Umschulung während Corona: Das müssen Sie wissen!


Wer sich momentan in einer Umschulung befindet oder für das Jahr 2020 von der Arbeitsagentur oder Rentenversicherung eine Umschulung bewilligt bekommen hat, der bekommt unweigerlich die Auswirkungen von Corona zu spüren. Wenn Sie dieses Jahr erst eine Umschulung beantragen wollten, dann drängt sich die Frage auf, ob diese verkürzten Ausbildungen 2020 überhaupt bewilligt werden.

Erfahren Sie alles zu Ihren Rechten und Ansprüchen während Ihrer Umschulung in Zeiten von Corona: Verlängerung und Gültigkeit des Bildungsgutscheins, Abbruch der Umschulung, Anwesenheitspflicht beim Umschulungsanbieter, Fortzahlung des Umschulungsgelds und vieles mehr.

 

Rechtliche Fragen zum Coronavirus in Ausbildungsverhältnissen

Wenn Sie gerade an einer Umschulung teilnehmen, dann wurden Sie von Ihrem Umschulungsanbieter sicherlich schon über die Einschränkungen des Ausbildungsablaufs und daraus folgenden Änderungen für das Umschulungsjahr 2020 informiert worden. Wir haben die von Umschülern am häufigsten gestellten Fragen für Sie hier nochmal zusammengefasst. Sollte Sie Ihre Frage zu Umschulung und Corona nicht beantwortet finden, dann schreiben Sie uns bitte einen Kommentar.

 

Verliert der Bildungsgutschein seine Gültigkeit wenn Umschulung ausfällt?

Nein, es ist nicht davon auszugehen, dass Ihr Bildungsgutschein seine Gültigkeit verliert, wenn die Umschulung wegen der Corona-Krise verschoben werden muss. Dies gilt jedenfalls für den Regelfall, dass die Umschulung noch während dem Bezugszeitraum von ALG1 stattfinden kann. Dies gilt selbst dann, wenn Ihre Umschulung mehrere Wochen oder Monate unterbrochen wird. Auch wenn Sie bislang eine genehmigte Umschulung noch nicht begonnen haben, ist davon auszugehen, dass der Bildungsgutschein seine Gültigkeit verliert, falls der Start der Umschulung nur aufgrund des Coronavirus nicht wie geplant stattfindet.

Der Bildungsgutschein ist in seiner Gültigkeit zwar befristet, aber es dürfte sich um eine Formalie handeln, dass Sie sich das Dokument mit neuem Datum ausgestellten lassen müssen. Die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung sind aus Gründen des Vertrauensschutzes und Art. 3 GG an die eigene Entscheidung (dass Sie die Voraussetzungen für eine förderbare Umschulung erfüllen) gebunden.

 

Umschulung wegen dem Coronavirus unterbrochen: Werden Leistungen weiter gezahlt?

Ja, das Umschulungsgeld wird an alle Teilnehmer von Umschulungen, die über die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Rentenversicherung oder die Berufsgenossenschaft weitergezahlt. Dies gilt selbstverständlich für beide Fälle:

  • Der Umschulungsanbieter muss die Schulung pausieren lassen oder abbrechen oder
  • Sie können an der Umschulung nicht teilnehmen, da Sie krankgeschrieben sind oder wenn an einem Ort eine absolute Ausgangssperre gilt.

Gehen Sie davon aus, dass Sie zeitnah Post von Ihrem Kostenträger erhalten werden und klären Sie sich daraus ergebende Fragen gegebenenfalls telefonisch oder schriftlich.

 

Bekommt man weiter das Umschulungsgeld gezahlt, wenn die Umschulung nun länger dauert?

Ja, Sie dürfen davon ausgehen, dass Ihre Umschulung durch das Arbeitsamt oder die Rentenversicherung bis zum Abschluss finanziert wird, selbst wenn die Dauer der Umschulung nun länger als die angesetzten zwei oder drei Jahre ist. Es wird jedoch for die Verlängerung der Leistungen ein neuer Bescheid nötig sein. Erkundigen Sie sich rechtzeitig vor Ende des Leistungszeitraums bei Ihrem Umschulungsanbieter, ob aktuelle Informationen seitens der Arbeitsagentur oder Rentenversicherung mitgeteilt wurden oder wenden Sie sich im Zweifel immer direkt an Ihren Kundenbetreuer der Agentur für Arbeit.

