Pharmakanten spielen bei der Herstellung von Arzneimitteln eine entscheidende Rolle.
Pharmakanten spielen bei der Herstellung von Arzneimitteln eine entscheidende Rolle.

Pharmakantinnen und Pharmakanten erfüllen vielfältige Aufgaben im Bereich der pharmazeutischen Industrie. Zwar entwickeln sie die Arzneimittel nicht selbst, sie erfüllen jedoch fast alle Aufgaben innerhalb des Fertigungsprozesses. Dabei füllen sie die Wirkstoffe ab und erzeugen mithilfe von industriellen Maschinen die entsprechenden Medikamente.

Darüber hinaus übernehmen sie auch deren Verpackung und gewährleisten dabei stets, dass diese den hohen Anforderungen an medizinische Produkte entspricht. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Wartung der industriellen Anlagen und deren Steuerung. Schließlich sind die Pharmakanten auch für die Qualitätsprüfung der Stoffe verantwortlich. Dabei müssen sie sicherstellen, dass jedes Arzneimittel genau die Wirkstoffe enthält, die angegeben sind.

Die Pharmakanten müssen zum einen über hohe theoretische Kenntnisse hinsichtlich der Arzneimittel verfügen. Insbesondere ist es sehr wichtig, dass sie die chemischen Prozesse, die hierbei zum Einsatz kommen, genau kennen. Außerdem müssen sie die verschiedenen Wirkstoffe der Medikamente zweifelsfrei bestimmen können. Daher ist die Chemie einer der wichtigsten Bereiche während der Umschulung. Darüber hinaus müssen Sie jedoch auch über gute praktische Fähigkeiten verfügen. Sie müssen die Maschinen, mit denen Sie die Medikamente herstellen, bedienen und warten, was stets etwas handwerkliches Geschick erfordert.

 

Die Zukunftsaussichten für Pharmakanten

Die pharmazeutische Industrie konnte in den letzten Jahrzehnten große Erfolge feiern. Immer mehr Krankheiten, die früher tödlich waren, haben mittlerweile eine hohe Heilungschance. Die Grundlage für diese Erfolge bilden stets die entsprechenden Medikamente. Dabei stieg nicht nur deren Wirksamkeit an, sondern auch die Menge, die die Ärzte verabreichen. Dies führt dazu, dass die chemische Industrie ihre Produktion immer weiter ausweitet. Eine Folge daraus ist ein hoher Bedarf an Pharmakanten.

Es ist zu erwarten, dass der wissenschaftliche Fortschritt in diesem Bereich auch in Zukunft weitergehen wird. Die hohen Ansprüche an die Produktion der Arzneimittel führen außerdem dazu, dass hier stets eine strenge Kontrolle notwendig ist, für die hoch qualifiziertes Fachpersonal zum Einsatz kommt. Der demografische Wandel der Gesellschaft führt außerdem dazu, dass die Bevölkerung immer stärker altert. Da ältere Menschen deutlich mehr Medikamente benötigen, ist auch unter diesem Gesichtspunkt mit einer hohen Nachfrage zu rechnen. All diese Aspekte führen dazu, dass die Zukunftsaussichten für Pharmakanten sehr gut sind.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Im Rahmen der Umschulung zum Pharmakanten lernen Sie alle Tätigkeiten kennen, die die Pharmakanten später in ihrem Berufsalltag ausführen müssen. Selbstverständlich müssen Sie hierfür einige Grundlagen der Chemie und der Physik beherrschen, sodass auch diese Inhalte einen Teil der Lehrgänge einnehmen. Im Mittelpunkt steht dabei jedoch stets die Vermittlung von praktischen Kenntnissen, die Sie später täglich im Beruf anwenden müssen.

Zunächst machen die Ausbilder Sie mit den Laborgrundlagen vertraut. Dabei lernen Sie alle Regel kennen, die Sie bei der Arbeit in einem Labor beachten müssen. Darüber hinaus lernen Sie die pharmazeutischen Grundoperationen kennen. Schließlich befassen Sie sich mit der Messtechnik sowie mit der Steuer- und Regelungstechnik. Schließlich lernen Sie ganz praktisch, wie Sie die Arzneimittel herstellen und verpacken. Dabei befassen Sie sich auch mit wichtigen Aspekten für den Umweltschutz und für die Sicherheit am Arbeitsplatz.

