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Nach Kündigung: Noch vorhandener Urlaubsanspruch – und nun?

Ihr bestehender Arbeitsvertrag wurde gekündigt oder Sie selbst haben Ihrem Arbeitgeber mitgeteilt, dass Sie die gemeinsame Zeit beenden wollen. Nun ist es wichtig, sich um diverse Themen zu kümmern, auch der bestehende Urlaubsanspruch aus Ihrem gekündigten Vertrag ist zu berücksichtigen.
Im folgenden Artikel haben wir Ihnen die wichtigsten Fakten zu diesem Thema zusammengetragen und einige Szenarien eingefügt, die verschiedene praktische Beispiele darstellen sollen.
Zunächst beginnen wir mit einigen Grundsätzen zum Thema Urlaub und Arbeitsverträgen.

 

Grundsätze

 

Wer hat Anspruch auf Urlaub?

Urlaubsansprüche ergeben sich aus dem jeweiligen Arbeitsvertrag und der Beschäftigungsform. In diesem Artikel behandeln wir die Urlaubsansprüche und die damit zusammenhängenden Fragen bei Nichtselbstständiger Arbeit – klassischer Weise sind das Angestellte.

Bei einer 5-Tage-Woche haben Arbeitnehmer einen Grundanspruch auf mindestens 20 Tage Urlaub im Jahr. Dies ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl an Urlaubstagen, in den meisten Fällen werden jedoch 30 Tage Urlaub gewährt. Der Urlaubsanspruch beginnt nach einer Wartezeit von einem halben Jahr – diese Regelung dient dem Schutz von Arbeitgebern. Natürlich kann ein Angestellter auch innerhalb des ersten Jahres seiner Beschäftigung Urlaub nehmen, nur eben nicht den gesamten Jahresurlaub.

 

Ende von Urlaubsansprüchen

Mit Ablauf eines Kalenderjahres endet auch der Urlaubsanspruch für das laufende Jahr. Das bedeutet jedoch nicht, dass die nicht genommenen Urlaubstage automatisch verfallen. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, sich rechtzeitig beim Arbeitnehmer zu melden und ihn auf die übrigen Urlaubstage hinzuweisen. In Ausnahmefällen ist eine Mitnahme von Urlaubstagen in das nächste Jahr möglich. Die Regelungen unterscheiden sich hier von Arbeitsvertrag zu Arbeitsvertrag.

 

Urlaubsanspruch bei Krankheit

Der Grund, weshalb der Gesetzgeber einen verpflichtenden Anteil von Urlaubstagen im Jahr vorsieht, ist die Gesunderhaltung des Arbeitnehmers. Im Urlaub sollen Sie sich erholen und vom Arbeitsalltag abschalten. Ständige Erreichbarkeit, das Überprüfen von E-Mails oder dienstliche Telefonate halten Sie von dieser Erholung ebenso ab, wie eine Krankheit, die Sie in den Urlaubstagen ereilt.
Da Sie sich durch diese Krankheit nicht so erholen können, wie es der Gesetzgeber vorsieht, können Sie sich auch im Urlaub krank melden. Bei Vorlage eines Ärztlichen Attests wird Ihr Arbeitgeber Ihnen die ausgefallenen Urlaubstage wieder gutschreiben.

 

Auszahlung von Urlaubstagen

Grundsätzlich dient der Urlaub der Erholung und soll demnach nicht ausgezahlt werden. Sprechen aber wichtige Belange dagegen Urlaub zu nehmen (etwa verpflichtende Einarbeitungszeit für Nachfolger), können Sie eine Auszahlung beantragen, hier spricht man von einer Urlaubsabgeltung.

Die Berechnung Ihrer Ansprüche erfolgt aus Ihren Arbeitstagen im Zusammenhang mit der Arbeit der letzten 13 Wochen. Weitere Informationen zur Urlaubsabgeltung finden Sie hier auf der Seite der IHK und bei Finanztip.

 

Verbleibender Urlaubsanspruch nach Kündigung – Szenarien

Im Folgenden haben wir Ihnen drei Szenarien aufgezeichnet, bei denen es um die Nutzung von Resturlaubstagen nach einer Kündigung geht.

 

Resturlaub nach Kündigung – Neuer Job bereits in Aussicht

Sie haben gekündigt oder Ihr Vertrag läuft aus. Ein neuer Arbeitgeber ist jedoch bereits gefunden und der Wechsel ist steht bevor. In diesem Fall steht Ihnen natürlich Ihr vertraglich festgelegter Urlaub zu.
Der entstehende Urlaubsanspruch berechnet sich in diesem Fall danach, zu welchem Termin Sie Ihren Arbeitgeber wechseln.

