Umschulung Verwaltungsfachangestellte/r

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Verwaltungen sind zu modernen Dienstleistern geworden.

Keine Angst vor der Verwaltung! Warum und wie auch heute noch eine Verbeamtung und damit eine sichere Anstellung auf Lebenszeit möglich ist und warum man manchmal vielleicht gar nicht Verwaltungsfachangestellte (abgekürzt: VFA) werden muss, um in die richtige Position zu kommen – das erfahren Sie hier weiter unten.

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Die Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten erfreut sich großer Beliebtheit unter allen kaufmännischen Umschulungen. Insbesondere wer sich aus gesundheitlichen Gründen für einen Berufswechsel entscheidet, sucht in vielen Fällen eine Bürotätigkeit ohne körperlich belastende Arbeit. Nach der verkürzten Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten stehen in der Verwaltung des öffentlichen Dienstes vielen Arbeitsplätzen mit dieser Vorgabe zur Verfügung.


Wenige Quereinsteiger wissen, welche Karriereoptionen nach der Umschulung offen stehen: Ehrgeiz und Wille zur Weiterbildung vorausgesetzt können Verwaltungsfachangestellte sich bis zur Verbeamtung hocharbeiten. Weiteres hierzu finden Sie im Abschnitt weiter unten.


Die duale Umschulung in der Verwaltung wird unter den Voraussetzungen des Sozialgesetzbuches durch das Arbeitsamt oder das Jobcenter finanziell gefördert. Die Rentenversicherung ist unter Umständen für Arbeitnehmer mit Behinderung oder Krankheiten vorrangig zuständig. Wir haben Ihnen alle wichtigen Informationen zu Finanzierung, Dauer und möglichen Weiterbildungen auch per Fernstudium für künftige ausgebildete Fachkräfte des öffentlichen Dienstes zusammengefasst.

 

Für Schnellleser
Am Ende des Artikels finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte oder gleich hier. Wenn Sie eine konkrete Frage zur Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten / zur Verwaltungsfachangestellten haben, dann kommen Sie durch einen Klick auf die Überschrift im Inhaltsverzeichnis direkt zum jeweiligen Abschnitt.

 

Das Berufsbild der Verwaltungsfachangestellten (VFA)

Umgeschulte Verwaltungsfachangestellte verantworten viele verschiedene Tätigkeiten im Bereich der staatlichen Verwaltung. Wenn Sie mit wenig Bürgerkontakt arbeiten, dann liegt der Fokus auf der klassischen Verwaltungstätigkeit, wie Führen von Akten, Bearbeitung von behördlichen Vorgängen, Erlass von Bescheiden, Auswertung von Daten für Statistiken und anderer zahlenorientierter Arbeit.

Nach der Umschulung (z.B. durch das Arbeitsamt gefördert) arbeiten Verwaltungsfachangestellte (VFA) teils auch im Bürgerverkehr: Sie erteilen Bürgern und telefonische Auskünfte und erklären Antragstellern Formulare, Gesetze und Vorschriften. Wer in der Kommunalen Verwaltung nimmt während der Sprechzeiten Anträge der Bürger persönlich an und stellt zum Beispiel vorläufige Reisepässe und andere Dokumente aus.

Außerhalb der Zeiten des Bürgerverkehrs beantworten die Verwaltungsfachkräfte Anfragen anderer Behörden, beraten sich mit Vorgesetzten bei komplizierten Behördenangelegenheiten und erstellen Entscheidungsvorlagen.  

 

Welche Schwerpunkte und Spezialisierungen kann man wählen?

