Nachhaltige Abfallwirtschaft ist praktischer Umweltschutz. © JiSIGN - Fotolia.com
Nachhaltige Abfallwirtschaft ist praktischer Umweltschutz.
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Berufsbild

Die Kreislauf- und Abfallwirtschaft kann sowohl im Rahmen der Industrie als auch des öffentlichen Dienstes liegen, was auf den Beschäftigungsbereich ankommt. Fachkräfte in diesem Berufsbereich sorgen dafür, dass eine ordnungsgemäße Mülltrennung gewährleistet ist, so dass sie entsprechende Container und sonstige Behältnisse bereitstellen, aufstellen und regelmäßig an kalendarisch vorgegebenen Tagen entleeren, was in der Regel durch die städtische Müllabfuhr erfolgt.

Sie verwalten und steuern ferner die Abläufe an Abfallsammelstellen, betreuen die Besucher bei der Mülltrennung und sorgen auch dort für die entsprechende Entleerung der Müllbehälter. Sie überwachen darüber hinaus die Mülltrennungsmaschinen und sondern am Fließband die fälschlich sortierten Abfallbestandteile aus. Per Labortests untersuchen sie ferner, welche Abfälle wiederverwertet werden können. Auch kümmern sie sich um die Messungen der Schadstoffbelastung der Umwelt, z. B. durch die Analyse des Sickerwassers. Der Beruf einer Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist gewissermaßen ein Dienst zum Wohle der Umwelt.

 

Zukunftsaussichten

Durch den großen Konsum von verpackungsreichen Waren, durch die Produktion von Bauschutt im Baugewerbe und durch Einfluss von Schadstoffen auf natürliche Lebensräume fügen die Bewohner einer Industrienation der Umwelt einen großen Schaden zu. Der täglich zu entsorgende Müll häuft sich permanent weiter an und die Möglichkeiten des Recyclings beziehen sich nicht auf alle Abfallarten. So ist die Wiederverwertung von beispielsweise Papier und Pappe bedenkenlos möglich, wohingegen Bauschutt gesondert deponiert werden muss.

Die Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft mindern den zu erleidenden Schaden, den die Umwelt durch die großen Mengen an Müll ertragen muss, indem sie die Trennung von Abfall gewährleisten, für die Entsorgung des Mülls sorgen und die gesonderte Deponierung von nicht wiederverwertbaren Stoffen ermöglichen. Die Produktion an Müll ist täglich massiv und die Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sorgen dafür, dass diese großen Mengen ordnungsgemäß behandelt werden, um die Umwelt zu entlasten. Aus diesem Grund werden sie gebraucht, womit die Zukunftsaussichten in einem positiven Licht stehen.

Inhalte und Länge der Umschulung

Die Umschulung umfasst das Prinzip eines dualen Ausbildungssystems. Ein Teil der Kenntnisse wird praktisch im Ausbildungsbetrieb und ein Teil theoretisch in der Berufsschule vermittelt.
Im praktischen Teil der Umschulung lernen die angehenden Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, welche Methoden es gibt, um die Umweltbelastungen durch Anlagen und Techniken zu verringern. Dazu werden sie in den unterschiedlichen Bereichen unterwiesen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Bedienung von Hebezeuge und Transporteinrichtungen; insbesondere im öffentlichen Dienst im Hinblick auf die Verknüpfung der Müllcontainer mit dem Abfalltransportfahrzeug. In dieser Sparte kommt es zudem auf das Disponieren von Einsätzen der Fahrzeuge, des Personals und der Behälter für Abfälle an. Weiterhin lernen sie, wie Abfälle, Gefahrstoffe und Sonderabfälle befördert und behandelt werden, wie technische Unterlagen und Skizzen zu lesen sind, welche unterschiedlichen Abfallsorten es gibt und unter welchen Kriterien Abfälle getrennt bzw. sortiert werden. Ferner wird ihnen übermittelt, wie die Geräte und Anlagen zu überwachen und zu warten sind und wie Kundengespräche zu führen sind.

Im theoretischen Teil werden angehende Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft in den folgenden Gebieten geschult:

  • Umweltkonzeptplanung
  • Umgang mit Mikroorganismen
  • Einsatz von Umweltchemikalien
  • Betrieb von Rohrleitungssystemen
  • Untersuchung von Wasser- und Abfallinhaltsstoffen
  • Maschinenbetrieb und –instandhaltung
  • Sammlung, Transport, Behandlung, Disponierung, Untersuchung, Aufbereitung und Beseitigung von Abfällen

Der Berufsschulunterricht findet in der Regel in Form eines Blockunterrichtes statt.
Die Umschulungsdauer beträgt 3 Jahre und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Als schulische Zugangsvoraussetzung ist in der Regel die mittlere Reife erforderlich. Die angehenden Umschüler/-innen sollten ein gutes handwerkliches Geschick aufweisen können, um schnell die Bedienung der unterschiedlichen Anlagen verstehen zu können. Wichtig ist auch eine hohe körperliche Belastbarkeit. Zudem werden in der Regel ein gutes allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit, ein gutes technisches Verständnis, ein ausgeprägter Umgang mit Zahlen sowie das Vorhandensein von Organisationsfähigkeit gefordert.

 

Förderungen

Es wird vom Umschulungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die in der Industrie durchschnittlich zwischen 600 € und 750 € und im öffentlichen Dienst zwischen 750 € und 850 € umfängt.
Zudem kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden, die nur dann genehmigt wird, wenn der Umschüler bzw. die Umschülerin das 18. Lebensjahr vollendet hat und nicht mehr bei den Eltern oder in einer Ehe bzw. einer eheähnlichen Gemeinschaft lebt.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft verläuft nach dem Prinzip eines dualen Ausbildungssystems. Die praktischen Kenntnisse werden in den entsprechenden Abfallanlagen und die theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule vermittelt.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Bei der SGD, bei der ILS und bei der Euro-FH gibt es Fernlerngänge sowie Fernstudiengänge im Bereich des Logistikmanagement, das für die Planung der Bereitstellung von Abfalltrennbehältern und der Müllabfuhr nützlich sein könnte.


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