 

Wie wirkt sich Corvid-19 für Umschüler aus?

Sie dürfen also davon ausgehen, dass sich durch das Coronavirus rechtlich wenig ändern wird: Ihre bewilligte Umschulung, gleich ob Sie die verkürzte Ausbildung schon begonnen haben oder nicht, wird Ihnen durch Corona nicht gefährdet. Tatsächlich wird es aber zu Einschränkungen kommen, da zwingende Entscheidungen der Behörden die Durchführung der Umschulung schwer möglich machen.

 

Verlängert sich die Dauer meiner Umschulung wegen Corona?

Ja, es ist davon auszugehen, dass es tatsächlich nicht möglich ist, das Ausbildungsjahr Ihrer Umschulung wie geplant zu beenden. Das gilt sowohl für Umschüler im ersten Jahr, als auch für Umschüler unmittelbar vor den Abschlussprüfungen. Nach Prognosen des Robert-Koch-Instituts wird die Corona-Krise bis in das zweite Halbjahr 2020 andauern.

Faktisch wird Ihre Umschulung somit länger dauern als die ideale zwei bis dreijährige Ausbildungszeit (Vollzeit). Vorsicht: Der Umschulungsvertrag verlängert sich jedoch nicht automatisch. Nach § 1  Abs. BBiG iVm § 8 Abs. 2, 3 BBIG gilt:

(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungsdauer verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung über die Verlängerung sind die Ausbildenden zu hören.
(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Empfehlungen beschließen.

Da diese gesetzliche Regelung eigentlich nicht auf den Sachverhalt von Ausbildungsverzögerungen durch eine weltweit herrschende Pandemie zutrifft, werden Sie sich keine Sorgen machen müssen: Sie dürfen davon aller Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das Bundesinstitut für Berufsbildung eine entsprechende Regelung erlassen wird. Im Zweifel wenden Sie sich bitte an Ihren Umschulungsanbieter und Sachbearbeiter des Kostenträgers.

 

Müssen Teilnehmer trotz Corona im Umschulungsbetrieb anwesend sein?

Ja, solange die Behörden nur eine eine Ausgangssperre veranlasst haben, gilt für Umschüler, dass der tägliche Weg zum Umschulungsbetrieb zurückgelegt werden darf und ihre Anwesenheitspflicht fortbesteht. Sie sollten zur Sicherheit Nachweise bei sich führen: ein Ausweisdokument aus dem Ihr Wohnort ersichtlich ist, sowie ein Dokument, dass erklärt, dass Sie Umschüler eines bestimmten Umschulungsbetriebs sind. Die Ausgangssperren werden durch einen Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Ihrem Bundesland für entweder einzelne Städte, Regionen oder das gesamte Bundesland geregelt.

Sie müssen und dürfen nicht mehr zum Umschulungsbetrieb aufbrechen, wenn an Ihrem Wohnort oder dem Ort des Umschulungsbetriebs eine absolute Ausgangssperre erlassen wird. Eine absolute Ausgangssperre ist vergleichbar mit einem Kontaktverbot: Auszubildende und Umschüler dürfen an der Ausbildungsstelle nicht mehr zusammen kommen, selbiges gilt für die Ausbilder und sonstigen Mitarbeiter der Umschulungsstelle. Ob Sie eine schulische oder betriebliche Umschulung machen, wirkt sich hier nicht unterschiedlich aus.

 

Darf der Umschulungsanbieter die Umschulung unterbrechen?

Ja, der Umschulungsanbieter kann dazu gezwungen sein, die Umschulung zu unterbrechen, wenn dies zum Schutz der Gesundheit seiner Arbeitnehmer und die der Umschüler erforderlich ist. Zwar sind Umschulungsanbieter keine öffentlich-rechtlichen Schulen, die bereits länger schon geschlossen sind. Der Anbieter kann aber durch einen Erlass des zuständigen Ministeriums oder Anordnungen des Gesundheitsamts dazu gezwungen sein, den Ausbildungsbetrieb zumindest vorübergehend zu pausieren.