Während der Umschulung zur Verwaltungsfachangestellte spezialisieren Sie sich faktisch mit der Wahl der Behörde. Wer im Bauamt die verkürzte Ausbildung antritt, erlangt anderes Fachwissen als zukünftige Verwaltungsfachkräfte im Auswärtigen Amt oder im Bayrischen Innenministerium. Eine grobe Einteilung der Fachrichtungen sieht auch so aus:   

  • Bundesverwaltung in Ministerien und Behörden auf Bundesebene
  • Landesverwaltung in Behörden und Ämtern in den einzelnen Bundesländern
  • Kommunalverwaltung in städtischen Ämtern, im Landratsamt usw.
  • Kirchenverwaltung in kirchlichen Einrichtungen und Ämtern oder
  • Verwaltung bei öffentlich-rechtlichen Körperschaften wie die Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer, wo die Umschulung z.B. bei der örtlichen IHK möglich ist.

 

Im Arbeitstag sind die Aufgaben von Verwaltungsmitarbeiter nicht auf reine Verwaltungsaufgaben beschränkt. In vielen Fällen sind sie zusätzlich für Büroorganisation mit Materialbeschaffung, in der Personalabteilung auch für Personalplanung verantwortlich. Hier zeigen sich in der Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten Parallele zum Beruf der Kaufleute für Büromanagement und Bürokommunikation. Auch Aufgaben im Bereich der Haushaltsplanung zählen zu den Tätigkeiten der Verwaltungsfachangestellten. Gleich in welcher Behörde Sie die Umschulung beginnen, am Ende führen alle Verwaltungsfachangestellte die gleiche Berufsbezeichnung.

 

Wie sind die Zukunftsaussichten für Verwaltungsfachangestellte?

Die öffentliche Verwaltung benötigt immer Arbeitskräfte, die die anfallenden Aufgaben bewältigen. Daher besteht stets ein gewisser Grundbedarf in diesem Berufsfeld. Viele Behörden versuchen zwar die eigenen Kosten zu senken, indem sie die Zahl der Verwaltungsangestellten reduzieren, doch die Zahl der offenen Stellen für Fachkräfte ist weiter hoch. Die Anzahl der Umschüler und Auszubildenden kann die Angestellten, die in den Ruhestand gehen, nicht ausgleichen. Informieren Sie sich vor der Beantragung des Umschulung unbedingt über die Arbeitslage vor Ort. Es kann Ihnen zu einem guten Argument für die Bewilligung eines Bildungsgutscheins verhelfen.

Wer die Bereitschaft hat auch zu seinem Arbeitsplatz eine gewisse Distanz zu pendeln, der muss sich keine Gedanken um eine zukünftige Festanstellung machen. Viele Kommunen suchen händeringend nach Arbeitnehmern für den öffentlichen Dienst.

 

Für wen ist die Umschulung geeignet?

Wer aus gesundheitlichen Gründen zu einer Umschulung gezwungen ist, kann sich auf diesem Wege eine neue sichere berufliche Zukunft mit der Chance auf Verbeamtung aufbauen. Die Verwaltungsfachangestellten arbeiten überwiegend im Sitzen, weshalb diese Tätigkeit beispielsweise sehr gut geeignet ist, wenn eine Person aufgrund von gesundheitlichen Problemen wie Gelenkproblemen nicht mehr dazu in der Lage ist, im Stehen zu arbeiten oder schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Der größte Teil der Verwaltungsfachangestellten verfügt über einen Realschulabschluss. Der häufigsten Vorberuf ist der des Bürokaufmanns/ der Bürokauffrau.

 

Diese Voraussetzungen müssen angehende Verwaltungsfachangestellte erfüllen:

  • mittlerer Schulabschluss, ein guter qualifizierender Hauptschulabschluss genügt auch
  • Gute Kenntnisse in Mathematik und Deutsch, insbesondere Rechtschreibung und Grammatik
  • Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Themen, da besonders der Bereich Recht einen großen Teil der Ausbildung und der späteren Arbeit ausmachen wird.
  • Bestehen des Eignungstests

 

Wie lange dauert die Umschulung?

