Berufswechsel als Versicherungskaufmann/-frau: So funktioniert es

Als Versicherungskaufmann sollten Sie es lieben, Menschen zu beraten. Falls nicht, dann wechseln Sie den Beruf doch einfach”

Es gibt viele Gründe, weshalb der jetzige Beruf als Versicherungskaufmann nicht mehr so ganz passt- seien es eintönige Arbeitsabläufe, ein schlechtes Betriebsklima und negative Erfahrungen oder der Wunsch nach einem Wechsel in eine andere Sparte. Wer als Versicherungskaufmann/-frau eine Lehre absolviert hat, hat große Möglichkeiten zur beruflichen Veränderung. Denn Versicherungskaufleute haben in der Regel eine gute und fundierte kaufmännische Ausbildung und zudem vertriebliche Kenntnisse.

Das sind gute Voraussetzungen für einen Quereinstieg für Versicherungskaufleute. In vielen anderen Bereichen werden Vertriebler und Kaufleute, Sachbearbeiter und Spezialisten gesucht. Die berufliche Erfahrung ist dabei unterstützend, um die eigene Qualifikation zu unterstreichen.

 

Quereinstieg in Büros und Unternehmen

Der Vorteil einer kaufmännischen Berufsausbildung ist, dass nahezu jeder kaufmännische Beruf ausgeübt werden kann. Die kaufmännische Vorbildung ermöglicht einen reibungslosen Übergang innerhalb des Bereichs Kaufmann/Kauffrau. Sie ist ein Fundament, das an fast jeden Zweig des Kaufmännischen Bereich angegliedert werden kann.
Versicherungskaufleute sind also in der Lage, eine Vielzahl von alternativen Berufen zu ergreifen. Beispielsweise in einem Büro mit einer allgemeinen verwalterischen, kaufmännischen Tätigkeit und Betreuung des Kundenstamms.

 

Quereinstieg als Immobilienmakler

Als Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen ist bereits gewisses Grundwissen im kaufmännischen Bereich vorhanden. Daher bietet sich auch ein Berufswechsel innerhalb des kaufmännischen Bereichs an. Ebenso sollte ein gewisses Interesse an Immobilien bestehen. Die Umschulung zum Immobilienkaufmann/-frau dauert 2 Jahre und wird staatlich anerkannt. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt bei Notwendigkeit sogar die Umschulung, die meist an berufsbildenden Schulen statt findet.

Inhalte der Ausbildung sind unter Anderem:

  • Arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften
  • Informations- und Kommunikationssysteme
  • Begleitung von Bauvorhaben: Baumaßnahmen, Finanzierung
  • Erwerb, Veräußerung und Vermittlung von Immobilien
  • Immobilienbewirtschaftung
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • SAP® Zertifikat

 

Außerdem wird im Rahmen der Umschulung auch eine Wahlqualifikation gewählt.
Immobilienmakler und -kaufleute sind Bindeglied zwischen Käufern, Mietern und/oder Investoren. Sie bereiten beispielsweise Finanzierungspläne vor oder beschäftigen sich mit Bauvorhaben und natürlich dem Verkauf von Immobilien verschiedenster Art. Es geht um die Vermittlung vielfältigster Gebäude, von Lager- und Industriegebäuden, über Wohn- und Geschäftsgebäude bis hin zu Büroflächen. Immobilienkaufleute ermitteln zunächst den Bedarf und erstellen für ihre Kunden passende und individuell abgestimmte Kaufangebote. Somit ist diese Tätigkeit artverwandt zum Berufsbild des Kaufmanns für Versicherungen und Finanzen. Auch wird bei Verkauf eine Provision gezahlt, prinzipiell ähnlich zu der im Versicherungsgewerbe. Wichtige Fähigkeiten für diesen Beruf sind Kommunikationsstärke, Einfühlungsvermögen und betriebswirtschaftliches Know-How.

