Umschulung in 2020 durch das Arbeitsamt / Arbeitsagentur

Die erste Anlaufstelle für eine Umschulung sollte die Arbeitsagentur sein.

Es gibt zahlreiche Lebenssituationen, in denen Menschen eine Umschulung anstreben. Häufig sind gesundheitliche Probleme im bisherigen Beruf dafür verantwortlich, dass die bisherige Arbeit nicht weiter ausgeübt werden kann. Außerdem ist es auch möglich, dass die Nachfrage in der entsprechenden Berufsgruppe durch die wirtschaftliche und technische Entwicklung stark zurückgegangen ist. Die Arbeitsagentur fördert alle Antragsteller, die bereits arbeitssuchend oder arbeitslos sind, mit einer Umschulung, wenn nur durch einen Berufswechsel eine dauerhafte Erwerbstätigkeit möglich ist. 

Bei vielen Menschen spielen auch persönliche Gründe eine wichtige Rolle. Wer sich in seinem Beruf nicht wohlfühlt oder zur Ausübung der Arbeit körperlich oder psychisch nicht geeignet ist (zum Beispiel Kontaktallergie, Burnout etc.), kann dies ebenfalls eine Umschulung notwendig machen. Eine solche Maßnahmen ist jedoch recht teuer und die Gesamtkosten einer Umschulung summieren sich: In vielen Fällen wird es während der verkürzten Ausbildungszeit nicht möglich sein, einer anderen Arbeit nachzugehen, sodass die betreffende Person ihren Lebensunterhalt in diesem Zeitraum nicht selbst bestreiten kann. Doch neben den Schulungskosten und dem Lebensunterhalt, finanziert durch das Übergangsgeld, kommt die Agentur für Arbeit auch für die Beiträge zur Rentenversicherung, Krankenversicherung und Sozialversicherung auf.

Aus dem Grund werden nur Antragsteller gefördert, bei denen eine Umschulung erforderlich ist. In anderen Fällen wird zunächst über eine Weiterbildung oder andere Arbeitsbeschaffungsmassnahme die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt versucht. Dieser Ratgeber stellt vor, in welchen Fällen eine Förderung möglich ist und welche Schritte Sie dafür einleiten müssen…

 

Wann werden die Kosten für die Umschulung vom Arbeitsamt übernommen?

Grundsätzlich stellt die Umschulung für das Arbeitsamt eine spezielle Form der Weiterbildung dar. Für die Förderungsmaßnahmen gelten daher weitgehend die gleichen gesetzlichen Regelungen wie für die Förderung der Weiterbildung durch das Arbeitsamt: §§ 81, 82 ff SGB III. Eine Umschulung führt zu einem anerkannten Berufsabschluss und dauert in Vollzeit zwei Jahre und in Teilzeit 24 bis 30 Monate.

Wenn keine verkürzte Umschulung in Betracht kommt (zum Beispiel weil Vorkenntnisse fehlen), kann der Berufswechsel durch eine weitere, zweite Ausbildung erreicht werden, für die jedoch andere Regeln gelten). Hinsichtlich der Bewilligung der Förderung gibt es einige Unterschiede gegenüber einer gewöhnlichen Weiterbildungsmaßnahme. Entscheidet sich die Agentur für Arbeit zur Übernahme der Kosten, dann bewilligt sie die Umschulung mittels eines Bildungsgutscheins.

Bei den Regelungen zur Förderung der Umschulung handelt es sich um eine sogenannte “Kannbestimmung”. Dies bedeutet, dass das Arbeitsamt die Maßnahmen fördern kann, nach der Gesetzeslage allerdings nicht dazu verpflichtet ist. Da somit kein allgemeiner Anspruch auf eine Förderung besteht, hängt die Entscheidung im Einzelfall stets vom entsprechenden Sachbearbeiter und die ihm vorgetragenen Gründe für eine Umschulung ab.

Der Sacharbeiter ist in seiner Entscheidung, die Umschulung zu bewilligen oder den Umschulungsantrag abzulehnen jedoch nicht frei. Die Rechtsprechung der Sozialgerichte aller Bundesländer hat in den vergangenen Jahren Kriterien festgelegt, an denen sich die Sachbearbeiter bei der Ermessensentscheidung orientieren müssen: Aktuelle und zukünftige Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, Erhöhung der Chancen der Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt und Eignung der Umschulung für den konkreten Antragsteller.

 

Wer wird gefördert?

Zunächst ist es notwendig, dass der Antragsteller mindestens 18 Jahre alt ist und in der Regel dass bereits eine Berufsausbildung stattgefunden hat – da es ja sonst keine Umschulung, sondern eine Erstausbildung wäre. Es ist auch  Allerdings ist es nicht notwendig, dass diese Berufsausbildung abgeschlossen wurde. Auch wenn der Antragsteller diese abgebrochen hat oder nicht erfolgreich abschließen konnte, ist eine Förderung möglich.

Eine der wichtigsten Voraussetzung dafür, dass die Arbeitsagentur die Förderung der Umschulung übernimmt, besteht darin, dass die Möglichkeit für die Anstellung im erlernten Beruf nicht mehr möglich ist. Bei diesem Punkt werden zum einen gesundheitliche Beeinträchtigungen, auch psychischer Natur,  als Begründung akzeptiert.

Sollte beispielsweise eine Berufskrankheit bestehen, die es unmöglich macht, den bisherigen Beruf weiterhin auszuüben, wird die Umschulungsmaßnahme sehr häufig bewilligt. Zum anderen kann auch die aktuelle Arbeitsmarktsituation als Begründung für die Umschulung genommen werden. Wenn die Zukunftsaussichten im betreffenden Berufsfeld sehr schlecht sind, kann dies ebenfalls zur Bewilligung der Förderung des Berufswechsels führen. Entscheidend ist dabei immer, dass bereits die Situation der Arbeitslosigkeit besteht oder dass diese in absehbarer Zeit droht.

