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Was ist eine Umschulung eigentlich genau?

Umschulungen sind spezielle Formen der beruflichen Weiterbildung, das heißt Maßnahmen, die dazu angelegt sind, Arbeitnehmer zur Durchführung einer neuen beruflichen Tätigkeit zu befähigen. Möchten Sie eine Umschulung absolvieren, streben Sie gleichzeitig eine berufliche Neuerung an.
Umschulungsmaßnahmen dürfen nur von Bildungsträgern angeboten werden, die die Maßnahmen zuvor der zuständigen Industrie- und Handelskammer gemeldet haben und als Umschulungsstätte für geeignet befunden wurden. Die Anforderungen, die an den Träger gestellt werden und die unter anderem die inhaltliche Ausgestaltung der Maßnahmen betreffen, sind im Berufsbildungsgesetz definiert.

Umschulungen lassen sich recht klar von sogenannten Fort- oder Weiterbildungen abgrenzen. In diesen geht es um den Ausbau von schon vorhandenen Qualifikationen beziehungsbau von Fähigkeiten, die für den aktuellen Beruf notwendig sind oder wichtig werden können. Mit einer Umschulung hingegen soll die Grundlage für eine gänzlich neue Tätigkeit gelegt werden, die mit der bisherigen Arbeit nicht zusammenhängen muss.

Das Ende einer Umschulung ist markiert durch den Erwerb eines anerkannten Ausbildungsabschlusses, zum Beispiel einer erfolgreich abgelegten Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder das Bestehen einer Gesellenprüfung beziehungsweise das Anfertigen eines Gesellenstücks. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass Weiterbildungen, die nicht in einem solchen Abschluss enden, offiziell nicht als Umschulungen bezeichnet werden dürfen.

Ziel aller Umschulungen soll es sein, die berufliche Mobilität und Flexibilität von Menschen zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Sie werden angeboten für Menschen, die entweder arbeitslos sind und mit den Fähigkeiten, die sie besitzen, keine neue Stelle finden, oder aber Menschen, die von Arbeitslosigkeit, zum Beispiel aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen, bedroht sind. Die Gründe für eine Umschulung können demnach vielfältig sein. Zum einen kann der Bedarf an Umschulungen zunehmen, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in einem bestimmten Berufszweig zurückgeht oder ein bestimmtes Berufsfeld schnellen technischen Änderungen unterlegen ist. Zum anderen ist eine Umschulung eine gute Möglichkeit der Weiter- beziehungsweise Umqualifizierung für Menschen, die ihren bisherigen Beruf aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben können. Dies kann etwa bei handwerklichen Berufen der Fall sein, denen mit bestimmten körperlichen Einschränkungen nicht mehr nachgegangen werden kann. Oft ist hier eine Umschulung der einzige Weg aus der Arbeitslosigkeit.

Ein weiterer Grund kann auch Nichteignung für das aktuelle Berufsfeld aufgrund intellektueller Schwächen oder psychologischer Probleme wie Burn out sein.

 

Voraussetzung für die Finanzierung der Umschulung

Die Kosten für eine Umschulung sind häufig hoch, sie können aber unter bestimmten Umständen von verschiedenen Seiten übernommen werden. So fördert die Agentur für Arbeit Umschulungen für Arbeitgeber, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, aber auch andere Leistungsträger wie die gesetzliche Rentenversicherung, Unfallversicherungen oder Berufsgenossenschaften können unter bestimmten Umständen einspringen.
Für eine Übernahme der Kosten müssen folgende grundsätzliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Antragsteller hat bereits eine erste Ausbildung – egal, ob erfolgreich abgeschlossen oder abgebrochen – beendet
  • Der Antragsteller kann im erlernten Beruf aus persönlichen Gründen oder aber aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr arbeiten oder es ist absehbar, dass dies bald nicht mehr möglich sein wird. Persönliche Gründe können zum Beispiel emotionale oder körperliche Beeinträchtigungen als Folge eines Unfalls sein.
  • Der Beruf, zu dem Sie sich umschulen lassen möchten, muss geeignet sein, vorhandene oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