Aufstiegsmöglichkeiten gibt es viele, sowohl im Angestelltenverhältnis, als auch in der Selbstständigkeit. Durch den krisenfesten Markt sind die Beschäftigungsmöglichkeiten auch zukünftig sehr sicher. Es werden zumindest momentan sowie in den nächsten Jahren viele qualifizierte Fachkräfte benötigt. Der Grundverdienst liegt im Durchschnitt bei ca. 2.700 € brutto, je nach Bundesland und Tarifvertrag.

 

Ausbildung zum Betriebswirt

Eine klassische und vielseitige Aus- bzw. Weiterbildung ist die zum Betriebswirt, der prinzipiell in jedem Unternehmen eingesetzt werden kann. Das attraktive Gehalt und steigendes Ansehen sind große Faktoren, die bei der Wahl dieses Zweigs eine Rolle spielen. Aber es sollte eine gewisse Neigung zu den Inhalten der Weiterbildung bestehen. Es geht um Fähigkeiten in operativen, koordinierenden und strategischen Funktionen, aber auch um einen guten Umgang mit Personal und Mitarbeitern. Der Betriebswirt steuert Beschaffung und Produktion und der Finanzierung, ist aber auch für Logistik und Vertrieb zuständig.
Er übernimmt auch Führungsverantwortung und steuert und plant Personalangelegenheiten. Er ist so gesehen ein Allrounder in jedem Unternehmen.

Ein Fernstudium ist jederzeit möglich, ein Studium vor Ort richtet sich nach dem jeweiligen Semesterbeginn. Alternativ kann vor Ort bei der IHK der Lehrgang zum Staatlich geprüften Betriebswirt absolviert werden. Dabei werden allerdings berufspraktische Erfahrungen als Kaufmann vorausgesetzt. Beim Fernstudium ist der Realschulabschluss / vergleichbare Qualifikation in Verbindung mit der kaufmännischen Berufsausbildung ausreichend.

 

Inhalte des Betriebswirts sind beispielsweise:

  • Finanzen und Controlling
  • Produktion und Einkauf
  • Marketing und Vertrieb
  • Marktanalyse
  • Strategieentwicklung

 

Die Ausbildung bzw. die Weiterbildung dauert zwischen 2-2,5 Jahre. Danach liegt das Gehalt bei zwischen 1.500 € und 5.000 € brutto pro Monat.
Der Titel lautet auf “Geprüfter Betriebswirt” bei erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung bzw. nach der IHK Prüfung “Geprüfter Betriebswirt IHK”.
Kostenpunkt: 3.900 € beim Fernstudium, bei IHK-Studium sind es rund 4.300 € (zuzüglich Prüfungsgebühr zwischen ca. 350 und 550 €).

 

Eine alternative Möglichkeit: Duales Studium

Mit dem Studium auch später im Berufsleben noch zu beginnen, das ist heute keine Seltenheit mehr. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich später für einen Jobwechsel. Daher bietet sich auch das duale Studium an, denn es vereint die Vorteile, Praxisnähe zu haben und darüber hinaus bereits Geld zu verdienen. Das Einkommen sichert dann kombiniert mit Bafög oder anderer Unterstützung während des Studium den Lebensunterhalt ab. Zahlreiche Studienzweige in der Wirtschaft locken mit interessanten und vielseitigen Themen, darunter zum Beispiel Marketing, Wirtschaftspsychologie oder Gesundheitsmanagement.

Der Ablauf ist dabei immer einheitlich: Die Grundlagen werden im theoretischen Unterricht an den Unis vermittelt, während die praktischen Kompetenzen im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erlernt werden. Auch namhafte deutsche Konzerne öffnen für duale Studenten ihre Pforten und bieten u.A. Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie teils die Übernahme der Studiengebühren an.

 

 

Quellen:
http://quer-einstieg.de/beruf/immobilienmakler-quereinstieg/
https://www.ibb.com/umschulung/immobilienkaufmann-immobilienkauffrau-umschulung-ihk-inkl-sap-zertifikat-fuer-arbeitssuchende
https://www.gehalt.de/news/wie-viel-verdienen-immobilienkaufleute
https://www.betriebswirt.info/beruf/staatlich-oder-ihk

 

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