Eine weitere Bedingung besteht darin, dass in dem Beruf, der durch die Umschulungsmaßnahme erlernt werden soll, die Berufsaussichten gut sind, um so die drohende Arbeitslosigkeit tatsächlich abzuwenden. Wenn Sie einen neuen Beruf erlernen wollen, sollten Sie daher stets einen Beruf auswählen, in dem eine hohe Nachfrage herrscht.

 

Welche Leistungen werden durch das Arbeitsamt übernommen?

Die Förderungsmöglichkeiten für die Umschulung, die vom Arbeitsamt vergeben werden, sind recht umfangreich. Auf diese Weise können die Personen, die eine Umschulung durchführen, während der Ausbildungszeit alle anfallenden Kosten bestreiten. Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Leistungen vorgestellt.

 

Lehrgangskosten:

Für die Umschulung gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen gibt es die betriebliche Umschulung, die sehr ähnlich abläuft wie eine gewöhnliche Berufsausbildung. Dabei fallen keine Lehrgangsgebühren an und außerdem erhält der Umschüler auch eine Ausbildungsvergütung. Bei einer reinen schulischen Umschulung hingegen fallen fast immer Lehrgangskosten an und es erfolgt keine Vergütung. Wenn die Teilnahme an der Umschulungsmaßnahme genehmigt wird, übernimmt das Arbeitsamt in Form eines Bildungsgutscheins die gesamten Kosten für die Umschulung.

 

Fahrtkosten

Die Teilnehmer haben Anrecht auf eine Erstattung der Fahrtkosten. Sollte es möglich sein, die Umschulung in der Nähe des bisherigen Wohnorts durchzuführen, erhält der Teilnehmer die Kosten für die tägliche Anfahrt zur Bildungseinrichtung erstattet. Sollte es notwendig sein, den Wohnort zu wechseln, übernimmt das Arbeitsamt einmalig die Kosten für die Anfahrt zur Bildungsstätte und bei der Beendigung die Kosten für die Heimfahrt. Darüber hinaus finanziert es einmal pro Monat die Fahrt zum bisherigen Wohnort.

 

Kosten für eine auswärtige Unterkunft

Sollte die Ausbildung in einer so großen Entfernung vom Wohnort stattfinden, dass es nicht zumutbar ist, zu pendeln, kann auch eine auswärtige Unterbringung finanziert werden. Der Teilnehmer kann maximal 340 Euro pro Monat für die Mietkosten erhalten. Auch die Verpflegung wird bei einer auswärtigen Unterbringung gefördert. Die Teilnehmer erhalten in diesem Fall monatlich bis zu 136 Euro.

 

Kinderbetreuungskosten

Wenn sich der Teilnehmer an der Umschulungsmaßnahme um seine Kinder kümmern muss, bleibt nur wenig Zeit für den Lehrgang. Aus diesem Grund bietet das Arbeitsamt auch einen Zuschuss für die Kinderbetreuung an, um Betreuungsmaßnahmen zu ermöglichen und um auf diese Weise eine regelmäßige Teilnahme am Lehrgang sicherzustellen. Das Arbeitsamt bezahlt aus diesem Zweck pro Kind 130 Euro monatlich – unabhängig von den tatsächlich entstehenden Kosten.

 

Lebensunterhalt

Eines der größten Probleme bei einer Weiterbildungsmaßnahme besteht in den Kosten für den Lebensunterhalt. Zwar gibt es auch Umschulungslehrgänge, die in berufsbegleitenden Abendkursen stattfinden und die somit eine weitere Erwerbstätigkeit ermöglichen, in vielen Fällen müssen die Teilnehmer jedoch ganztägig an der Ausbildung teilnehmen. Es kommt hinzu, dass viele von ihnen bereits arbeitslos sind, sodass kein regelmäßiges Einkommen anfällt. Das Arbeitsamt kommt daher auch für den normalen Lebensunterhalt in Form des Übergangsgeldes auf.

Während der Umschulungsmaßnahme erhalten die Teilnehmer weiterhin das Arbeitslosengeld ausbezahlt, um die normalen Lebenshaltungskosten zu tragen. Da das Arbeitslosengeld nur zeitlich befristet ausbezahlt wird, wurden jedoch einige Sonderregelungen für den Fall der Umschulung eingeführt.

Während der Umschulung wird nur die Hälfte der tatsächlichen Zeit vom Bezugszeitraum für das Arbeitslosengeld abgezogen. Wenn sich dieser bereits seinem Ende zuneigen sollte, bleibt außerdem immer ein Restanspruch von 30 Tagen bestehen. So haben die Teilnehmer nach der Beendigung der Maßnahme immer noch einen Monat zur Verfügung, um eine Arbeit im neuen Beruf zu suchen. Sollte zu Beginn der Weiterbildung jedoch der Anspruch bereits unter 30 Tagen liegen, bleibt nur noch der am Anfang der Umschulung bestehende Restanspruch, der jedoch während dieser Zeit nicht weiter vermindert wird.

 

Was tun, wenn das Geld nicht reicht?

Wenn die Umschulung vom Arbeitsamt, Jobcenter oder der Rentenversicherung finanziert wird, dann bekommen Sie das Übergangsgeld anstelle eines Gehalts. Der Umschulungsbetrieb kann als Bonus ein zusätzliches Gehalt zahlen. Die rechnungsfreie Grenze liegt bei 400 Euro, der übersteigende Betrag wird vom Übergangsgeld abgezogen. Wer die Umschulung selbst bezahlt, dem steht meistens nur ein reguläres Ausbildungsgehalt zur Verfügung. Vielleicht kann mit dem Ausbildungsbetrieb mehr Verdienst ausgehandelt werden.

