Erfahrungsberichte zu Umschulungsanbietern erwünscht

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  • #7898 Reply

    Hallo Ihr Lieben,

    da ich bald eine Umschulung als Kauffrau Büromanagement anstrebe ( bin gelernte Einzelhandelskauffrau ) , bin ich aktuell auf der Suche nach Erfahrungsberichten, um mir ein paar Meinungen zu den unterschiedlichen Umschulungsanbietern zu bilden..

    Ich finde,dass man generell eher wenig bis sehr wenig Infos im Netz bekommt. Selbst hier im Forum sind wenig aktuelle Beiträge diesbezüglich zu vermerken.

    Deswegen möchte ich nochmal drum bitten, dass Ihr euch hier mal auslasst:
    – Bei welchem Anbieter wart ihr ?
    – Wie lange ging die Maßnahme ?
    – Wer war der Träger?
    – Worin habt ihr umgeschult?
    – Wie habt ihr gelernt ? Virtuell oder mit richtigem Dozenten ?
    – Wie war euer Abschlussergebnis bei der IHK ?

    Fragen über Fragen 🙂
    Ich danke Euch vorab für Eure Feedback.
    LG Karina


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    #8640 Reply
    Helga Bordihn
    Gast

    Meine Tochter, examinierte Krankenschwester arbeitete 29 Jahre in der Altenpflege. Nach Bandscheiben-OP, Reha und Rückfall Vorschlag der Rentenversicherung auf Umschulung zum Kodierer. Umschulung bestens bestanden, ebenso Praktikum, Empfehlung der Praktikumsstelle. Trotz Neueinstellung bekam sie die Stelle nicht. Seit 4 Monaten arbeitslos, allein erziehend, Tochter im Studium. Viele Bewerbungen abgelehnt, sie wollen Leute mit Erfahrung. So sieht es aus. Das viele Geld von der Rentenversicherung ist verpufft! Und sie ist jetzt arm.


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    #8641 Reply
    Helga Bordihn
    Gast

    Meine Tochter, examinierte Krankenschwester arbeitete 29 Jahre in der Altenpflege. Nach Bandscheiben-OP, Reha und Rückfall Vorschlag der Rentenversicherung auf Umschulung zum Kodierer. Umschulung bestens bestanden, ebenso Praktikum, Empfehlung der Praktikumsstelle. Trotz Neueinstellung bekam sie die Stelle nicht. Seit 4 Monaten arbeitslos, allein erziehend, Tochter im Studium. Viele Bewerbungen abgelehnt, sie wollen Leute mit Erfahrung. So sieht es aus. Das viele Geld von der Rentenversicherung ist verpufft! Und sie ist jetzt arm.


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    #10158 Reply
    Werniman
    Teilnehmer