Die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten dauert meist zwei Jahre und findet überwiegend im Dualsystem, teils auch als rein schulische Umschulung statt. Zusätzlich zum Besuch einer Verwaltungsschule belegen die Umschüler mehrere Lehrgänge. Der praktische Teil der Umschulung findet in einer Verwaltungsbehörde (u.a. Ministerium, Gericht) statt, wobei Umschüler als Fachrichtung zwischen Bundesverwaltung, Kommunalverwaltung, Landesverwaltung, Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern sowie Kirchenverwaltung wählen können.

 

Kann man mit einem Hauptschulabschluss Verwaltungsfachangestellter werden?

Die Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten mit Berufsreife ist meist nur unter der Voraussetzung möglich, dass bereits mehrjährige Berufserfahrung in einer Verwaltung nachgewiesen werden kann. Die Verkürzung der Umschulungszeit auf zwei Jahre steht immer unter dem Vorbehalt, dass auf einschlägig Berufserfahrung und einer ersten Ausbildung aufgebaut werden kann. Andernfalls führt der Weg über die reguläre dreijährige Ausbildung.

 

Kann man die Umschulung auch berufsbegleitend in Teilzeit oder Abendschule machen?

Ja, die Umschulungen zum Verwaltungsfachangestellten bzw. zur Verwaltungsfachangestellten können sowohl in Vollzeit, als auch berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden. Eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten an einer Abendschule ist jedoch nicht möglich.

 

Kann man Verwaltungsfachangestellte in 1 Jahr werden?

Die zweijährige Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten kann nicht auf ein Jahr verkürzt werden. Wer allerdings bereits Arbeitserfahrung in der Verwaltung oder in einem anderen Beruf im öffentlichen Dienst gesammelt hat, der kann sich innerhalb von 12-13 Monaten zum Verwaltungswirt fortbilden lassen. Verwaltungswirte stehen nicht ganz auf der selben Stufe wie Verwaltungsfachangestellte. Jedoch bestehen auch für Verwaltungswirte sehr gute Karrieremöglichkeiten durch weitere Lehrgänge (siehe unten). Berufsreife genügt auch hier als Schulabschluss.

 

Welche Inhalte werden in der verkürzten Ausbildung vermittelt?

Der Umschulungsberuf des Verwaltungsfachangestellten ist ein nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannter und somit staatlich geregelter Ausbildungsberuf. Die ersten zwei Drittel der verkürzten Ausbildung sind für alle verschiedenen Verwaltungsfachbereiche gleich. Erst im dritten Drittel (Äquivalent zum 3. Ausbildungsjahr) findet die Spezialisierung, z.B. bei der IHK auf den Bereich der Handwerksverwaltung statt. Die Abschlussprüfung findet für Umschüler ebenfalls an der Verwaltungsschule des jeweiligen Bundeslandes statt. Die Prüfungsvorbereitung findet hingegen an der Berufsschule für Verwaltung statt.

Eine Empfehlung, sich auf die Zwischenprüfung und Abschlussprüfung vorzubereiten: Spezielle Lernkarten, die es für die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten von mehreren Anbietern gibt. Einfach bei Google „Lernkarten Verwaltungsfachangestellte“ eingeben.

 

Welche Voraussetzungen müssen Bewerber für die Umschulung erfüllen?

Die Vorgaben variieren, da die Umschulungsanbieter und Behörden eigene Zugangsvoraussetzungen festlegen können. Meist müssen die Interessenten mindestens einen mittleren Schulabschluss verfügen, um sich zum Verwaltungsfachangestellter bzw. zur Verwaltungsangestellte umschulen lassen zu können. Wenn Sie einen Hauptschulabschluss besitzen, dann ist die Umschulung meist nur möglich, wenn Sie bereits einen zweijährigen Berufsabschluss und mehrjährige Berufstätigkeit vorzeigen können.

 

Wie viel verdient man als umgeschulte Verwaltungsfachangestellte?