Zusätzlich können staatliche Unterstützungen während der Dauer der Umschulung beantragt werden:

  • Wohngeld (Antrag ist bei der Stadt, Gemeine, Bezirksamt oder Landratsamt zu stellen.)
  • Aufstocken mit Hartz4 (Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts werden beim Jobcenter beantragt.)

 

Die Beantragung der Förderung durch einen Bildungsgutschein

Der erste Schritt für die Beantragung der Umschulungsförderung ist immer der Gang zu einem Sachbearbeiter am örtlichen Arbeitsamt. Eine persönliche Beratung ist nicht nur sinnvoll, um alle Möglichkeiten abzuwägen, sie ist auch vorgeschrieben, wenn Sie eine Förderung durch die Arbeitsagentur beantragen wollen. Hierbei ist es immer sinnvoll, bereits vor dem Gespräch gründlich zu überlegen, welche Gründe Sie für die Umschulung vorbringen können. Da es hierfür keine eindeutigen Regelungen gibt, hat der Sachbearbeiter immer einen gewissen Entscheidungsfreiraum.

Wenn Sie bereits von Anfang an die Notwendigkeit der Umschulung deutlich machen können, kann dies in vielen Fällen hilfreich sein, um den Betreuer zur Bewilligung der Förderung zu bewegen. Nach diesem Gespräch ist es notwendig, einen formellen Antrag für die Förderung der Umschulung zu stellen. Bei dieser Aufgabe ist Ihnen der Betreuer der Arbeitsagentur gerne behilflich und dieser informiert Sie auch über alle Anforderungen, die Sie dabei berücksichtigen müssen.

 

Erforderliche Dokumente für einen Bildungsgutscheins

Bereiten Sie alles an Dokumenten vor, die belegen, dass Sie die tatbestandlichen Voraussetzungen der §§81, 82 SGB III erfüllen. Gemeint sind damit die unter diesem Abschnitt genannten Voraussetzungen und damit letztlich Dokumente, die Sie wohl von sich aus zum Beratungsgespräch mitgenommen hätten, z. B.:

  • Ihren Arbeitsvertrag,
  • eine Aufgabenbeschreibung Ihrer jetzigen oder früheren Arbeitsstelle,
  • Schriftverkehr, aus dem hervorgeht, dass Ihr Arbeitsplatz bedroht ist,
  • bei Arbeitslosigkeit: Nachweise über Ihre Eigenbemühungen einen Arbeitsplatz zu finden
  • Informationen zu der gewünschten Umschulung: Inhalt der Weiterbildung, Beschreibung der anschließenden Tätigkeit, mögliche Umschulungsträger (am Besten mehr als einen Anbieter)

 

Welche Argumente zählen bei der Arbeitsagentur?

Stellen Sie vor dem Beratungsgespräch, der Antragstellung oder spätestens einem Widerspruch gegen die Ablehnung des Antrags Argumente für Ihre Weiterbildung zusammen. Diese werden für die Ermessensentscheidung des Sachbearbeiters maßgeblich sein, denn wie Sie ja nun spätestens jetzt wissen, handelt es sich bei den §§ 81, 82 SGB III nur um einen Kann-Vorschrift. Wichtig sind individuelle Argumente, die genau auf Ihren Fall zutreffen.

Die folgende Liste hat nicht den Zweck, dass sie ausgedruckt dem Sachbearbeiter vorgelegt wird, sondern sie soll Ihnen bei der Vorbereitung auf das Beratungsgespräch eine Unterstützung sein. In Ihrer Argumentation konzentrieren Sie sich bitte ausschließlich darauf, was für den Sacharbeiter in seiner Ermessensentscheidung relevant ist.

Vorsichtshalber diese Klarstellung: Die Beispiele in den Argumenten sind nicht zwangsläufig verallgemeinerungsfähig, sondern sollen Ihnen verdeutlichen, was aus der Perspektive Ihres Sachbearbeiters relevant ist, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie Sie argumentieren müssen.

 

Was sagen die Arbeitsmarktzahlen?

Recherchieren Sie die Situation auf dem Arbeitsmarkt für den Umschulungsberuf in Ihrer Region. Wichtig: Region ist hierbei der räumliche Bereich, zu dem Sie bereit wären, zukünftig zur Arbeitsstelle zu pendeln. Der Sachbearbeiter muss eine Prognose für Ihre Einstellungschancen nach der Umschulung machen. Arbeiten Sie deswegen vor, in welchen Regionen es schon jetzt oder auch erst in der Zukunft einen ausreichenden Bedarf an Ihrem Umschulungsberuf geben wird. Widersprechen Sie insbesondere, wenn der Sachbearbeiter von einer kleineren Region ausgeht – wie weit Sie pendeln, entscheiden Sie selbst, so auch die Meinung des Landessozialgerichts NRW (LSG NRW – L 19 AS 1401/13 B).

Kommen Sie bei Ihrer Recherche zum Ergebnis, dass bisher in Ihrer Region kaum oder keine Nachtfrage nach dem zukünftigen Beruf besteht und es keine Tatsachen gibt, die für eine Änderung der Situation auf dem Arbeitsmarkt sprechen, dann sollten Sie aus eigenem Interesse nach eine alternativen Weiterbildung suchen.

 

Passt die Umschulung zu Ihnen?

Eine Umschulung wird nur bewilligt werden,

  • wenn Sie bereits fachliche Kenntnisse mitbringen, auf die die Umschulung aufbauen kann und
  • die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme muss Ihre Eingliederungschancen nach Abschluss der Maßnahme erheblich verbessern (Aussicht auf dauerhafte Beschäftigung).

