Umschulung zum Zerspanungsmechaniker / zur Zerspanungsmechanikerin

ein Zerspanungsmechaniker bei der Arbeit.  Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

Ein Zerspanungsmechaniker bei der Arbeit.
Foto: © Gina Sanders – Fotolia.com

Berufsbild

Ein Zerspanungsmechaniker bzw. eine Zerspanungsmechanikerin beschäftigt sich mit der Metall- und Kunststoffverarbeitung und ist für die Planung, Fertigung und Bearbeitung von Bauteilen zuständig. Dabei werden die technischen Umsetzungsmöglichkeiten von Fertigungsaufträgen analysiert und bewertet. Zerspanungsmechaniker und Zerspanungsmechanikerinnen planen, überwachen und führen den Fertigungsprozess aus. Zu diesem Zwecke konfigurieren, bedienen und überwachen sie hauptsächlich unterschiedliche Arten an Fertigungsmaschinen, z. B. Fräsmaschinen, Drehmaschinen und Schleifmaschinen. Auch sind sie für die Bedienung der Programme von numerisch gesteuerten Fertigungssystemen (beispielsweise CNC-Maschinen) zuständig. Ferner warten und inspizieren sie die Fertigungssysteme.

 

Zukunftsaussichten

Aufgrund der aktuell weiter zunehmenden Industriealisierung ist der Beruf eines Zerspanungsmechanikers bzw. einer Zerspanungsmechanikerin sehr gefragt und das wird er für die Zukunft bleiben. Seit Jahren schon erfährt dieser Beruf einen großen Zuwachs, wobei die Nachfrage stetig groß bleibt. Im Zuge des technischen Fortschrittes ist eine ständige Weiterbildung unumgänglich, zumal die Modernisierungen im Metall- und Kunststoffbereich zu jeder Zeit ansteigen. Und der Trend zur Modernisierung erhöht die Einsatzintensität von Zerspanungsmechanikern und Zerspanungsmechanikerinnen.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Eine Umschulung zum Zerspanungsmechaniker bzw. zur Zerspanungsmechanikerin dauert, insofern vorher kein anderer Handwerksberuf im Metall- oder Kunststoffbereich erlernt wurde, in der Regel dreieinhalb Jahre. Wurde bereits ein anderer Metall verarbeitender Beruf erlernt, so verkürzt sich die Umschulung entsprechend der Qualifikationseinstufung des entsprechenden Berufes. In der Regel aber dauert die Umschulung 24 Monate. Als Zugangsvoraussetzung ist ein guter Hauptschul- oder ein guter bis durchschnittlicher Realschulabschluss nötig.
Inhaltlich werden die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Metallverarbeitung aufgezeigt sowie spezifisch intensiviert. Dabei gibt es vier unterschiedliche Bereiche, auf die sich Zerspanungsmechaniker/-innen spezialisieren können:

  • Drehsysteme: Hierbei werden die Fertigungserzeugnisse durch meist symmetrische Rotationsbewegungen produziert.
  • Drehautomatensysteme: Zur Produktion von Erzeugnissen aus der Drehautomatik müssen numerische Programme geschrieben werden, um die äußerliche Gestalt der Erzeugnisse festlegen zu können. Diese werden entsprechend der Automatenprogrammierung durch Rotationsvorgänge produziert.
  • Frässysteme: Durch das Fräsen wird von einem Metall- oder Kunststoffrohling so viel Material abgetragen, wie es nötig ist, um die gewünschte Form des Endproduktes zu erhalten.
  • Schleifsysteme: Durch eine sich drehende Schleifscheibe kann von einem Rohling mikrometergenau so viel Material abgetragen werden, um die gewünschte Form des Endproduktes zu erhalten.

Da die Arbeit eines Zerspanungsmechanikers bzw. einer Zerspanungsmechanikerin hauptsächlich durch Maschinen vorgenommen wird, ist die Kenntnis über die Wartung der Maschinen ein elementarer Bildungsinhalt der Umschulung.
Auch Kenntnisse zur Optimierung und Organisation von Fertigungsprozessen werden vermittelt.

 

Zielgruppe der Umschulung

Für die Ausübung des Berufes ist ein hohes technisches und mathematisches Verständnis notwendig. Die Bereitschaft, mit Computern und hochentwickelten Geräten zu arbeiten, ist eine elementare Eigenschaft eines Zerspanungsmechanikers bzw. einer Zerspanungsmechanikerin. Zusätzlich ist ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie handwerkliches Geschick notwendig. Eine Affinität zur Technik ist also grundsätzlich nötig. Ideal für eine Umschulung sind Vorkenntnisse in der Metall- und Kunststoffbearbeitung, beispielsweise im Bereich der Anlagenmechanik. Ferner sind Personen, die im handwerklichen Bereich tätig sind, für eine Umschulung geeignet.

 

Förderungen

Die Finanzierung für die Kosten einer Umschulung übernimmt in der Regel die Bundesanstalt für Arbeit, hauptsächlich in Form von Bildungsgutscheinen.

 

Anbieter der Umschulung

Eine Umschulung wird, wie die Ausbildung, vorwiegend betrieblich vorgenommen. Zur Erweiterung der Kenntnisse und des theoretischen Sachverständnisses ist der Besuch einer Berufsschule unumgänglich. Selten kann die Umschulung auch außerbetrieblich an Berufsfachschulen vorgenommen werden.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

An sich sind alle Bereiche der Metall- und Kunststoffverarbeitung Alternativen zur Zerspanungstechnik, z. B. Anlagenmechanik, Konstruktionsmechanik, Industriemechanik, Werkzeugmechanik und Kraftfahrzeugmechatronik. Allerdings werden nur wenige als Fernstudium angeboten.

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