Umschulung zum Drogisten/ zur Drogistin

Drogisten sollten über ein umfassendes Produktwissen verfügen. © Robert Kneschke

Drogisten sollten über ein umfassendes Produktwissen verfügen.
© Robert Kneschke

Drogisten und Drogistinnen arbeiten im Einzelhandelsbereich in Fachgeschäften und in den Drogerieabteilungen von Kaufhäusern und Supermärkten. Außerdem ist diese Berufsgruppe im Großhandel im Bereich der Kosmetik oder der Pharmazie beschäftigt. Zu den Tätigkeitsfeldern von Drogisten und Drogistinnen gehören die fachgerechte Kundenberatung, die Sortimentsgestaltung und Warenpräsentation sowie der Verkauf von Produkten der Bereiche Kosmetik, Körperpflege, Gesundheit, Ernährung und Haushalt.

Gegebenenfalls gehören die Fotoabteilungen von Drogerie- und Supermärkten zum Aufgabenbereich, teilweise auch die Prüfung des Warenbestands, die Warenbestellung und die fachgerechte Entsorgung abgelaufener Waren. Weitere Tätigkeiten dieser Berufsgruppe sind die Dekoration von Schaufenstern und Verkaufsräumen sowie verschiedene organisatorische oder kaufmännische Aufgaben. Drogisten und Drogistinnen haben umfassende Kenntnisse über die Inhaltsstoffe und die Verwendungsmöglichkeiten der Produkte, die in ihren Verkaufsbereich fallen.

 

Zukunftsaussichten

Die beruflichen Perspektiven für den Beruf des Drogisten/ der Drogistin sind durch die zahlreichen Discounter nicht mehr so gut wie noch vor 20 Jahren. Die Krise in dem Berufsfeld, die durch die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker vor einigen Jahren ausgelöst wurde, ist allerdings überwunden. Das gesteigerte Interesse an Produkten aus dem Gesundheits- und Wellnessbereich sorgt für einen wachsenden Bedarf an Drogisten und Drogistinnen.

Ebenso das in den letzten Jahren stark gestiegene Angebot an ökologischen Nahrungs-, Kosmetik- und Reinigungsprodukten verlangt nach weiteren Vertretern dieser Berufsgruppe. Reformhäuser und Bio-Supermärkte sind dementsprechend weitere Arbeitsbereiche. Die kaufmännischen und kommunikativen Fähigkeiten werden in vielen Bereichen des Einzelhandels gebraucht, sodass eine Umschulung gute Voraussetzungen für einen Arbeitsplatz schafft.

 

Dauer, Ablauf und Inhalte der Umschulung

Insgesamt dauert die Weiterbildung knapp zwei Jahre, ein halbes Jahr davon ist für die Praxiserfahrung in einem Betrieb vorgesehen. Während der restlichen Zeit erwerben die Teilnehmer/innen theoretische Kenntnisse in folgenden Bereichen: Produkt- und Markenkunde, Marketing, Umweltschutz, Gesundheit und Ernährung, Kosmetik und Körperpflege, Rhetorik und Kommunikation. Spezielle Lerninhalte sind Kenntnisse über Filmkameras und Wiedergabegeräte oder über Pflanzenschutzmittel. Einige Umschulungen sind auf einen bestimmten Bereich wie die Kosmetikbranche oder die Pharmazie beschränkt und umfassen nur einen Teil der genannten Inhalte.

Der Unterricht erfolgt in einer Berufsschule oder einer ähnlichen Bildungseinrichtung und findet ebenso wie das Praxismodul in Vollzeit statt. Ziel der Ausbildung ist der Erwerb eines umfangreichen Wissens über Produkte und Inhaltsstoffe sowie über deren Wirkung und Anwendung. Verkaufsfördernde Maßnahmen wie die Präsentation von Waren und Werbemitteln sowie die Kommunikation mit den Kunden sollen nach der Umschulung ebenfalls bekannt und anwendbar sein. Bei Bestehen der abschließenden Prüfung erhalten die Teilnehmer/innen ein Zeugnis der Industrie- und Handelskammern, das die staatlich anerkannte Ausbildung zum Drogisten/ zur Drogistin belegt.

 

Zielgruppen

Die Umschulung zum Drogisten/ zur Drogistin eignet sich für Ausbildungsabbrecher, für Berufsumsteiger mit Ausbildung und für Teilnehmer mit mindestens drei Jahren Erfahrung im Beruf, die sich neu orientieren möchten. Persönliche Voraussetzungen für die Umschulung ist das Interesse an beratenden und organisatorischen Tätigkeiten, denn sowohl der Umgang mit den Kunden als auch die Verwaltung des Warenbestands gehören zu den Haupttätigkeiten.

Eine gute physische Verfassung ist eine hilfreiche Voraussetzung, da das Verräumen der Waren gelegentlich mit körperlicher Anstrengung einhergeht. Für die Warenkalkulation und den Verkauf sind darüber hinaus mathematische Fähigkeiten von Nutzen. Spaß an der Entwicklung von Werbemaßnahmen, eine selbstständige Arbeitsweise sowie ein Sinn für Ästhetik sind von Vorteil. In größeren Unternehmen ist Teamfähigkeit unabdingbar: Sinnvolle Arbeitsteilung und ein sachlicher Umgang mit Kollegen macht in großen Märkten und Geschäften einen Großteil der täglichen Arbeit aus. Eine gewisse Belastbarkeit in stressigen Situationen ist nützlich, denn Freundlichkeit und Service gegenüber den Kunden muss jederzeit im Vordergrund stehen.

Förderungsmöglichkeiten

Die Arbeitsagentur oder das Jobcenter übernehmen die vollen Kosten für die Umschulung, wenn Anspruch auf einen Bildungsgutschein besteht. Vor der Antragstellung ist ein persönliches Beratungsgespräch bei den örtlichen Stellen für das Arbeitslosengeld I oder II erforderlich. Bei der Förderung per Bildungsgutschein übernimmt der zuständige Träger die Kosten für die Umschulung in voller Höhe und eventuell weitere Aufwendungen wie Fahrt- und Unterbringungskosten.

 

Anbieter der Umschulung

Ein Anbieter für die per Bildungsgutschein geförderte Weiterbildung ist die Nextlevel-Akademie in Berlin. Der Schwerpunkt liegt auf Kenntnisse in der Kosmetikbranche, die Ausbildungszeit beträgt 21 Monate.

 

Qualifikation per Fernstudium

Im Bereich Management gibt es ein umfangreiches Angebot an Fernstudiengängen und -kursen, die übergreifend sind oder Spezialisierungen auf einzelne Branchenzweige beinhalten. An der Deutschen Universität für Weiterbildung in Berlin kann der aufbauende Masterstudiengang Drug Research und Management als Fernstudium belegt werden, allerdings sind die Voraussetzungen zur Teilnahme ein erster Hochschulabschluss, eine mindestens einjährige Berufserfahrung und sehr gute Englischkenntnisse. Auch Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich Wellness, Gesundheit und Ernährung können an zahlreichen Fernuniversitäten absolviert werden. Einige private Fernschulen bieten zertifizierte Kurse als Ernährungs- oder Gesundheitsberater/in.

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