In Ihrer Vorbereitungszeit auf das Gespräch mit dem Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit bedeutet dies eine Analyse und späteren Abgleich Ihrer bisherigen Tätigkeiten und den erforderlichen Grundfähigkeiten der Umschulung:

  1. Listen Sie alle Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen Ihrer Berufsjahre auf. Markieren Sie dabei alle Angaben, die Ihnen besonders gelegen haben, Sie von Vorgesetzten in Zeugnissen gelobt wurden oder Sie nach Ihrer eigenen Einschätzung sehr gut waren.
  2. Stellen Sie die Fähigkeiten, die für die gewünschte Umschulung vorausgesetzt werden gegenüber: Gibt es eine ausreichende Überscheidung?
  3. Im Gespräch beim Arbeitsamt argumentieren Sie mit Ihren bisherigen beruflichen Stärken. Erklären Sie dem Sachbearbeiter, wie diese in der Umschulung zur Geltung kommen werden und wie sie ergänzt durch die Umschulung für die Arbeitssuche danach sehr hilfreich sein werden.

Sozialgerichte betonen in ihren Gerichtsentscheidungen immer wieder, dass insbesondere die Fähigkeiten aus dem bisherigen Berufsverlauf und den Anforderungen für die gewünschte Weiterbildung beachtet werden müssen.

 

Welche Umschulungsberufe kommen noch in Betracht?

Viele Umschulungsanträge bei der Arbeitsagentur scheitern daran, dass der Umschulung-Interessent sich schon anfangs auf eine Umschulung festlegt und sich nur für die eine bestimmte Umschulung interessiert. In der Ermessensentscheidung des Behördenmitarbeiters über die Bewilligung des Bildungsgutscheins wird zwar auch berücksichtigt, dass Sie sich für eine Umschulung besonders interessieren. Ihr Interesse an einer bestimmten beruflichen Tätigkeit ist jedoch irrelevant, sobald Faktoren wie Situation auf dem Arbeitsmarkt, Chancen der dauerhaften Eingliederung usw. gegen diese Weiterbildung sprechen. Überlegen Sie deswegen bitte von Anfang an, welche Umschulungen noch in Betracht kommen könnten, damit Sie vorbereitet sind, wenn der Sachbearbeiter des Arbeitsamts diese Ihnen vorschlägt.

Sollten Sie Gründe haben, warum Umschulungen, die auch in Betracht kommen könnten, für Sie nicht passend sind, dann überlegen Sie sich in Ruhe Gegenargumente. Dass Sie Teilaspekte des zukünftigen Berufs nicht interessieren, ist ein schwaches Argument, den jeder Beruf hat weniger interessante Teilbereiche.

Legitime Gegenargumente wären: Hat der vorgeschlagene Umschulungsberuf teilweise Aufgaben, die bereits bei Ihrem bisherigen Beruf problematisch waren (negative Erfahrung)? Sehen Sie sich einem Teilbereich nicht gewachsen (Überforderung)?

 

Aus welchen Gründen wird der Bildungsgutschein abgelehnt?

Für die Wahl der richtigen Gründe kann es hilfreich sein, zu wissen, wann die Agentur für Arbeit mich Sicherheit die Umschulung ablehnen wird. Ein guter Anhaltspunkt hierfür sich gerichtlich bestätigte Ablehnungen. Keine Notwendigkeit eine Umschulung zu fördern besteht nach der Arbeitsagentur und der Rechtsprechung der Sozialgerichte (LSG), wenn

  • in der Zukunft arbeitslos zu werden lediglich eine Befürchtung ist. Maßgeblich ist allein einen objektive Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt. (LSG Baden-Württemberg 2014)
  • eine Umschulung die Eingliederungschancen (positive Beschäftigungsprognose) nicht verbessern kann. Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine ausreichende Qualifizierung bereits vorliegt und lediglich Berufspraxis fehlt. (LSG Bayern 2017)
  • die “selbstbeschaffte” Umschulung begonnen wurde, vor Beratungsgespräch und Antrag auf Bewilligung eines Bildungsgutscheins bei der Agentur für Arbeit  Ausnahmen von der Voraussetzung einer vorherigen Beratung sind äußert begrenzt (LSG Bayern 2010)

Hier erfahren Sie, wie Sie welche Argumente Sie der gewünschten Umschulung näher bringen: Wichtige Argumente gegenüber dem Kostenträger bei Antrag eines Bildungsgutscheins. 

 

Hilfreiche Tipps für die erfolgreiche Beantragung der Förderung

Die Genehmigung der Förderungsmaßnahmen für die Umschulung ist in vielen Fällen sehr schwer. Sie haben keinen Rechtsanspruch auf die Bewilligung der Bildungsgutscheine und es gibt keine einheitlichen Regelungen, wann diese genehmigt werden. Doch gibt es einige hilfreiche Tipps, die dazu beitragen können, die Förderung zu erhalten:

  • Es ist sehr sinnvoll, sorgfältig auszuwählen, welcher Beruf durch die Umschulungsmaßnahme erlernt werden soll. Bei der Bewertung Ihres Antrags ist es sehr wichtig, dass eine hohe Nachfrage in diesem Berufsfeld besteht. Anträge für eine Umschulung zum Krankenpfleger, Altenpfleger, Techniker, Elektroniker oder der Berufswechsel in technisch-handwerkliche Berufe haben beispielsweise sehr gute Chancen auf eine Förderung, da hier die Nachfrage sehr hoch ist und aller Voraussicht nach auch hoch bleiben wird. Wenn Sie einen Beruf erlernen wollen, bei dem die Nachfrage nur gering ist, bestehen nur minimale Aussichten für eine Förderung. Bei letzterem kann dies bedeuten, dass Sie die Umschulung selbst finanzieren müssten, was machbar ist: Diverse Umschulungsberufe können berufsbegleitend neben der Arbeit erlernt werden.
  • Wenn Sie über eine Berufsausbildung in einem Beruf verfügen, in dem die Aussichten auf eine Anstellung gut sind, wird der Antrag in der Regel abgelehnt. In einem solchen Fall müssen Sie ausführlich begründen, weshalb diese allgemeine Situation auf ihren speziellen Fall nicht zutrifft. Wenn Sie beispielsweise nach der Ausbildung in einem anderen Beruf gearbeitet haben oder längere Zeit überhaupt nicht berufstätig waren, kann dies dazu führen, dass Sie trotz guter Arbeitsmarktsituation keine Chancen auf eine Anstellung haben. Sollten Sie dem Betreuer diese Situation glaubhaft darstellen können, besteht ebenfalls die Möglichkeit zur Förderung.
  • Vor der Antragsstellung sollten Sie sich ausführlich mit dem neuen Berufsfeld beschäftigen. Ein Praktikum kann beispielsweise sehr hilfreich sein, um praktische Erfahrungen zu sammeln und ist für einige Lehrgänge sogar auch vorgeschrieben. Außerdem können Sie eine Ausbildungsstätte besuchen und mit den Lehrkräften und den Schülern sprechen. So können Sie nicht nur selbst besser einschätzen, ob Ihnen der neue Beruf liegt. Fast immer erhalten auch die Betreuer einen besseren Eindruck, wenn sie merken, dass der Antragsteller genau weiß, was auf ihn zukommen wird. Vorsicht: Wenn Sie ALG1-Leistungen beziehen, kann es Schwierigkeiten geben ein Praktikum zu machen.
  • Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, sollten Sie den Mut nicht verlieren. Zum einen ist es möglich, sich nochmals für eine Förderung zu bewerben. Wenn Sie beispielsweise Ihre Begründung überarbeiten oder ein anderes Berufsziel wählen, kann dies zur Genehmigung der Unterstützung führen. Außerdem gibt es noch andere Stellen, an denen Sie eine Förderung beantragen können. Wenn Sie beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund eines Unfalls die Umschulung durchführen müssen, können Sie auch einen Antrag bei der Rentenversicherung beziehungsweise bei der Unfallversicherung  oder Berufsgenossenschaft stellen.

 

Update 2019: Nutzen Sie den boomenden Arbeitsmarkt!

Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekord-Tiefstand: Nur 4,9 Prozent waren im Mai 2019 ohne Beschäftigung. Hier sind allerdings diejenigen mit eingerechnet, die derzeit eine Umschulung oder Fortbildung machen. Unser Tipp: Beginnen Sie deshalb bald Ihre Umschulung, um die florierende Lage auf dem Arbeitsmarkt noch auszunutzen – unsere Empfehlung ist hier eine betriebliche Umschulung, die Sie schon fest in die Strukturen des 1.Arbeitsmarkts einbinden.

Bei dem Fachkräftemangel derzeit ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie nach der Umschulung vom Betrieb übernommen werden. Zögern Sie deshalb nicht, denn auf eine Boomphase folgt oft eine Phase der Stagnation und eines Rückgangs der verfügbaren Jobs. Dann ist es gut, wenn Sie schon einen Betrieb gefunden haben, der Ihnen auch nach 2019,2020 und 2021 hinaus eine langfristige Perspektive bietet.

 

Ein Fernstudium ist übrigens eine flexible, förderungsfähige und moderne Alternative zur “klassischen” Umschulung:

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

Zusammenfassung

  • Umschulungen werden in Form einer rein schulischen, einer betrieblichen oder einer überbetrieblichen Ausbildung angeboten.
  • Die staatliche Finanzierung einer Umschulung erfolgt durch die Bewilligung eines Bildungsgutscheins seitens des Kostenträgers.
  • Als Kostenträger für die Umschulung kommt die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Berufsgenossenschaftoder die Rentenversicherung in Betracht.
  • Je nach Anspruchsgrundlage der umfassenden §§81, 82 SGB III, können Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte und Personen über 45 Jahren eine Umschulung machen. Weiter wird unterschieden, ob die Person eine Berufsausbildung abgeschlossen hat oder nicht. Eine Umschulung unmittelbar nach Studium oder Beruf wird eher selten bewilligt.
  • Der Antrag auf Bewilligung eines Bildungsgutscheins für die Weiterbildung ist erfolgreich, wenn die Anspruchsvoraussetzungen der §§81, 82 SGB III und gute Argumente für die Umschulung vorliegen. Letztere wirken sich in der Ermessensentscheidung des Kostenträgers aus: Der Anspruch aus den §§ 81, 82 SGB III ist nur eine Kann-Vorschrift.
  • Es gibt viele Argumente für eine Umschulung, die richtig auf Ihren Einzelfall angewendet, die Erfolgsaussichten eines Antrags steigen lassen.
  • Sollte der Antrag auf Bewilligung abgelehnt werden, muss zunächst ein begründeter Widerspruch gegen die Ablehnung eingelegt werden. Gegen einen ablehnenden Widerspruchsbescheid ist eine Klage vor dem Sozialgericht möglich.
  • Die Klage vor dem Sozialgericht ist ohne Anwalt möglich und es besteht kaum Kostenrisiko. Gute Argumente sprechen dennoch für die Beauftragung eines Fachanwalts für Sozialrecht, wobei die Kosten durch einen Antrag auf Prozesskostenhilfe aufgefangen werden können.
  • Gegen eine selbstfinanzierte Umschulung sprechen die hohen Kosten.

