Mikrotechnologie bietet die Grundlage moderner Datenverarbeitung.
© wuppi88 – Fotolia.com

Die modernen Produktionsformen erfordern vielfältige mikrotechnische Bauteile. Dazu zählen viele verschiedene Halbleiterprodukte wie beispielsweise Mikrochips oder optoelektronische Systeme. Darüber hinaus werden auch Bauteile aus dem Bereich der Mikrosystemtechnik benötigt, wie beispielsweise mechanische oder optische Sensoren. Die Herstellung dieser Produkte erfordert eine sehr gute Fachkenntnis und eine hohe Präzision. Bei dieser Aufgabe werden daher hoch spezialisierte Fachkräfte eingesetzt, die Mikrotechnologen genannt werden.

Dieses Berufsfeld gibt nicht nur einen Einblick in modernste Technologien, darüber hinaus bietet es auch gute Anstellungschancen und Zukunftsaussichten. Wenn Sie ein hohes Interesse an technischen Sachverhalten sowie das notwendige Fingerspitzengefühl für kleinste Werkstücke haben und sich darüber hinaus beruflich neu orientieren möchten, kann Ihnen die Umschulung zum Mikrotechnologen beziehungsweise zur Mikrotechnologin den Weg in diesen interessanten Tätigkeitsbereich ermöglichen.

 

Die Aufgaben der Mikrotechnologen

Wie bereits aus der Einleitung deutlich wird, ist die wesentliche Aufgabe der Mikrotechnologen die Herstellung kleinster Bauteile. Diese Fachkräfte kommen dabei in allen Phasen des Produktionsprozesses zum Einsatz. Zunächst müssen Sie die Planungen der Produktion durchführen. Dabei sind die geltenden Arbeitsschutzvorschriften und die Vorgaben zum Umweltschutz zu beachten. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die sachgerechte Aufbereitung der für diesen Prozess eingesetzten Chemikalien sowie die sichere Entsorgung der Abfallstoffe. Da bei den mikrotechnologischen Bauteilen selbst kleinste Staubpartikel große Schäden anrichten können, werden diese unter Reinraumbedingungen hergestellt. Die Mikrotechnologen müssen dafür sorgen, dass diese Bedingungen hergestellt und aufrechterhalten werden.

Eine weitere Aufgabe besteht darin, die Produktionsanlagen für den Fertigungsprozess einzurichten, während des Betriebs zu überwachen und gegebenenfalls auf Störungen zu reagieren. Außerdem müssen dies Fachkräfte die Qualität der Produkte überprüfen. Zu diesem Zweck müssen sie bereits während des Produktionsprozesses begleitende Prüfungen und nach dessen Beendigung eine abschließende Testreihe durchführen. Eine Protokollierung der durchgeführten Maßnahmen ist ebenfalls erforderlich. Schließlich sind die Mikrotechnologen dazu angehalten, Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich der Qualität der Produkte, der Fertigungszeiten und der Effizienz zu erkennen und diese gegebenenfalls umzusetzen. Die Tätigkeit als Mikrotechnologe bietet daher ein abwechslungsreiches und interessantes Tätigkeitsfeld, sie bringt jedoch auch eine sehr hohe Verantwortung mit sich.

 

Welche Perspektiven bietet die Umschulung für die Zukunft?

Immer mehr Alltagsgeräte beinhalten mikrotechnologische Bauteile. Gegenstände wie ein Auto oder eine Kaffeemaschine, die früher noch ohne derartige Elemente produziert wurden, kommen heute nur noch selten ohne Mikrochips aus. Deutschland ist nicht nur ein wichtiger Hersteller dieser Bauteile, darüber ist das Land auch hinsichtlich der Forschung ein wichtiger Standort. Die Mikrotechnologie ist eine Zukunftstechnologie und nimmt noch weiter an Bedeutung zu. Bereits jetzt sind gut ausgebildete Fachkräfte in diesem Bereich sehr begehrt und haben ausgezeichnete Einstellungschancen. Die technische Entwicklung lässt darauf schließen, dass sich dieser Prozess auch weiterhin fortsetzen wird, sodass die Zukunftssichten in diesem Beruf als sehr gut bezeichnet werden können.
 