 

Wechsel in der ersten Jahreshälfte

Wechseln Sie innerhalb des ersten Halbjahres Ihren Arbeitgeber, haben Sie sowohl beim alten als auch beim neuen Arbeitgeber einen Anspruch auf Urlaub.
Dieser Anspruch berechnet sich ganz einfach: Für jeden Monat, den Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber arbeiten, erhalten Sie ein Zwölftel Ihres Urlaubsanspruchs. Arbeiten Sie also vier Monate bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber teilen Sie Ihren vertragliche festgelegten Urlaubsanspruch durch 12 und multiplizieren dieses Ergebnis mit 4 – das ist Ihr bestehender Anspruch.
Den Resturlaub des Jahres können Sie dann bei Ihrem neuen Arbeitgeber geltend machen.

 

Wechsel in der zweiten Jahreshälfte

Steht ihr Wechsel im zweiten Halbjahr an, haben Sie gute Karten: Ihnen steht der gesamte Urlaubsanspruch des Jahres zu. Wichtig ist, dass Sie sich den genommen Urlaub bestätigen lassen, denn Ihr neuer Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen den ausstehenden Urlaub zu gewähren.
Übrigens: Ihr Urlaubsanspruch steigt durch einen Arbeitgeberwechsel nicht automatisch. Nehmen Sie Ihren gesamten Urlaub bereits im alten Job, entsteht nicht automatisch ein neuer Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber! Hier ist es wichtig, auf die jeweiligen Vertragsklauseln zu achten.

 

Resturlaub nach Kündigung durch den Arbeitgeber

Ihr Arbeitgeber hat Ihnen gekündigt und Sie haben noch Urlaubsansprüche im laufenden Jahr?
Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber vor, dass entstandene Urlaubsansprüche vom Arbeitnehmer genommen werden müssen – solang dies zeitlich möglich ist. Diese Regelung ergibt sich aus §7 BUrlG.
Ist es Ihnen nicht möglich, den gesamten Urlaub zu nehmen, kommt eine Urlaubsabgeltung in Betracht.
Besonderheiten ergeben sich bei einer fristlosen Kündigung: Hier kann der der Arbeitnehmer regelmäßig nicht seinen gesamten Urlaub nehmen. Damit dem Entlassenen jedoch keine weiteren Nachteile entstehen, ist der Restanspruch durch den Arbeitgeber abzugelten.

Sollte eine fristlose Kündigung nicht wirksam sein, kann der Arbeitgeber eine so genannte Freistellung anstrengen. Hierbei wird die fristgerechte Kündigung ausgesprochen und der Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt. In dieser Zeit kann der Arbeitgeber die verbleibenden Urlaubstage ansetzen – das ist jedoch nur möglich, wenn der Arbeitgeber die entstehenden Urlaubsentgelte auszahlt.

 

Resturlaub nach Kündigung des Arbeitnehmers

Sie haben einen neuen Job in Aussicht oder möchten Ihren aktuellen Arbeitgeber aus einem anderen Grund verlassen und haben noch ausstehenden Urlaubsanspruch? In diesem Fall ist es ebenfalls für den Arbeitgeber vorgeschrieben, Ihnen den Urlaubsanspruch zu gewähren – die Regelungen unterscheiden nicht danach, von welcher Seite die Kündigung ausgesprochen wurde.

 

Urlaubsanspruch nach Kündigung – Fazit

Nach einer Kündigung besteht Ihr Anspruch auf Urlaub fort, es ist auch egal, von welcher Seite die Kündigung ausgeht.
Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich grundsätzlich nach dem Zeitpunkt der Kündigung, entstandene Ansprüche, die nicht geltend gemacht werden können, müssen mittels einer Urlaubsabgeltung abgerechnet werden.

Wir hoffen, dass Sie in unserem Ratgeber alle Informationen zu Ihren Urlaubsansprüchen gefunden haben und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre weitere Karriere!

Arbeitslos, aber schon neuen Job – muss ich mich dennoch arbeitslos melden?

Sie haben Ihren aktuellen Job zwar verloren, aber schon jetzt einen neuen Arbeitgeber gefunden, bei dem Sie einsteigen können?In welchen Situationen Sie sich dennoch arbeitslos melden müssen und welche weiteren Besonderheiten es außerdem zu bedenken gibt, haben wir Ihnen in diesem Artikel zusammengestellt.Im letzten Teil des Artikels finden Sie einige Beispiele, anhand derer wir die Möglichkeiten praktisch darstellen wollen.
Im nächsten Teil werden einige Grundsätze dargestellt, die den Zusammenhang von Arbeitgeber, Sozialabgaben und Steuern betreffen.

 

Grundsätze

Wer ist zuständig?

Für alle Fragen rund um die Themen Arbeitslosigkeit, Arbeitssuche, Sozialleistungen und Umschulung sind die Zweigstellen der Bundesagentur für Arbeit zuständig.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Sie bei der Suche nach neuen Tätigkeiten, dem Beantragen von Leistungen und auch bei der Neuanmeldungen einer Beschäftigung.
Sie finden die für Sie zuständige Zweigstelle auf der offiziellen Homepage der Bundesagentur.

 

Wer muss sich melden?