 

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116 Gedanken zu „Umschulung in 2020 durch das Arbeitsamt / Arbeitsagentur“

  1. Guten Tag

    meine name tommy und ich möchte gerne machen weiterbildung als lokführer
    ich habe eine abgeschlossene ausbildung gemacht war aber notfall ausbildung weil keine abschluss
    habe diese ausbildung abgeschlossen fachlagerist und jetzt möchten machen weiterbildung lokführer aber jobecenter sagen nein du muust machen fachlagerist aber diese arfbeit machen keine spass und ich wünsche mir gerne machen lokführer jetzt sagen meine berater ich muss es begründen warum wir geben dir diese weiterbildung weil kosten viel geld diese weiterbildung und die wollen nicht zahlen
    ich wollte sie bitten können sie mir eine gute satz auf deutsch schreiben wegen lokführer damit ich diese sende meine berater und ich vielleiht haben glück und überzeugen diese mann .
    das sie bitte eine text schreiben damit ich überzeugen meine berater und die mir geben diese weiterbildung

    liebe grusse

    tommy

    Antworten
  2. Guten Tag,

    mein Name ist Jasmin ich bin 28 Jahre alt, ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanke eine Umschulung in dem Bereich Büromanagement zu absolvieren.
    Habe 2010 meine Ausbildung zur Friseurin gemacht seitdem aber nicht mehr als Friseurin gearbeitet, da ich mir in meiner Ausbildung so gut wie alles selbst beigebracht habe, oder in der Schule lernte.
    Habe mich jetzt auch eigenständig bei einem Umschulungszentrum gemeldet und ein Eignungstest erfolgreich bestanden, wo dann auch festgestellt wurde das Industriekauffrau besser passt, da ich mich danach eh weiter bilden wollte bzw. weiter bilde.

    Meine Frage bin jetzt noch angestellt bis zum 31.12.2020, weiß aber das ich keinen weiteren Vertrag bekomme, da ich sonst einen unbefristeten bekommen müsste und das aber so gut wie nie gemacht wird. Und es für mich auch keinen Sinn macht in dieser Firma zu bleiben, da es einfach nur noch schlimm ist mit ausnutzen, Mobbing etc.
    Die Umschulung würde auch schon am 03.08.2020 anfangen, warte allerdings noch auf den Anruf einer AfA Beraters.
    Denken sie ich habe die Chance eine Umschulung zu bekommen?

    Antworten
  3. Guten Tag,
    momentan bin ich auf der Suche nach einigen Antworten. =)
    Ich bin 30, Ergotherapeutin und arbeite momentan mit suchtmittelabhängigen Frauen* in der beruflichen Teilhabe.
    In den letzten Monaten habe ich immer mehr den Wunsch mich beruflich zu verändern.
    Mein Job bringt viele Belastungen und viel Energieaufwand mit sich.
    Zugleich habe ich eine chronische Krankheit, die alle meine Lebensbereiche von Zeit zu Zeit einschränkt. Das bleibt meinem Team nicht verborgen und ist für uns alle eine angespannte Situation. Diese Situationen haben unter anderem dann zu anderen Verhärtungen im Team geführt.
    Nun habe ich gekündigt ohne recht zu wissen, was nun auf mich zukommt.
    Ich habe eine dringende Empfehlung meiner Hausärztin meinen Job zu wechseln.
    Irgendwie führen mich meine Krankheit und auch meine Schwierigkeiten in meinem Beruf auf den Weg des Umdenkens und somit möchte ich gerne einen Überblick bekommen, was denn überhaupt möglich ist.
    Umschulungen werden nur genehmigt mit trifitgen Gesundheitsgrund richtig?
    Ich möchte gerne Praktika machen um zu sehen, in welchen Bereich ich mich sehe.
    Ich möchte gerne einen Job machen, der sich nicht nur um die Schwierigkeiten im Leben von anderen bewegt, für die ich dann Lösungen finde.
    Leider bin ich auch noch nicht so richtig gut formuliert und kann mein Ziel noch nicht richtig nennen. Deswegen wohl auch die Nachricht an Sie.
    Kennen Sie eine Möglichkeit herauszufinden, welcher Job ganz gut passen könnte?

    Ich danke schon einmal für Ihre Zeit und hoffe auf baldige Antwort.

    Mit den besten Grüßen,
    Franziska

    Antworten
    • Hallo Franziska,

      danke für Ihre Nachricht. Einige Anmerkungen:

      1. Wenn Ihre Hausärztin nahelegt, dass Sie einen Berufswechsel aus gesundheitlichen Gründen machen sollten, dann ist das schon mal ein hilfreiches Argument.

      2. Sie müssen sich unmittelbar arbeitslos melden. Da Sie selbst gekündigt haben, droht Ihnen eine Sperre bei den ALG1-Leistungen. Es wird in der Regel nachgefragt, warum Sie gekündigt haben. “Mobbing wegen körperlich bedingter Einschränkung, die sich zulasten des Teams ausgewirkt haben” könnte ein Grund sein, dass von der Sperrfrist abgesehen wird.

      2. Sobald Sie ALG1 beziehen, wird es kompliziert mit einem offiziellen Praktikum. Dazu dieser Artikel: Arbeitslos und Praktikum: Erlaubt, und wie lange? Nach Möglichkeit, sollten Sie sich ein Praktikum gleich für den Anfang der Arbeitslosigkeit suchen oder Urlaubstage nutzen, wenn Sie ausreichend haben.

      3. Mit der Umschulung sollten Sie nicht zu lange warten, da der ALG1-Anspruch nach 12 Monaten endet und Teile der Umschulung mit Leistungen nach Hartz4 bestritten werden müssten.

      4. Die passende Umschulung zu finden ist sicherlich die größte Herausforderung für viele. Schmökern Sie in dieser Liste: Welche Umschulungen gibt es? Bei der Arbeitsagentur gibt es auch sogenannte Berufswahltests: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/welche-berufe-passen
      Machen Sie sich eine Liste, welche Kriterien der neue Beruf in jedem Fall erfüllen sollte oder was ausgeschlossen sein muss.