 

Formen und Ablauf von Umschulungen

Umschulungen lassen sich als verkürzte Ausbildungen beschreiben. Die Ausbildungsdauer ist üblicherweise kürzer als die einer regulären Ausbildung und beträgt meist zwei Jahre.
Während in Umschulungen das Wissen vermittelt wird, das auch Erstauszubildende erlernen, ist die Umschulung trotzdem strikt von der herkömmlichen Ausbildung abzugrenzen. Umschüler haben in den meisten Fällen bereits erste Abschlüsse und Qualifikationen, es handelt sich bei einer Umschulung also um eine zweite (oder auch dritte) Berufsausbildung. In Ausnahmefällen kann eine Umschulung aufgenommen werden ohne dass eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Krankheit oder ein Unfall können Gründe dafür sein, dass ein Auszubildender daran gehindert ist, seine Ausbildung abzuschließen. In diesem Fall kann der Auszubildende die Ausbildung beenden und eine neue beginnen, die dann eine Umschulung darstellt.

Man unterscheidet zwischen betrieblichen, schulischen und überbetrieblichen Umschulungen. Für welche Form der Umschulung Sie sich entscheiden, hängt auch davon ab, welchen Anbieter Sie bevorzugen. In Frage kommen Betriebe der freien Wirtschaft, Berufsschulen oder Berufsfachschulen sowie private oder öffentliche Bildungsinstitute.

Die betriebliche Umschulung erfolgt in einem Ausbildungsbetrieb im dualen System. Neben der Tätigkeit im Betrieb, während der sie die praktischen Seiten des Berufsbilds kennenlernen, besuchen Sie die Berufsschule, die den theoretischen Teil der Ausbildung sicherstellt. Für Sie als Teilnehmer ist die betriebliche Form der Umschulung auch die kostengünstigste Variante. Da Sie genau wie ein normaler Auszubildender in einem Lehrbetrieb ausgebildet werden und nur nebenbei die Berufsschule besuchen, erhalten Sie nämlich ein fest geregeltes Ausbildungsgehalt, von dem Sie während der Umschulungszeit leben können. Reicht das Gehalt zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus, können Leistungen der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Die schulische Form der Umschulung erfolgt direkt an einer Berufsfachschule. Praktische Kenntnisse werden durch ergänzende Praktika außerhalb der Schule vermittelt. Streben Sie diese Form der Umschulung an, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie keine Vergütung erhalten und das häufig anfallende Schulgeld selbst bezahlen oder aber über eine Kostenübernahme durch dritte Stellen finanzieren müssen.

Auch für Umschulungen bei überbetrieblichen Trägern, also privaten sowie öffentlichen Bildungsinstituten wie Berufsförderungswerken oder den Instituten für Berufliche Bildung, fallen Kosten an. Der Träger übernimmt die Rolle des Ausbildungsbetriebs; praktische Kenntnisse werden in Übungswerkstätten vermittelt. Meist sind auch Praktika Teil der Ausbildung.

Die richtige Umschulung finden

Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf ihrem „Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung“ in einer zentralen Datenbank einen Überblick über geförderte Maßnahmen.

Umschulung, aber kein Geld zur Finanzierung? Tipps

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.
Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.

Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

 

Finanzierung der Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.
Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was tun?

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Beruf mit Zukunft: Altenpfleger/in

Altenpfleger pflegen, betreuen und beraten ältere Menschen, die Hilfe benötigen. Sie unterstützen in allen Bereichen des täglichen Lebens. Sie helfen beim Essen, beim Waschen und beim Anziehen. Altenpfleger sind in jeder Situation Ansprechpartner, sie beraten bei persönlichen Problemen und begleiten den hilfebedürftigen Menschen auch zum Arzt oder anderen Terminen.
Altenpfleger arbeiten eng mit den behandelnden Ärzten zusammen und stehen im Kontakt zu den angehörigen. Sie übernehmen auch Aufgaben der medizinischen Pflege, wie das Wechseln von Verbänden und das Verabreichen von Medikamenten.