Verwaltungsfachangestellte erhalten während der regulären Ausbildung ein Gehalt von durchschnittlich 1000 Euro monatlich. Wird eine Umschulung vom Arbeitsamt, vom Jobcenter oder von der Rentenversicherung gefördert, dann erhalten Sie ein Umschulungsgeld vom jeweiligen Kostenträger. Zusätzlich können zur Sicherung des Lebensunterhalts weitere Zuschüsse und Förderungen beantragt werden. Während der Praktikumszeiten erhalten Sie kein zusätzliches Gehalt von der jeweiligen Verwaltungsbehörde. Bei betrieblichen Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten bei einem Wirtschaftsunternehmen hingegen ist es teils üblich, dem Umschüler als Bonus einen zusätzlichen Lohn bis zur Höhe des anrechnungsfreien Betrages zu zahlen.

Erfolgsprämie
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Umschulung können Umschüler einen Anspruch auf bis zu 2400 Euro als Erfolgsprämie geltend machen.

 

Einkünfte nach Abschluss der Umschulung

Die Gehälter von Verwaltungsfachangestellten unterscheiden sich zum Teil erheblich. Ein Jahresgehalt von € 25.000 bis 40.000 pro Jahr dürfen sich Interessierte aber in jedem Fall erwarten. Jobangebote können dabei aus verschiedenen Bereichen kommen: Landes-/Bundes-/Kommunalverwaltung, Kirchenverwaltung oder private Verwaltungstätigkeiten stehen dabei zur Auswahl.

Meist Bezahlung nach Tarif
Während sich öffentliche Dienstgeber strikt an den „Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst“ (TvöD) halten, weichen private Arbeitgeber von diesen Zahlen auch gelegentlich ab. Beim Blick auf den Tarifvertrag ist die Einordnung in die Lohngruppe entscheidend: Erfolgt bei Berufsbeginn die Eingruppierung in die EG 5, entspricht das einem Einkommen von rund € 2.400 brutto. In weiterer Folge steigt das Gehalt mit jedem Sprung in eine höhere Gruppe.

Bei privaten Arbeitgebern herrscht zum Teil ein West-Ost Gefälle – wer im privaten Sektor Verwaltungsfachangestellte/r werden möchte, sollte sich für Verdienstmöglichkeiten die lokalen Angebote ansehen. Aufstiegslehrgänge oder Weiterbildungen können das Gehalt im Anschluss an die abgeschlossene Ausbildung zudem deutlich aufbessern. Eine Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt lockt beispielsweise mit einem Einkommen von mehr als € 60.000 pro Jahr.

 

Was kostet die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten?

Die Kosten der Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten setzten sich aus Schulgebühren, Prüfungsgebühren und den allgemeinen Lebensunterhaltskosten zusammen. Die finanzielle Belastungen variieren stark von Bundesland zu Bundesland, wo die Ausgaben teils niedriger sind. Die Kosten einer zwei-jährigen Umschulung orientieren sich in diesem Beispiel an Bayern:

  • Schulgeld der Berufsschule für Verwaltung: etwa 5000 Euro insgesamt
  • Prüfungsgebühren für Zwischenprüfung (meist freiwillig) und Abschlussprüfung: circa 500 Euro
  • Unterhalt für Miete, Lebensmittel, Versicherungsbeiträge: abhängig von Wohnort und Lebensstandard

 

Wie kann man die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten (VFA) finanzieren?

Die Möglichkeiten für die Förderung einer Umschulung sind sehr umfangreich. Welche Behörde (Kostenträger) für Sie zuständig ist, hängt davon ab aus welchem Grund Sie eine Umschulung machen möchten bzw- müssen.

Wird der Antrag vom jeweiligen Kostenträger wie dem Arbeitsamt bewilligt, dann trägt der Umschüler keine Kosten. Die Behörde oder der Staat finanziert die Kosten der Schulung an sich, wie auch einen angemessenen Lebensunterhalt während der Ausbildung. Jedoch stellt sich die Frage der Kosten der Umschulung, wenn Sie diese selbst finanzieren möchten oder wenn Sie die bewilligte Umschulung ohne Abschluss abbrechen möchten.

