Die Ausbildung zum Toningenieur wird nur als Studium angeboten.

Selbst Musik zu machen, ist für viele Menschen in Deutschland ein beliebtes Hobby. Eine Arbeitsstelle in diesem Bereich zu erhalten, stellt für sie oftmals einen Lebenstraum dar. Dabei ist es nicht immer erforderlich, selbst ein Instrument zu spielen oder zu singen.

Es gibt darüber hinaus zahlreiche Berufe, in denen ebenfalls ein hohes musikalisches Verständnis erforderlich ist, bei denen Sie jedoch die Musik nicht selbst erzeugen. Ein Beispiel für diese Berufe ist die Tätigkeit als Toningenieur beziehungsweise als Toningenieurin. Dieser Artikel stellt vor, worin diese Tätigkeit besteht und wie Sie sie im Rahmen einer Umschulung erlernen können.

 

Das Berufsbild des Toningenieurs

Wenn Sie als Toningenieur tätig sind, übernehmen Sie in erster Linie die technische Umsetzung bei einer Musikproduktion. Sie sind dabei zum einem in Tonstudios tätig, um die Aufnahme der Musik so zu gestalten, dass sie gut zur Geltung kommt. Zum anderen arbeiten Sie bei Konzerten und anderen Live-Veranstaltungen mit, um auch hier für eine optimale Beschallung zu sorgen. Sie bauen dabei die Schaltungen auf, um die verschiedenen technischen Geräte, die in diesem Bereich zum Einsatz kommen, miteinander zu verbinden. Darüber hinaus pegeln Sie die Mikrofone ein und sorgen für sichere Übertragungswege der Signale.

Neben diesen sehr technischen Bereichen gibt es jedoch auch einige künstlerische Aspekte in diesem Berufsbild. Sie übernehmen beispielsweise die Tonmischung und überprüfen die Akustik in den Räumen. In diesem Bereich kommt es oftmals zu Überschneidungen mit dem Beruf des Tonmeisters. Dieser ist in erster Linie dafür verantwortlich, die Notentreue zu überwachen. Je nach Organisation der Produktion übernimmt jedoch auch der Toningenieur derartige Aufgaben.

 

Die Zukunftsaussichten für Toningenieure

Bei der Berufswahl ist es nicht nur wichtig, dass Sie Spaß an der Tätigkeit haben, darüber hinaus ist es erforderlich, dass Sie dabei auch gute Chancen auf eine Anstellung erhalten. Für die Toningenieure ist es leider nicht immer einfach, eine Arbeitsstelle zu finden.

Die Konkurrenz durch eine Vielzahl an selbsternannten Tontechnikern, die die entsprechende Tätigkeit oftmals sehr preiswert anbieten und auf diese Weise die höher qualifizierten Toningenieure verdrängen, wirkt sich hier sehr negativ aus. Dennoch ist es nicht aussichtslos, in diesem Bereich eine Anstellung zu erhalten. Insbesondere bei hochwertigen Produktionen kommen Toningenieure zum Einsatz, die für eine hohe Qualität der Aufnahme sorgen.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Um die Aufgabe als Toningenieur durchführen zu können, sind umfangreiche Grundlagenkenntnisse in den Bereichen der Mathematik, der Physik und der Elektrotechnik erforderlich. Diese stellen insbesondere zu Beginn der Umschulung den Schwerpunkt der Lehrveranstaltungen dar. Dazu kommen spezifischere Themen für dieses Berufsfeld, wie beispielsweise die Regelungstechnik, Studio- und Aufnahmetechnik, Audiotechnik und die Signalverarbeitung. Neben diesen technischen Fähigkeiten nimmt der künstlerische Aspekt einen wichtigen Teil der Ausbildung ein.

Insbesondere die Vermittlung musikalischer Grundkenntnisse ist bei der Ausbildung zum Toningenieur von großer Bedeutung. Da die Bezeichnung Ingenieur in Deutschland rechtlich geschützt ist, ist für die Ausbildung zum Toningenieur stets ein Hochschulstudium erforderlich. Sie können in diesem Bereich entweder ein Bachelor-Studium durchführen, das in der Regel sechs Semester dauert. Wenn Sie bereits über ein Erststudium verfügen, können Sie auch ein Master-Studium zum Toningenieur durchführen. Dieses dauert in der Regel vier Semester.

 

Für wen eignet sich die Umschulung zum Toningenieur?