 

Die Aufgaben eines Altenpflegers/ einer Altenpflegerin:

  • Betreuung und Pflege älterer, hilfebedürftiger Menschen
  • Unterstützung im täglichen Leben leisten, d. h. Hilfe beim Anziehen, bei der Nahrungsaufnahme und bei der Körperpflege
  • Aktivieren, Motivieren und Fördern der älteren Menschen
  • Medizinische Versorgung, z. B. Verabreichung von Medikamenten, Verbandswechsel, Durchführung von Spülungen, Blutdruckmessung usw.
  • Pflegeplanung im Gespräch mit dem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen
  • Beratung der Angehörigen
  • Beobachtung, Beurteilung und Dokumentation der Pflegemaßnahmen
  • Sterbebegleitung

Altenpfleger arbeiten in Seniorenheimen oder in Pflegeheimen. Du kannst als Altenpfleger auch in der ambulanten Pflege arbeiten, das heißt, du besuchst die Pflegebedürftigen zu Hause und unterstützt sie in den Bereichen, in denen sie sich nicht mehr allein versorgen können.

 

Berufs- und Zukunftschancen der Altenpflegerin/ des Altenpflegers

Die Chancen, nach abgeschlossener Ausbildung eine Anstellung zu bekommen, sind sehr hoch. Die Berufsgruppe der Altenpfleger gehört zu den gesuchtesten Berufen überhaupt.
Grund dafür sind die gestiegene Lebenserwartung und die Entwicklung der medizinischen Versorgung.
Je nach Bundesland gibt es nur 0,2 bis 0,4 Bewerber pro offener Arbeitsstelle. Der Bedarf ist enorm hoch und daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern.
Besonders gesucht werden männliche Altenpfleger.

 

Werde ich als Altenpfleger/in reich? Gehaltschancen

Die Vergütung während der Ausbildung beträgt in tarifgebundenen staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen (z. B. Diakonie, Caritas) im ersten Lehrjahr ca. 1000 EUR, im zweiten Lehrjahr 1100 EUR, im dritten Lehrjahr 1200 EUR brutto im Monat. Das sind allerdings Durchschnittswerte.
Der Verdienst eines ausgebildeten Altenpflegers ist ebenso abhängig davon, wer der Träger der Einrichtung ist und welcher Tarifvertrag gilt.
Altenpfleger verdienen in Einrichtungen, in denen der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes oder der Tarifvertrag kirchlicher Einrichtungen gilt, etwa 2300 bis 2800 EUR. Bereits nach wenigen Berufsjahren kann sich das Gehalt deutlich erhöhen, bis zu 3000 EUR sind bei guter Qualifikation möglich. In privaten Einrichtungen kann das Gehalt davon abweichen.

Der Beruf des Altenpflegers eröffnet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, mit denen höhere Gehälter zu erzielen sind.

 

Werde ich als Altenpfleger/in glücklich?

Alle Pflegeberufe bieten gute Voraussetzungen für ein glückliches Berufsleben. Wer gern mit Menschen arbeitet und seine Erfüllung darin sieht, für andere Menschen zu sorgen, wird als Altenpfleger seine berufliche Erfüllung finden. Die alten Menschen sind sehr dankbar und oft entwickeln sich starke Verbindungen zwischen dem Altenpfleger und den betreuten Personen.
Nicht zu unterschätzen ist jedoch, dass der Beruf des Altenpflegers sowohl psychisch als auch physisch sehr anstrengend ist. Du brauchst viel Einfühlungsvermögen, um gut für die alten Menschen sorgen zu können, gleichzeitig brauchst du Nerven wie Drahtseile und du musst es schaffen, dich abgrenzen zu können. Ansonsten sind Erschöpfung und Burnout vorprogrammiert. Dieser Beruf bringt viel Freude, gleichzeitig gehören Krankheit und Tod zum Alltag in Pflegeheimen. Es ist enorm wichtig, sich bereits vor der Ausbildung ein Bild von den Herausforderungen dieser Aufgabe zu machen. Praktika sind ein geeigneter Weg.

