Umschulung zum/r Brauer/in und Mälzer/in

Sie lieben Bier? Dann ist das der richtige Beruf für Sie.

Wenn Sie sich für die Kunst des Bierbrauens einschließlich der Verarbeitung der Zutaten und der Gärung interessieren, dann kann eine Umschulung zum/r Brauer und Mälzer interessant für Sie sein. Brauer/innen und Mälzer/innen kümmern sich nicht nur um das Brauen, Abfüllen und die Qualitätskontrolle von Bieren und Biermischgetränken, sondern auch um Einkauf, Qualitätskontrolle und Verarbeitung der Bierzutaten. Aber auch mit Technik und Hygiene müssen sich Brauer/innen und Mälzer/innen sehr gut auskennen.

Brauer und Mälzer sind fast ausschließlich in Brauereien tätig. Das können industrielle Großbrauereien oder kleine private Unternehmen sein. Die Umschulung ist aber nur einer von vielen Wegen in den Beruf.

 

Zukunftsaussichten

Brauer/innen und Mälzer/innen haben sehr gute Zukunftsperspektiven. Der Verkauf von alkoholhaltigem Bier ist zwar in den vergangenen Jahrzehnten leicht gesunken, aber Bier ist nach wie vor das beliebteste alkoholhaltige Getränk der Deutschen. Die Umsätze von alkoholfreien Bieren steigen außerdem stetig. Gerade große, deutschlandweit operierende Brauereien suchen daher immer mehr Brauer/innen und Mälzer/innen. Deutsches Bier gilt weltweit als das beste und deutsche Brauer und Mälzer sind deshalb auch bei ausländischen Brauereien sehr gefragt.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung zum/r Brauer/in und Mälzer/in

Brauer/in und Mälzer/in ist in Deutschland ein dualer Ausbildungsberuf. Die Umschulung findet daher ebenfalls im dualen System statt und Sie sind parallel zur Berufsschulausbildung auch in einer Brauerei tätig. Die Dauer der Umschulung beträgt wegen der Verkürzung der Ausbildungszeit in der Regel 2 Jahre. Der Unterricht in der Berufsschule findet in Unterrichtsblöcken statt, während denen Sie einige Wochen im Jahr nur zur Berufsschule gehen. Insbesondere dual ausgebildete Winzer/innen können sich aber viele Ausbildungsinhalte anerkennen lassen und haben so nur einen Bruchteil der Berufsschulzeit von normalen Auszubildenden.

Inhaltlich umfasst die Umschulung zum/r Brauer/in und Mälzer/in die Vermittlung von technischem Wissen zum Verständnis der Produktionsanlagen und –systeme, aber auch naturwissenschaftliche Grundkenntnisse. Zusätzlich wird ein hoher Stellenwert auf Lebensmittelhygiene, Produktentwicklung und Qualitätskontrolle gelegt. Im Betrieb umfasst die Ausbildung bzw. Umschulung die Begleitung der einzelnen Produktionsschritte. Dabei werden Sie in unterschiedlichen Bereichen der Brauerei tätig sein. Neben der Rohstoffannahme und dem Gär- und Lagerkeller umfasst eine Brauerei auch das Malzsilo, das Sudhaus und den Abfüllbereich.

 

Zielgruppe der Umschulung zum/r Brauer/in und Mälzer/in

Theoretisch brauchen Sie keine speziellen Voraussetzungen, um Brauer/in und Mälzer/in zu werden. Die meisten Brauereien setzen aber eine mittlere Reife voraus. Voraussetzung für eine Umschulung ist außerdem eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung. Sie sollten außerdem gute Noten im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich (Biologie, Chemie, Mathematik) und ein hohes Geruchs- und Geschmacksempfinden mitbringen.

Wenn Sie sich umschulen lassen, sollten Sie außerdem Vorkenntnisse im Bereich Lebensmittel- und/oder Getränkeverarbeitung mitbringen. Berufe, die eine Umschulung ermöglichen sind Winzer/in, Koch/Köchin, Lebensmitteltechniker/in, Biolaborant/in. Milchwirtschaftliche/r Laborant/in, Pflanzentechnologe/in und Diätassistent/in.