Im Grundsatz müssen sich alle Personen melden, die aktuell kein eigenes Einkommen erwirtschaften und auf Unterstützungen vom Staat angewiesen sind. Die Ermittlung des Ihnen zustehenden Arbeitslosengeldes oder sonstigen Leistungen übernimmt, wie oben dargestellt, die Bundesagentur für Arbeit.

 

Wann muss eine Arbeitslosigkeit gemeldet werden?

Eine bevorstehende Erwerbslosigkeit muss der Bundesagentur für Arbeit schnellstmöglich mitgeteilt werden, also schon bei Bekanntwerden der Kündigung. Sollten Sie einen Arbeitsvertrag haben, der zeitlich befristet ist, gilt der Fristablauf für Sie als Stichtag.
Im Grundsatz sollte die bevorstehende Erwerbslosigkeit schnellstmöglich, also nach der ersten Information, an die Bundesagentur gemeldet werden, um eine drohende Versorgungslücke möglichst schnell zu schließen, bzw. garnicht erst aufkommen zu lassen.

 

Wie muss die Mitteilung erfolgen?

Sie müssen die erste Mitteilung einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit nicht persönlich machen, es reicht sich telefonisch bei der Bundesagentur zu melden oder die Meldung online durchzuführen. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der Arbeitsagentur.

 

Welche Leistungen sind betroffen?

Bei der Meldung einer Erwerbslosigkeit geht es vor allem darum, etwaige Versorgungslücken zu verhindern.
Betroffen sind alle Sozialleistungen, die bei einem ausgelaufenen Arbeitsvertrag wegfallen – also alle Arbeitgeberanteile zu Kranken-, Renten-, und Sozialversicherung. Insbesondere bei der Krankenversicherungen ist es kritisch, wenn Sie sich nicht schnell um eine Nachbesserung kümmern. Zwar übernehmen die Kassen eine so genannte Übergangsfrist, diese läuft jedoch lediglich einen Monat – danach sind Sie nicht mehr versichert!

 

Arbeitslos und neuer Job in Aussicht – Szenarien

Wie bereits erläutert dient das Melden bei der Bundesagentur nicht etwa einer schlichten Registration von arbeitslosen Menschen, sondern schließt eventuelle Versorgungslücken. Dies ist auch wichtig für die persönliche Altersvorsorge, denn eine lückenlose Versorgung ist auch für eine spätere Rentenberechnung ausschlaggebend!

Wir haben Ihnen im Folgenden drei Szenarien dargestellt, die das unterschiedliche Vorgehen darstellen.

 

Aktuell arbeitslos und neuer Job in Aussicht

Sie sind aktuell ohne Arbeit und haben sich auf eine neue Stelle beworben und sich gegen Ihre Konkurrenten durchgesetzt? Herzlichen Glückwunsch! Nun gilt es, sich bei der Bundesagentur zu melden und das Ende Ihrer Erwerbslosigkeit mitzuteilen. Die neue Anmeldung bei der Rentenkasse und für weitere Sozialabgaben ist nun Ihr neuer Arbeitgeber verantwortlich.
Die Bundesagentur für Arbeit ist ab Beginn Ihrer neuen Tätigkeit grundsätzlich nicht mehr für Sie zuständig.

 

Im Job befindlich, aber gekündigt – neuer Job in Aussicht

Sie befinden sich aktuell in einem Arbeitsverhältnis, doch Ihr Vertrag läuft auf Grund von Kündigung oder Fristablauf ab. Eine neue Tätigkeit ist bereits in Aussicht, doch der Beginn der Tätigkeit liegt in der Zukunft, Sie müssen eine gewisse Zeit überbrücken.
In diesem Fall ist es dringend notwendig, dass Sie der Bundesagentur für Arbeit mitteilen, zu welchem Datum Sie erwerbslos sind und ab wann Ihre neue Tätigkeit beginnt. Die dazwischen liegende Zeit wird dann von der Bundesagentur überbrückt und es wird berechnet, welchen Leistungsanspruch Sie für die Zeit „zwischen den Jobs“ haben.

Ganz wichtig: Auch eine Lücke von nur wenigen Tagen (auch ein Wochenende reicht!) kann sich auf die Versorgung auswirken und muss dementsprechend an die Bundesagentur gemeldet werden!

 

Arbeitsvertrag beendet, doch die neue Stelle beginnt ab sofort

Sie befinden sich aktuell in einem bestehenden Arbeitsverhältnis und haben gekündigt bzw. Ihr Vertrag läuft aus. Der nächste Arbeitgeber wartet jedoch schon und übernimmt Sie direkt im Anschluss? Dann haben Sie Glück und müssen sich um nichts weiter kümmern, denn Ihr neuer Arbeitgeber wird die Ummeldung für die Sozialabgaben selbst übernehmen.

Ganz wichtig: Zwischen Ende des ersten Vertrages und Beginn des darauffolgenden Vertrages darf kein weiterer Tag liegen – beachten Sie insbesondere auch Wochenenden oder Feiertage!