Altenpfleger gehören neben den Angehörigen zu den wichtigsten Bezugspersonen der alten Menschen. Sie genießen das Vertrauen der Angehörigen und der Pflegebedürftigen und müssen diesem hohen Anspruch jeden Tag gerecht werden. Wenn du den Beruf ergreifen willst, solltest du dir dessen bewusst sein. Altenpfleger ist ein Beruf mit einer großen Verantwortung.

Altenpfleger arbeiten je nachdem, in welchem Pflegebereich sie eingesetzt sind, rund um die Uhr. Das heißt, das Drei-Schicht-System sowie Arbeitszeiten an Sonn- und Feiertagen sind die Regel.
Einrichtungen der Altenpflege müssen 24 Stunden die Betreuung der Menschen absichern. Wenn ein Mitarbeiter durch Krankheit ausfällt, muss umgehend für Ersatz gesorgt werden.
Der Beruf des Altenpflegers kann sehr glücklich machen und ein erfülltes, interessantes Berufsleben mit vielen Kontakten bieten.

 

Zugangsvoraussetzungen

Zielgruppe der Ausbildung zum Altenpfleger sind Schulabgänger mit einem Realschulabschluss. Die Ausbildung zum Altenpfleger ist eine duale Ausbildung, das heißt, in der Fachschule für Altenpflege findet der theoretische Unterricht statt und im Ausbildungsbetrieb lernst du die Praxis. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Die staatliche Abschlussprüfung findet am Ende des dritten Ausbildungsjahres statt. Sie besteht aus einer mündlichen, einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung.

 

Folgende Zugangsvoraussetzungen gelten für eine Ausbildung zum Altenpfleger:

    • Realschulabschluss
    • Hauptschulabschluss und Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung
    • Hauptschulabschluss und Abschluss einer Ausbildung als Krankenpflegehelfer oder Altenpflegehelfer

 

Inhalte der Ausbildung zum Altenpfleger/ zur Altenpflegerin

Im theoretischen Unterricht werden die Grundlagen der Altenpflege und die rechtlichen Rahmenbedingungen vermittelt. Du erlernst während der Ausbildung verschiedene Pflegemethoden, erwirbst Sozialkompetenzen und erhältst einen Einblick in die Lebenswelt älterer Menschen.

Während der praktischen Ausbildung erhältst du in einer Einrichtung der Altenpflege einen Einblick in die Pflege, die Begleitung und Beratung der älteren Menschen. Du wirst innerhalb der Ausbildung bereits in die Therapiemaßnahmen einbezogen. Du erarbeitest gemeinsam mit den Kollegen Tagespläne für die Senioren, wobei du sowohl Maßnahmen der Körperpflege und Nahrungsaufnahme als auch Bewegung, Gespräche und kulturelle Aktivitäten einbeziehst.
Bereits im dritten Ausbildungsjahr arbeitest du im Ausbildungsbetrieb weitgehend selbstständig.

 

Tipps zur Bewerbung für die Ausbildung zum Altenpfleger/ zur Altenpflegerin

Wenn du dich für eine Ausbildung zum Altenpfleger interessierst, sind Erfahrungen im Umgang mit älteren Menschen bzw. kranken Menschen von Vorteil. Bei der Bewerbung solltest du auf Hobbys im künstlerischen oder musikalischen Bereich hinweisen. Auch dein Engagement in Vereinen solltest du angeben.
Von Vorteil sind gute Sprachkenntnisse und Kenntnisse über andere Kulturen, denn immer mehr Pflegebedürftige haben einen Migrationshintergrund.

Körper und Geist fit erhalten, egal in welchem Alter! © Miriam Dörr – Fotolia.com

Die Ausbildung zum Altenpfleger ist eine duale Ausbildung. Du kannst dich bei allen Altenpflegeeinrichtungen bewerben, die theoretische Ausbildung findet an einer Altenpflegefachschule statt.
Unter Pflegeausbildung.net findest du Informationen zu den Einrichtungen, die eine Ausbildung anbieten. Hier auf Ratgeber Umschulung erfahren Sie mehr zur Umschulung zum Altenpfleger.