    Ich habe 2013-2015 eine Umschulung zum Fachinformatiker für Systemintegration bei einem Maßnahmeträger namens “IAD – Institut für angewandte Datentechnik” mit Filialen in Marburg, Erfurt und Leipzig gemacht. Bezahlt wurde der ganze Spaß vom Jobcenter, dessen “Kunde” ich damals war.
    Der Unterricht fand im klassischen Präsenzunterrricht statt. Der Unterricht selbst war ziemlich durchwachsen, was die Qualität anging. Es hing sehr vom einzelnen Dozenten ab, wieviel wir lernten. Es wurde sehr viel Wert auf praktische Übungen des gelernten gelegt, allerdings war schon irgendwie nervig, dass wir bei jedem Thema immer erstmal die komplette IT-Umgebung neu aufbauen musste, was durchaus schonmal 3-4h pro Tag in Anspruch nahm. Dadurch blieb für das eigentliche Thema oft kaum noch 1-2h Zeit. Das ist in etwa so,als sollte ein Automechanikerlehrling, der Reifenwechsel lernen soll, immer erstmal das Auto komplett selbst zusammenbauen, bevor er zum eigentlich Lernziel kommt.
    Nervig fand ich den Wirtschaftslehre-Teil. Warum muss ein angehender Fachinformatiker lernen, woraus eine Aktiengesellschaft besteht ?
    2-3 Module (wie die Einführung in die Programmierung mit der Programmiersprache C#) wurden komplett weggelassen, weil eigentlich immer irgendwelche Dozenten krank waren. Auch das Modul, wo man lernen sollte, wie man eigentlich ein Netzwerk plant (was für einen FI für Systemintegration) wichtig ist, fiel aus…das kann ich bis heute nicht ordentlich.
    Auch der Fachenglisch-Unterricht war eine Katastrophe.Der wurde von einem Nigerianer abgehalten, der weder irgendwelche pädagogischen Kenntnisse hatte, noch irgendwelche Fachkenntnisse im IT-Bereich hatte. Seine einzioge Qualifikation war, dass Englisch in seiner nigerianischen Heimat die Amtssprache war und er sie daher auch beherrschte.
    Den Vogel schoss die IAD aber ab, als sie sich bei der Raumplanung verzettelten und wir das Exchange-Mailserver-Modul an vollkommen ungeeigneten Rechnern machen sollten. Bis die Kisten überhaupt hochgefahren waren (weil sie viel zu wenig Arbeitsspeicher hatten), war es meist Mittag. Für jeden Weiteren Klick waren 10-15min Warten angesagt.
    Die Prüfungsvorbereitung war auch eine Katastrophe. Wir sollten für die Prüfung ein komplettes Projekt auf die Beine stellen. Dumm nur,dass uns nie jemand beigebracht hat, was eigentlich in die zugehörige Projektdokumentation gehört. Endeffekt: die praktische Prüfung (=Projektpräsentation) war ebenfalls eine Dokumentation, ich hab letztendlich nur bestanden, weil die vorhergehendes theoretische Prüfung relativ gut ausgefallen war und ich so ausgleichen Konnte.
    Nach der Umschulung habe ich dann 2 Jahre im Support gearbeitet, danach noch 1 Jahr als Admin in einer sozialen Einrichtung.

    Leider sind die Jobchancen in einer Gegend mit einer technischen Uni recht schlecht, es werden Leute mit Informatikstudium bevorzugt. Und da ich mit 44 zu alt bin, um zu studieren, habe ich nun vor einigen Wochen eine Fortbildung zum Java SE 8 Programmer begonnen (dauert 6 Monate). Der Veranstalter ist die bundeseit tätige WBS Training AG. Die Maßnahme findet im virtuellen Klassenzimmer statt, wir sind ca 24 Teilnehmer, die in ganz D verteilt sitzen. Ich hätte gewarnt sein sollen, dass vorher nicht mal ein Eignungstest stattfand. Verkauft wurde uns der Kurs als anfängertauglich (naja..man sollte im Umgang mit einem Computer geübt sein, aber muss kein IT-Profi sein).
    Die Praxis sieht so aus, dass von den 24 Teilnehmern 6-7 Leute schonmal was mit der Programmiersprache Java zu tun hatten (z.B. jahrelang beruflich) und diese Leute den Kurs eigentlich nicht gebraucht hätten. Der Unterricht sieht eigentlich permanent so aus, dass sich der Dozent nur mit diesen 6-7 Leuten befasst und sich der Rest der Teilnehmer eigentlich nie zu Wort meldet…nicht per Mikrofon und auch nicht per Chatfunktion. Ich denke,dass viele davon resigniert haben. Ich selbst nehme mich da nicht aus. Jedes Wochenende sitze ich daheim und schaue massenweise Youtube-Videos zu den Themen der Woche, weil ich mit dem Niveau des Dozenten einfach nicht mitkomme, weil er sich an den 6-7 fortgeschrittenen Leuten oritientiert. Beschwert man sich, heißt es, man solle mehr fragen. Was passiert,wenn tatsächlich einer außer seinen 6-7 Lieblingen fragt, haben wir mehr als 1x erlebt: dann reagiert der Dozent nämlich sehr cholerisch und brüllt rum. Die Folge: keiner fragt mehr.
    Mein Fazit: zumindest die IT-Kurse bei der WBS sind nicht empfehlenswert.


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