 

Fazit

Abschließend lässt sich also folgender Ablauf festhalten: Nur wenn Sie sich aktuell in einem Job befinden, der zu einem festen Datum beendet werden soll und Ihr nachfolgender Arbeitsvertrag exakt am darauffolgenden Tag beginnt, sich die neue Arbeit also lückenlos anschliesst, müssen Sie sich nicht arbeitslos melden.
In allen anderen Situationen ist es zur Vermeidung von Versorgungslücken unbedingt geraten, sich bei der Bundesagentur für Arbeit zu melden, entweder persönlich oder per Telefon oder online.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Text eine Übersicht zur aktuellen Situationen gegeben zu haben und wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem neuen Job!

Eignungstest für die Umschulung nicht bestanden – was nun?

Die Nutzung eines Bildungsgutscheins, der zur Finanzierung von Umschulungen genutzt werden kann, setzt häufig das Bestehen eines eingehenden berufspsychologischen Eignungstests voraus. Dieser wird vom psychologischen Dienst im Auftrag der Arbeitsagentur durchgeführt. Zielgruppen des Tests sind Personen, die eine Weiterbildungsmaßnahme über die Arbeitsagentur finanzieren wollen. Der Test dient dem Zweck, die Testperson näher kennenzulernen und ihre Eignung für einen bestimmten Beruf aus menschlicher und fachlicher Sicht zu beurteilen. In der Folge sollen vorzeitige Abbrüche vermieden und damit Zeit und Geld – sowohl für die Teilnehmer als auch für die Arbeitsagentur – gespart werden. Es wird getestet, ob der Teilnehmer über die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, um im angestrebten Beruf zu bestehen, und ob persönliche Interessen und Ziele sich mit dem gewünschten Beruf decken. Auf Basis des Tests wird ein Gutachten erstellt, das darüber entscheidet, ob die Person für die Umschulung in Frage kommt oder nicht.

Der psychologische Test besteht aus persönlichen Gesprächen mit ausgebildeten Psychologen und einem schriftlichen Teil. Sie bearbeiten verschiedene Aufgaben und beantworten Fragen, wobei Fragestellungen und Aufgaben variieren je nachdem um welche Umschulungsmaßnahme es geht. Der Test wird meist computergestützt durchgeführt, das heißt, Sie bearbeiten die Aufgaben am Computer, sie können aber auch handschriftlich erfolgen. Außerdem werden die Tests meist in der Gruppe durchgeführt. Die Themenbereiche sind sehr breit gefächert.

Ein wichtiger Teil des theoretischen Testteils sind Aufgaben, die den sicheren Umgang mit der deutschen Sprache betreffen. Wesentliches Element dieses Testteils sind Fragen zu korrekter Grammatik und Rechtschreibung. Es kann auch nötig werden, ein Diktat oder einen kurzen Aufsatz zu schreiben. Vorbereiten können Sie sich hierauf zum Beispiel, indem Sie die neuen Rechtschreibregeln wiederholen.

Neben den Textaufgaben besteht der Test aus einem Mathematikteil, der sich schwerpunktmäßig mit den Grundrechenarten sowie der Prozent- und Bruchrechnung beschäftigt. Auch Textaufgaben und Dreisatz können eine Rolle spielen. Das Ziel dieses Testteils ist es, Ihr räumliches Vorstellungsvermögen, Ihre Konzentrationsfähigkeit und Ihr logisches Denkvermögen zu prüfen. So kann von Ihnen erwartet werden, logische Schlussfolgerungen zu ziehen, Zahlenreihen fortzusetzen oder Matrizen richtig zuzuordnen.

Ein weiterer Teil des Tests sind Fragen zur Allgemeinbildung. Hier können allgemeine Themen wie Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur abgefragt werden, aber auch Fachwissen. Für die Vorbereitung sollten Sie sich also mit den Grundbegriffen der von Ihnen angestrebten Tätigkeit vertraut machen.

Es geht also darum, Ihre Fähigkeiten zum logischen Denken, Ihr Vorstellungsvermögen und Ihre Rechen- und Schreibfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Eine weitere psychologische Komponente erhält der Test, weil er unter Zeitdruck absolviert werden muss.

Der praktische Teil des Tests besteht aus einem Einzelgespräch mit einem Psychologen der Arbeitsagentur. Hier geht es um das persönliche Kennenlernen des Teilnehmers und seine Motivation für die Berufswahl beziehungsweise die Gründe für sein Interesse für die betreffende Umschulungsmaßnahme. Auf Fragen nach persönlichen Interessen und Vorlieben sollte man sich also vorbereiten.

Einige Testverfahren beinhalten Gruppenaufgaben, das heißt, Kompetenzen wie Durchsetzungsfähigkeit, Teamfähigkeit mündliche Ausdrucksfähigkeit werden im Rahmen einer Gruppenübung überprüft. Hier wird entweder eine Diskussion über ein bestimmtes Thema angeregt oder es wird eine Aufgabe gestellt, die die Gruppe gemeinsam lösen muss. Wichtig ist hier, aktiv zu sein und sich zu beteiligen, sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen und auch andere zu Wort kommen zu lassen.