Wer die Umschulung freiwillig abbricht (zum Beispiel weil man kein Interesse mehr hat), kann zur Rückzahlung und Zahlung von Schadensersatz verpflichtet sein. Die Details sind in Ihrer Eingliederungsvereinbarung geregelt.

 

Umschulung durch die Rentenversicherung

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen zu einer Umschulung gezwungen sind, können Sie bei der Rentenversicherung einen Antrag stellen. Die Finanzierung der Umschulung wird zu 100 Prozent übernommen, wenn Sie entweder aufgrund Ihrer Krankheit eine Erwerbsminderungsrente beziehen oder wenn Sie bereits seit mindestens 15 Jahren in die Rentenversicherung einzahlen.

 

Umschulung durch eine Berufsgenossenschaft

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Förderung durch die Berufsgenossenschaft. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie einer Berufsgenossenschaft angehören und Sie aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls zur Umschulung gezwungen sind.

 

Umschulung durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter

Wenn Sie aufgrund der Arbeitsmarktsituation eine Umschulung anstreben, können Sie auch eine Förderung durch das Arbeitsamt oder Jobcenter beantragen.  Nach § 81 Abs.1 SGB III  kann Ihnen eine Umschulung durch einen Bildungsgutschein finanziert werden, wenn sie:

notwendig ist, um […] bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine […] drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil […] wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist

Wenden Sie sich für das Beratungsgespräch (Keine Finanzierung durch Bildungsgutschein ohne vorherige Beratung möglich!) an die Arbeitsagentur, wenn Ihr Arbeitsplatz gefährdet, Sie arbeitssuchend oder bis zu einem Jahr arbeitslos sind. Das Jobcenter ist für Sie zuständig, wenn Sie länger als ein Jahr ohne Arbeit sind.

Wie Sie erfolgreich eine Umschulung beantragen, erfahren Sie hier: Wichtige Tipps für den Antrag auf einen Bildungsgutschein. 

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Wer bietet die Umschulung zum/zur Verwaltungsfachangestellten an?

Die duale Umschulung Verwaltungsfachangestellter besteht Theorieunterricht in einer Verwaltungsakademie und der praktischen Zeit in einer Behörde. Meist weniger bekannt ist, dass die Umschulung in die Verwaltung auch bei öffentlichen Einrichtungen und Dienststellen wie Universitäten absolviert werden kann. Wählen Sie Ihren Umschulungsort nach denen für Sie individuell wichtigen Kriterien aus. Die verkürzte Ausbildung ist auch über schulische Umschulungsanbieter möglich. Empfehlungen für Umschulungsstätten in Ihrer Region bekommen Sie auch von Ihrem Kundenberater der Arbeitsagentur. Anerkannte Ausbildungsstätten in den einzelnen Bundesländern sind insbesondere:

  • Berlin-Brandenburg: BBW , Verwaltungsakademie VAk und BBQ (Berlin)
  • Bayern: BFW (München)
  • Nordrhein-Westfalen: Studieninstitut für kommunale Verwaltung (Aachen)
  • Thüringen: TVS (Weimar)
  • Schleswig-Holstein: Verwaltungsakademie Bordesholm
  • Sachsen-Anhalt: BFW (Halle) oder direkt bei Behörden
  • Niedersachsen: Grone (Hannover)
  • Bremen: Verwaltungsfachschule Bremen und BFW
  • Hamburg: direkt bei Behörden
  • die Bundeswehr
  • viele IHK´s

 

Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten nach Städten

 

Kann ich nach der Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten Beamter werden?

