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Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Redaktion vor 6 Monate, 3 Wochen.

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    Tine
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich arbeite seit bald 4 Jahren im öffentlichen Dienst als Reinigungskraft. Im Oktober 2016 bis April 2017 habe ich einen Lehrgang bei der IHK als geprüfte Fachkraft für Büromanagement erfolgreich abgeschlossen. Allerdings ist es nicht gleichbedeutend wie eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Leider bin ich ungelernt und habe so gut wie keine Möglichkeiten mit meinem Zertifikat bei meinem Arbeitgeber tatsächlich im Büro oder Sekretariat zu arbeiten. Der Lehrgang bei der IHK war auch nicht ganz billig, ich habe dafür weder vom Arbeitsamt noch von meinem Arbeitgeber Unterstützung erhalten. Das ich mich nun beruflich verändern möchte, liegt wohl mit dem Zertifikat auf der Hand.
    Ich habe gehört und auch gelesen, dass das Arbeitsamt ein so genanntes Wegebau Projekt unterstützt, für gering Qualifizierte. Da ich aber noch keine 45 Jahre alt bin, müsste (soweit ich weiß) 50% der Kosten das Arbeitsamt bezahlen und 50% der Arbeitgeber. Ich glaube nicht, das mein Arbeitgeber das mitmachen würde und ob mir das Arbeitsamt die Umschulung komplett bezahlen würde kann ich leider auch nicht sagen.
    Nun zu meinen Fragen, was kann ich tun, damit es vom Arbeitsamt bezahlt werden könnte? Und was kann ich noch tun, falls sich das Arbeitsamt quer stellt? Und wer zahlt mir meinen Verdienstausfall, wenn ich für die Dauer der Umschulung von meinem Arbeitgeber freigestellt werden könnte?
    Bei der Stadt, bei der ich angestellt bin, werden immer wieder Leute in Schulsekretariaten gesucht, Bedingung ist eben eine abgeschlossene Berufsausbildung als Kauffrau für Büromanagement oder vergleichbar. Ohne der Umschulung werde ich nie eine Chance haben mich beruflich zu verändern.
    Ich würde gern Kauffrau für Büromanagement lernen, auch möchte ich im öffentlichen Dienst weiter beschäftigt sein. Eine “normale” Ausbildung kommt für mich nicht in Frage, da ich einen guten Realschulabschluß haben müsste (habe einen erweiterten Hauptschulabschluß mit einen Durchschnitt von 2,2) und ich auch keine 20 mehr bin 😉 Eine Ausbildung zur Bürkauffrau musste ich damals aufgrund meiner 2. Schwangerschaft abbrechen.
    Nächste Woche habe ich einen Termin bei meinem zuständigen Arbeitsamt und suche jetzt natürlich Argumente für die Umschulung und die Kostenübernahme.
    Vielleicht fällt Euch ja was ein.

    Danke 🙂


    #8060 Antwort

    Redaktion
    Keymaster

    Hallo Tine,

    wie von dir richtig beschrieben, können die Weiterbildungskosten nach §131a SGB III (Wegebau Projekt) von der Agentur für Arbeit zu 50% übernommen werden, wenn der Arbeitgeber sich hälftig an den Kosten beteiligt.

    Es gibt keine gesetzliche Grundlage für eine Übernahme der Weiterbildungskosten zu 100% durch die Agentur für Arbeit, wenn die Voraussetzungen des §82 SGB III nicht vorliegen.

    Auch wenn mir keine Erfahrungswerte für deine konkrete Konstellation vorliegen, es ist davon ausgehen, dass die Chance auf Kostenübernahme seitens der Agentur für Arbeit noch geringer ist, wenn kein Gespräch mit dem Arbeitgber gesucht wurde: In der Wegebau-Förderung ist der Arbeitgeber der Antragsteller und seine Mitwirkung somit zwingend. Sollte dein Arbeitgeber deine Weiterbildung nicht wollen bzw. unterstützen, dann hast du keine Möglichkeit auf Freistellung ect. Die Idee hinter Wegebau ist eine vom Arbeitgeber gewollte, staatlich unterstützte Qualifizierung von vorhandenen Arbeitnehmern.

    Aufgrund der fehlenden Erstausbildung steht (leider) auch in der Regel nicht der Weg über eine Umschulung zur Verfügung.
    Es gibt hier allerdings einen Ermessensspielraum deines Sachbearbeiters. Solltest du von Arbeitslosigkeit bedroht sein, dann kann im Einzelfall eine Umschulung auch ohne Erstausbildung bewilligt werden. Vielleicht gelingt es dir, ggf. in mehreren Terminen, deinen Sachbearbeiter zu überzeugen, dass Arbeitslosigkeit bei dir drohen, bspw. durch erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit durch die Tätigkeit als Putzkraft. Die Kosten wären dann von der Rentenversicherung zu tragen.

    Ein ganz anderer Weg, den du wahrscheinlich auch schon überlegt hast, könnte eine Bewerbung nur mit dem IHK-Zertifikat bei einem anderen Arbeitgeber sein. Wenn du bereits in der Bewerbung auf das Wegebau Projekt verweist, findest du vielleicht einen Arbeitgeber, der dich auf diesem Weg unterstützt. Deine bisheriges Engagement und dein eloquenter Ausdruck machen es bestimmt möglich, dass du einen Arbeitgeber von solch einem Vorgehen überzeugen kannst. Viel Erfolg!


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Antwort auf: Umschulung trotz Erwerbstätigkeit?
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