Sorgen Sie für Sicherheit! © Zirocool – Fotolia.com

Das Berufsbild

Eine „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ schützt Personen, Anlagen, Werte und Objekte. Sicherheitsfachkräfte planen vorbeugende Maßnahmen im Bereich Sicherheit und führen sie durch. Fachkräfte für Schutz und Sicherheit werden vor allem in Betrieben des Personen-, Objekt- und Werteschutzes tätig und nehmen auch Sicherheitsberatungen und Sicherheitsschulungen vor. 
Sicherheitsfachkräfte werden von Flughäfen, Verkehrsgesellschaften und Bahnhöfen sowie von Verbänden und im Messeschutz beschäftigt. Besonders geschützte Objekte sind Industrieanlagen, Energieeinlagen einschließlich von Kernkraftwerken, Kasernen, Munitionsdepots, Gefahrgutlager und Lagerstätten wertvoller Güter. Zudem stellen Wert- und Geldtransportunternehmen, Sicherheitskurierdienste und Labore sowie der Einzelhandel Arbeitsplätze für den Wachschutz bereit. Als „Ordner“ sorgen Sicherheitsfachkräfte bei Sport-, Kultur- und Tanzveranstaltungen sowie bei Kongressen, Ausstellungen und Messen für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung. Besonders schutzbedürftigen Personen stehen Wachleute als unbewaffneter und bewaffneter Personenschutz zur Verfügung.
Zu den wesentlichen Aufgaben gehören neben reinen Wachdiensten auch Einlass- und Auslasskontrollen einschließlich von Pförtnertätigkeiten sowie vorbeugende Brandschutzaufgaben im Rahmen von Kontrollgängen.

 

Zukunftsaussichten

Im Rahmen der Auslagerung betrieblicher Aufgaben werden zahlreiche Aufgaben an Sicherheitsdienste übertragen. Über die reinen Sicherungsaufgaben hinaus übernehmen sogenannte „All Service-Dienste“ auch Zusatztätigkeiten wie Winter-, Streu-und Reinigungsdienste. Ihre guten Orts- und Objektkenntnisse versetzen sie auch in die Lage, weitere Aufgaben als Fachkraft für Arbeitssicherheit oder in der Planung, Montage und Wartung von sicherheitsrelevanten Geräten (bis hin zur Kontrolle von Handfeuerlöschgeräten) und Alarmanlagen zu übernehmen. Angesichts der Gefahr terroristischer Anschläge und Anschlägen auf Bahnanlagen (einschließlich von Kabeldiebstählen) eröffnen sich weitere Betätigungsfelder für Fachkräfte für Schutz und Sicherheit auch in Einrichtungen des öffentlichen Personennahverkehrs und in öffentlichen oder stark frequentierten Einrichtungen wie Museen und Diskotheken.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Ausbildungsdauer der „Fachkräfte für Schutz und Sicherheit“ im Wach- und Sicherheitsgewerbe beträgt 3 Jahre. Während der Ausbildung werden Kenntnisse zu den Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste, über die relevanten Sicherheitsbereiche, die Arbeitsorganisation sowie die Kommunikations- und Informationstechnik, über Maßnahmen zur Qualitätssicherung, über Kooperation und Teamarbeit sowie kundenorientierte Kommunikation, über Schutz und Sicherheit, über das bei Sicherheits- und Schutzmaßnahmen notwendige Verhalten und die zu ergreifenden Maßnahmen, über Ermittlungs- und Aufklärungstätigkeit sowie Dokumentation sowie über die Planung und innerbetriebliche Organisation von Schutzmaßnahmen vermittelt (einschließlich Risikomanagement, Kunden- und Marktorientierung, die Erstellung von Angeboten, Auftragsbearbeitung und Teamgestaltungsfragen). Außerdem schließt die Ausbildung die Vermittlung von Kenntnissen des Berufsbildungs-, Arbeits- und Tarifrechts, der Organisation und den Aufbau des Ausbildungsbetriebs, des Gesundheits- und Sicherheitsschutzes bei der Ausübung des Sicherheitsdienstes und von Fragen des Umweltschutzes ein.
Angehende Sicherheitsfachkräfte können außerdem Zusatzqualifikationen erwerben, die ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt erweitern.
Viermonatige Seminare zur „Ausbildung Sicherheitskraft“ schließen einen vierwöchigen Praktikumsaufenthalt ein und können mit einer IHK-Sachkundeprüfung, einer Erste-Hilfe-Bescheinigung, einem Nachweis als Brandschutzhelfer und einem Zertifikat als Sicherheitskraft abgeschlossen werden. Einige Ausbildungsgänge vermitteln Auszubildenden mit mittlerem Bildungsabschluss die Fachhochschulreife.
Ein zehnmonatiger, berufsbegleitender Fernlehrgang zur „Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (IHK)“ eröffnet zusätzliche Berufschancen in Sicherheitsunternehmen und im Werkschutz.

 

Zielgruppe der Umschulung

Personen mit speziellen Vorkenntnissen (z. B. ehemalige Soldaten oder Polizisten, Mitarbeiter des THW, Sprengmeister oder Wehrtechniker eignen sich besonders, um nach einer Umschulung/Ausbildung hochwertige Spezialaufgaben zu übernehmen. Aber auch Berufskraftfahrer können von ihren Vorkenntnissen profitieren.
Grundsätzliche Voraussetzung für eine Ausbildung als Sicherheitsfachkraft sind ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag, die Fähigkeit und Bereitschaft zum Schichtdienst sowie körperliche Eignung, die durch ein ärztliches Attest nachzuweisen ist. Teilweise werden ein Mindestalter von 18 oder 21 Jahren und ein Führerschein Klasse B gefordert. Eine bestimmte Schulausbildung wird zwar nicht vorausgesetzt, doch besitzen 40 % der Auszubildenden einen Hauptschul-, 42 % einen Realschulabschluss und 13 % eine Hochschulreife.

 

Fördermaßnahmen

Mit Ausstellung eines Bildungsgutscheins kann das Jobcenter die Übernahme von Umschulungskosten bestätigen. Die Kosten werden nur übernommen, wenn die Umschulung notwendig ist, um arbeitslose Arbeitnehmer wiedereinzugliedern, eine drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder wenn das Erfordernis einer Weiterbildung bei fehlendem Berufsabschluss bestätigt wird. Der Berater der Arbeitsagentur wird den Bildungsgutschein nur dann ausstellen, wenn es keine anderen geeigneten Arbeitsmarktinstrumente gibt, die eine (drohende) Arbeitslosigkeit abwenden könnten und die Umschulung zu einer Verbesserung der Berufsaussichten führt.

 

Anbieter der Umschulung

Ausbildungen/Umschulungen werden von Unternehmen des Personen-, Wert- und Objektschutzes angeboten. Zertifikate und Zusatzqualifikationen können in Lehrgängen bei Industrie- und Handelskammern, Berufsschulen, Betrieben und Fernlehrinstituten erworben werden.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Benachbarte Berufsbilder, die im Fernstudium erlernt werden können, sind z. B. der „Private Ermittler“, der Detektiv, der Facility Manager (Gebäudemanagement), die Fachkraft Haustechnik, der Haus- und Grundstücksverwalter und der Hausmeister.


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