Dieses Thema enthält 6 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Heinchen vor 3 Jahre, 1 Monat.

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  • #5064 Antwort

    Heinchen
    Teilnehmer

    Hallo,

    Ich bin 28 Jahre alt und gelernter Physiotherapeut in Vollzeit.

    Nun wurde bei mir eine Small-Fibre-Neuropathie (SFN) diagnostiziert. Das ist eine Erkrankung der feinen Nervenenden in der Haut und es zeigt sich bei mir durch starke Schmerzen in den Füßen beim Stehen (Laufen geht deutlich besser) und ein brennen/kribbeln in den Fußsohlen. Die Erkrankung an sich ist nicht heilbar und noch relativ unerforscht.
    Die Beschwerden sind nun seit 5 Monaten durchgehend da.

    Da mein Job zu 99% Stehen/Laufen ist kann es so nicht weitergehen.
    Ich möchte mich daher definitiv neu oritentieren, am besten wäre ein Job 50/50 Sitzen/Gehen. Beim auf der Stelle stehen kommen sofort starke Schmerzen. Ich denke mal es müsste in Richtung Büro gehen.

    Nun stelle ich mir ein paar Fragen:
    -1. Bzgl. Umschulungsförderung: Muss es ein Beruf sein der auf meinem Beruf des Physios aufbaut? Das möchte ich eigentlich nicht und wird auch schwierig denke ich.
    -2. Werden nur Mangelberufe gefördert?
    -3. Muss ich für eine Förderung bereits AU-Tage haben? Ich habe wegen dieser Krankheit bisher keinen Tag krankgefeiert sondern täglich mit Schmerzen gearbeitet.
    Ich denke mal mit der Diagnose müsste eine Förderung möglich sein oder?

    Ich mache mir jetzt halt echt Sorgen um meine Zukunft denn ich möchte noch “Karriere machen” bzw Aufstiegschancen haben und nutzen. Hat man es als Umschüler schwerer?

    Fragen über Fragen… hoffe man kann mir ein bischen weiterhelfen 🙂

    Danke, und viele Grüße!


    #5068 Antwort

    Butterblume
    Teilnehmer

    Hallo Heinchen,

    denke zuerst ist Mal interessant, wer denn bei Dir der Träger wäre.

    Berufsgenossenschaft wäre es bei Berufskrankheit, fällt hier wohl weg.
    Dann bleibt noch Arbeitsamt oder Rentenversicherung.

    Ich selber bin gerade über die Rentenversicherung am kämpfen eine Umschulung zu bekommen und selber nur Laie.

    Aber es kann durchaus sein, auch wenn du die 15 Arbeitsjahre noch nicht voll hast, dass Du dennoch eine Chance hast eine Reha oder /und Teilhabe zum Arbeitsleben (Umschulung) über die Rentenversicherung zu bekommen, sofern dadurch eine Erwerbsminderungsrente abgewendet werden kann, bzw. Deine Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet ist.

    Lass Dir dafür am besten einen Termin bei einem Berater deiner zuständigen Rentenversicherung geben. Ist kostenlos.
    Bei der Rentenversicherung wird erst nach der Bewilligung geschaut welcher Beruf der passende ist – muss aber einer sein in dem man nach der Ausbildung sofort arbeiten kann und darf nicht länger als zwei Jahre dauern (Zahntechniker geht also nicht, weil der vier Jahre dauert und somit nur auf drei verkürzbar wäre). Und wie ich gehört habe wird vorher auch eine Arbeitserprobung durchgeführt.


    #5069 Antwort

    Butterblume
    Teilnehmer

    Ach und zu deiner Frage ob Krankheitstage eine Rolle spielen.
    Kann zumindest das hier dazu sagen.
    War selber über die RV auf med. Reha in einer Rehaklinik und da waren einige, vor allem Krankenpflegerinnen und Postler, die unmittelbar vor der Maßnahme nicht krank geschrieben waren, und nach dem Klinikaufenthalt unmittelbar in die Arbeit zurück gekehrt sind.