Ja, Verwaltungsfachangestellte mit Ehrgeiz können sich bis zur Verbeamtung hocharbeiten. Verwaltungsfachangestellte sind bereits Amtsträger nach § 11Nr. 2 StGB, also Beamte im haftungsrechtlichen und strafrechtlichem Sinne. Bei einer Verbeamtung geht es jedoch um den Status als Beamter, insbesondere u die Fragen der Besoldung, Unkündbarkeit und andere arbeitsrechtliche Besonderheiten.

 

Kann man alternativ auch durch ein Fernstudium Verwaltungsfachangestellter werden?

Ja, zwar können Sie nicht direkt den Umschulungsberuf studieren, aber es gibt Fernstudiengänge, die Sie zu einem Abschluss führen, mit dem eine Bewerbung auf vergleichbare Stellenausschreibungen möglich ist. Ein Fernstudium ist eine besonders praktische Alternative zur Umschulung, da Sie so in jedem Fall die Ausbildung berufsbegleitend und finanziell unabhängig durchführen können. Themenverwandte Studiengänge könnten beispielsweise ein Fernstudium zum Betriebswirt, zum Buchhalter oder im Bereich des Arbeitsrechts sein.

Umschulung per Fernstudium - die Studienführer Winter/Frühling 2022/23 sind da:

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Andere Alternativen, um Verwaltungsfachangestellter bzw. Verwaltungsfachangestellte zu werden

Verwaltungsfachangestellte arbeiten in der Regel auf der Verwaltungsebene einer Behörde oder eines Amts. Zu ihren Aufgaben zählt die Bürgerberatung, die Bearbeitung von Anträgen, die Aktenführung sowie die Personalverwaltung. Der klassische Ausbildungsberuf vermittelt Fähigkeiten, die für die Ausübung dieser Tätigkeit unerlässlich sind.

Alternativ zur Umschulung für Verwaltungsfachangestellte, ist auch eine Ausbildung zum Verwaltungswirt möglich. Dabei genügt ein qualifizierter Hauptschulabschluss.

 

Kann man auch durch ein Studium Verwaltungsfachangestellte/r werden?

Nein, die Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten kann nicht als Fernstudium oder an einer Verwaltungshochschule absolviert werden. Es gibt allerdings vorbereitende Fernlehrgänge, die als erster Teil der Beschäftigtenlehrgänge auch online von Zuhause absolviert werden können. Es handelt sich dabei um den Grundlehrgang zum Verwaltungswirt und den Aufbaulehrgang für Verwaltungsfachangestellte nach der Umschulung.

Darüberhinaus es gibt bislang keine spezifischen Studiengänge für Verwaltungsangestellte in Deutschland, da dieser Beruf ausschließlich als Ausbildungsberuf konzipiert ist. Denkbar sind Studiengänge mit verwaltungsrechtlichem Fachwissen, wie

  • Business Administration
  • Public Management
  • Kommunalwirtschaft oder Gemeinwesenentwicklung für Verwaltungsfachangestellte.

 

Passende Studiengänge werden unter anderem von der Fachhochschule Dresden, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur in Berlin, der EBZ Business School in Bochum und der Hochschule Mainz angeboten. Je nach Hochschule sind die Studiengänge als Voll- und Teilzeitstudium sowie als Bachelor- und Masterstudium zugänglich.

 

Quereinstieg: Verwaltungsfachangestellte werden ohne Umschulung?

Ja, aber als Quereinsteiger in der Verwaltung einer Behörde angestellt zu werden ist mit Schwierigkeiten verbunden. In der Regel wird eine Ausbildung oder Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten formal verlangt. Wer mit einem Bachelorstudium oder einer anderen Ausbildung bereits mehrere Jahre in einer Verwaltung gearbeitet hat und somit Arbeitserfahrung vergleichbar eines Verwaltungsfachangestellten besitzt, wird nicht selten bei der Stellenbesetzung erfolgreich berücksichtigt.

