Nach der Diagnose kommt die Kodierung derselben.
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Berufsbild

Klinische Kodierer (auch: medizinische Kodierfachkraft) unterstützen Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal bei der korrekten Verschlüsselung von Diagnosen. Jede Diagnose kann einer Diagnosefallgruppe (DRG = Diagnosis Related Group) zugeordnet werden. Derzeit umfasst der Katalog 1137 DRG-Gruppen. Klinische Kodierer die Kodierung selbst vor oder überprüfen die bereits vorhandene Verschlüsselung. Dabei müssen sie die geltenden Kodierungs- und Abrechnungsvorschriften beachten. Diese Aufgabe erledigen sie besonders gewissenhaft und sorgfältig, denn die vergebenen Diagnosecodes sind Grundlage für die weitere Behandlung und die Abrechnung der bisher erbrachten Leistungen. Dazu halten sie ihr Fachwissen auf dem aktuellen Stand und beachten jede Änderung der Kodiercodes.

Entstehen Nachfragen oder Konflikte mit den zuständigen Stellen, z. B. den Krankenkassen oder dem Medizinischen Dienst, so kümmern sich die klinischen Kodierer darum. Sie stehen dem gesamten medizinische Personal als Ansprechpartner zur Verfügung.
Ihren Arbeitsplatz finden sie hauptsächlich in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten Versicherungen, statistische Ämter, die öffentliche Verwaltung, aber auch Unternehmen in der Privatwirtschaft.

 

Zukunftsaussichten

Der Aufwand für das medizinische Personal ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Insbesondere die Anforderungen für eine korrekte Abrechnung sind komplizierter und aufwändiger geworden. Daraus hat sich der Bedarf an Fachpersonal entwickelt, das sich speziell mit der klinischen Kodierung auskennt. Die Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Bereich sind noch nicht lange etabliert. Seit 2013 kann ein Zertifikat der IHK bei verschiedenen Bildungseinrichtungen erworben werden. Desweiteren ergibt sich für klinische Kodierer neben dem bereits herrschenden Personalbedarf seit 2013 eine weitere Perspektive. Im Bereich der Psychiatrie wurde ein ähnliches Abrechensystem wie in den anderen medizinischen Bereich eingeführt, sodass zu erwarten ist, dass der Personalbedarf in diesem Teil der Medizin stark ansteigen wird.

 

Zielgruppe

Bei der Qualifikation zum klinischen Kodierer handelt es sich um eine Weiterbildungsmaßnahme, die eine medizinische Vorbildung voraussetzt. Da die Weiterbildungen in diesem Bereich noch recht neu sind, kann keine pauschal erwartete Vorbildung angegeben werden. Allerdings muss in der Regel ein einschlägiger Abschluss vorliegen, z. B. ein abgeschlossenes Master-Studium der Humanmedizin (oder vergleichbar) oder eine mindestens dreijährige Berufsausbildung im medizinischen oder pflegerischen Bereich. Einige Anbieter setzen ggf. eine gewisse Zeit der Berufspraxis voraus oder formulieren eigene Zugangskriterien. Die Weiterbildung kann auch für Mitarbeiter im Krankenkassenwesen in Frage kommen. Weiterhin empfiehlt es sich, Grundkenntnisse in EDV vorweisen zu können.

 

Inhalt und Länge der Ausbildung

Inhalt und Länge der Weiterbildungen variieren mit dem Angebot und dem Charakter der Veranstaltungen. Die maximal zulässige Dauer liegt allerdings bei 24 Monaten. Häufig werden Block- oder Kompaktkurse angeboten, die an einigen Wochenenden oder intensiv innerhalb weniger Tage absolviert werden können. Desweiteren bieten viele Kurse spezielle Inhalte, um eine Spezialisierung zu ermöglichen.

So kann bei Kaysers Consilium ein Basiskurs zur Kodierfachkraft belegt werden oder bei Vorhandensein entsprechender Kenntnisse eine Spezialisierung auf Krankenkassen- und MDK-Anfragen oder Medizin-Controlling für Klinische Kodierfachkräfte erfolgen. DMI Systems bietet einen zweiwöchigen Kurs mit einer Grundausbildung zum klinischen Kodierer an sowie eine Intensivausbildung mit der Dauer von einer Woche. Eine weitere Möglichkeit ist die Spezialisierung auf Kodierungen im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie.

Inhalte der Kurse können z. B. Grundlagen der Krankenhausfinanzierung und des deutschen DRG-Systems, allgemeine und spezielle Kodierrichtlinien, Umgang mit Anfragen und entsprechende praktische Übungen sein.

 

Kosten und Förderung

Für Weiterbildungskurse von privaten Anbietern können Kursgebühren anfallen. Diese beinhalten teilweise Verpflegung und Arbeitsmaterial.

Grundsätzlich können Weiterbildungskurse durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden. Inwieweit eine Bezuschussung erfolgen kann, sollte vor Beginn mit dem zuständigen Sachbearbeiter besprochen werden. So kann z. B. das Meister-BAföG in Frage kommen. Auch andere Stellen bieten Förderungen an, z. B. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem Programm der Förderung der beruflichen Weiterbildung. Einige Bundesländer bieten ebenfalls Hilfen an, z. B. der Weiterbildungscheck in Sachsen.

 

Anbieter

Neben den bereits genannten Anbietern bietet z. B. auch die private Health Care Akademie oder das Privatinstitut für Klinikmanagement.Weiterbildungskurse zu klinischen Kodierern an. Desweiteren kann die IHK Ansprechpartner sein, da die Industrie- und Handelskammern oft mit regionalen Bildungsträgern koopieren. So ist gewährleistet, dass das erworbene Zertifikat deutschlandweit anerkannt wird.

 

Alternative als Fernstudium

Viele Kurse zum klinischen Kodierer werden auch als Fernkurse oder -lehrgänge angeboten. Alternativ kann ein Kurs in einem angrenzenden Bereich besucht werden, z. B. im Medizincontrolling oder zum Fachassistenten für Medizincontrolling. Desweiteren kann Medizincontrolling im Fernstudium absolviert und mit einem Bachelor abgeschlossen werden.

Umschulung zum Klinischen Kodierer/ zur Klinischen Kodiererin
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