Dieses Thema enthält 3 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Selima vor 4 Jahre, 2 Monate.

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    Adriane
    Teilnehmer

    Hallo Ihr Lieben,

    bin seit drei Monaten wegen “Burnout” von einem Psychiater krank geschrieben und beziehe inzwischen Krankengeld.

    Habe zuvor 16 Jahre im Büro der gleichen Firma gearbeitet, bei der ich auch jetzt noch angestellt bin.

    War Mobbing und Intrigen ausgesetzt und hatte auch große Verantwortung in meinem Job. Und bin natürlich auch wenn ich krank war immer arbeiten gegangen.
    Aber letztlich war es dann der zunehmende Stress durch Telefon und ständige E-Mail Belastung und der allgemeine Druck den ich nicht mehr ausgehalten habe. Bin regelmäßig schweißgebadet aufgewacht und konnte dann nicht mehr schlafen. Außerdem Schwindelgefühle, Herzrhythmusstörungen und Tinnitus (Pfeifen im Ohr).

    Obwohl ich jetzt noch nicht so weit bin, dass ich mich dem öffentlichen Leben wieder gewachsen fühle, weiß ich, dass ich in meinen Beruf nicht mehr zurück möchte. Möchte keinen Job bei dem man “belastbar” sein muss und strengen Termindruck hat.
    Hinzu kommt, dass mir auch mein Arzt schon gesagt hat, dass er den Eindruck hat, dass der Job grundsätzlich nicht so gut für mich geeignet war.

    Außerdem habe ich noch dreißig Jahre Berufsleben vor mir und will unter keinen Umständen noch mal in diese Situation geraten. Also denke ich dass eine Umschulung bei mir auf jeden Fall sinnvoll ist.

    Nun habe ich schon versucht mich im Internet schlau zu machen und auch bei der Rentenversicherung allgemein wegen einer “Umschulung als Reha-Maßnahme”
    angerufen.
    Nach meiner Schilderung hat mir hier eine nette Dame geraten diesen Antrag frühzeitig abzugeben, da mit Wartezeiten zur Bearbeitung mit gut einem halben Jahr zu rechnen ist.

    Um nichts falsches zu machen habe ich auch noch einen Anwalt angerufen, der mir aber nicht wirklich weiter helfen konnte auf meine Frage ob ich dass überhaupt machen darf, weil ich noch angestellt bin, hat er gemeint dass das eine gute Frage ist und es besser wäre wenn mein Arbeitgeber mir kündigt. Dann könnte ich eine Umschulung über das Arbeitsamt beantragen.
    Er hat mir geraten jetzt erst Mal gesund zu werden und die Sache sozusagen aus zu sitzen.
    Mir wäre es aber lieber gleich nach meiner Genesung eine Umschulung machen zu können und nicht den Umweg über Arbeitslosigkeit nehmen zu müssen.
    Ich denke es wäre auch für meine Genesung förderlich ein so positives Ziel zu haben. Denn aktuell habe ich durch diese Ungewissheit natürlich Zukunftsängste die mich in meinen Träumen verfolgen.

    Also hier nun die Frage mit kurzer Zusammenfassung des Sachverhaltes:
    Bin aktuell angestellt und beziehe Krankengeld von der Krankenkasse.
    DARF ich nachdem ich ja noch bei meinem Arbeitgeber angestellt bin, bei der Renten-Versicherungsanstalt einen Antrag auf Umschulung stellen ohne dass ich womöglich Probleme bekomme?

    Hier noch ein Hinweis dazu:
    Das Formular und die Anlage G130 der Rentenversicherung habe ich mir schon herunter geladen, und hier wird in einer Passage gefragt
    “Wird eine Weiterbeschäftigung oder Wiederbeschäftigung beim derzeitigen Arbeitgeber gewünscht”
    So gesehen könnte man meinen dass man es darf, nur sicher kann man sich auch nicht sein.

    Weiß hier vielleicht jemand Bescheid, oder kann mir eine Beratungsstelle empfehlen?

    Sage jedenfalls schon mal vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und Interesse dass Ihr bis hier weiter gelesen habt.

    Adriane


    #3365 Antwort

    Ernst
    Teilnehmer

    Hallo Ariadne,

    puuuh…da hast du dir aber einiges von der Seele geschrieben!
    Den Antrag zur Reha-Maßnahme solltest du auf alle Fälle abgeben, kann ja nicht schaden.
    Umschulungen werden wie ich es in Erinnerung habe, nur gefördert, wenn:
    A) keine Ausbildung vorhanden ist,
    B) gesundheitliche Gründe es nicht mehr zulassen, den alten Beruf auszuüben,
    C) wenn es vom Arbeitsmarkt her notwendig ist, also wenn im erlernten Beruf keine Chancen mehr bestehen.

    Für dich kommt ja nur b) in Frage, aber die Arbeitsagentur fördert dich nur, wenn du arbeitslos bist. Die Möglichkeiten, die ich dir ans Herz legen würde, wären, dich einfach so um eine Umschulung deiner Wahl bewirbst, mit der zusage und der Bestätigung deines Arztes, dass du deinen alten Beruf nicht mehr ausüben kannst zur Arbeitsagentur gehst. Erstmal besser nicht kündigen, sonst droht dir eine Sperre für 3 Monate!

    Hast du schon eine Idee, in welche Richtung es beruflich bei dir gehen könnte?

    Viele Grüße aus Jena!