 

Kosten der Umschulung zum Brauer und Mälzer

Da Sie während der Umschulung zum/r Brauer/in und Mälzer/in bereits in einer Brauerei tätig sind, verdienen Sie in der Regel genügend Geld, um Ihre Umschulungskosten decken zu können. Diese können je nach der Berufsschule, die Sie besuchen sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Berufsschulen nehmen für eine zweite Ausbildung hohe Gebühren, andere keine. In jedem Fall müssen Sie aber die Wohn- und Lebensunterhaltungskosten während der Blockzeiten finanzieren, in denen Sie sich in der Umgebung der Berufsschule aufhalten müssen.

Anreise einkalkulieren!
Da nicht viele Berufsschulen die Ausbildung anbieten, können Sie nicht davon ausgehen, dass Sie die Berufsschule von zu Hause aus erreichen können. Bei 8 Blockwochen im Jahr können Sie hier durchschnittlich von 2400,00 Euro Kosten im Jahr ausgehen.

 

Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt die Kosten für die Umschulung ganz oder teilweise, wenn Sie nachweisen können, dass die Umschulung Ihnen bessere Berufsaussichten verschafft, als Sie vor der Umschulung gehabt hätten. Außerdem müssen die Vermittlungschancen in Ihrem bisherigen Beruf sehr gering sein. Sind diese Voraussetzungen gegeben, können Sie während der Umschulung zusätzlich zum Gehalt, das Sie von der Brauerei bekommen, weitergehend von der Agentur für Arbeit finanziell unterstützt werden, sodass Ihr Lebensunterhalt gesichert ist.

 

Tipps zur Bewerbung als Brauer/in und Mälzer/in

Um bei der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle als Brauer/in und Mälzer/in zu punkten, sollten Sie mit guten Noten in Mathematik, Biologie und Chemie werben. Außerdem sollten Sie ein hohes technisches Verständnis und eine technische Begabung mitbringen. Da Sie gerade in der Ausbildung viel körperliche Arbeit verrichten müssen, sollten Sie außerdem physische Belastbarkeit und Ausdauer mitbringen. Ein sehr gutes Geruchs- und Geschmacksempfinden kommen bei den Brauereien ebenfalls gut an. Daneben sind ein gepflegtes Äußeres und ein hoher Sinn für Hygiene gute Voraussetzungen für eine Einstellung als Brauer/in und Mälzer/in. Werben Sie außerdem mit Ihrer beruflichen Vorerfahrung und bisherigen Berufsausbildungen, insbesondere wenn Sie eine Ausbildung und/oder Vorerfahrung in einem artverwandten Bereich wie der Winzerei haben.

 

Anbieter der Umschulung

Da die Umschulung zum/r Brauer/in und Mälzer/in nur über eine Ausbildung zum/r Brauer/in und Mälzer/in möglich ist, muss diese bei einer Brauerei erfolgen. Besonders große, deutschlandweit operierende Brauereien suchen ständig Auszubildende als Brauer/in und Mälzer/in.

 

Die größten deutschen Brauereien sind:

 

Fernstudium als Alternative zur Umschulung?

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising bietet den Bachelorstudiengang Brau- und Getränketechnologie an. Das Studium umfasst insgesamt 7 Semester und schließt mit dem Abschluss Bachelor of Engineering ab und ist dank des modernen Blendet-Learnings teilweise als Fernstudium durchführbar. Mit erfolgreichem Abschluss des Studiums sind Sie ebenfalls als Brauer/in in verschiedenen Brauereien tätig, haben aber zusätzlich eine Qualifikation um hier Führungspositionen einzunehmen.

Außerdem besteht bei der IUBH die Möglichkeit Ernährungswissenschaften als Fernstudium zu studieren. Der Studiengang dauert in Vollzeit insgesamt 36 Monate und kann jederzeit begonnen werden.