Ohne Umschulung als Verwaltungsfachangestellter in einer Behörde beschäftigt zu werden, gelingt in der Regel nur, wenn Sie bisher schon in der Verwaltung einer Behörde gearbeitet haben. Hier gilt dann eine besondere Regelung: Bei einer mindestens viereinhalbjährigen Berufserfahrung kann die Abschlussprüfung zum Verwaltungsfachangestellten ohne vorherige Umschulung ablegen. Das theoretische Wissen, welches für den Beruf dennoch vorausgesetzt wird, erlernen die quasi Quereinsteiger im Zuge von Schulungsblöcken an der Verwaltungsschule.

  • Nachqualifizierung zur Verwaltungsfachkraft (setzt Anstellung im öffentlichen Dienst voraus)

 

Alternativer Berufswechsel: Bürokauffrau werden statt Verwaltungsausbildung

Wenn Sie nicht in einer Bundes- oder Landesbehörde zukünftig arbeiten möchten, sondern sich eine Verwaltungstätigkeit in der Verwaltung eines Krankenhauses, bei einem Unternehmen oder Organisation vorstellen können, dann ist ein Quereinstieg leichter zu realisieren. Viele Verwaltungsabteilungen akzeptieren auch Bewerber aus anderen Branchen, wenn sie Arbeitserfahrung vergleichbar mit Büromanagement oder einer kaufmännische Tätigkeit vorzeigen können. Unterschied zu Kauffrau bzw. des Kaufmanns für Büromanagement.

 

Weiterbildungen für Verwaltungsfachangestellte

Nach der Umschulung bieten sich viele berufsbegleitende Fortbildungslehrgänge an, die verantwortungsvolle und lukrative Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Anbieter der Beschäftigtenlehrgänge sind meist die Verwaltungsakademien des Bundeslandes und setzten eine Anstellung bei einem öffentlichen Arbeitgeber voraus.

  • Fortbildung zum / zur Verwaltungsfachwirt/-in ab 3 Jahren nach der erfolgreichen Umschulung
  • Verwaltungswirte können über Verwaltungsinspektoren bis zu Verwaltungsräten befördert werden.

 

Update 2020 / Update 2021:

Das Berufsbild des Verwaltungsfachangestellten und des Beamten wird auch in Zeiten der hochgejubelten Instagram-Influencer und Youtuber dennoch immer beliebter. Viele Arbeitnehmer wissen wieder berufliche Stabilität zu schätzen. 2020 gehörte der Umschulungsberuf Verwaltungsfachangestellter zu den beliebtesten 20 Berufen in Deutschland. In den ostdeutschen Bundesländern rangiert die Verwaltungsfachangestellte sogar auf Platz 10.

Die Arbeitsmarktzahlen für Verwaltungsfachangestellte sind im Frühjahr 2021 weiterhin rosig. Die Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten nach der erfolgreichen Umschulung in diesem Bereich nimmt auch von Jahr zu Jahr zu.

 