 

So können Sie sich auf den Test vorbereiten

Da es sich – zumindest größtenteils – nicht um einen Wissenstest handelt, ist das Erlernen beziehungsweise Auswendiglernen bestimmter Wissensgebiete oder Themen zur Vorbereitung auf den Test nur begrenzt sinnvoll. Dennoch kann es hilfreich sein zu wissen, was auf Sie zukommt. Viele Internetseiten bieten das kostenlose Üben von Eignungstests an, die in Aufgabenstellung und Umfang dem Test der Arbeitsagentur ähneln. Dieses von der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellte Dokument, das neben allgemeinen Tipps auch konkrete Fragestellungen enthält, kann bei der Vorbereitung helfen.

 

Durchgefallen – und jetzt?

Nachdem Sie am Test teilgenommen haben, erstellt der psychologische Dienst ein Gutachten, das der Arbeitsagentur vorgelegt wird. Ergibt der psychologische Eignungstest ein positives Ergebnis, erhalten Sie einen Bildungsgutschein, was bedeutet, dass die Kosten für Ihre Umschulung von der Arbeitsagentur übernommen werden.

Es kann viele Gründe für das Nichtbestehen des Einstufungtests geben. So gibt es Menschen, die mit dem Zeitdruck, der während des Tests durchaus vorhanden ist, nicht gut zurechtkommen. Das führt häufig dazu, dass Aufgabenstellungen nicht sorgfältig genug gelesen und daher nicht korrekt bearbeitet werden oder dass Teilnehmer sich zu lange mit Aufgaben aufhalten, die sie nicht auf Anhieb lösen können.

Wichtig ist: Sollten Sie den Test nicht bestanden haben, geben Sie nicht auf. Machen Sie sich bewusst, dass das Testergebnis nicht so sehr ein Spiegel Ihrer persönlichen Fähigkeiten ist, sondern lediglich eine Einschätzung Ihrer Eignung für die jeweilige Umschulung. Das heißt also auch, dass Sie für andere Berufe und Umschulungsmaßnahmen durchaus geeignet sein können und die Testergebnisse dafür ganz anders ausfallen könnten. Sie sollten die Chance wahrnehmen, Ihre weiteren Schritte und Möglichkeiten mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter zu besprechen.

Umschulung oder Rente? Voraussetzungen + Pro&Contra

Eine berufliche Umschulung kann nötig werden und sinnvoll sein, wenn gesundheitliche oder altersbezogene Beschwerden auftreten und an der Ausübung des bisherigen Berufs hindern. Viele Arbeitnehmer wollen sich nicht mit einer Berufsunfähigkeit zufrieden geben und streben daher eine Umschulungsmaßnahme an.
Insbesondere bei körperlich sehr belastenden Tätigkeiten kann eine Umschulung helfen, in ein anderes, körperlich weniger anstrengendes Berufsfeld zu wechseln. Umschulungen werden dann durchgeführt, wenn entweder Arbeitslosigkeit droht oder schon eingetreten ist oder aber physische oder psychische Einschränkungen vorliegen. Sie bietet Arbeitnehmern die Möglichkeit, eine neue Tätigkeit von Grund auf zu erlernen und neue berufliche Wege zu gehen. Doch der Beginn einer Umschulung will wohlüberlegt sein und nicht immer ist eine berufliche Weiterbildung die Lösung für das persönliche Problem.

Insbesondere wenn der Grund für die Neuorientierung körperliche Beeinträchtigungen sind, die eine erneute Arbeitsaufnahme unmöglich machen, bietet es sich an, statt einer Umschulung eine Rente anzutreten. Hierfür müssen Ihrerseits allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die vor dem Rentenversicherungsträger nachgewiesen werden müssen, denn dieser finanziert die Förderung der Maßnahme. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass eine weitere Ausübung des bisherigen Berufes nicht mehr möglich ist. Die Rentenversicherung übernimmt die Kosten für sogenannte Rehabilitationsmaßnahmen. Dem Arbeitnehmer steht damit für zwei Jahre die Finanzierung der Umschulung und zugleich die Zahlung eines Unterhalts zu.

 

Was spricht für Rente und was dagegen?

Nicht immer lassen sich körperliche Probleme durch die Umschulung zu einem weniger anspruchsvollen Beruf beseitigen. Hier kann die Rente eine sinnvolle Alternative sein.
Die Einstufung der Rente hängt dabei vom Alter der beantragenden Person ab. Sind Sie noch relativ jung, kann es sich um eine Frühpension handeln, die dementsprechend niedriger ausfällt.

