Umschulung zum Sozialhelfer / zur Sozialhelferin

Helfen Sie denen, die sich nicht selbst helfen können. © Kzenon – Fotolia.com

Sozialhelfer und Sozialhelferinnen haben eine staatlich geprüfte Ausbildung in einem Helferberuf durchlaufen. Daher sind sie hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die sich um alltägliche Belange im Leben von Kindern, älteren Menschen und Hilfsbedürftigen kümmern. Sozialhelfer und Sozialhelferinnen unterstützen beispielsweise bei der Betreuung und Versorgung von behinderten, alten oder kranken Menschen und fördern überdies die soziale Integration ihrer Schützlinge. Das Ziel der Arbeit in der Sozialhilfe ist, die Hilfesuchenden zu befähigen, eigenverantwortlich, selbstständig und unabhängig ihr Leben zu bestreiten.

Im häuslichen Bereich übernehmen Sozialhelfer oft haushälterische Aufgaben. Fallen Vater und oder Mutter für längere Zeit aus, kümmern sich Sozialhelfer und Sozialhelferinnen um die grundlegende Funktion der Familie. Sie kochen, putzen, erledigen Wege, betreuen die Kinder und regen sie zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung an.

Weitere Einsatzbereiche der Sozialhelfer und Sozialhelferinnen sind überwiegend stationäre oder ambulante Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Krankenpflege. Doch finden sich Sozialhelfer ebenso in Familien- und Kindereinrichtungen. In der Jugendhilfe beschäftigen sich Sozialhelfer vor allem mit verhaltensauffälligen Jugendlichen. Sie versuchen, diese zu schulen und mithilfe von Berufsveranstaltungen und Beratungen auf das Leben vorzubereiten. Zusätzlich planen Sozialhelfer Konzerte, Partys und Vorträge, um die Jugendlichen weiter zu motivieren und ihnen sinnvolle Freizeitbeschäftigungen anzubieten. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit, in Diakonien und Sozialämtern zu arbeiten.

Thematisch gliedert sich die Hilfe durch Sozialhelfer und Sozialhelferinnen in drei Komplexe auf. Zum einen soll es Hilfestellungen und Handreichungen bei der Körperhygiene geben. Zum anderen werden auch anfallende Aufgaben im Haushalt erledigt. Besonders wichtig ist die Förderung der sozialen Kompetenz sowie der kulturellen Integration der Klienten im Alltag.

 

Zukunftsaussichten

Die Arbeit des Sozialhelfers umfasst sowohl Bereiche in der Kinder- und Jugendhilfe als auch im Umgang mit alten Menschen. Somit berührt der Beruf zwei sehr wichtige Säulen der Gesellschaft. Insbesondere vor dem Hintergrund der stetig alternden Gesellschaft wird die Nachfrage nach Betreuung und Hilfe auch in Zukunft eher zunehmen. Deshalb hat der Beruf des Sozialhelfers / der Sozialhelferin ebenso wie andere Berufe aus dem Gesundheits- und Pflegebereich Anteil an einem weltweiten Wachstumsmarkt.

Sehr gut ausgebildete Fachkräfte werden weiterhin stark nachgefragt, sodass sich dem Umschüler in dieser Branche vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Zudem können bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen auch Weiterbildungen zum Betriebswirt für Sozialwesen oder im Studiengang Soziale Arbeit angeschlossen werden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die zweijährige Ausbildung zum Sozialhelfer / zur Sozialhelferin gliedert sich in einen theoretischen Teil und einen praktischen Teil mit 16 Praktikumswochen. Diese Praktika können wahlweise in sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Einrichtungen absolviert werden.

Der Theorieanteil gliedert sich in vier Kernbereiche auf. Das erste Lernfeld dient dazu, seine persönliche berufliche Identität zu entwickeln. Im zweiten Komplex steht die Beziehung zu anderen Menschen im Vordergrund, um deren Fähigkeiten gezielt erkennen und fördern zu können. Im dritten Kernbereich erlernen die Schüler den Umgang mit alters- oder krankheitsbedingt hilfsbedürftigen Klienten. Zu guter Letzt erlernen die angehenden Sozialhelfer im vierten Themenkomplex, wie mit behinderten Menschen umzugehen ist und wie man diesen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen kann.

In allen Themenbereichen werden die berufsbezogenen Fächer von den berufsübergreifenden Fächern unterschieden. Zu den berufsbezogenen Unterrichtsfächern gehören unter anderem Sozialpädagogik und Sozialpflege, Gesundheitsförderung, Ernährung, hauswirtschaftliche Grundlagen, Englisch, Mathematik sowie Wirtschafts- und Betriebslehre. Zu den berufsübergreifenden Lerninhalten zählen indes Deutsch und Kommunikation, Sport und allgemeine Gesundheitsförderung, Religionslehre sowie Politik und Gesellschaftslehre.

Der Abschluss zum staatlich geprüften Sozialhelfer / zur staatlich geprüften Sozialhelferin wird nach einer schriftlichen Prüfung, in der Regel in Form zweier Klausuren sowie einer eventuell zusätzlichen mündlichen Prüfung erteilt. Gleichzeitig erreicht der Prüfling mit Ablegen der Prüfung den Schulabschluss der mittleren Reife.

 

Zielgruppe

Voraussetzung ist im Regelfall die beendete Vollzeitschulpflicht, ein Hauptschulabschluss oder der mittlere Bildungsabschluss. Je nach Ausbildungsträger kann zusätzlich ein bestimmtes Mindest- und Höchstalter festgesetzt sein. Vor Beginn der Ausbildung ist die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs als Sozialhelfer in Form eines ärztlichen Attests vorzulegen.

Durch die mögliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist außerdem in vielen Fällen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Zusätzlich müssen die Bestimmungen des Hygiene- und Infektionsschutzgesetzes zum Umgang mit hilfebedürftigen Menschen erfüllt sein. Für Umschüler gilt, dass eine mehrjährige Berufserfahrung in einem verwandten Berufszweig während der Umschulung zum Sozialhelfer / zur Sozialhelferin sehr hilfreich ist.

 

Fördermöglichkeiten

Die Umschulung zum Sozialhelfer ist bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen im Rahmen der Bildungsgutschein-Initiative der Agentur für Arbeit förderungsfähig.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung wird von Bildungseinrichtungen des Sozialwesens sowie von Berufsfachschulen angeboten. Allerdings steht die Ausbildung zum Sozialhelfer nicht in jeder Stadt zur Verfügung. Informationen und Auskünfte erteilen die örtlichen Schulen und sozialen Trägervereine. Eine Möglichkeit ist auch das Erlernen eines verwandten Berufs per Fernstudium:

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