Zusammenfassung

  • Während der Umschulung bekommt man statt Gehalt ein Umschulungsgeld gezahlt. Die Verdienstchancen nach der Umschulung hängt von vielen Faktoren ab. Behörden bezahlen nach öffentlichem Tarifvertrag.
  • Wer eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten machen möchte, muss in der Regel einen mittleren Schulabschluss und eine abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung vorzeigen können.
  • Die Finanzierung der Umschulung erfolgt durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Wird die Umschulung durch die Rentenversicherung oder eine Berufsgenossenschaft gefördert, dann wird eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) geschlossen.
  • Die Umschulung ist für den Umschüler kostenlos, wenn der Antrag auf einen Bildungsgutschein bewilligt wurde. Die Kosten der Umschulung können jedoch bei freiwilligem Abbruch der Umschulung eine Rolle spielen.
  • Achten Sie bitte bei der Bewerbung für Ihre Umschulung akribisch auf Grammatik, Rechtschreibung und Ausdruck. Diese Kernkompetenzen sind Voraussetzung als künftige Verwaltungsfachkräfte.
  • Viele Umschulungsanbieter bilden zum Verwaltungsfachangestellten aus. Die richtige Wahl für Sie selbst treffen Sie zum Beispiel anhand der Kriterien Ruf des Umschulungsanbieters, tägliche Entfernung zur Umschulungsstätte (Fahrtkosten werden ersetzt), Flexibilität (Umschulung in Teilzeit möglich?) etc.
  • Die Umschulung dauert in Vollzeit in der Regel zwei Jahre, in Teilzeit bis zu 30 Monate und kann auch berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden. Der Besuch einer Abendschule genügt nicht. Die Umschulung kann auf zwei Jahre verkürzt werden, wenn mehrjährige Arbeitserfahrung in einer Verwaltung vorgezeigt werden kann oder eine erste abgeschlossene Ausbildung vorliegt.
  • Der Quereinstieg in den Beruf der / des Verwaltungsfachangestellten ist schwierig, da eine passende Ausbildung oder Umschulung von Behörden erwartet wird.
  • Weder ein Präsenzstudium noch ein Fernstudium können eine Umschulung ersetzen. Jedoch kann über ein Fernstudium in einem verwandten Bereich der Quereinstieg in die Verwaltung oder eine Verwaltungstätigkeit bei einem Unternehmen ermöglichen.

2 Gedanken zu „Umschulung Verwaltungsfachangestellte/r“

  1. Ich bin ausgebildete MFA (3 Jahre Ausbildung), arbeite in einer Kinder- und Jugendarztpraxis, 3 Jahre Berufserfahrung, Realschulabschluss und möchte mich per Quereinstieg, am liebsten berufsbegleitend, in Richtung Verwaltungsfachangestellte umorientieren. Wo kann ich weitere Informationen bekommen?

    Antworten
    • Hallo Stefanie,

      danke für Ihre Nachfrage.

      Die Ausbildungen zur MFA und zur VFA haben zwar einige Überschneidungen, aber häufig ist der Quereinstieg in den öffentlichen Dienst an wenig flexible Vorgaben gebunden. Ist zum Beispiel eine Stellenausschreibung an eine bestimmte Gehaltsstufe des Öffentlichen Tarifvertrags gebunden, dann besteht weniger Flexibilität bei den formellen Qualifikationen der Bewerber. Leider ist das Angebot an berufsbegleitender Weiterbildung im Bereich Verwaltung sehr spärlich. Ganz überwiegend richten sich Kurse an ausgebildete Verwaltungsmitarbeiter, die sich fortbilden möchten.

      Auch an den Fernschulen, die eigentlich richtige Anlaufstelle für eine berufsbegleitende Weiterbildung wären, gibt es aktuell keine Schulungen für den Berufswechsel in die Verwaltung. Lediglich nebenberufliche Angebote im Bereich Büromanagement bzw. Sachbearbeitung bieten sich hier an.

      Sie sollten sich jedoch dennoch als Seiteneinsteigerin bewerben. Sie könnten zum Beispiel nach Ausbildungsplätzen als VFA direkt bei der Kommune / Stadt etc., in der Sie arbeiten wollen würden suchen und wissen so, dass dort Bedarf besteht. Dann bewerben Sie sich initiativ, nicht als Auszubildende, sondern als Quereinsteigerin.

      Wir mutmaßen, dass ein Quereinstieg in die Verwaltung bei einem Unternehmen vielleicht leichter gelingen kann. Die Aufgabenbereiche unterscheiden sich wenig. Wenn Sie als Verwaltungsfachangestellte in der freien Wirtschaft arbeiten möchten, würden wir ebenfalls empfehlen, nach Unternehmen mit freien Ausbildungsplätzen zu suchen.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei den nächsten Schritten und alles Gute!

      Antworten

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