Stattdessen kann bei vorliegender Berufsunfähigkeit aber auch eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Diese erhalten Sie dann, wenn Sie aufgrund einer Erwerbsminderung gar nicht mehr oder nur stundenweise arbeiten können und deshalb finanziellen Schaden davontragen. Die Bewilligung einer solchen Rente ist von der Erfüllung gewisser Bedingungen abhängig. Beispielsweise dürfen Sie die Altersgrenze noch nicht erreicht haben, zu der Sie die normale Alterspension beziehen könnten. Außerdem wird vor Auszahlung überprüft, ob eine sogenannte berufliche Rehabilitation Sinn machen könnte – hierunter fiele auch eine Umschulungsmaßnahme. Wird diese Möglichkeit ausgeschlossen, bleibt weiterhin festzustellen, wie viele Stunden sie möglicherweise noch arbeitsfähig sein. Wenn eine weitere Berufstätigkeit komplett ausgeschlossen wurde – Bedingung hierfür ist eine Beeinträchtigung in dem Maße, dass Sie nur noch weniger als sechs Stunden am Tag arbeitsfähig sind –, können Sie die Rente in voller Höhe beziehen.

Für die Bewilligung der Rente ist eine weitere Voraussetzung unerlässlich: In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens drei Jahre lang Beiträge gezahlt worden sein. Außerdem muss eine Wartezeit von fünf Jahren vorliegen. Weitere Informationen zum Thema, zu Beitragszeiten und Wartezeit finden Sie hier.

Was sind die umschulungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagentur?

Was sind umschulungsbegleitende Hilfen?

Wenn Sie den Plan verfolgen, eine Umschulung zu absolvieren, kann die Agentur für Arbeit gegebenenfalls zum wichtigen Partner werden. Eine Umschulung stellt eine Form der beruflichen Weiterbildung dar. Die Kosten, die im Rahmen einer solchen Weiterbildung anfallen, können durch die Bewilligung eines Bildungsgutscheins durch die Arbeitsagentur übernommen werden.

Da es sich bei der Förderung von Umschulungen und umschulungsbegleitende Hilfen um sogenannte „Kann-Leistungen“ handelt, ist das Arbeitsamt gesetzlich nicht verpflichtet, die Finanzierung der Maßnahmen zu übernehmen. Es besteht also kein Anspruch auf eine Förderung und die Entscheidung hängt immer vom jeweiligen Sachbearbeiter ab.
Die Entscheidung des Sachbearbeiters über Bewilligung oder Ablehnung wiederum ist an Kriterien gebunden, die die Sozialgerichte der Bundesländer vorgeben. Bei diesen Kriterien handelt es sich um die Eignung der Umschulung für den Antragsteller, die Erhöhung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die aktuelle und zukünftige Nachfrage nach dem Umschulungsberuf.

 

Wie beantrage ich umschulungsbegleitende Hilfen?

Vor der Bewilligung der finanziellen Förderung steht als erster Schritt immer die Beantragung und vorherige Beratung im für Sie zuständigen Arbeitsamt. Da das Ermessen und die Entscheidung über Bewilligung oder Ablehnung beim jeweiligen Arbeitsberater liegt, sollten Sie sich bereits vorab gut überlegen, welche Argumente Sie für die Notwendigkeit der Umschulung anbringen wollen. Hierbei kann es hilfreich sein, sich die genauen Kriterien für die Bewilligung einer Kostenübernahme vor Augen zu halten und zu prüfen, inwieweit Ihre Gründe für die Umschulung mit ihnen übereinstimmen.

Nach dem Beratungsgespräch muss ein formeller Antrag auf Förderung der Umschulung gestellt werden. Auch hierbei hilft der Berater der Arbeitsagentur.

Die größte Chance auf Bewilligung Ihres Antrags haben Sie, wenn Sie sich für eine Umschulung interessieren, die auf einen Beruf vorbereitet, nach dem eine hohe Nachfrage besteht. Außerdem sollten Sie sich klar machen, dass nur eine geringe Chance auf Bewilligung besteht, wenn Sie bereits in einem Beruf arbeiten beziehungsweise eine Ausbildung in einem Bereich absolviert haben, für den die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gut sind. Wenn Sie aber zum Beispiel nach der Ausbildung oder allgemein über einen längeren Zeitraum hinweg nicht berufstätig waren und dementsprechend Ihre Chancen auf eine neue Anstellung im alten Beruf gering sind, besteht trotzdem die Möglichkeit einer Förderung.

 

Welche Arten der Förderung gibt es?

Im Falle der Bewilligung einer finanziellen Förderung durch das Arbeitsamt werden alle anfallenden Kosten abgedeckt. Die Finanzierung läuft meist über einen Bildungsgutschein, der nur für eine bestimmte Dauer gültig ist und innerhalb dieser Frist eingelöst werden muss. Auf dem Bildungsgutschein werden das Bildungsziel, die Dauer der Maßnahme und der regionale Geltungsbereich festgehalten.
Neben dem Bildungsgutschein kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Weiterbildungsprämie gezahlt werden. Dafür muss die Ausbildungsdauer mindestens zwei Jahre betragen. Die Prämie für das Bestehen einer Zwischenprüfung bei einer Kammer – einer Industrie- oder Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer – beträgt 1000 Euro. Für das erfolgreiche Ablegen der Abschlussprüfung einer Umschulung gibt es sogar 1500 Euro. Für den Erhalt der Prämien ist der Nachweis des erfolgreichen Bestehens der Prüfungen bei der Arbeitsagentur nötig, etwa in Form von Zeugnissen.

