden. Unter anderem bieten die Berufsförderungswerke entsprechende Umschulungen und Fortbildungen für Behinderte und chronisch kranke Menschen an. Alternativ können Betroffene auch im Rahmen eines Fernstudiums gewünschte Qualifikationen erlangen.

Ein deutlicher Vorteil ist hier die individuelle Anpassbarkeit der Weiterbildung, die ganz nach dem eigenen Gesundheitszustand gestaltet werden kann.