    #3369 Antwort

    Adriane
    Teilnehmer

    Hallo Ernst,

    erst mal vielen Dank für Deine Ratschläge 🙂

    Der Anwalt hatte mir auch geraten selbst auf keinen Fall zu kündigen.
    Würde mich gerne um eine Umschulung bewerben, nur mache ich mir Sorgen darüber, wenn ich den Antrag abgebe, dass mein Arbeitgeber dadurch vielleicht dass Recht hat mich problemlos zu kündigen und ich somit dann arbeitslos wäre, was eine hohe Kürzung des Krankengeldes zur Folge hätte, da dann die Grundlage zur Berechnung ja das Arbeitslosengeld wäre.
    Mein Arbeitgeber ist halt so, wie wohl die meisten, und froh wenn er ältere, teurere Mitarbeiter kostengünstig los werden kann.

    Aber auf Deinen Rat hin, zum Arbeitsamt zu gehen, werde ich zumindest nächste Woche beim Arbeitsamt anrufen und mich “anonym” erkundigen ob die wissen wie sich das rechtlich auswirkt.

    Würde gerne etwas gestalterisches oder kreatives machen 🙂

    Um mich dieses mal nicht wieder falsch zu entscheiden, habe ich mir ein (Arbeits-)Buch zugelegt.
    “Finde den Job, der Dich glücklich macht”

    Hier ein Zitat aus dem Buch:
    “Während unserer ersten 35 oder 40 Lebensjahre haben wir uns bemüht, eine lange Treppe hinaufzusteigen, um den obersten Stock eines Gebäudes zu erreichen. Sind wir dann endlich unter dem Dach, stellen wir fest, dass wir uns im Gebäude geirrt haben.”

    Die Autorin schreibt, z.B. dass man als Erwachsener verlernt hat man selbst zu sein, durch die ganzen äußeren Umstände, Zwänge und Erwartungen anderer.
    Deshalb finde ich gerade die Aufgabe: sich erinnern, was man als Kind gern spielte oder sich interessierte sehr aufschlussreich. Denn als Kind wusste man noch was einem Spaß macht.

    Ich habe am liebsten etwas angeordnet, aufgebaut, gebastelt, mit Ton modelliert und sehr oft mein Zimmer umdekoriert und umgestellt.
    Und aktuell kreisen mir diese Berufe im Kopf rum:

    Innenarchitektin (fällt weg da man studieren muss)
    Raumausstatterin – man polstert Stühle, tapeziert und malert in Auftrag
    Mediengestallterin (fällt weg, da hier wieder starker Termindruck herrscht)
    Zahntechnikerin (fraglich ob Zukunftssicher, da viel im Ausland produziert wird)
    Goldschmied (fraglich ob Zukunftssicher)
    Schaufensterdekorateurin (da hieß es schon in meiner Jugend dass der Beruf ausstirbt)

    Auch
    (Landschafts-)Gärtner oder ähnliches könnte ich mir vorstellen. Muss nur schauen ob ich es körperlich packe. …. DAS wäre ein Beruf der gute Chancen hätte als Umschulung, da ich schon gelesen habe dass bei Burnout vor allem Berufe an der frischen Luft gefördert werden.

    Viele Grüße aus München


    #3390 Antwort

    Selima
    Teilnehmer

    Hallo Adriane,
    ich bin zwar nicht vom Fach, aber ich kann dir zumindest meine eigenen Erfahrungen mitteilen.
    Kündige bitte nicht, das wäre die schlechteste Wahl!
    Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du und bin jetzt von der Krankenkasse aufgefordert worden einen Antrag zur Leistungen zur med. Reha zu beantragen, welchen ich aus verschiedenen Gründen nicht annehmen kann/will.
    Allerdings steht im Antrag auch, dass ein Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben gestellt werden kann, welchen ich z.B. gestellt und auch “vom Grunde nach” bewilligt bekommen habe. Dieser würde jetzt eine Umschulung förderfähig machen, allerdings ist dafür wieder die Voraussetzung, dass mir jemand eine Einstellung zusichert (was natürlich auch nicht klappen kann!), allerdings wäre ein Existenzgründungszuschuss möglich. Dieser scheitert allerdings wieder daran, dass ich mich ja noch nicht selbständig machen kann, ohne zertifizierte Ausbildung.
    Was ich dir damit sagen will, ist, dass du irgendwann in deiner Krankheitsphase sowieso einen dieser beiden Anträge stellen musst, daher kann es auch deinem Arbeitgeber gegenüber nicht schädlich sein. Im Gegenteil, wenn der Antrag genehmigt wird, ist schon mal jemand der Meinung, dass du in deinem alten Job nicht mehr oder schlecht vermittelbar bist, wenn dir dein Arbeitgeber letztendlich doch kündigt.
    Allerdings steht in meinem Schreiben auch: “Wir möchten darauf hinweisen, dass der zuständige Leistungsträger vor Genehmigung der Leistung prüfen wird, ob seiner Meinung nach von der beantragten Leistung ein Rehabilitationserfolg zu erwarten ist. Ist dies nicht der Fall und besteht bereits eine verminderte Erwerbsfähigkeit, gilt der Antrag als Antrag auf Rente!”
    Bevor ich den Antrag gestellt habe, habe ich mich von den dortigen Mitarbeitern beraten lassen. Es ist zwar nicht der übliche Weg, aber bei mir hat eine Beratung “vor” Antragstellung geklappt. Vielleicht probierst du es einfach auch mal. Allerdings solltest du bis dahin bereits konkrete Vorstellungen haben, mit was du gefördert werden willst. Sonst klappt das nicht! Ich hoffe, dass du mehr Erfolg hast als ich…


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Antwort auf: Umschulung wg Burnout – Aber noch angestellt
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