 

Darf ich meine Umschulungen wegen dem Coronavirus abbrechen?

Nein, die durch das Coronavirus verursachte Krise ist kein Grund für einen Abbruch der Umschulung. Lassen Sie sich unbedingt krankschreiben, wenn Sie Symptome einer Infektion mit Corvid-19 zeigen oder aus anderen gesundheitlichen Gründen momentan nicht an der Umschulung teilnehmen können. Unentschuldigtes Fernbleiben von der Umschulung kann als Abbruch gewertet werden und bedeutet für Sie ein hohes Kostenrisiko, da die Agentur für Arbeit von Ihnen die Kosten zurückfordern kann.

 

Umschulung erfolgreich abschließen: Werden 2020 Prüfungen stattfinden?

Dies hängt von Ihrem Prüfungszeitraum ab. Es ist nicht denkbar, dass im Frühjahr 2020 Prüfungen abgenommen werden. Dies gilt sowohl für schriftliche und mündliche Prüfungen, ungeachtet ob es sich um Zwischenprüfungen oder die Abschlussprüfung der Umschulung handeln. Auch Prüfungsleistungen, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgenommen werden würden, müssen momentan aufgrund des Coronavirus aufgeschoben werden.

Fragen Sie bei Ihrem Umschulungsanbieter nach, ob Ersatztermine im Sommer vorgesehen sind. Da die weitere Entwicklung der Coronavirus schwer abzuschätzen sind, kann es zu Verschiebungen der Prüfungstermine bis in den Herbst oder frühen Winter 2020 kommen.

Teilweise müssen Umschüler wegen des Coronavirus an keiner Zwischenprüfung teilnehmen: Die Zwischenprüfung gilt als abgelegt und bestanden. Ob dies auch für Ihre Umschulung gilt, erfahren Sie über Ihren Umschulungsanbieter bzw. die zuständige Prüfungsstelle, zum Beispiel die IHK. Abschlussprüfungen werden hingegen verschoben und gelten nicht als automatisch bestanden.

 

Kann man 2020 eine Umschulung beginnen?

Ja, der Start einer Umschulung zum Herbst 2020 ist denkbar, wenn Sie einerseits einen beantragten Bildungsgutschein bewilligt bekommen haben und der gewünschte Umschulungsanbieter die Ausbildung durchführen kann. Sie müssen davon ausgehen, dass das Arbeitsamt und Jobcenter zur Beantragung des Bildungsgutscheins nicht für Publikumsverkehr geöffnet ist, so der Stand 20.3.2020. Dieser Umstand macht die Beantragung eines Bildungsgutscheins zwar schwieriger, aber nicht unmöglich.

 

Wie beantragt man einen Bildungsgutschein für eine Umschulung?

Alle Behörden in Deutschland haben momentan die Standorte geschlossen (Stand 20.3.2020). Wenn Sie einen Bildungsgutschein beim Jobcenter oder Arbeitsamt beantragen möchten, dann machen Sie dies bitte telefonisch oder schriftlich (per Post oder eMail). Im Gespräch oder Schriftverkehr wird Ihnen der Fallmanager das Vorgehen erklären und Sie beraten, wie Sie trotz der momentanen Umstände den Antrag auf die Umschulung stellen können.

Der Coronavirus ändert selbstverständlich nichts daran, dass Sie die Voraussetzungen nach § 81 SGB III erfüllen müssen, um einen Bildungsgutschein bewilligt zu bekommen.

 

Wie finde ich einen Anbieter für meine Umschulung?

Erkundigen Sie sich bitte ausschließlich im Internet über Umschulungsanbieter und nehmen Sie telefonisch oder schriftlich Kontakt auf. So können Sie Ihre Fragen mit Hilfe eines Servicemitarbeiters klären, ohne sich und andere gesundheitlichen Gefahren auszusetzen.

 

Kann man auch eine Umschulung von Zuhause Online machen?

Ja, es ist möglich eine Umschulung teilweise oder vollständig im Internet zu machen. Während die meisten Umschulungsanbieter aktuell noch keine Umschulungen im Netz anbieten, können Sie jedoch über einen Fernlehrgang daheim flexibel sich umschulen lassen. Die von den Fernschulen und Fernakademien angebotenen Online-Umschulungen schließen mit einem Zertifikat, mit IHK-Prüfungen oder mit einem Bachelor-Abschluss ab.