 

Umschulungen: Voraussetzungen + So gelingt die Finanzierung

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.

Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.

Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.
Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

Finanzierung einer Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.

Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was ist zu tun? Das empfehlen wir

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Beruf mit Zukunft: Erzieher/in

Betreuen und fördern, pflegen und versorgen, anleiten und organisieren, das alles und noch mehr gehört zu den Aufgaben einer Erzieherin/ eines Erziehers. Wer denkt, Erzieher verbringen den ganzen Tag mit Basteln, Singen und Spielen, sieht nur einen kleinen Teil der Tätigkeiten.

Erzieher arbeiten nicht nur mit kleinen Kindern in der Kindertagesstätte. Sie können auch in der Hortbetreuung, in Kinder- oder Jugendeinrichtungen sowie in Heimen eingesetzt werden. Einsatzbereiche sind ebenso Familienberatungsstätten, Betreuungseinrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie Erholungs- oder Kureinrichtungen.

Die Aufgaben eines Erziehers/ einer Erzieherin:

  • Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen
  • Beobachtung, Beurteilung und Analyse des Verhaltens nach pädagogischen Grundlagen
  • Bewertung des Entwicklungsstandes und des Sozialverhaltens der Betreuten
  • Planung pädagogischer Maßnahmen zur Förderung des Kindes/ des Jugendlichen
  • Erstellung von Erziehungs- und Lehrplänen zur Förderung der geistigen und körperlichen Entwicklung
  • Organisation und Durchführung von Aktivitäten
  • Dokumentation der Ergebnisse
  • Zubereitung von Speisen
  • Anleitung und Unterstützung bei der Körperpflege
  • Kontakt zu den Eltern bzw. Erziehungsberechtigen halten
  • Kontinuierliche Information der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zur Entwicklung der betreuten Person
  • Durchführung von Elterngesprächen; Beratung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu privaten, gesundheitlichen, schulischen Problemen
  • Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Ärzten, Lehrern und Psychologen.

 

Berufs- und Zukunftschancen der Erzieherin/ des Erziehers

Die Chance, nach abgeschlossener Ausbildung eine Anstellung zu bekommen, ist sehr hoch. Die Berufsgruppe der Erzieher steht auf der Skala der gesuchtesten Berufe ganz oben. Grund dafür sind geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen, insbesondere der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte. Aktuell sind steigende Geburtenzahlen zu verzeichnen, so dass sich der Bedarf an Erziehern in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht verringern wird.
Ebenso hat der Zuzug von Migranten zu einem erhöhten Bedarf an Erziehungspersonal geführt.
Händeringend gesucht werden männliche Erzieher. Diese machen derzeit nur einen Anteil von 4% des Betreuungspersonals aus.

 

Werde ich als Erzieher/in reich? Gehaltschancen

Der Verdienst eines Erziehers ist abhängig davon, wer der Träger der Einrichtung ist und welcher Tarifvertrag gilt.
Erzieher in staatlichen Einrichtungen werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes vergütet. Ihr Bruttogehalt beträgt etwa 2500 EUR. Dieses Gehalt erhöht sich in Abhängigkeit von den Arbeitsjahren.
Der Verdienst in kirchlichen Einrichtungen richtet sich nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag (Diakonie, Caritas, Lebenshilfe). Die kirchlichen Tarifverträge ähneln denen des öffentlichen Dienstes. Das durchschnittliche Gehalt beträgt etwa 2800 EUR. Private Betreuungseinrichtungen sind in vielen Fällen nicht an einen speziellen Tarifvertrag gebunden, sie entscheiden eigenständig über das Gehalt.
Zu beachten ist, dass die Ausbildung zum Erzieher eine schulische Ausbildung ist und somit keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. In einigen Fällen muss Schulgeld gezahlt werden.
Die Ausbildung zum Erzieher erfordert ein einjähriges Berufspraktikum. Wenn dieses beispielsweise in einer staatlichen Einrichtung absolviert wird, wird eine Praktikumsvergütung in Höhe von etwa 1500 EUR monatlich gezahlt.
Die Ausbildung als staatlich anerkannter Erzieher eröffnet zahlreiche Möglichkeiten der Qualifikation, womit auch höhere Verdienstchancen erreichbar sind.