Wenn sie eine Umschulung zum Toningenieur durchführen möchten, ist es erforderlich, dass Sie gerne Musik machen und dass Sie sich für den Bereich der Technik und die damit zusammenhängenden Wissenschaften der Mathematik und Physik interessieren. Da es sich hierbei um ein Studium handelt, ist es darüber hinaus notwendig, dass Sie über eine Hochschulzugangsberechtigung oder über eine vergleichbare Qualifikation verfügen. Wenn Sie über diese Anforderungen verfügen, können Sie mit der Umschulung beginnen. Eine spezielle Berufserfahrung ist dabei nicht erforderlich.

Grundsätzlich können alle Personen, die in ihrem bisherigen Berufsfeld unzufrieden sind und nach einer Tätigkeit suchen, die künstlerische und technische Aspekte miteinander verbindet, die Ausbildung durchführen. Da es jedoch nicht immer einfach ist, in diesem Bereich eine Anstellung zu finden, ist es stets von Vorteil, wenn Sie bereits in einem Bereich, der mit der Tonproduktion in Verbindung steht, aktiv sind. Die einschlägige Berufserfahrung kann die Anstellungschancen oftmals deutlich verbessern.

 

Förderungsmöglichkeiten für die Umschulung zum Toningenieur

Da es sich bei der Ausbildung zum Toningenieur um ein Hochschulstudium handelt, sind die Förderungsmöglichkeiten für die Umschulung stark eingeschränkt. Manche Interessenten können BAföG beantragen. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn es sich um eine Erstausbildung handelt. Sollten Sie eine Umschulung anstreben, ist allerdings davon auszugehen, dass Sie bereits über eine Erstausbildung verfügen, sodass diese Möglichkeit wegfällt.

Auch wenn Sie Anspruch auf eine Umschulung durch die Berufsgenossenschaft haben, ist es schwierig, eine Förderung für die Umschulung zum Toningenieur zu erhalten. Zum einen müssen Sie zu diesem Zweck bereits über ein Studium mit vergleichbarem Abschluss verfügen, da die Berufsgenossenschaft lediglich eine gleichwertige Ausbildung fördert. Zum anderen ist hier die Dauer der Förderung stets auf zwei Jahre begrenzt. Daher kommt in diesem Bereich lediglich eine Teilfinanzierung in betracht. Insgesamt betrachtet ist es daher nur in Ausnahmefällen möglich, eine Förderung für die Umschulung zum Toningenieur zu erhalten.

 

Anbieter der Umschulung

Für die Umschulung zum Toningenieur gibt es nur sehr wenige Anbieter. In Deutschland bieten lediglich zwei Hochschulen einen entsprechenden Studiengang an. Zum einen ist es möglich, an der Fachhochschule Düsseldorf den Studiengang Ton und Bild zu belegen. Dabei befassen Sie sich jedoch nicht ausschließlich mit der Tonverarbeitung, sondern auch mit der Bildtechnik. Zum anderen besteht die Möglichkeit, den Masterstudiengang Sound for Pictures an der Filmuniversität Babelsberg zu belegen. Dabei liegt der Schwerpunkt jedoch auf der Tontechnik für Filmproduktionen und weniger auf der Musik. Darüber hinaus gibt es noch Studienangebote im Ausland. Die Technische Universität Graz bietet beispielsweise den Studiengang Elektrotechnik – Toningenieur an.

 

Ähnliche Berufe als Fernstudium erlernen

Die Umschulung zum Toningenieur ist nicht immer einfach. Zum einen gibt es nur recht wenige Anbieter, zum anderen ist es schwierig, eine Förderung für die Umschulung zu erhalten. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, nach Alternativen zu suchen. Ein Fernstudium kann Ihnen die Möglichkeit bieten, trotz der genannten Schwierigkeiten Ihren Traumberuf auszuüben. Denn auf diese Weise sind Sie unabhängig vom Studienort und außerdem können Sie die Umschulung berufsbegleitend durchführen, was die Finanzierung erheblich vereinfacht.

Eine gute Alternative stellt es beispielsweise dar, eine Ausbildung zum Tontechniker berufsbegleitend zu absolvieren. Der Tätigkeitsbereich ist bei diesem Beruf sehr ähnlich wie beim Toningenieur. Weitere Alternativen sind Fernkurse für die digitale Musikproduktion oder Techniker/in für Kommunikations- und Informationstechnik.

Umschulung zum/ zur Toningenieur/in (Studium)
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