Umschulungen im Internet bieten nicht nur den Vorteil, dass Sie sich räumlich und zeitlich flexibel weiterbilden können – deutsche Fernschulen sind auch bei Arbeitgebern geschätzt und anerkannt.

 

Online Umschulung: So gelingt es!

Wir haben Ihnen die renommiertesten Umschulungsanbieter zusammengestellt. Nutzen Sie Ihre Zeit für eine Umschulung oder Weiterbildung, indem Sie sich unverbindliche Informationsmaterialien zuschicken lassen. Dieser Service ist kostenlos für Sie!

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Herzliche Wünsche Ihres Teams von www.Ratgeber-Umschulung.de

Umschulung hin, Berufswechsel her: Das wichtigste ist, dass Sie und Ihre Familie gesund bleiben. Verbringen Sie nach Möglichkeit viel Zeit Zuhause, waschen Sie sich mehrfach täglich gründlich die Hände und berühren Sie Ihre Gesicht nicht mit ungewaschenen Händen. Halten Sie in der Öffentlichkeit einen Abstand von mindestens 1.50 Metern zu Ihren Mitmenschen ein, aber zögern Sie nicht ihnen ein aufmunterndes Lächeln zu schenken. Alles Gute für Sie!

 

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15 Gedanken zu „Umschulung während Corona: Das müssen Sie wissen!“

  1. Hallo,
    Ich habe meine Umschulung am 1.10.2019 begonnen und seit dem 15.3 pausiert der Betrieb.
    Heute hat ein Umschulkollege einen Brief von der Arbeitsagentur bekommen, worin steht das er seiner Mitteilungspflicht nicht nachgekommen sei. Uns wurde nichts mitgeteilt, dass wir uns Abmelden müssen bei der Arbeitsagentur. Da er den Brief schon bekommen hat, kann ich davon ausgehen, dass ich auch einen bekommen werde, da wir beide bei dem selben Sachbearbeiter sind.

    Antworten
    • Hallo Gerrit,

      danke für Ihre Nachricht.
      Ich verstehe Ihre Angaben so, dass sich die vorgeworfene, verletzte Mitteilungspflicht darauf bezog, dass der Betreib eine Pause beschlossen hat, Sie somit zwangsläufig die Umschulung unterbrechen müssen und Sie dies nicht Ihrerseits der Arbeitsagentur mitgeteilt haben.

      Ich teile Ihre Meinung, dass es die Aufgabe des Umschulungsbetriebs ist, dem Kostenträger aka Arbeitsagentur mitzuteilen, dass sie vorübergehend nicht ausbilden können. Der Vorgang ist auch sehr irritierend, da es nicht Ihre Entscheidung war und anstatt vieler Briefe jedes einzelnen Umschülers, der richtige Weg nur sein kann, dass es eine Information seitens des Umschulungsbetriebs an das Arbeitsamt gibt.

      Was sind den die im Brief angedrohten Konsequenzen, da Sie nicht mitgeteilt haben?

      Sie sollten den Vorwurf sehr bestimmt zurückweisen und klarstellen, dass
      1. nicht Sie entschieden haben, nicht mehr an der Umschulung teilzunehmen, sondern die Unterbrechung eine ausschließlich Entscheidung des Betriebes ist. Sie waren jedenfalls jeden Tag bereit an der Umschulung teilzunehmen.
      2. Der gesunde Menschenverstand sagt Ihnen, dass es auch ausschließlich die Verantwortung des Umschulungsbetriebs ist, die vorübergehende Betriebsschließung der Arbeitsagentur mitzuteilen. Sie selbst haben kaum Informationen und sind selbst im Ungewissen, wann die Ausbildung fortgesetzt wird.
      3. Da die Umschulungsunterbrechung auf einer staatlichen Anordnung zur Corona-Pandemie beruht, sind Sie davon ausgegangen, dass der Staat und somit auch das Arbeitsamt wisse, was die Konsequenzen daraus sind: Dass Umschulungsbetriebe die Umschulungen unterbrechen werden.