 

Werde ich als Erzieher/in glücklich?

Der Erzieher-Beruf bietet alle Voraussetzungen für ein glückliches Berufsleben. Wer gern mit Menschen arbeitet und seine Erfüllung darin sieht, für andere Menschen zu sorgen, wird als Erzieher seine berufliche Erfüllung finden.
Erzieher gehören neben den Eltern zu den wichtigsten Ansprechpartnern von Kindern und Jugendlichen. Insbesondere Kleinkinder haben zu ihrem Erzieher eine sehr enge Bindung. Dieses große Vertrauen, welches Kinder und Jugendliche dem Erzieher entgegenbringen, darf keinesfalls enttäuscht werden. Wenn du den Beruf ergreifen willst, solltest du dir dessen bewusst sein. Erzieher ist ein sehr anspruchsvoller und verantwortungsvoller Beruf.

Die Arbeitszeiten eines Erziehers richten sich nach den Betreuungszeiten in der jeweiligen Einrichtung. In Kindertagesstätten findet meist eine Betreuung zwischen 6:00 und 18:00 Uhr statt. Das bedeutet, dass die Einsatzzeiten der Erzieher in Früh- und Spätschichten geregelt werden müssen. Kindertagesstätten bieten nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel in Großstädten, eine Betreuung am Wochenende an.

In Horten findet die Betreuung von der Schule bzw. nach Ende des Unterrichts bis ca. 18:00 Uhr statt. Diese Betreuungszeiten werden häufig mit Teilzeitverträgen abgesichert. In Betreuungseinrichtungen für behinderte Menschen sowie in Kinder- und Jugendheimen wird eine Betreuung rund um die Uhr angeboten. In diesen Fällen ist der Einsatz im Drei- oder Vier-Schicht-System erforderlich. In diesen Einrichtungen muss auch am Wochenende die Betreuung abgesichert werden.

Im Gegensatz zu Lehrern können sich die Erzieher nicht auf lange Ferien freuen. Beschäftigte in Horten werden verstärkt in den Ferien zur Kinderbetreuung eingesetzt. Kindertagesstätten vereinbaren meist mit den Eltern eine Schließzeit, in der die Beschäftigten ihren Jahresurlaub nehmen müssen.

Der Beruf des Erziehers kann sehr glücklich machen. Pensionierte Erzieher blicken meist auf ein erfülltes, interessantes Berufsleben mit vielen Kontakten zurück.

 

Zugangsvoraussetzungen

Zielgruppe der Ausbildung zum Erzieher sind Schulabgänger mit einem mittleren Bildungsabschluss. Die Zugangsvoraussetzungen sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. In den meisten Fällen gelten folgende Zugangsvoraussetzungen:

  • Realschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem sozialpädagogischen oder familienpflegerischen Ausbildungsberuf
    oder
  • Hochschulreife oder Fachhochschulreife in Verbindung mit einem mehrmonatigen Praktikum in einer Betreuungseinrichtung

 

Wichtig sind gute Noten in den Fächern Deutsch, Musik und Kunst.Für die Ausbildung wird ein Nachweis der gesundheitlichen Eignung gefordert.

Inhalte der Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin

In der Ausbildung zum Erzieher erlernst du die Grundlagen der Pädagogik und Psychologie. Dazu gehört das Verständnis der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Du erlernst, wie man eine Beziehung zu dem Betreuten aufbauen kann und wie es gelingt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene individuell zu fördern und zu motivieren. Innerhalb der Ausbildung erwirbst du Fähigkeiten im Umgang mit Eltern und Angehörigen und erlernst die rechtlichen Grundlagen.