 

Lehrgangskosten

Fallen im Rahmen der Umschulung beispielsweise Lehrgangsgebühren an – was dann der Fall ist, wenn die Umschulung an einer Berufsfachschule oder einem Bildungsinstitut absolviert wird -, werden diese durch den Bildungsgutschein finanziert.

 

Fahrt- und Unterbringungskosten

Darüber hinaus gibt es einen Anspruch auf Fahrtkostenübernahme; das bedeutet, wenn Kosten für die tägliche Anfahrt zur Ausbildungsstätte anfallen, werden diese übernommen. Auch wenn es notwendig ist, den Wohnort zu wechseln, weil die Bildungseinrichtung für das tägliche Pendeln zu weit vom Heimatort entfernt ist, übernimmt die Agentur für Arbeit einmalig die Kosten für die Anfahrt, die Kosten für die Heimfahrt und außerdem einmal im Monat die Fahrt zum vorherigen Wohnort. Maximal 340 Euro monatlich werden für eine auswärtige Unterkunft gezahlt und darüber hinaus 136 Euro im Monat für die persönliche Verpflegung.

 

Kosten für Kinderbetreuung

Das Arbeitsamt bietet eine Förderung für die Kinderbetreuung für Umschulungsteilnehmer mit Kindern an. Zweck ist es, Ausfälle zu verhindern und eine regelmäßige Teilnahme am Lehrgang sicherzustellen. Pro Kind werden monatlich 130 Euro gezahlt.

 

Sicherung des Lebensunterhalts

Die meisten Umschulungsmaßnahmen finden als Vollzeitausbildung statt, das heißt, sie können nicht berufsbegleitend absolviert werden. Aufgrunddessen fällt es Umschülern oft schwer, selbstständig für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Die Arbeitsagentur zahlt daher für die Dauer der Umschulung weiter das Arbeitslosengeld I und II.

Für die Auszahlung des Arbeitslosengelds während der Durchführung einer Umschulungsmaßnahme gelten einige Sonderregeln:
Nehmen Sie an einer Umschulung teil, wird Ihnen nur die Hälfte der tatsächlichen Zeit des Bezugszeitraums für das Arbeitslosengeld abgezogen. Schreitet der Bezugszeitraum dem Ende zu, existiert darüber hinaus ein Restanspruch von 30 Tagen, das bedeutet, Sie haben nach Abschluss der Maßnahme einen Monat Zeit, um im neuen Beruf eine Arbeitsstelle zu finden. Dies soll dafür sorgen, dass Sie finanziell abgesichert sind, wenn Sie nicht direkt im Anschluss an die Umschulung eine Stelle finden.

Auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit werden umfangreiche Informationen rund um Umschulung und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt.

Was ist eine Umschulung eigentlich genau?

Umschulungen sind spezielle Formen der beruflichen Weiterbildung, das heißt Maßnahmen, die dazu angelegt sind, Arbeitnehmer zur Durchführung einer neuen beruflichen Tätigkeit zu befähigen. Möchten Sie eine Umschulung absolvieren, streben Sie gleichzeitig eine berufliche Neuerung an.
Umschulungsmaßnahmen dürfen nur von Bildungsträgern angeboten werden, die die Maßnahmen zuvor der zuständigen Industrie- und Handelskammer gemeldet haben und als Umschulungsstätte für geeignet befunden wurden. Die Anforderungen, die an den Träger gestellt werden und die unter anderem die inhaltliche Ausgestaltung der Maßnahmen betreffen, sind im Berufsbildungsgesetz definiert.

Umschulungen lassen sich recht klar von sogenannten Fort- oder Weiterbildungen abgrenzen. In diesen geht es um den Ausbau von schon vorhandenen Qualifikationen beziehungsbau von Fähigkeiten, die für den aktuellen Beruf notwendig sind oder wichtig werden können. Mit einer Umschulung hingegen soll die Grundlage für eine gänzlich neue Tätigkeit gelegt werden, die mit der bisherigen Arbeit nicht zusammenhängen muss.

Das Ende einer Umschulung ist markiert durch den Erwerb eines anerkannten Ausbildungsabschlusses, zum Beispiel einer erfolgreich abgelegten Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder das Bestehen einer Gesellenprüfung beziehungsweise das Anfertigen eines Gesellenstücks. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass Weiterbildungen, die nicht in einem solchen Abschluss enden, offiziell nicht als Umschulungen bezeichnet werden dürfen.