      Schreiben Sie freundlich und sachlich. Reden Sie mit Ihren Kollegen über ein abgestimmtes Vorgehen.

      Antworten
  2. Halli Hallo,

    Ich habe meine Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement im Februar 2019 begonnen und bin noch ins 1. Lehrjahr eingestiegen. AP1 wurde jetzt auf Herbst verschoben. AP2 soll ich im November 2020 ablegen. Mir fehlt eine menge Schulstoff. Sowieso ja viel, da die Umschulung ja 2 Jahre geht. Ich bin derzeit richtig verzweifelt. Die IHK hat gesagt derzeit ist es völligst egal was mit der Prüfung im November ist.
    Mir ist es nicht egal . Ich arbeite ja jetzt Vollzeit im Betrieb, muss wie alle anderen auch- die Aufgaben von der schule erledigen + Familie.
    Ich glaube nicht das ich die Prüfung ablegen kann. Welche Möglichkeiten bleiben mir?
    Leider bekomme ich weder vom Arbeitsamt noch vom Träger gesagt wie es weiter geht.
    Ich danke schon mal vielmals.

    Freundliche Grüße

    Alexandra R.

    Antworten
  3. Hallo,
    ich mache seit 10 Monate eine Umschulung als Fachinformatikerin in Dortmund bzw. Erkrath.
    Wegen der Corona Krise hat den Umschulungbetrieb das Lernprozes auf Online Learning umgestellt. Das Problem ist, dass die Umschulung eine echte Parodie ist. Bevor die Corona Situation war die Umschulung schlecht genug( Die Dozenten haben während des Unterricht geschlafen, die Umschulern waren weger der ausländichen Hintergrund diskriminiert usw.) jetzt ist schlimmer geworden. Wir lernen nichts, die ganze Zeit ist der Dozent irgendwo und wir müssen nur ein Buch lesen. Als zukunftige Entwicklerin muss ich Programmiersprachen lernen,aber wir machen nur Pausen, lesen vom Buch und den Code abschreiben. Ich kann nichts und ich habe viele zusätzliche Kurse gekauft, um etwas können zu machen, um etwas Vernünftiges zu lernen um was am Ende als Kenntnisse zu haben. Aber ich kann mir keine weiteren Kurse leisten und Ich kann nicht diese ganze Parodie weiter machen und meine Zeit verlieren. Könnten Sie mir bitte einen Rat geben, was kann ich vornehmen um diese Umschulung abzubrechen? Ich wollte auch eine offizielle Beschwerde vorbringen und die Situation, die Unterricht Art und Weise bekannt machen. An wenn muss ich mich wenden?
    Danke für Ihre Antwort.

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Hallo Tatjana,

      danke für Ihre Nachricht. Sie beschreiben eine schreckliche Situation.

      Wurde die Umschulung von der Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder der Rentenversicherung finanziert? Dann sollten Sie unbedingt Details aufschreiben und dem Sachbearbeiter dort schicken.

      Wenn Sie oder Kollegen wegen ihrer ausländischen Herkunft diskriminiert wurden oder immer noch werden, dann können Sie das der “Anti-Diskriminierungsstelle” bei der Stadt melden, in der Sie die Umschulung machen.

      Wenn Sie die Umschulung abbrechen möchten und Sie haben die Kurse alle aus eigener Tasche bezahlt, dann ist die Frage, ob Sie zu einem Anwalt gehen sollten. Gut ist ein Anwalt für Vertragsrecht, dem Sie die Situation erklären und fragen, ob er / sie eine Chance sieht, dass Sie Teile des Geldes zurück bekommen. Fragen Sie bei dem Amtsgericht Ihrer Region nach, ob Sie einen Rechtsberatungsschein bekommen können (Abhängig von Ihrer finanziellen Situation) oder suchen Sie nach einer Verbraucherberatungsstelle. Bei diesen Vereinen bieten Rechtsanwälte meist sehr günstig eine erste Rechtsberatung an.

      Soll die Umschulung mit einer IHK-Prüfung enden? Dann kann die Information über die schlechten Ausbildungsstandards auch für die IHK interessant sein.