Die Ausbildung zum Erzieher setzt neben dem theoretischen Grundwissen auch praktische Fähigkeiten voraus. In den Praktika erwirbst du Kenntnisse über pädagogische Arbeitsmethoden und gewinnst einen Überblick über die Organisation des Betreuungsalltages in der Einrichtung.

 

Tipps zur Bewerbung für die Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin

Wenn du dich für eine Ausbildung zum Erzieher bewerben willst, sind Erfahrungen im Umgang mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit Betreuungsbedarf hilfreich. Wenn deine Hobbys im musikalischen, künstlerischen Bereich liegen, lohnt es sich, bei der Bewerbung darauf hinzuweisen. Auch dein Engagement im Sportverein, in der freiwilligen Feuerwehr oder im Chor solltest du im Bewerbungsschreiben angeben.

 

Welche Firmen bieten diese Ausbildung an?

Die Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin ist eine schulische Ausbildung. Sie wird an Fachschulen angeboten.

Auf Ratgeber Umschulung findest du Informationen zu Fachschulen, die eine Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin anbieten sortiert nach Bundesländern.

Wer eine Ausbildung bzw. ein Studium in einem artverwandten Beruf (z. B. Sozialpädagoge, Altenpfleger) absolviert hat, kann die Ausbildung zum Erzieher in kürzerer Zeit absolvieren.

Hier findest du alle Informationen zur Umschulung zum Erzieher. 

5 Berufe, die wirklich Zukunft haben

Es gibt Branchen, in denen ist Arbeitsplatzmangel ein Fremdwort und gut ausgebildete Fachkräfte sind gefragter denn je. Wir haben eine Liste mit 5 Berufen für dich zusammengestellt, in denen du nicht nur hervorragende Jobaussichten hat, auch die Verdienstmöglichkeiten können sich absolut sehen lassen.

1. Softwareentwickler – das frühere Latein ist das heutige Programmieren

Wie du dir wahrscheinlich denken kannst, sind es vor allem Jobs in der Computerbranche, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Zukunft ist digital und sogar Branchen, bei denen man es zunächst nicht vermutet, kommen nicht mehr ohne funktionierende Technologien und exakt zugeschnittene Algorithmen aus. Während in der Medizin immer mehr Roboterwerkzeuge zum Einsatz kommen, ist es bei den Juristen die Aktenablage und die Verhandlungsvorbereitung, die nahezu ausschließlich digital stattfindet. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren immer weiter verstärken und daher gehören sogenannte Software Developer zu den gefragtesten Fachkräften der Weg Gegenwart sowie der Zukunft.

    • Das Berufsbild: Software Developer sind dafür verantwortlich, bestehende Applikationen weiterzuentwickeln, bzw. neue zu entwickeln, um Abläufe in Unternehmen effektiver zu gestalten. Der Umgang mit Datenbanken, das Beherrschen mehrerer Programmiersprachen sowie Web-Technologien und ausgeprägtes Interesse an Problemlösungen zählen zu den wichtigsten Anforderungen an dieses Berufsbildes.
    • Der Ausbildungsweg: Informatikstudium, Berufsschule oder eine höhere technische Schule,
    • das Gehalt: Berufseinsteiger erhalten ca. 33.000 Euro im Jahr

 

2. IT Security – Daten-Detektive sorgen für Sicherheit im Netz

Besonders in den letzten Jahren wurde Datenschutz aufgrund mehrerer Vergehen großer Konzerne ein immer wichtigeres Thema und daher werden zunehmend Spezialisten gesucht, die es schaffen solche Vergehen nicht nur aufzudecken sondern bereits im Vorhinein zu verhindern.

  • Das Berufsbild: ein gutes technisches Verständnis sowie Kenntnisse über sämtliche Rechtsvorschriften, die das Internet und die Speicherung von Daten betreffen stellen die Grundlage dieses Berufsbildes dar. Zudem muss ein großes Interesse und eine Neugier da sein, um aus einer Fülle von Informationen Anomalien herausfiltern zu können. Dieser Job bringt sehr viel Verantwortung mit sich, und daher sind auch starke Nerven besonders wichtig.
  • Der Ausbildungsweg: Abschluss des Studiums IT Security
  • Das Gehalt: aufgrund der großen Verantwortung, die dieser Job mit sich bringt erhältst du bereits als Einsteiger ein Bruttogehalt von bis zu € 70.000 im Jahr.

