Umschulung zum Keramiker/ zur Keramikerin

Selbstgetöpfertes: Nützlich und schön.
© Volkmar Gorke – Fotolia.com

Der Beruf des Keramikers ist eine der ältesten Tätigkeiten in der Menschheitsgeschichte. Bereits vor vielen
Tausend Jahren beschäftigten sich die Menschen mit der Herstellung von Gefäßen aus Ton und Lehm. Für viele Personen, die in Ihrem bisherigen Berufsfeld Probleme haben, kann die Ausbildung zum Keramiker oder zur Keramikerin neue Perspektiven mit sich bringen und zur Lösung der Probleme beitragen.

 

Der Tätigkeitsbereich der Keramiker

Die Aufgabe der Keramiker besteht darin, Gegenstände aus Lehm und Ton herzustellen. Dabei kann die Arbeit jedoch ganz verschiedene Schwerpunkte haben. Manche Keramiker widmen sich in erster Linie der künstlerischen Arbeit. Sie stellen Keramikprodukte in besonderen Formen und mit einer ausgefallenen Bemalung her, die als Kunstgegenstände verkauft werden. Andere Keramiker hingegen stellen Gebrauchsgegenstände wie Teller, Tassen oder Kannen her. Dabei steht weniger der künstlerische Aspekt im Vordergrund, sondern die Qualität der handgefertigten Erzeugnisse. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Bau- und Industriekeramiker, die sich der Herstellung von Keramikbauteilen widmen, die für das Bauwesen oder für die Herstellung technischer Geräte erforderlich sind.

 

Die Zukunftsaussichten für Keramiker

Keramiker stellen heutzutage kaum mehr Produkte für den Massenkonsum her. Bei den Erzeugnissen in diesem Bereich handelt es sich in der Regel um Produkte, bei denen viel Wert auf die künstlerische Gestaltung und die Handarbeit gelegt wird. Aus diesem Grund gibt es nicht mehr sehr viele Arbeitsstellen für Keramiker. Allerdings ist es zu erwarten, dass auch in der Zukunft viele Menschen Wert auf individuell angefertigte Keramikgegenstände legen. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass die Perspektiven für die Zukunft in diesem Bereich relativ stabil bleiben werden. Daher kann der Beruf des Keramikers durchaus ein gutes Mittel sein, um dauerhaft eine geeignete Arbeitsstätte zu finden.

 

Die Inhalte der Umschulung zum Keramiker

Die Ausbildung zum Keramiker dauert in der Regel drei Jahre. Allerdings ist es in vielen Fällen auch möglich, eine Verkürzung der Ausbildungszeit zu beantragen. Insbesondere wenn es sich um eine Umschulung handelt und Sie bereits über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, sollte die Verkürzung in der Regel kein Problem darstellen. Im Rahmen der Ausbildung erfahren Sie, wie Sie Entwürfe für Ihre Produkte erstellen und wie Sie diese daraufhin umsetzen können. Sie erwerben theoretische Kenntnisse über die verwendeten Materialien und lernen in der praktischen Arbeit, wie Sie die Werkstücke formen können. Darüber hinaus werden Ihnen auch Kenntnisse über die Oberflächenveredelung und die Verzierung der Objekte vermittelt.

 

Für wen ist die Umschulung zum Keramiker geeignet?

Die Umschulung zum Keramiker ist nicht an bestimmte Vorkenntnisse gebunden. Eine Berufsausbildung in einem bestimmten Bereich ist nicht erforderlich. Allerdings kann es vorteilhaft sein, wenn Sie bereits in einem anderen Handwerksberuf Erfahrungen gesammelt haben. Diese Umschulung ist insbesondere für Menschen geeignet, die aus gesundheitlichen Gründen den Beruf wechseln wollen. Als Keramiker müssen Sie keine schwere körperliche Arbeit verrichten und außerdem haben Sie auch immer wieder etwas Bewegung, was bei vielen Krankheitsbildern sehr positiv ist. Auch wenn Sie an einer psychischen Erkrankung leiden, kann die Ausbildung zum Keramiker eine sinnvolle Alternative sein. Die Arbeit wird von vielen Menschen als entspannend empfunden und die schöpferische und kreative Tätigkeit wirkt sich ebenfalls sehr positiv auf die Psyche aus.

 

Förderungsmöglichkeiten für die Umschulung zum Keramiker

Das größte Problem bei einer Umschulung ist für viele Menschen, eine Möglichkeit zur Finanzierung zu finden. Ob Sie eine Finanzierung für die Ausbildung zum Keramiker erhalten können, hängt immer von Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Wenn Sie beispielsweise an einer Berufskrankheit leiden und sich aus diesem Grund beruflich neu orientieren müssen, kann die Berufsgenossenschaft für die Finanzierung aufkommen. Auch die Rentenversicherung kann bei einer krankheitsbedingten Arbeitslosigkeit die Umschulung finanzieren. Dafür ist jedoch Voraussetzung, dass Sie entweder bereits seit mindestens 15 Jahren Beitragzahler sind oder dass Sie eine Erwerbsminderungsrente beziehen. Wenn Sie aufgrund fehlender Zukunftsperspektiven in Ihrem Beruf zur Umschulung gezwungen sind, können Sie sich auch an das Jobcenter wenden. Doch kann es hier oftmals recht schwierig sein, eine Förderung zu erhalten, da hier gerne Maßnahmen finanziert werden, die die Teilnehmer für Berufe qualifizieren, in denen die Nachfrage besonders hoch ist.

 

Alternative Berufe, die Sie im Fernstudium erlernen können

Nicht immer ist es möglich, eine Ausbildung zum Keramiker zu absolvieren. Da es nur recht wenige Bildungseinrichtungen gibt, in denen dies angeboten wird, sind viele Menschen in der Situation, dass Sie keine Schule in der Nähe Ihres Wohnorts finden können. Eine Alternative kann in diesem Fall ein Fernstudium sein. Zwar werden hier keine Kurse für Keramiker angeboten, doch können Mal- und Zeichenkurse oder Studiengänge wie kreatives Gestalten ebenfalls dabei helfen, eine künstlerische Tätigkeit zu erlernen.

Share