      Wenn die Umschulung von Agentur für Arbeit, Jobcenter oder Rentenversicherung finanziert wird, dann reden Sie vor dem Abbruch unbedingt mit dem für Sie zuständigen Sachbearbeiter. Der Sachbearbeiter muss von den Zuständen bei dem Umschulungsanbieter erfahren und Sie möchten vielleicht den Umschulungsanbieter wechseln.

      Ich schicke Ihnen eine eMail, bitte kontrollieren Sie Ihren Spam.

      Antworten
  4. Hallo,

    Ich habe nächste Woche Abschlussprüfung Steuerfachangestellte. Die Steuerkammern halten leider am Termin fest. Ich habe ein 3jährigen zu Hause, da ja die Kitas zu sind, und der will ständig beschäftigt werden. Also ist meine Prüfungsvorbereitung seit 16.03. gleich Null.
    Jetzt hat die Steuerkammer geschrieben, ich könnte von der Prüfung zurücktreten und diese zum Winter nachholen.
    Aber das Arbeitsamt sagt, das kann ich nicht machen. Ich bin so verzweifelt. Die Prüfung nächste Woche schaffe ich definitiv nicht.
    Wissen Sie vielleicht eine Möglichkeit, wie ich meine Umschulung weiter bis Juli ohne Prüfung machen kann. Bzw diese dann erst im November zu schreiben?

    Antworten
    • Liebe Anja,

      das ist eine missliche Lage und schade, dass die eigentlich zuständigen Stellen keine Abhilfe für dieses Problem schaffen konnten. Was das für Sie richtige Vorgehen ist, können letztlich nur Sie selbst entscheiden, aber wir möchten Ihnen kurz mitgegeben, was in der Regel passiert, wenn Sie nächste Woche an der Prüfung teilnehmen und sie nicht bestehen.

      Wird die Abschlussprüfung nicht gleich beim ersten Mal bestanden, dann zahlt die Agentur für Arbeit in aller Regel die Leistungen bis zum nächsten Prüfungstermin fort und übernimmt auch gegebenenfalls anfallende Prüfungsgebühren ein zweites Mal. Es wird zu einem Gespräch kommen, in dem über die Verlängerung des Arbeitslosengeldes entschieden wird. Wenn Sie erklären, dass es nur der fehlenden Vorbereitungszeit durch die aktuellen Umstände geschuldet war, sollte die Verlängerung kein Problem sein.

      Im Ergebnis würde Ihnen bis zum nächsten Prüfungstermin mit hoher Wahrscheinlichkeit das ALG I weiterbezahlt werden. Nur zur Klarstellung: Sie sprachen nur von Arbeitsamt, wir gehen davon aus, dass Sie die Arbeitsagentur und nicht das Jobcenter meinen. Sollten Sie nach der nichtbestandenen Umschulung das ALG1 nicht weiterbezahlt bekommen, sollten Sie in jedem Fall einen Widerspruch einlegen und sich juristisch beraten lassen. Nach unserer Erfahrung sind sich die Sachbearbeiter häufig selbst unsicher, ob der Anspruch besteht und lehnen ihn “vorsichtshalber” ab. Die Verwaltungspraxis ist aber eine andere und die Leistungen bis zum zweiten Versuch werden fortgezahlt.

      Wir haben keine Erfahrungswerte, was es für Sie (auch finanziell) bedeuten wird, wenn Sie die Prüfung mit Verweis auf Ihr Kind bzw. Corona selbst absagen. Wir würden davon abraten.
      Alles Gute für Sie!

      Antworten
  5. Hallo,

    Ich habe von der Agentur für Arbeit (zur Zeit Alg I) einen Bildungsgutschein erhalten. Dieser ist gültig vom 09.03.20 – 09.06.20. Ferner hat der Maßnahmeträger mir mitgeteilt, dass die Maßnahme in der Zeit vom 20.04.20 – 12.10.20 stattfinden wird. Nun wurde der Maßnahmebeginn bis auf einen zur Zeit unbekannten Termin verschoben. Den Gutschein habe ich bereits bei der Agentur für Arbeit (AA) eingereicht. Ab dem 01.05.2020 “falle” ich jedoch in Alg II. Meine Sachbearbeiterin bei der AA sagte mir nun: “Pech gehabt, ab dem 01.05.20 hätte der Bildungsgutschein keine Gültigkeit mehr, dann sei das Jobcenter (JC) für mich zuständig. Vielleicht hätte ich Glück und könnte die Maßnahme beim Jobcenter genehmigt bekommen.” In diesem Fall könnte ich jedoch an der Umschulung nicht mehr teilnehmen, da ich erheblich weniger Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten würde.