      5. Nicht jeder Berufswechsel ist mit einer Umschulung möglich, teilweise kommt nur eine zweite Ausbildung in Betracht, manchmal reicht auch eine Weiterbildung aus. Hier ist ein Artikel zu Umschulungen, bei denen Umschulungen bereitwillig gefördert werden: Mangelberufe 2020 Das heißt nicht, dass andere Umschulungen nicht gefördert werden, aber in diesen Berufen sind die Chancen besonders hoch.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

      Antworten
  4. Hallo,
    Mein Name ist Sandra, bin alleinstehend, bin 47 und mache eine Umschulung. Ich beziehe ALG1 und bestreite meinen Lebensunterhalt alleine. Mir bleiben im Monat 60 € zum Leben. Ich bezahle meine Miete, strom und Gas für die Heizung, 1 Handyvertrag von 30 €, ein Internetanschluss 30 €. Mehr Ausgaben habe ich nicht. Aber 60 € im Monat ist nicht lebenswert. Was und wie kann ich etwas ändern? Außer dem berümten Spruch “suchen sie sich eine billigere Wohnung” ( Umzug kostet auch Geld)…
    Bitte fals irgendjemand eine Idee hat die man auch umsetzen kann schreiben Sie es mir. Ich bin für jeden Ratschlag dankbar !!!!!

    Antworten
    • Hallo Sandra,

      vielen Dank für Ihre Nachricht.
      Da Sie Ihre Miete erwähnen: Haben Sie bereits das Wohngeld beantragt? Es wird nicht von der Arbeitsagentur geleistet, sondern von Ihrer Stadt oder Kommune. Erkundigen Sie sich im Rathaus oder Bezirksamt.

      Zusätzlich zum ALG1 kann auch noch ALG2 beantragt werden. Für diese Aufstockung müssen Sie sich an das Jobcenter wenden. Ihre Schilderung klingt danach, dass dieser Anspruch besteht.

      Hier ist ein Artikel zum Thema Dazuverdienen während der Umschulung

      Wir wünschen Ihnen alles Gute!

      Antworten
  5. Hallo, ich habe abgeschlossenes Studium und bin seit 7 Jahren versicherungspflichtig beschäftigt. Nun möchte ich eine Ausbildung als Sozialpädagogische Assistentin machen. Werde ich ALG 1 weiter kriegen, oder wird es nach Anfang der Ausbildung nicht mehr bezahlt? Ich werde bis zu Anfang der Ausbildung weiter arbeiten.
    Danke!

    Antworten
    • Hallo Yulia,

      leider ist mir der Sachverhalt nicht ganz klar.

      Sie werden eine Umschulung mit ALG1 in der Regel nur finanziert bekommen, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren oder Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Die Arbeitsagentur möchte natürlich nicht fördern, dass Sie kündigen um eine Umschulung zu machen.

      Wenn Sie Ihre Stelle verlieren werden, dann vereinbaren Sie einen Gesprächstermin bei der Arbeitsagentur. Um eine Enttäuschung zu verhindern, gehen Sie bitte nicht unvorbereitet in das Gespräch: Für das Arbeitsamt ist es zunächst billiger, wenn Sie nur eine Weiterbildung machen oder in Ihrer bisherigen Branche nach einem neuen Job suchen. Überlegen Sie sich in Ruhe zuhause welche Gründe für eine Umschulung sprechen und argumentieren Sie dann. Gründe, die relevant sind, finden Sie hier:
      9 gute Gründe und Argumente für eine Umschulung
      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

      Antworten
  6. Liebes Team,

    seit vielen Jahren arbeite ich als Erzieherin. Ich bin 53 Jahre alt und möchte mich gerne beruflich neu orientieren. Durch eine gesundheitliche Einschränkung, ist es in meinem Berufsfeld für mich schwierig, den Alltag gut zu bewältigen. Ich interessiere mich für den Beruf der Logopädin ( 3 Jahre Ausbildungszeit).
    Die Rentenkasse übernimmt nur Ausbildungen/Umschulungen über 2 Jahre. Gibt es eine Möglichkeit,
    über das Arbeitsamt eine 3-jährige Ausbildung/Umschulung finanziert zu bekommen?

    Antworten
    • Hallo Frau Noak,

      danke für Ihre Nachricht.
      Wenn die Voraussetzungen für eine Verkürzung der Ausbildung auf zwei Jahre vorliegen, finanziert die Arbeitsagentur auch nur 2 Jahre. Ziel ist schließlich, dass Sie möglichst schnell in Ihrem neuen Beruf Fuss fassen können. Gleiches gilt für die Rentenversicherung, in dem Punkt gibt es keinen Unterschied.
      Alles Gute für Sie!

      Antworten
  7. Hallo, ich heiße Sara, gerade absolviere ich eine Umschulung als Sozialpädagogische Assistentin und dieses Jahr werde ich fertig. Ich möchte gerne weiter Erzieherin machen, weil von das Gehalt kann man leider nicht leben. Maine frage ist: Wo bekomme ich weiter Unterstützung? soll ich wieder bei Arbeitsamt eine Förderung beitragen? Was für Möglichkeiten habe ich?

    Vielen Dank!

    Antworten
    • Hallo Sara,

      in der Regel reicht der Abschluss der Umschulung nicht aus, sondern meist wird auch Arbeitserfahrung als Sozialpädagogischer Assistent verlangt bevor Sie sich weiter zum Erzieher umschulen lassen können. Für eine Förderung wäre wohl das Jobcenter zuständig, außer Sie haben weiter Anspruch auf ALG1-Leistungen, was nach einer abgeschlossenen Umschulung normalerweise nur weitere drei Monate sein können…

      Da es sich letztlich um Entscheidungen im Einzelfall handelt, sollten Sie sich direkt an die Arbeitsagentur wenden.
      Viel Erfolg!