 

 

3. Mechatroniker: ein Job mit Zukunft

Bist du technisch interessiert und auf der Suche nach einer Ausbildung, die deine Berufschancen in die Höhe steigen lässt, so ist die Ausbildung zum Mechatroniker wahrscheinlich die perfekte Wahl. Hier erhältst du Kenntnisse darüber, wie elektronische Komponenten und mechanische Objekte perfekt miteinander in Einklang gebracht und somit funktionell gebaut werden. Die Installation solcher Maschinen sowie die regelmäßige Wartung und Reparatur der Anlagen stellen einen weiteren wichtigen Bereich dieses Berufes dar.

  • Das Berufsbild: Gute bzw. hervorragende naturwissenschaftliche Kenntnisse in den Bereichen Chemie, Mathematik und Physik stellen die Grundlagen dieses Berufsbildes dar sowie Informatik. Zudem solltest du über handwerkliches Geschick verfügen, wenn du dich zum Mechatroniker ausbilden lassen möchtest.
  • Der Ausbildungsweg: Studium zum Mechatroniker, Berufsfachschule oder höhere technische Schule
  • Das Gehalt: als Mechatroniker liegt dein Einstiegsgehalt bei ca. € 44.000 brutto pro Jahr

 

 

4. Marketing in der Zeit moderner Technologien

Galt es früher noch als absolut erfolgsversprechend, ein Wirtschaftsstudium abzuschließen und dabei den Schwerpunkt Marketing zu wählen, so hat der technologische Fortschritt dazugeführt, dass sich auch die Marketingsbranche stark verändert hat. Heute geht es darum, Produkte und Dienstleistungen online zu vertreiben und daher ist die Beherrschung von Datenprognosen und Marketingstrategien für das Internet unumgänglich, um im Marketingbereich erfolgreich sein zu können. Der Beruf des Big Data Marketingexperten gewinnt daher zunehmend an Bedeutung.

  • Das Berufsbild: Als Big Data Marketingexperte geht es darum, Daten richtig zu interpretieren und kreative Maßnahmen zu setzen, um ein Produkt online zu vermarkten. Dabei sind sowohl technische Fähigkeiten als auch perfekte IT Kenntnisse eine wichtige Voraussetzung, um diesen Beruf erfolgreich ausüben zu können.
  • Der Ausbildungsweg: das Studium Digital Marketing
  • Das Gehalt: als Berufseinsteiger erhältst du ein Bruttogehalt von ca. € 20.000 im Jahr

 

 

5. DAS Berufsbild der Zukunft: Data Scientist

Bereits in der Harvard Business Review wurde der Beruf Data Scientist als „wichtigster Job des 21. Jahrhunderts“ genannt und das völlig zu Recht. Sowohl große als auch kleine Unternehmen müssen immer größere Datenmengen verarbeiten bzw. speichern und hier kommt der Beruf des Data Scientist ins Spiel, denn dieser ist dafür verantwortlich, die Fülle an Informationen auszuwerten, richtig zu analysieren und zu speichern.

  • Das Berufsfeld: als Data Scientist bist du dafür verantwortlich, Informationen zu managen und diese zu visualisieren bzw. richtig zu analysieren. Ein ausgeprägter Wissensdrang, viel Eigeninitiative und Interesse an technischen Vorgängen sowie ein großes Interesse daran, problemorientiert zu arbeiten gelten als Grundvoraussetzung, um in diesem Fachgebiet tätig sein zu können.
  • Der Ausbildungsweg: ein erfolgreich abgeschlossenes Mathematik-, Statistik und/oder Informatikstudium sowie große Eigeninitiative ebenen den Weg zu diesem Beruf
  • Als Einstiegsgehalt im Bereich Data Science kann mit einer Summe ab € 44.000 brutto im Jahr gerechnet werden