Wenn Sie den Beruf des Pharmakanten im Rahmen einer regulären Ausbildung erlernen, beträgt die Dauer dabei 3,5 Jahre. Allerdings ist es möglich, eine Verkürzung der Ausbildungsdauer um ein halbes Jahr zu beantragen. Wenn Sie bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder über eine langjährige Berufserfahrung verfügen, stellt die Ausbildungsverkürzung in der Regel kein Problem dar.

Darüber hinaus gibt es einige schulische Ausbilder, die spezielle Lehrgänge für die Umschulung anbieten. In diesen Fällen ist es selbstverständlich eine unabdingbare Voraussetzung, dass Sie bereits über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen. In diesem Fall beträgt die Dauer der Weiterbildung lediglich zwei Jahre.

 

Für wen eignet sich die Umschulung zum Pharmakanten?

Als formale Voraussetzung gilt es stets zu beachten, dass Sie für die Ausbildung zum Pharmakanten mindestens über einen Realschulabschluss verfügen müssen. Wenn Sie sich für den zweijährigen Umschulungskurs interessieren, ist es darüber hinaus erforderlich, dass Sie bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Manche Anbieter betrachten darüber hinaus bei der Zulassung Ihre Noten. Daher sollten Sie insbesondere in den Fächern Chemie, Mathematik und Physik gute schulische Leistungen nachweisen können.

Die Ausbildung zum Pharmakanten eignet sich grundsätzlich für Personen, die ein hohes Interesse an den Naturwissenschaften haben. Es ist wichtig, dass Sie bei der Arbeit mit viel Sorgfalt vorgehen, um stets exakte Ergebnisse zu liefern. Außerdem darf Sie der Umgang mit industriellen Maschinen nicht abschrecken. Des Weiteren sollten Sie beachten, dass in diesem Berufsfeld oftmals Schichtdienste üblich sind, sodass Sie auch hierzu grundsätzlich bereit sein müssen.

Optimale Voraussetzungen erfüllen Sie, wenn Sie bereits in einem Beruf gearbeitet haben, der im Bereich der Naturwissenschaften angesiedelt ist. Auch eine vorherige Tätigkeit im Gesundheitswesen kann bei der Umschulung sehr nützlich sein. Allerdings ist dies keine zwingende Voraussetzung.

 

Möglichkeiten für die Förderung

Bei der Qualifikation zum Pharmakanten können Sie verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Das Arbeitsamt finanziert derartige Lehrgänge recht häufig, da die Berufsaussichten dabei gut sind. Wenn Sie sich für diesen Beruf interessieren und im Moment arbeitslos sind, ist es daher sinnvoll, beim Jobcenter nach Finanzierungsmöglichkeiten zu fragen.

Auch wenn Sie bisher in einem anderen Beruf des Gesundheitswesens gearbeitet haben, aber den hohen körperlichen Belastungen nicht mehr gewachsen sind, können Sie von einer Förderung der Umschulung zu profitieren. Sollten Sie unter einer anerkannten Berufskrankheit leiden, ist eine Förderung durch die Berufsgenossenschaft möglich.

 

Anbieter der Umschulung

Wenn Sie sich dazu entschließen, die Umschulung im Rahmen einer regulären Berufsausbildung durchzuführen, können Sie sich an alle pharmazeutischen Betriebe in Ihrem Umfeld wenden. Die theoretische Ausbildung erfolgt dabei in einer Berufsschule.

Wenn Sie jedoch eine schulische Umschulung durchführen wollen, ist die Zahl der Anbieter stärker begrenzt. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, sich an die Sächsische Bildungs-Gesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe in Dresden zu wenden. Auch das Institut BBZ Chemie aus Berlin bietet entsprechende Lehrgänge an. Darüber hinaus gibt es im ganzen Bundesgebiet noch einige weitere Anbieter.

 

Ähnliche Berufe per Fernstudium erlernen

Wenn sich keine Ausbildungsstätte in Ihrer Umgebung befindet, haben Sie die Möglichkeit, ein Fernstudium in einem ähnlichen Bereich zu absolvieren. Ein Studiengang mit vielen inhaltlichen Gemeinsamkeiten ist beispielsweise der Bachelor-Studiengang Chemische Verfahrenstechnik der Wilhelm Büchern Hochschule.

Doch gibt es noch viele weitere Studiengänge und Ausbildungsberufe aus dem naturwissenschaftlichen und technischen Bereich, die Sie per Fernstudium erlernen können.

Umschulung zum Pharmakanten/ zur Pharmakantin
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