Viel mehr als nur Karikaturen: Der Beruf des Illustrators. © wojost11 - Fotolia.com
Viel mehr als nur Karikaturen: Der Beruf des Illustrators.
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Das Berufsbild

Unterhaltsame Geschichten ansprechend bebildern, Grafiken für die Werbung gestalten, in einem Verlag für die Illustration der Buchcover zuständig sein – die Tätigkeiten, die mit dem Begriff Illustration verbunden sind, sind vielfältig und verlockend. Wer kreativ ist und schon immer gerne gezeichnet, gemalt oder am Rechner gestaltet hat, findet in Berufen mit einem solchen Schwerpunkt häufig seine Erfüllung.

So verwundert es nicht, dass eine Umschulung zum Illustrator oder eine Weiterbildung bzw. Qualifizierung in diesem Bereich viele Menschen reizt. Welcher genaue Berufsalltag einen Illustrator erwartet, hängt vom jeweiligen Ausbildungsgang und vom späteren Arbeitgeber bzw. von der Art der Selbstständigkeit ab. Die Aufgabe, die ein Illustrator hat, ist in den meisten Fällen die Erläuterung oder Verdeutlichung von Inhalten mithilfe eines Bildes bzw. einer Grafik. Die Tätigkeitsbereiche werden überall dort klar, wo uns Bilder oder Abbildungen begegnen. In jedem Supermarkt hat man es mit bunten Verpackungen zu tun, an jeder Litfaßsäule warten zahlreiche Plakate auf Rezipienten, in jedem Buchladen und jeder Bibliothek gibt es hunderte oder gar tausende von literarischen Werken, die in jeder erdenklichen grafischen Richtung gestaltet sind.

 

Zukunftsaussichten

Illustratoren haben eine künstlerische Karriere gewählt, was häufig mit sehr stark schwankenden Verdienst- und Zukunftsaussichten verbunden ist.

Die Bandbreite reicht von den kreativen Menschen, die viel Talent für die Gestaltung, aber wenig Geschäftssinn mitbringen bis hin zum begabten Illustrationstalent, das eine rasche und sehr steile Karriere einschlägt – beispielsweise bis hin zum Art Director in einer großen Kreativagentur oder als Leiter der grafischen Abteilung in einem international renommierten Verlag. Grundsätzlich kann man allerdings sagen, dass man nicht nur Kunstverstand, sondern auch viel Engagement und Eigeninitiative mitbringen muss, um einem solch künstlerischen Beruf Fuß zu fassen. Die lukrativen Jobs, die auf Personen nach der Umschulung, oder einer anderen Qualifizierung zum Illustrator zur Verfügung stehen, sind eher rar gesät. Dies muss allerdings kein Grund dafür sein, eine Weiterbildung in diese Richtung von vorneherein abzulehnen. Wer mit dem Herzen dabei ist, kann auch hier seinen Weg machen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Wie viel Zeit man aufwenden muss, um Illustrator zu werden, kann nicht mit einer pauschalen Aussage beantwortet werden. Es gibt keinen regulären Ausbildungsberuf, der mit dem Titel Illustrator abschließt.

Hier wäre zum Beispiel eine Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing, zum gestaltungstechnischen Assistenten, zum Fotografen, zum Kommunikationsdesigner oder z.B. auch zum Modedesigner möglich. All diese Berufstätigen setzen sich in ihrem Alltag mit gestalterischen Aufgabenstellungen auseinander. Weitere Berufe aus den Bereichen Design und Gestaltung, die jeweils einen anderen gestalterischen Schwerpunkt besitzen, sind unter anderem über die Berufsinformationszentren zu erfragen. Für eine klassische Berufsausbildung kann man in der Regel mit einer Dauer von zwei bis vier Jahren rechnen. Geht die Tendenz dann doch eher in Richtung eines Studiums – zum Beispiel zum Studiengang Illustration – kann eine Studiendauer von sieben bis acht Semestern angenommen werden.

Zielgruppe der Umschulung

Wer sich zum Illustrator weiterbilden lassen möchte, sollte ein gewisses gestalterisches Talent mitbringen. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, dass man alle klassischen Methoden des Zeichnens oder des Bearbeitens von Bildern am Rechner bereits beherrscht.

