Machen Sie das Mikroskop zu Ihrem Arbeitswerkzeug! © kasto - Fotolia.com
Machen Sie das Mikroskop zu Ihrem Arbeitswerkzeug!
© kasto – Fotolia.com

Die Hauptaufgabe von Biologielaboranten ist die Vorbereitung von Untersuchungen an Tieren, Pflanzen und Zellen, aber auch an Mikroorganismen. Sie arbeiten dabei nach den Anleitungen der Wissenschaftler im jeweiligen Labor oder Institut. Darüber hinaus beobachten Biologielaboranten Versuchsabläufe, protokollieren die Ergebnisse und helfen bei der Auswertung von Versuchsreihen.

Biologielaboranten führen selbstständig Versuche mit Tieren durch, arbeiten im mikrobiologischen, biochemischen und zellkulturtechnischen Umfeld und bereiten Testreihen vor. Sie sind ebenfalls in der Lage, Blut- oder Gewebeproben von Tieren und Pflanzen zu gewinnen und führen genetische, immunologische und molekularbiologische Untersuchungen durch.

 

Der Beruf des Biologielaboranten

Biologielaboranten untersuchen Abläufe am lebenden Organismus. Die Versuche und Beobachtungen erfolgen sowohl an kompletten Organismen, aber auch an deren Zellen, Geweben und Organen. Biologielaboranten messen die Wirkung von Medikamenten auf Gewebe und Körperflüssigkeiten mithilfe von Mikroskop und anderen elektronischen Hilfsmitteln. Sie sind verantwortlich für Untersuchungen an Großtieren wie z. B. Rindern, Schweinen oder Schafen. Krankheitsauslösende Mikroorganismen wie zum Beispiel Pilze und Viren werden in den Labors untersucht und bewertet. Biologielaboranten/Biologielaborantinnen arbeiten meistens unter je nach der Ausrichtung der jeweiligen Arbeitsgruppe und auch unter Berücksichtigung der eigenen Interessen, können sich Biologielaboranten / innen auf Spezialgebiete ausrichten.

Biologielaboranten findet man hauptsächlich in medizinischen und biologischen Forschungseinrichtungen sowie im Gesundheitswesen. In der Industrie finden Biologielaboranten Anstellung bei Pharmafirmen, Kosmetikherstellern und bei Lebensmittelbetrieben. Darüber hinaus sind sie ebenso im Krankenhaus zu finden.

 

An wen richtet sich diese Umschulung?

Die Umschulung zum Biologielaboranten wird durch das Berufsbildungsgesetz geregelt und ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Wie für alle derart regulierten Ausbildungen wird für den Biologielaboranten keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben.

Dennoch ist die allgemeine Praxis in diesem Bereich so, dass bevorzugt Absolventen mit Hochschulreife eingestellt werden.

 

Inhalte und Dauer der Weiterbildung

Die Ausbildung zum Biologielaboranten findet zu gleichen Teilen in einem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. In der Regel dauert die Ausbildung ebenso wie die Umschulung etwa 3,5 Jahre. Im Einzelfall kann die berufliche Vorbildung gerade bei Umschülern sogar teilweise anerkannt werden, was die Ausbildungszeit verkürzt. Diese Ausbildung zum Biologielaboranten wird momentan auch in verschiedenen Bundesländern als Umschulung angeboten.

Vermittelt werden Basisqualifikationen sowie Wahl- und Pflichtfächer. Zu den Basisqualifikationen gehören ein Laborkurs und alle grundlegenden Arbeitsmethoden aus der Physik, Biochemie, Mikrobiologie sowie der Zellkultur. Für die Datenverarbeitung werden Informatikkurse als Ergänzung angeboten. Besonders hohen Stellenwert haben auch die Analytik und die damit im Zusammenhang stehende Qualitätssicherung. Wahlqualifikationen sind beispielsweise spezielle Techniken aus Immunologie, Biochemie, Biotechnologie, Botanik, Mikrobiologie, Gentechnik und Molekularbiologie. Die Laborautomation und die Informationstechnik stehen hier ebenfalls auf dem Lehrplan.

Pflichtqualifikationen solle den angehenden Biologielaboranten das Wissen für ein breites Aufgabenfeld an Hand geben. Hämatologie, Pharmakologie sowie Histologie, Biochemie und die Molekularbiologie bereiten auf einen Einsatz im klinischen Bereich vor.

Die Ausbildung bzw. Umschulung zum Biologielaboranten endet mit einer zweiteiligen Abschlussprüfung. Im ersten Teil wird das Wissen aus den ersten beiden Ausbildungsjahren sowohl schriftlich als auch mündlich abgefragt. Diese Prüfungsleistung geht zu etwa einem Drittel in die Abschlussnote ein.

Der zweite Teil der Prüfung findet am Ende der Ausbildungszeit statt. Die Prüfungsaufgaben fragen das Wissen ab in den Bereichen Laborarbeit, Biotechnologie und Wirtschafts- und Sozialkunde.

Besteht der Prüfling diese Leistungstests, wird er/sie zum Biologielaboranten/zur Biologielaborantin ernannt.

Kosten der Umschulung und Fördermöglichkeiten

Als Erstausbildung ist der Biologielaborant häufig an ein Ausbildungsgehalt gekoppelt. Anders verhält es sich für diejenigen, die gern zum Biologielaboranten / zur Biologielaborantin umschulen wollen. Die Umschulung kostet etwa 45.000 €. Über einen individuellen Bildungsgutschein können diese Kosten etwas abgefangen werde.

 

Anbieter der Umschulung zum Biologielaboranten / zur Biologielaborantin

Die Umschulung zum Biologielaboranten wird von privaten Trägern und Institutionen aus dem Bereich der Biomedizin ebenso angeboten, wie z. B. von Universitäten oder der öffentlichen Hand. Fragen hierzu kann möglicherweise die örtliche Agentur für Arbeit beantworten.

 

Zukunftsaussichten

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für Biologielaboranten und –innen allgemein verhalten. Doch durch den Erwerb von Zusatzqualifikationen können Einzelne Ihre Chancen deutlich erhöhen. Solche Zusatzqualifikationen werden von Berufsschulen, Kammern und Einzelbetrieben angeboten. Nicht wenige Zusatzqualifikationen sind auf zukünftige Weiterbildungsmaßnahmen anrechenbar. Oder aber sie sind grundlegend für eine Beschäftigung in bestimmten Bereichen z. B. bei der Qualitätssicherung oder im mikrobiologischen Labor. Eine Weiterqualifizierung als Industriemeister oder als Techniker für Biologie, Chemie bzw. Umwelt ist ebenso jederzeit möglich.

 

Zudem können Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss an einer Berufsschule auch die Fachhochschulreife ablegen und sich so die Möglichkeit für ein Studium offenhalten.


Sag was dazu.