      Antworten
  8. Hallo, ich bin Susanne 45 und ich überlege eine Umschulung/Ausbildung im Zeitraum von 2 Jahren zu machen, die auch vom Arbeitsamt übernommen würde und mit Weiterzahlung des ALG 1 entlohnt würde.Meine Frage ist:Was ist, wenn ich in dem Zeitraum Abbrechen muss, kann es Konsequenzen wir mich haben?VG Susi

    Antworten
  9. Hallo,
    ich hätte auch eine Frage.
    Zur Zeit absolviere ich eine Umschulung im medizinischen Bereich.
    Dank der Ausnahmesituation von Corona war mein Arbeitgeber im April so großzügig und hat allen Mitarbeitern freiwillig einen Steuerfreien Coronabonus ausgezahlt (für unser Engagement trotz gesundheitliches Risiko).

    Nun meine Frage: Da es die 400 Euro, die ich zusätzlich zu ALG1 bekommen darf übersteigt, zieht mir die Arbeitsagentur diesen Bonus für den ich meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt habe, wohl wieder ab.
    Ich bin so entäuscht, da sie auch schon vorher mein Weihnachtsgeld abgezogen haben.

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    • Hallo Ulla,

      Danke für Ihre Nachricht. Ihre Enttäuschung ist nach Ihrem Einsatz für die Allgemeinheit gut nachvollziehbar.

      Wir meinen, dass ein Corona-Bonus eigentlich anders gewertet werden müsste, als ein Weihnachtsgeld und einen absoluten Ausnahmecharekter hat. Wir teilen jedoch Ihre Vermutung, dass die Arbeitsagentur es einheitlich behandeln wird.

      Im Umgang mit der Arbeitsagentur kann ich Ihnen nur einen Tipp ans Herz legen: Widersprechen Sie. Das ist letztlich die einzige Möglichkeit, wie Sie dieser Entscheidung etwas entgegensetzten können. Erklären Sie, dass der Bonus nur ausgezahlt wurde, weil Sie trotz Risiken weitergearbeitet haben und dass der Bonus nicht als Gehalt zu behandeln ist.
      Wir drücken Ihnen die Daumen!

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  10. Hallo,
    ich bin jetzt 57 Jahre und werde zum 31.12.2020 gekündigt.
    Da ich meinen erlernten Beruf gesundheitlich nicht mehr ausüben kann,trage ich mich mit dem
    Gedanken eine Umschulung anzugehen.
    Vieleicht können Sie mir Tips dazu geben.
    Kann man sich jetzt schon beim Arbeitsamt erkundigen?

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    • Hallo Karl,

      vielen Dank für Ihre Anfrage.
      Ja, auch als Arbeitnehmer bzw. als Arbeitssuchender ist das Arbeitsamt für Sie zuständig. Es ist sehr empfehlenswert, sich frühzeitig an die Agentur für Arbeit mit Ihrem Umschulungswunsch zu wenden. Um zu verhindern, dass man Ihnen Stellen zur Bewerbung vorschlägt, sollten Sie ein ärztliches Attest über Ihre gesundheitlichen Einschränkungen besorgen. Je nachdem wie das Attest ausfällt, könnte es auch sein, dass Sie an die Rentenversicherung verwiesen werden. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

      Informieren Sie sich zunächst welcher Umschulungsberuf zu Ihnen passen könnten (Hier finden Sie eine große Übersicht.) und überlegen Sie sich für das Beratungsgespräch bei der AfA auch Argumente, für Nachfragen wie: Warum kommt der Umschulungsberuf der gesundheitlichen Beeinträchtigung entgegen?

      Lassen Sie insbesondere nicht locker, wenn Ihr Alter thematisiert werden sollte. Die gesetzliche Regelung sieht keine Altersbegrenzung vor und oftmals sind es das eigene Verständnis eines Kundenberater / Fall Manager des Arbeitsamts, das Schwierigkeiten machen könnte.
      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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  11. Guten Tag,

    Ich bin 45 Jahre alt und habe keine abgeschlossene Ausbildung.
    Ich möchte den Beruf Zerspanungsmechaniker lernen und war letztes Jahr (2019) bei dem Berufstest und später bei der Berufspsychologin.

    Raus gekommen ist, dass ich einen Metallberuf als Werkzeugmechaniker erlernen darf (Stand Oktober 2019). Ich und mein Berater haben uns dann so geeinigt, dass wenn ich zur der Zeit einen Festvertrag bekomme (war beschäftigt bei einer Metall Firma), die Umschulung vom Tisch ist. Aber bin dann arbeitslos geworden. Zunächst habe ich zur Überbrückung bis zum Beginn der Umschulung einen Job gefunden, und bin dann doch schon zu Ende Februar wieder arbeitslos geworden.

    Auf die vielen Bewerbungen habe ich nur Absagen bekommen und warte jetzt auf das Gespräch bei der Arbeitsagentur.

    Meine Frage :
    Wann fangen die Schulen an für die Älteren wie für mich an? April oder Mai 2020 ?
    Bekomme ich die Umschulung noch finanziert?
    Gelten 2020 andere, neue Gesetze?

    Antworten
    • Hallo Sebastian,

      danke für Ihre Anfrage.

      Was wir Ihnen sicher beantworten können ist, dass es zwischen Oktober 2019 und Frühjahr 2020 keine Gesetzesänderung zur Bewilligung von Umschulungen gab. Es gelten weiterhin dieselben Förderungsvoraussetzungen. Aus der Beschreibung Ihrer beruflichen Situation sehen wir ebenfalls keine Veränderung, die gegen eine Finanzierung sprechen. Im Gegenteil: Ihre Arbeitssuche scheint sich immer schwieriger zu gestalten, da Sie nur Ablehnungen erhalten haben. Die Chancen der Finanzierung stehen für Sie somit unverändert gut.

      Wann die Schule beginnt, ob es Termine für Späteinsteiger gibt oder welche Ausnahmen Ihnen einen zügigen Beginn ermöglichen können, können Sie nur mir Ihrem Berater klären. Jede Schule, jedes Bundesland hat unterschiedliche Regelungen.

      Wir sind in Ihrem Fall sehr optimistisch und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre Umschulung!

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