Sie haben keine Lust mehr auf luftige Höhen?

Gebäude benötigen im Normalfall immer Dächer. Um ein Haus mit einem stabilen, langlebigen Dach zu versehen, werden Dachdecker benötigt. Diese erstellen Dachstühle, verkleiden und dämmen die Wandflächen im Innenraum, befestigen Ziegeln, Reet, Schiefer oder Platten auf der Außenseite sowie installieren Blitzableiter und bei Bedarf sogar Solarzellen.

Zugleich sind Dachdecker für die Wärmedämmung und Abdichtung der Gebäude zuständig sowie Warten die Dächer. Dachdecker ist somit ein unverzichtbarer Beruf in der Baubranche, welcher nicht nur als Ausbildung getätigt werden kann.

 

Nicht nur für das Dach

Dachdecker sind bei der Errichtung und Wartung von Gebäuden unverzichtbar. Ihre Berufstätigkeit beschränkt sich nicht nur auf die Konstruktion von Dächern, sondern ebenfalls für die Dämmung der Gebäude und Wartung sowie Instandhaltung. Zusätzlich helfen Dachdecker bei der Sanierung und Renovierung historischer Gebäude, sodass nicht nur der Bau von Neubauten oder die Instanthaltung und -setzung von Altbauten in ihr Tätigkeitsfeld fallen.

Im Normalfall handelt es sich bei der Tätigkeit des Dachdeckers um einen Ausbildungsberuf, welcher in einer dreijährigen dualen Ausbildung erlernt wird. Während der theoretische Teil der Ausbildung in der Berufsschule stattfindet, wird der praktische Teil in einem Ausbildungsbetrieb beigebracht.

Die Ausbildung enthält nicht nur die eigentliche Tätigkeit des Dachdeckers, sondern ebenfalls die Einrichtung, Sicherung und Räumung unterschiedlicher Baustellen, Anfertigung von Skizzen, die Herstellung des verwendeten Betons, Putz und Mauerwerks, die Montage bzw. den Einbau von Einbauteilen und vieles mehr.

 

Berufswechsel dank Umschulung

Der Berufswechsel zum Dachdecker muss jedoch nicht immer in Form einer dualen Ausbildung stattfinden. Inzwischen bieten viele Ausbildungseinrichtung die Möglichkeit an, Dachdecker zu werden. Je nach Schwerpunkt können in der Dachdeckerausbildung andere Berufe ausgeübt werden. Soll der Berufswechsel mittels Umschulung geschehen, führen vor allem Weiterbildungsinstitute demensprechende Ausbildungsgänge mit einer Dauer von ungefähr 21 bis 24 Monate. Während dieses Zeitraums erlernt der Interessent sämtliche Inhalte, welche ebenfalls fester Bestandteil der herkömmlichen Dachdeckerausbildung sind. Die Umschulung ist immer zweistufig aufgebaut.

Nach Ablauf von zwei Jahren kann der Interessent eine Zwischenprüfung zum gelernten Ausbaufacharbeiter absolvieren, sodass seine beruflichen Chancen zusätzlich steigen. Während als Umschulungsvoraussetzung lediglich ein Hauptschulabschluss und eventuelle Berufserfahrung notwendig werden, werden hauptsächlich psychische Voraussetzungen an den Interessenten gestellt.

Der angehende Dachdecker muss zwingendermaßen schwindelfrei sein, da seine Tätigkeit teils in weiten Höhen durchgeführt wird. Zusätzlich sind eine körperliche Belastbarkeit sowie Teamfähigkeit unverzichtbar. Außerdem muss der Interessent dazu fähig und bereit sein, seinen Arbeitsort häufig zu wechseln und unregelmäßige Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen. Da der Beruf des Dachdeckers im Außenbereich stattfindet, wird er Temperaturen und verschiedenen Witterungsbedingungen ausgesetzt.

 

Förderung für eine günstigere Umschulung

Bei der Umschulung zum Dachdecker handelt es sich um eine kostenpflichtige Vollzeitumschulung. In manchen Fällen fördert die Arbeitsagentur eine Umschulung, wenn drohende bzw. bestehende Arbeitslosigkeit vorherrscht und diese durch die Umschulung abgewandt werden kann. Zugleich muss die Eingliederung am Arbeitsmarkt mit keinem anderen Arbeitsmarktinstrument zur Verfügung stehen. In vielen Fällen wird der Förderung zudem nur stattgegeben, wenn entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens drei Jahre Berufstätigkeit vorliegen.

 

Ausbildung nicht über Fernstudium

Kann die Umschulung bzw. der Berufswechsel zum Dachdecker nicht über ein Ausbildungsinstitut absolviert werden, besteht die Möglichkeit, einen Studiengang als Alternative zu belegen. Jedoch handelt es sich beim Dachdecker um einen praktischen Beruf, sodass die eigentliche Ausbildung zu ihm nicht über ein Studium möglich wird. Soll dennoch eine ähnliche Ausbildung absolviert werden, bieten sich Studiengänge zum staatlich geprüften Bautechniker im Hochbau, Gebäudesanierer, Bautenschutzfachmann oder Brandschutztechniker an.

 

Weiterbildungsmöglichkeiten für Dachdecker

Da die generelle Ausbildung zum Dachdecker in den Fachrichtungen Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sowie Reetdachtechnik erfolgt, bietet er Beruf eine kleine, aber feiner Auswahl an abwechslungsreichen Tätigkeiten. Zugleich bietet die Tätigkeit des Dachdeckers einige Weiterbildungsmöglichkeiten, welche sie für weitere Tätigkeiten qualifizieren. Welche Tätigkeiten letztendlich erlernt werden können, hängt vom Ausbildungsschwerpunkt ab. Weiterbildungen eignen sich sowohl für all jene Dachdecker, welche eine duale Ausbildung absolviert haben, sowie für all jene mit Umschulung, da Weiterbildungen die vorhandenen Kenntnisse vertiefen und erweitern.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Dachdecker umfassen unter anderem die Installation von Solaranlagen oder bautechnische Maßnahmen bei der Wärmedämmung. Da sich immer wieder Neuheiten für den Bau von Dächern ergeben, halten sich ausgebildete Dachdecker zudem über Weiter- und Fortbildungen am Laufenden.

Weiterbildungen ergeben außerdem die Chance, höhere Positionen im Beruf zu erreichen und dadurch leitende Positionen einzunehmen. Somit kann eine Umschulung zum herkömmlichen Dachdecker die Chance ergeben, zur Führungskraft zu avancieren. Dies schließt vor allem Tätigkeiten in der Bedachungsindustrie mit ein. Zusätzlich ergibt sich durch eine Weiterbildung die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen und ein eigenes Unternehmen zu gründen.

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