Umschulung zum/ zur Klimatechniker/in

Moderne Klimaanlagen sind energiesparend. © 3darcastudio - Fotolia.com

Moderne Klimaanlagen sind energiesparend. © 3darcastudio – Fotolia.com

Das Berufsbild des Klimatechnikers/ der Klimatechnikerin im Überblick

Klimatechnikerinnen und -techniker nehmen in ihrem Beruf eine Aufgabe mit Zukunft wahr. Das Berufsprofil, das sich in den vergangenen zehn Jahren aus dem Sanitär- und Heizungsbereich herausgebildet hat, antwortet auf die wachsende Komplexität und die damit einhergehenden neuen Herausforderungen im Bereich der Klimatechnik, die Expertenwissen notwendig machen. Technikerinnen und Techniker mit der Fachrichtung Klimatechnik arbeiten in Betrieben, die Klimatechnologien entwickeln, entsprechende Anlagen bauen, vertreiben und installieren.

Sie stellen Anlagen nach Kundenwunsch zusammen, berechnen die Kosten für die Installation einer Anlage, überwachen den Bau und die Montage und sind für die Wartung der Anlagen zuständig. Der Beruf des Klimatechnikers/ der Klimatechnikerin kombiniert dadurch technische und kaufmännische Aufgaben mit dem Vertrieb und der Beratung der Kunden. Über das Tätigkeitsprofil informiert kurz und übersichtlich die ARGE.

 

Für eine grünere Welt: Zukunftsaussichten für das Berufsfeld des Klimatechnikers/ der Klimatechnikerin

Insbesondere in Zeiten der Energiewende sind Fachkräfte im Bereich der Klimatechnik gefragt, denn diese sind unter anderem in der Lage, umweltfreundlichere Anlagen zu entwickeln und ihre Kunden entsprechend qualifiziert zu beraten. Der Fachkräftemangel kommt dabei auch Klimatechnikerinnen und -technikern zugute. Als Fach- und Führungskräfte können sie in Handwerksbetrieben, in der Industrie im Produktmanagement sowie im technischen Dienst und im Vertrieb beispielsweise bei Herstellern von Klimaanlagen tätig werden, sodass die Jobmöglichkeiten breit gefächert sind.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung bzw. Weiterbildung zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin

Je nach Ausbildungsträger erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Weiterbildung Kenntnisse in Lüftungs- und Klimatechnik, in der Prüfung entsprechender Anlagen, im Bereich der Raumluft und Hygiene, lernen die berufsbezogenen technischen und rechtlichen Normen kennen, anhand derer sie ihr berufliches Handeln ausrichten können, führen Funktionsmessungen durch und werden anhand von praktischen Beispielen auf die Herausforderungen ihres späteren Berufsalltags vorbereitet.

Die Dauer der Weiterbildung ist dabei unterschiedlich und abhängig von dem angestrebten Abschluss: In Vollzeit dauert sie gewöhnlich 2 Jahre, in Teilzeit entsprechend 4 Jahre und im Fernunterricht bis zu 3 ½ Jahren. Aber es gilt auch mehrwöchige Weiterbildungen, die beispielsweise vom Tüv angeboten werden. Absolventinnen und Absolventen dieser Kurse erhalten wichtiges Basiswissen, sind aber keine staatlich geprüften Techniker. Solche Angebote sind besonders für Personen interessant, die bereits im Bereich der Klimatechnik tätig sind und ihr professionelles know-how erweitern möchten.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin

Die Umschulung richtet sich an verschiedene Berufsgruppen, beispielsweise an Elektrotechnikerinnen und -techniker, an Maschinen- und Anlageführer/innen, an technische Zeichner und andere techniknahe Berufsgruppen. Aber auch Arbeitssuchende ohne vorherige Berufsausbildung können unter Umständen die Weiterbildung absolvieren.

Förderungsmöglichkeit der Umschulung bzw. Weiterbildung zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin

Sowohl für Erwerbstätige als auch für Arbeitssuchende, die sich zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin ausbilden bzw. umschulen lassen möchten, gibt es staatliche Förderungsmöglichkeiten. Wer nur Basiswissen in Form eines kurzen Lehrgangs erhalten möchte, wie er beispielsweise vom Tüv Süd angeboten wird, kann dazu die sogenannte „Bildungsprämie“ beantragen, auf die jede Bürgerin und jeder Bürger prinzipiell einen Anspruch hat. Sie gilt für Erwerbstätige, die sich mittels der Prämie die Hälfte der Weiterbildungskosten, maximal aber 500 Euro erstatten lassen können. Genaueres erfahren Interessenten auf der offiziellen Seite des Bundesministeriums für Forschung und Bildung.

Wer dagegen zum staatlich geprüften Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin umschulen möchte, kann dies mithilfe des sogenannten „Bildungsgutscheins“ machen, sofern die Voraussetzungen nach SGB II und SGB III erfüllt sind. Interessenten sollten sich dafür frühzeitig an ihr Jobcenter wenden und sich persönlich beraten lassen. Wenn die Chancen, sich wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren, durch die Umschulung gegeben sind, können dann nicht nur die Umschulungskosten von Seiten des Staates übernommen werden, sondern es kann während der 2 bzw. 3 ½ Jahre dauernden Umschulung auch weiterhin Arbeitslosengeld gezahlt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung wird von Berufsfachschulen in Voll- und Teilzeit sowie von Fernschulen im Fernunterricht angeboten. Neben dem Tüv sind das beispielsweise die Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik oder die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA), die bundesweit Standorte hat. Verschiedene Fernakademien, beispielsweise die Fernakademie Klett, bieten die Umschulung zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin im Fernlehrgang an. Genauere Informationen und die Möglichkeit, nach regionalen Standorten für Anbieter mit und ohne die Finanzierung mittels des Bildungsgutschein s zu suchen, bietet das Kursnet der ARGE.

 

Alternativen zur Umschulung im Rahmen eines Fernstudiums

An Fernschulen werden neben der Ausbildung zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin auch verschiedene Alternativen angeboten, die für Berufswechsler interessant sein können, beispielsweise der Fernstudiengang Elektrotechnik oder das Fernstudium im Maschinenbau, die beide sehr viel breitere Gebiete abdecken. Der Studiengang „Kälte – Klima – Lüftung“ ist dagegen näher an der Umschulung zum Klimatechniker/ zur Klimatechnikerin. Für Personen, die sich insbesondere mit dem ökologischen Bereich des Berufsfelds vertieft auseinandersetzen möchten, könnte auch ein Studium im Bereich der interdisziplinären Klima- und Umweltwissenschaften von Interesse sein.

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