 

Der Ablauf der Umschulung zum Mikrotechnologen

Seit 1998 ist der Beruf des Mikrotechnologen ein anerkannter Ausbildungsberuf. Im Normalfall findet die Ausbildung im dualen System statt. Dies bedeutet, dass Sie während der Ausbildung die überwiegende Zeit in einem Betrieb verbringen und so direkt in der Praxis lernen. Um auch die theoretischen Grundlagen dieses Berufs kennenzulernen, müssen Sie jedoch auch immer wieder eine Berufsschule aufsuchen. Im Rahmen der Ausbildung üben Sie, Arbeitsabläufe zu planen und umzusetzen, Arbeitsschutzvorschriften zu beachten und den sicheren Umgang mit den verwendeten Chemikalien. Sie lernen den Umgang mit den Produktionsanlagen kennen und erfahren, wie Sie diese betreiben und warten.

Auch die Dokumentation und die Qualitätskontrolle sind Bestandteile des Lernstoffs in der Ausbildung. Wenn Sie eine Umschulung zum Mikrotechnologen anstreben, können Sie selbstverständlich den gewöhnlichen Weg einer betrieblichen Ausbildung bestreiten. Jedoch gibt es auch spezielle Angebote für Personen, die bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Dabei lernen Sie vorwiegend in einer spezialisierten Bildungseinrichtung, die Praxiserfahrung erhalten Sie dabei durch ein Praktikum. In diesem Fall beträgt die Ausbildungsdauer nur zwei Jahre. Am Ende können Sie die IHK-Prüfung ablegen, sodass die Umschulung den gleichen Stellenwert wie die gewöhnliche Ausbildung zum Mikrotechnologen hat.

 

Für wen eignet sich die Umschulung zum Mikrotechnologen

Die Umschulung zum Mikrotechnologen ist für alle Menschen geeignet, die technische Sachverhalte leicht verstehen und mit viel Feingefühl und hoher Präzision feinste Bauteile bearbeiten können. Da dieser Beruf zum einen sehr gute Zukunftsperspektiven bietet und zum anderen keine hohe körperliche Belastung darstellt, eignet er sich sowohl für gesundheitsbedingte Umschulungen als auch für einen Wechsel des Berufs aufgrund fehlender Zukunftsperspektiven bei der bisherigen Tätigkeit.

 

Förderungsmöglichkeiten

Sollten Sie im Moment arbeitslos sein, stehen die Chancen auf eine Förderung der Umschulung durch das Arbeitsamt recht gut. Auch bei einer gesundheitsbedingten Umschulung durch die Rentenversicherung ist es möglich, Fördergelder zu erhalten. Wie bei allen anderen Umschulungen ist jedoch auch hier stets der Einzelfall zu prüfen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Ihren persönlichen Betreuer anzusprechen, wenn Sie den Beruf des Mikrotechnologen erlernen möchten.

 

Anbieter für die Umschulung und weitere Bildungsalternativen

Wenn Sie diesen Beruf im Rahmen des dualen Bildungssystems erlernen möchten, müssen Sie einen ausbildenden Betrieb in der Nähe Ihres Wohnorts finden. Hierfür gibt es zahlreiche Angebote. Suchen Sie hingegen einen speziellen Anbieter für die Umschulung, ist das Angebot etwas kleiner. Bekannte Bildungseinrichtungen sind beispielsweise die TÜV NORD Bildung GmbH & Co. KG in Dortmund oder die Dresden Chip Academy. Sollten Sie keinen geeigneten Anbieter in Ihrer Nähe finden, haben Sie auch die Möglichkeit, eine ähnliche Tätigkeit im Rahmen eines Fernstudiums zu erlernen. Sie finden hier beispielsweise Angebote für eine Ausbildung zum Techniker mit Fachrichtung Elektrotechnik oder erneuerbare Energien, zum Kommunikationstechniker oder zum Mechatroniktechniker.

Umschulung zum Mikrotechnologen/ zur Mikrotechnologin
Stimmen Sie ab! Haben Ihnen obige Informationen weitergeholfen? (1 Stern= überhaupt nicht, 5 Sterne=ja, voll und ganz)


Sag was dazu.