Berufsbild

Bringen Sie alte Uhrwerke wieder zum Ticken!
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Der Beruf des Uhrmachers ist ein sehr altes Handwerk. UhrmacherInnen kümmern sich um alles, was Uhren betrifft. Sie entwerfen, bauen und reparieren Uhren. Außerdem sind sie für deren Entstandhaltung und Wartung zuständig. Dazu gehört beispielsweise, dass sie den äußeren Zustand prüfen einer Uhr prüfen, Ursachen von Funktionsstörungen herausfinden sowie diese fachmännisch zu beseitigen. Sie können mit entsprechendem Werkzeug umgehen und arbeiten stets sauber und genau. Ebenso können sie ältere Uhren restaurieren und in Stand setzen. Sollten dazu spezielle Werkzeuge notwendig sein, können sie diese ggf. selbst anfertigen. Darüber hinaus verfügen sie über kaufmännische Kenntnisse, die es ihnen erlauben, ihre Geschäfte zu führen, Kostenvoranschläge zu erstellen und Rechnungen anzufertigen. Im Kundenkontakt geben sie serviceorientiert sachgerechte Auskünfte.
UhrmacherInnen arbeiten in verschiedenen Bereichen. Sie können selbstständig oder im Angestelltenverhältnis im Schmuckgewerbe oder im Kundendienst tätig sein. In der Industrie ist er für das serienmäßige Erstellen von Uhren zuständig, überwacht den Arbeitsprozess und führt komplizierte Aufgaben auch selbst durch. Außerdem achtet er auf die Qualität der Arbeit. Als Dienstleister kümmern sich UhrmacherInnen um die Pflege, Wartung und Erhaltung von Uhren. Im speziellen Fall arbeiten sie dabei als Uhrenrestaurator. Als Furniturist arbeiten sie im Ersatzteilhandel. Außerdem sind diverse Spezialisierungen möglich, beispielsweise als Cadranographen, Galvaniker oder Mikromechaniker.

 

Zukunftsaussichten

Der Berufs des Uhrmachers reicht viele Jahrhunderte zurück. Gerade deswegen scheint eine Ausbildung in diesem Bereich nicht attraktiv zu sein. Doch auch die Uhrenindustrie steht vor einem Nachwuchsproblem. Es fehlt an Nachwuchs, der diesen Traditionsberuf weiterführt. Dadurch bietet die Branche gute Einstiegsmöglichkeiten. Der Bedarf an Spezialisten wird weiter steigen, denn auch die Uhrentechnik hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verfeinert. Um ständige Präzision zu gewährleisten, ist Kompetenz und Fachwissen von Experten gefragt. Bereits jetzt beklagt der Zentralverband der Uhrmacher über einen Fachkräftemangel.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Gesetzlich bestehen keine Beschränkungen für den Beginn einer Ausbildung oder Umschulung. Die meisten Anwärter haben jedoch mindestens einen Realschulabschluss oder das Abitur. Die ausbildenden Betriebe können zudem weitere Kriterien für ihre Auswahl festlegen. Für den Beruf wird räumliches Vorstellungsvermögen, Beobachtungsgenauigkeit, eine gute Hand-Augen-Koordination, handwerkliches Geschick, Geduld und ein überdurchschnittliches Konzentrationsvermögen.
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und wird mit dem Gesellenbrief abgeschlossen. Sie kann als duale Ausbildung in einer Berufsschule und einem Betrieb oder als vollschulische Ausbildung an einer Uhrmacherschule absolviert werden. Das Berufsförderungswerk Bad Pyrmont bietet eine spezielle Umschulung an, die in Vollzeit 2 Jahre dauert.
Im theoretischen Teil lernen die angehenden UhrmacherInnen u. a., verschiedene Systeme der Zeitmessung zu unterscheiden, wie Werkzeuge und Einzelteile von Uhren hergestellt werden sowie die Handhabung von Klein- und Großuhren. In der Praxis wird erlernt, Flächen auf Ebenheit und Formgenauigkeit zu prüfen, wie die verschiedenen Werkzeuge angewandt und gepflegt werden oder wie Scharniere, Schlösser und Gehäuse instandgesetzt werden. Darüber hinaus wird der Umgang mit EVD-Technik erlernt, wie Informationen besorgt, ausgewertet und verwaltet werden, eine qualitativ hochwertige Arbeit sichergestellt werden kann oder Waren präsentiert werden. Es geht um Funktionsprinzipien von Uhren und wie diese überprüft und ggf. Fehler repariert werden können.

Fördermaßnahmen

Die Ausbildung wird vergütet, außer wenn eine vollschulische Ausbildung gewählt wird. In Industrie und Handel orientieren sich die Betriebe an einer IHK-Empfehlung. Für Ausbildungen in einem Betrieb des Handwerks gibt es keine tarifliche Bedingungen. Die genaue Höhe der Vergütung wird im Ausbildungsvertrag festgelegt, sodass die folgenden Zahlen nur als Orientierung dienen können. Im ersten Ausbildungsjahr erhalten die Anwärter ca. 740-820 Euro pro Monat, im zweiten ca. 760-860 Euro und im dritten Jahr ca. 830-940 Euro. Eine Förderung der betrieblichen Ausbildung kann im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erfolgen, bei einer vollschulischen durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG).

 

Anbieter der Umschulung

Ansprechpartner für eine Umschulung können die großen Uhrmacherverbände Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmeßtechnik, der Verband der Deutschen Uhrenindustrie (WPG) oder die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie (DGC) sein. Die Umschulung selbst kann in einem Betrieb von Indsutrie und Handwerk mit begleitender Berufsschule oder an einer Uhrmacherschule absolviert werden.

 

Alternative Umschulungen als Fernstudium

Als Alternative zur klassischen Ausbildung kann eine Umschulung in Form eines (Fern-)Studiums begonnen werden. Mögliche Richtungen sind Mikrotechnik, Mikrosystemtechnik, Mechatronik oder Schmuckdesign, die mit einem Bachelor abgeschlossen werden.

Umschulung zum Uhrmacher/ zur Uhrmacherin
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