    Ferner sagte die SB der AA, dass nur bei Maßnahmen, die unterbrochen würden, diese anschließend fortgesetzt würden. Dies würde jedoch für Maßnahmen, die noch nicht begonnen hätten, nicht gelten. M. E. nach greift auch hier der Vertrauensschutz nach Art. 3 GG:
    “Die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung sind aus Gründen des Vertrauensschutzes und Art. 3 GG an die eigene Entscheidung (dass Sie die Voraussetzungen für eine förderbare Umschulung erfüllen) gebunden.” oder?

    Antworten
    • Hallo,

      danke für Ihre Nachricht.

      Ja, die AA ist an die Entscheidung, Sie mit einem Bildungsgutschein zu fördern gebunden. Jedoch können Sie sich auf Vertrauensschutz nur berufen, solange die Arbeitsagentur für Sie zuständig ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Jobcenter Ihnen dieselbe Umschulung genehmigt ist hoch, aber dann eben nur zu den Konditionen des JC. Es ist nachvollziehbar, wie unbefriedigend diese unverschuldete Situation für Sie ist.
      Alles Gute!

      Antworten
  6. Hallo, ich habe keine Antwort auf meine Frage gefunden: Was wird mit den Umschülern passieren, die Kinder in der Kita haben. Es ist klar, dass die Kindergärten nicht bald geöffnet werden. Wie können wir dieses Problem lösen? Wenn die Kinder zu Hause bleiben, dann bedeutet das, dass die Mutter die Umschulung aufhören muss. Wir haben auch kein Recht auf Notbetreuung. Danke für einen Tip.

    Antworten
    • Hallo Silvana,

      ja, das ist tatsächlich eine Herausforderung für Familien. Wir raten Ihnen, grundsätzlich alle Probleme immer dem Arbeitsamt oder Jobcenter zu kommunizieren und selbstverständlich auch gegenüber dem Umschulungsbetrieb oder schulischen Umschulungsanbieter die Situation offen zu legen. Vielleicht kommt es so zu Lösungen, auf die man alleine nicht gekommen wäre. Überlegen Sie, ob vielleicht vorübergehend die Umschulung in Teilzeit absolviert werden kann, wenn Sie für die Zeit eine Kinderbetreuung finden können.

      Wir drücken Ihnen die Daumen für eine Lösung! Alles Gute

      Antworten
  7. Hallo,
    ich befinde mich jetzt seit eIner Woche im Praktikum meiner Umschulung. Leider komme ich nicht mit meinem Chef zurecht und es harmoniert überhaupt nicht zwischen uns, und stellt mich auch vor einer immensen Psychischen Belastung. Ich befürchte das mir das Praktikum gekündigt wird. Zur derzeitigen Corona Krise wird es aktuell schwer oder schon fast unmöglich werden schnell einen neuen Praktikumsplatz zu finden. Würde meine Umschulung dann jetzt dadurch automatisch beendet werden?

    Danke für Ihre Antwort!

    Liebe Grüße Sven.K

    Antworten
    • Hallo Sven,

      danke für Ihre Nachricht.

      Ihre Schilderungen klingen für uns nach einer schulischen Umschulung mit externem Praktikum.
      Bei Problemen im Praktikum sollten Sie sich immer an den Ansprechpartner des Bildungsträgers wenden (dort kann man Ihnen ggf. auch Ersatzorte nennen) und auch den Kostenträger informieren (Rentenversicherung, JC, AA) informieren. Es geht zunächst um einen Lösungsversuch, im zweiten Schritt aber auch um eine Alternative, damit Sie Ihre Umschulung zügig fortsetzen können.