Ziel aller Umschulungen soll es sein, die berufliche Mobilität und Flexibilität von Menschen zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Sie werden angeboten für Menschen, die entweder arbeitslos sind und mit den Fähigkeiten, die sie besitzen, keine neue Stelle finden, oder aber Menschen, die von Arbeitslosigkeit, zum Beispiel aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen, bedroht sind. Die Gründe für eine Umschulung können demnach vielfältig sein. Zum einen kann der Bedarf an Umschulungen zunehmen, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in einem bestimmten Berufszweig zurückgeht oder ein bestimmtes Berufsfeld schnellen technischen Änderungen unterlegen ist. Zum anderen ist eine Umschulung eine gute Möglichkeit der Weiter- beziehungsweise Umqualifizierung für Menschen, die ihren bisherigen Beruf aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben können. Dies kann etwa bei handwerklichen Berufen der Fall sein, denen mit bestimmten körperlichen Einschränkungen nicht mehr nachgegangen werden kann. Oft ist hier eine Umschulung der einzige Weg aus der Arbeitslosigkeit.

Ein weiterer Grund kann auch Nichteignung für das aktuelle Berufsfeld aufgrund intellektueller Schwächen oder psychologischer Probleme wie Burn out sein.

 

Voraussetzung für die Finanzierung der Umschulung

Die Kosten für eine Umschulung sind häufig hoch, sie können aber unter bestimmten Umständen von verschiedenen Seiten übernommen werden. So fördert die Agentur für Arbeit Umschulungen für Arbeitgeber, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, aber auch andere Leistungsträger wie die gesetzliche Rentenversicherung, Unfallversicherungen oder Berufsgenossenschaften können unter bestimmten Umständen einspringen.
Für eine Übernahme der Kosten müssen folgende grundsätzliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Antragsteller hat bereits eine erste Ausbildung – egal, ob erfolgreich abgeschlossen oder abgebrochen – beendet
  • Der Antragsteller kann im erlernten Beruf aus persönlichen Gründen oder aber aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr arbeiten oder es ist absehbar, dass dies bald nicht mehr möglich sein wird. Persönliche Gründe können zum Beispiel emotionale oder körperliche Beeinträchtigungen als Folge eines Unfalls sein.
  • Der Beruf, zu dem Sie sich umschulen lassen möchten, muss geeignet sein, vorhandene oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

 

Formen und Ablauf von Umschulungen

Umschulungen lassen sich als verkürzte Ausbildungen beschreiben. Die Ausbildungsdauer ist üblicherweise kürzer als die einer regulären Ausbildung und beträgt meist zwei Jahre.
Während in Umschulungen das Wissen vermittelt wird, das auch Erstauszubildende erlernen, ist die Umschulung trotzdem strikt von der herkömmlichen Ausbildung abzugrenzen. Umschüler haben in den meisten Fällen bereits erste Abschlüsse und Qualifikationen, es handelt sich bei einer Umschulung also um eine zweite (oder auch dritte) Berufsausbildung. In Ausnahmefällen kann eine Umschulung aufgenommen werden ohne dass eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Krankheit oder ein Unfall können Gründe dafür sein, dass ein Auszubildender daran gehindert ist, seine Ausbildung abzuschließen. In diesem Fall kann der Auszubildende die Ausbildung beenden und eine neue beginnen, die dann eine Umschulung darstellt.

Man unterscheidet zwischen betrieblichen, schulischen und überbetrieblichen Umschulungen. Für welche Form der Umschulung Sie sich entscheiden, hängt auch davon ab, welchen Anbieter Sie bevorzugen. In Frage kommen Betriebe der freien Wirtschaft, Berufsschulen oder Berufsfachschulen sowie private oder öffentliche Bildungsinstitute.

Die betriebliche Umschulung erfolgt in einem Ausbildungsbetrieb im dualen System. Neben der Tätigkeit im Betrieb, während der sie die praktischen Seiten des Berufsbilds kennenlernen, besuchen Sie die Berufsschule, die den theoretischen Teil der Ausbildung sicherstellt. Für Sie als Teilnehmer ist die betriebliche Form der Umschulung auch die kostengünstigste Variante. Da Sie genau wie ein normaler Auszubildender in einem Lehrbetrieb ausgebildet werden und nur nebenbei die Berufsschule besuchen, erhalten Sie nämlich ein fest geregeltes Ausbildungsgehalt, von dem Sie während der Umschulungszeit leben können. Reicht das Gehalt zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus, können Leistungen der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Die schulische Form der Umschulung erfolgt direkt an einer Berufsfachschule. Praktische Kenntnisse werden durch ergänzende Praktika außerhalb der Schule vermittelt. Streben Sie diese Form der Umschulung an, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie keine Vergütung erhalten und das häufig anfallende Schulgeld selbst bezahlen oder aber über eine Kostenübernahme durch dritte Stellen finanzieren müssen.

Auch für Umschulungen bei überbetrieblichen Trägern, also privaten sowie öffentlichen Bildungsinstituten wie Berufsförderungswerken oder den Instituten für Berufliche Bildung, fallen Kosten an. Der Träger übernimmt die Rolle des Ausbildungsbetriebs; praktische Kenntnisse werden in Übungswerkstätten vermittelt. Meist sind auch Praktika Teil der Ausbildung.

Die richtige Umschulung finden

Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf ihrem „Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung“ in einer zentralen Datenbank einen Überblick über geförderte Maßnahmen.