Berufsbild

Wirtschaftsprüfer nehmen die Zahlen eines Unternehmens "unter die Lupe".
Wirtschaftsprüfer nehmen die Zahlen eines Unternehmens “unter die Lupe”.
Foto: © Doris Heinrichs – Fotolia.com

Wirtschaftsprüfer bzw. Wirtschaftsprüferinnen übernehmen die Prüfung von Jahresabschlüssen in einem Unternehmen, um eine ordnungsgemäße Buchführung nachweisen zu können. Mit dieser gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungstätigkeit soll in Unternehmen der Versuch verhindert werden, falsche Geschäftszahlen auszuweisen, um steuerliche bzw. subventionsbezogene Vorteile zu bekommen.
Neben dieser Prüfungstätigkeit treten Wirtschaftsprüfer bzw. Wirtschaftsprüferinnen auch als Gutachter oder Sachverständige im Bereich der Betriebswirtschaft auf, um Unternehmen bewerten zu können. Darüber hinaus haben sie eine beratende Funktion hinsichtlich rechtlicher, steuerlicher und unternehmerischer Fragestellungen.

 

Zukunftsaussichten nach dieser Qualifizierung

Der Beruf im Bereich der Wirtschaftsprüfung ist eine krisensichere Tätigkeit. Sowohl in der heutigen Zeit als auch in der zukünftigen sind Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Buchführung prüfen zu lassen. Dies gilt besonders für große Unternehmen, unabhängig von der volkswirtschaftlichen Situation. Die Nachfrage an Wirtschaftsprüfern und Wirtschaftsprüferinnen ist trotz vieler Hochschulabsolventen in diesem Bereich stark. Die zusätzlichen Tätigkeitsfelder neben der Prüfung betriebswirtschaftlicher Abläufe bieten Wirtschaftsprüfern und Wirtschaftsprüferinnen ein breites Spektrum an Beschäftigungsmöglichkeiten. Viele von ihnen sind überdies als Unternehmensberater tätig, wodurch sich ein immer mehr gefragtes Dienstleistungsgewerbe im Interesse der Unternehmen etabliert hat. Viele Unternehmensberater arbeiten auch direkt in Unternehmen.
Neben diesen positiven Zukunftsaussichten gibt es aber auch negative, die sich insbesondere im harten Preiskampf zeigen. Da sehr viele Unternehmen Ausschreibungen für die Aufträge innerhalb der Wirtschaftsprüfung durchführen, bieten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ihre Mandate zu sehr geringen Preisen an. Aus diesem Grunde steigen viele Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüferinnen in beratende Bereiche um.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

In der Regel sieht die Umschulung zu einem Wirtschaftsprüfer bzw. zu einer Wirtschaftsprüferin ein Hochschulstudium mit dem Abschluss eines Staatsexamens vor. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei der die langjährige Tätigkeit für Wirtschaftsprüfer als Voraussetzung für die Zulassung zum Staatsexamen ausreicht. Die Zulassung zum Staatsexamen setzt darüber hinaus eine Prüfungstätigkeit von mindestens drei Jahren voraus. Die Prüfung zum Staatsexamen gilt als sehr anspruchsvoll. Die Inhalte sind:

  • Wirtschaftsprüfungswesen
  • Unternehmensbewertung
  • Angewandte Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht
  • Berufsrecht
  • Finanzrecht
  • Steuerrecht

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und aus einem mündlichen Teil und darf zwei Male wiederholt werden. Da es sich beim Hochschulstudium zunächst um ein Studium mit Masterabschluss handelt, wird es eine Länge von vier bis fünf Jahren in Anspruch nehmen. Anschließend müssen drei Jahre Praxiserfahrungen gesammelt werden, bevor eine ordentliche Zulassung zur Prüfung genehmigt werden kann. Nach Abschluss der Prüfung kann der Absolvent bzw. die Absolventin öffentlich als Wirtschaftsprüfer/-in in Verbindung mit der Ablegung eines Eides bestellt werden. Der ausgebildete Wirtschaftsprüfer bzw. die ausgebildete Wirtschaftsprüferin wird dann in die Wirtschaftsprüferkammer eingetragen.

 

Zielgruppe der Umschulung

In erster Linie richtet sich eine Umschulung/ die Qualifizierung zum Wirtschaftsprüfer bzw. zur Wirtschaftsprüferin an Interessierte betriebswirtschaftlicher Fachgebiete. Im Idealfall sollten sie bereits ein betriebswirtschaftliches Studium begonnen oder abgeschlossen haben. Oftmals nehmen Steuerberater und Steuerberaterinnen eine Umschulung zum Wirtschaftsprüfer bzw. zur Wirtschaftsprüferin vor. Aber auch Angestellte für einen Wirtschaftsprüfer können nach jahrelanger Tätigkeit in besonderen Ausnahmefällen eine solche Umschulung durchführen.
An sich kann jeder Arbeitnehmer eine Umschulung zum Wirtschaftsprüfer bzw. zur Wirtschaftsprüferin vornehmen, insofern die Bereitschaft für ein umfangreiches Studium besteht. Außerdem sollten geordnete Vermögensverhältnisse sowie ein berufspflichtkonformes Verhalten vorhanden sein.

 

Förderungen

Da die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer bzw. zur Wirtschaftsprüferin hauptsächlich aus einem Studium besteht, kann für diese Zeit beim zuständigen BAföG-Amt eine finanzielle Förderung beantragt werden, insofern noch kein betriebswirtschaftliches Studium absolviert wurde. Auch ist die Zuweisung zu einem Stipendium möglich, insofern besondere Leistungen gezeigt werden. Für Steuerberater/-innen oder Beschäftigte in ähnlichen Berufen, deren Ausübung den Abschluss eines betriebswirtschaftlichen Studiums erfordert, kann die Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen werden, wenn besondere Gründe für die Umschulung angegeben werden können (z. B. Unzufriedenheit im alten Beruf oder physische und psychische Einschränkungen einer weiteren Ausübung des aktuellen Berufes).

 

Anbieter der Umschulung

Anbieter für die Ausbildung zu einem Wirtschaftsprüfer sind in erster Linie die Hochschulen, die ein betriebswirtschaftliches Studium mit Masterabschluss anbieten. Hier sind zum Beispiel die Hochschule Niederrhein oder  die FH Köln zu nennen. Darüber hinaus haben Steuerberater/-innen die Möglichkeit, Weiterbildungsmaßnahmen wahrzunehmen, um den höheren Berufsgrad eines Wirtschaftsprüfers bzw. einer Wirtschaftsprüferin zu erreichen.

 

Verwandte Bereiche der Qualifizierung als Fernstudium

Das Berufsbild eines Unternehmensberaters kann als Alternative für das eines Wirtschaftsprüfers angesehen werden. Zudem kann vorzeitig der Abschluss zum Steuerberater bzw. zur Steuerberaterin erreicht werden. Ansonsten beinhaltet der breitgefächerte Bereich der Wirtschaftswissenschaften auch im Fernstudium viele Alternativmöglichkeiten, z. B. Betriebswirt/-in, Volkswirt/-in, Handelsfachwirt/-in etc.

Umschulung zum Wirtschaftsprüfer / zur Wirtschaftsprüferin
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