Berufsbild

Hinter jeder gelungenen Veranstaltung stehen die richtigen Fachleute. © DWP – Fotolia.com

Veranstaltungskaufleute sind an der Planung, Durchführung und dem Abschluss von Veranstaltungen aller Art beteiligt. Dies können beispielsweise Messen, Ausstellungen oder Konzerte sein. Sie entwickeln Konzepte und beachten dabei die Zielgruppe und besondere Wünsche des Kunden. Dabei erstellen sie für ihre Kunden Kostenvoranschläge, stellen Kontakte zu anderen Dienstleistern her und erstellen Ablaufpläne. Desweiteren sind sie über das Marktgeschehen ihres Spezialisierungsbereiches informiert und können professionelle Marketingkonzepte erarbeiten und diese umsetzen. Auf Wunsch suchen sie geeignete Räumlichkeiten.
Bei der Vorbereitung koordinieren Veranstaltungskaufleute die beteiligten Personen, zeigen ihnen ihre Aufgabenbereiche und achten auf die Einhaltung von Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften vor Ort. Außerdem sind sie dafür zuständig, bei unerwartet auftretenden Problemen eine rasche Lösung zu finden und stets für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Nach dem Ende der Veranstaltung schätzen sie Abläufe und Ergebnisse ein und erstellen die Abrechnung.
Ihr Arbeitsplatz variiert je nach Schwerpunkt, nach dem die Tätigkeit ausgerichtet wird. Veranstaltungskaufleute in der Freizeitwirtschaft arbeiten vor allem mit kulturellen Einrichtungen wie Theater und Opern, Konzerthallen oder Museen zusammen. In der Industrie arbeiten sie vornehmlich bei Veranstaltern von Kongressen, Konferenzen oder im Bereich der Veranstaltungstechnik und des Messebaus. Ein dritter Schwerpunkt schließlich sind die klassischen Agenturen, die sich selbstständig als Dienstleister für alle möglichen Events anbieten.

 

Zukunftsaussichten

Veranstaltungskaufleute erlernen einen Beruf mit Zukunft. Viele Unternehmen nutzen Veranstaltungen, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, Kunden zu gewinnen und ihren Umsatz zu steigern. Dabei muss viel beachtet werden, sodass bei Planung und Durchführung Expertise unbedingt notwendig ist. Veranstaltungskaufleute können gezielte Marketingkonzepte erstellen und den finanziellen Aufwand dabei im Auge behalten. Durch ihre umfassende Betreuung vor, während und nach dem Event leisten sie einen wichtigen Beitrag für den Bestand von Unternehmen.

 

Zielgruppe

Gesetzlich ist keine schulische Bildung vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen allerdings Bewerber mit Abitur ein. Desweiteren wird meist mindestens eine Fremdsprache, in der Regel Englisch, erwartet. Ebenso sind gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft wichtig. Die Bewerber müssen Organisationstalent und Kreativität mitbringen. Da ihre zukünftige Arbeit vom Kundenkontakt geprägt ist, werden außerdem ein gepflegtes Äußeres, freundliches Auftreten und sprachliches Geschick erwartet. Die meisten Betriebe formulieren zudem eigene Anforderungen und führen spezielle Eignungstests durch.

 

Inhalt und Länge der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Bei entsprechender Eignung kann eine Verkürzung erfolgen. Die Ausbildung ist dual, d. h. sie findet parallel in einer Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb statt.
In der Berufsschule werden vor allem theoretische Inhalte gelehrt, z. B. wie Veranstaltungen geplant und durchgeführt werden und die Nachbereitung erfolgt. Es wird gelernt, wie eine Veranstaltungskonzeption auf ein Unternehmen individuell zugeschnitten wird und wie die dazu notwendigen Informationen besorgt werden. Desweiteren werden Instrumente der Marktanalyse und des Marketing angewandt und die Akquise von Kunden und finanziellen Mitteln geübt. Von den Auszubildenden wird erwartet, dass sie ihre Ausbildung aktiv und eigenverantwortlich mitgestalten.
Im Ausbildungsbetrieb werden u. a. Veranstaltungspläne erstellt, Kosten ermittelt und deren Einhaltung überwacht. Desweiteren bereiten die Auszubildenden Ausschreibungen vor, holen Angebote ein und werten diese Informationen aus. Ein weiterer wichtiger Inhalt ist das Führen von Kundengesprächen mit Beratungs- oder Verkaufscharakter sowie das Trainieren von kommunikativen Fähigkeiten im Beschwerdemanagement.

 

Kosten und Förderung

Eine duale Ausbildung wird vergütet. Die Höhe der Vergütung hängt maßgeblich vom Ausbildungsbetrieb ab, in welcher Branche gearbeitet wird, ob eine tarifliche Bindung vorliegt und der Region, in der der Betrieb verankert ist. Die folgenden Zahlen der Bundesagentur für Arbeit können der Orientierung dienen. Maßgeblich ist jedoch die Vereinbarung im Ausbildungsvertrag. Im ersten Ausbildungsjahr werden etwa 687 bis 703 Euro gezahlt, ab dem zweiten ca. 736 bis 753 Euro und im letzten Jahr 781 bis 799 Euro.
Desweiteren können Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung anfallen. Erfolgt die Ausbildung rein schulisch, können an einer privaten Berufsschule Lehrgangsgebühren anfallen.
Die Ausbildung kann im Falle einer dualen Ausbildung über die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) gefördert werden, eine rein schulische Ausbildung kann über BAföG unterstützt werden.

 

Anbieter

Die Ausbildung wird deutschlandweit angeboten. Ansprechpartner können Berufsschulen vor Ort sein. Des Weiteren bieten die Industrie- und Handelskammern sowie Bildungsträger wie die Deutsche Angestellenakademie Ausbildungsplätze an. Eine weitere Anlaufstelle kann der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V. sein.

 

Alternative als Fernstudium

In Form eines Fernstudiums stehen verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung im kaufmännischen Veranstaltungsbereich zur Verfügung. So wird eine Weiterbildung zum Fachwirt im Bereich Medien, Tourismus und Gastgewerbe angeboten. Ebenso möglich ist ein Studium der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Veranstaltungsmanagement oder ein Studium im Tourismusmanagement. Desweiteren werden stetig neu konzipierte Studiengänge im Event- und Kulturmanagement angeboten. Soll der Schwerpunkt vor allem auf der wirtschaftlichen Seite der Arbeit liegen, so kann ein Studium zum Eventmanagement-Ökonom an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Frage kommen.


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