Es gibt jedoch heute relativ viele junge Bewerber, die sich bereits bestens mit den digitalen Medien auskennen und bereits ihrer Bewerbung aussagekräftige Beweise ihrer Fertigkeiten beilegen können. Auf ein solches Umfeld an Mitbewerbern sollte man sich gefasst machen. Ob die Umschulung eine gute Wahl ist, hängt sicherlich auch stark vom Ausbildungsbetrieb oder vom Anbieter der Umschulung, Qualifizierung oder Weiterbildung ab. Wer möchte, kann auch vor der Entscheidung für einen längeren Ausbildungsweg zunächst ein Praktikum bei einem Unternehmen absolvieren – z.B. bei einem Verlag, bei einer Multimediaagentur oder bei einer Kreativagentur für Printdesign. Auch ein Kurs in Illustration, wie er für hobbymäßig kunstinteressierte Menschen angeboten wird (z.B. an einer privaten Kunstschule oder an einer Volkshochschule mit gut geschultem Personal) kann eine Einstiegsmöglichkeit sein oder eine Alternative zu einer umfassenden Ausbildung oder gar einem Studium darstellen.

 

Fördermaßnahmen

Die Agentur für Arbeit fördert in einigen Fällen Umschulungsmaßnahmen unterschiedlicher Art. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der bisherige Beruf aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung nicht mehr ausgeübt werden kann oder wenn familiäre Gründe einen Wechsel notwendig machen.

Entscheidet man sich für eine Ausbildung – beispielsweise zum Mediengestalter -, so wird man in aller Regel mit einem Ausbildungsgehalt rechnen können. Wird darüber hinaus noch Geld benötigt, um z.B. die Miete und die Kinderbetreuung zu finanzieren, kann es unter Umständen eine Zuwendung von der Arbeitsagentur geben. Bei Studierenden, die sich für den Studiengang Illustration entscheiden, gibt es eventuell die Möglichkeit, Bafög zu beantragen. Dies ist allerdings eher in Ausnahmefällen möglich. Eine ergänzende Möglichkeit stellen Stipendien dar, die zum Beispiel von Stiftungen zur Verfügung gestellt werden. Auch diese können ggf. – je nach Anbieter und Ausrichtung – zur Finanzierung einer Weiterbildung genutzt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Zu den Anbietern von Umschulungsmaßnahmen, Lehrgängen, Ausbildungen und Studiengängen im Bereich Illustration oder in verwandten Gebieten gehören sowohl Einrichtungen in öffentlicher als auch in privater Trägerschaft.
– Der Verein illuskills in Österreich (Wien) bietet die sogenannten illuskills-Lehrgänge an. Diese haben unterschiedliche Ausrichtungen wie zum Beispiel LiveArt oder Medienillustration. Einige Kurse können über die Online-Academy des Anbieters auch über das Internet studiert werden.
– An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Hamburg University of Applied Sciences) kann man Illustration mit dem Abschluss Bachelor studieren. Der Studiengang ist im Fachbereich Medien und Publizistik verankert.
– An der BTK Hochschule für Gestaltung kann man ebenfalls eine akademische Ausbildung mit dem Abschluss Bachelor (B.A.) anstreben. Die Hochschule hat Zweigstellen in Berlin und in Hamburg.
– Über die Ausbildung zum Mediengestalter informierten die Industrie- und Handelskammern. Hier findet man auch geeignete Ansprechpartner, wenn man noch eine offene Lehrstelle für den nächsten Ausbildungsgang sucht.
– An der Johannes-Gutenberg-Schule in Stuttgart kann man während eines Jahres im Vollzeitunterricht eine Ausbildung zum Mediengestalter absolvieren. Dabei handelt es sich um eine berufliche Grundausbildung, der zunächst ohne betrieblichen Teil erfolgt. Parallel kann an dieser Schule auch die Fachhochschulreife erlangt werden, sodass anschließend ggf. ein Studium erfolgen kann.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Wer sich künstlerisch bzw. gestalterisch weiterbilden und dies gerne von zu Hause aus tun möchte, kann auch ein Fernstudium für sich entdecken.

Hier kommen beispielsweise die Studienangebote der hamburger technischen kunstschule (htk) infrage. Studiert werden kann u.a. Grafikdesign, Desktop-Publishing, Web-Design und Multimedia.
Auch an der Hamburger Akademie für Fernstudien  sind einige Grafik-Angebote zu finden. Hier kann man sich beispielsweise zum Geprüften Multimedia-Designer HAF oder zum Karikatur- und Comiczeichner weiterbilden lassen.
Ein weiterer Anbieter für künstlerische Studien ist die Akademie der Kunst in Berlin. Hier finden beispielsweise angehende Modedesigner einen Fernstudienplatz.


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