    #5070 Antwort

    Heinchen
    Teilnehmer

    Danke schonmal,

    Also ich hatte letztens einen Termin zur Berufsberatung bei der Arge um mich zu informieren was so in Frage kommen könnte. Da hatte ich die Diagnose noch nicht aber hatte die Krankheit und Umschulung trotzdem angesprochen und die Beraterin meinte ich müsste damit zur Rentenversicherung.


    #5071 Antwort

    Butterblume
    Teilnehmer

    Denke das hängt dann auch von dem Bearbeiter ab der für dich zuständig ist – nach der Bewilligung.

    Jedenfalls ist mir mal gesagt worden, dass es bei der Rentenversicherung so ist, dass die wirklich daran interessiert sind, dass die Umschulung etwas vernünftiges ist, was Dir aber auch gefällt, weil die RV ja ein Interesse daran hat, dass du bis 67 durch hältst und Rente einzahlst.

    Kann gut sein, dass Du vor der Teilhabe am Arbeitsleben, erst auf medizinische Reha geschickt wirst, z.B. in eine Psychosomatische Klinik um zu schauen, ob man Dich auch ohne Umschulung kurieren könnte.
    Die RV handelt nach dem Grundsatz: REHA VOR RENTE
    Wenn es da dann nicht besser wird steht es halt auch im Klinikbericht dass die Umschulung sinnvoll wäre. – So oder so ist es gut für Dich – entweder es geht Dir nach der Reha besser, oder Du hast schon bessere Karten für den Teilhabe Antrag. Außerdem bieten manche Kliniken auch schon Hilfestellung zur Berufsfindung, oder zumindest der Sozialdienst in der Klinik.

    Ein (Arbeits-)Buch kann ich dir empfehlen um für DICH mal zu schauen was dir liegt. Auch wenn Du damit nicht den Beruf herausfindest, lernst Du damit viel über Dich selber.
    “FINDE DEN JOB DER DICH GLÜCKLICH MACHT” von Anglika Guldner
    Als Beispiel ist es ein Mal die Aufgabe sich drei Wünsche zu überlegen, die man an eine Fee richten würde oder eine andere alles aufzuschreiben, was man als Kind gerne gespielt hat, was man werden wollte.
    Außerdem gibt es Aufgabenstellungen bei denen man seine Stärken und Lieblingstätigkeiten heraus arbeitet und so nach und nach selber einen roten Faden in den Aufgaben erkennt, der einem vielleicht nicht sagt, dass ist der Job. Aber zumindest eine eindeutige Richtung erkennen lässt.

    Kannst dir ja mal anschauen, oder in einer Bücherei ausleihen.


    #5072 Antwort

    Butterblume
    Teilnehmer

    Wobei das nicht unbedingt notwendig ist, wenn Du die Umschulung bekommst, ist es anscheinend so, dass du dann auch eine Maßnahme zur Berufsfindung bekommen kannst, bei der du zwischen drei und sechs Wochen wählen kannst.
    Da ist es dann so, dass man von Psychologen betreut schaut welcher Beruf in Frage kommt und dann auch mit Arbeitserprobung. Glaub bei einem Berufsförderungswerk.

    So weit bin ich leider noch nicht, hab da nur schon aus anderen Foren einen Erfahrungsbericht raus gelesen. Aber habe in meinem Teilhabe Antrag auch Hilfe bei Berufsfindung mit rein geschrieben und hoffe jetzt dass mein Widerspruch gegen die Ablehnung bald durch geht.

    Dir wünsch ich auf jeden Fall viel Erfolg bei Deinem vorhaben.

    Viele Grüße
    Butterblume


    #5074 Antwort

    Heinchen
    Teilnehmer

    Danke für die Antwort 🙂

    Also an einer Reha habe ich ehrlich gesagt garkein Interesse! Bis auf die Füße bei längerem Stehen bin ich fit und motiviert. Da komme ich mir ja vor wie ein Problemfall… 😛

    Danke auch für den Buchtipp!
    Werde mich wohl erstmal weiter schlau machen müssen.

    Falls noch jemand Antworten auf die Fragen hätte, wäre dankbar 🙂


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Antwort auf: Krankheit diagnostiziert – nun wohl umschulen, ein paar Fragen!
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