      Eine Kündigung seitens der Praktikumsstelle gefährdet Ihre Umschulung nicht, solange Sie aktiv werden. Wenn es aufgrund des Coronavirus schwierig wird, eine neue Stelle zu finden, dann dokumentieren Sie alle Bewerbungen und Ihre Aktivitäten (mit wem haben Sie telefoniert, etc.) und beantragen dann eine Verlängerung der Umschulung. Wenn Verzögerungen allein auf der aktuellen Gesamtsituation beruhen, nicht aber darauf, dass Sie nicht selbst aktiv geworden sind, dann sollte es mit einer Verlängerung keine Problem geben.

      Viele Umschüler können aktuell nicht an ihren Praktika teilnehmen (zB die Betrieb geschlossen sind) und dies wird kein “automatisches” Ende der Umschulung bedeuten, sondern eine zeitliche Verschiebung in den Ausbildungsplänen.

      Tipp für Sie:
      – Informieren Sie den Ansprechpartner des Umschulungsanbieters über die Probleme. Fragen Sie nach Empfehlungen für alternative Ausbildungsstätten.
      – Werden Sie selbst aktiv (Kurzbewerbungen per eMail, Telefonate). Dokumentieren Sie alles, insbesondere Schwierigkeiten durch Corona.
      – Wenn Sie nicht weiterkommen, informieren Sie den Kostenträger über die Probleme und Ihre Aktivitäten.

      Brechen Sie auch keinen Fall eigenständig die Umschulung ab – Sie werden Kosten tragen müssen. Die Beantragung einer neuen Umschulung ist während der Corona-Krise ungleich schwieriger, da die Behörden überlastet sind.

      Wir wünschen Ihnen alles Gute. Bitte lassen Sie uns wissen, wie es weiter ging und ob wir Ihnen nochmals Rat anbieten können.

      Antworten
  8. Hallo,
    ich habe gerade Ihren Artikel zum Thema Umschulung/Corona gelesen, aber habe nicht wirklich Antwort auf meine Frage umd Sorgen gefunden.
    In diesem Jahr habe ich am 2. März eine 2-jährige Umschulung zur Tischlerin begonnen. Seit dem 16.3. ist die Tischlerei des Bildungsträgers geschlossen, somit haben wir keine Möglichkeit, uns die Praxis anzueignen.
    Seit ca. 3 Wochen ist die Schulung also unterbrochen, was für mich persönlich schon schlimm ist, wenn bisher 3 Wochen Praxis fehlen.
    Zwar sollen wir bis jeden Montag Theorieaufgaben einsenden, aber mir geht es um die Praxis die 4 Tage/Woche einnimmt.
    Wie ist das mit dem Thema Verlängerung der Umschulung wegen Corona.
    Mein Ausbilder meinte vor der Unterbrechung grob, wenn der Betrieb ein halben Jahr geschlossen werden müsste, erst dann würde eine Verlängerung erfolgen.
    Aber was ist bspw., wenn der Betrieb nun 3 Monate geschlossen hätte? Das ist doch Wahnsinn, wenn man 3 Monate lang weniger Praxis hat, gerade im 1. Halbjahr, wo man die Grundlagen lernt.

    Danke für Ihre Antwort.

    Liebe Grüße

    Judith R.

    Antworten
    • Hallo Judith,

      danke für Ihre Nachfrage.

      Die Ausbildungspläne einer Umschulung sind zwar gestrafft, aber es besteht dennoch eine zeitlicher Puffer. Entfallener Praxisunterricht kann bis zu einem gewissen Umfang innerhalb der verkürzten Zeit von zwei Jahren nachgeholt werden, ohne eine Verlängerung der gesamten Umschulungszeit erforderlich zu machen. Ein Bildungsträger kann bei der Frage, Verlängerung oder nicht, auch nicht frei entscheiden. Angelegenheiten der Finanzierung (und bei einer Verlängerung geht es um beachtliche zusätzliche Geldsummen) entscheidet der Kostenträger und bislang gibt es weder von Arbeitsagentur oder Rentenversicherung Stellungnahmen.

      Die Lernkurve in Umschulungen ist steil und Sie werden den Praxisausfall von einigen Wochen innerhalb der zwei Jahre aufholen. Hoffen wir, dass es kein längerer Reitraum wird….
      Alles Gute für Sie!

      Antworten

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