Die Umschulung zur Reinigungsfachkraft findet im dualen System statt.

Reinigungsfachkräfte werden benötigt, um verschiedenste Arten von Gebäuden und Flächen sauber und rein zu halten. Hierbei reinigen sie nicht nur die entsprechenden Flächen, sondern müssen ebenfalls die Anlagen begutachten und ihre Arbeitsmaterialien sowie den Arbeitsablauf auf diese ausrichten.

Um als Reinigungsfachkraft arbeiten zu können, kann eine Umschulung durchgeführt werden. Diese vermittelt das notwendige theoretische Fachwissen in Kombination mit der handwerklichen Ausbildung, welches in der Praxis für einen korrekten Arbeitsablauf benötigt wird.

 

Das Berufsbild der Reinigungsfachkraft

Die Reinigungsfachkraft, ebenfalls unter der Bezeichnung Gebäudereiniger bzw. Gebäudereinigerin bekannt, zählt zu den körperlichen aktiven Berufen. Die Hauptaufgabe der Fachkräfte besteht darin, verschiedenste Arten von Flächen und Gebäude von unterschiedlichen Verschmutzungen zu befreien. Vor allem werden Reinigungsfachkräfte für die Pflege von Innenräumen und den Außenbereichen von Gebäuden benötigt. Gebäudereiniger und Gebäudereinigerinnen arbeiten in der Regel selbstständig im Unternehmen, da sie ihren Arbeitsplan mitsamt der verbundenen Arbeitsabläufe selbst erstellen und anpassen müssen. Dadurch entscheiden die Fachkräfte, welche Aufgaben sie in welcher Reihenfolge erledigen müssen. Gleichzeitig müssen die Fachkräfte häufig sehr flexibel bezüglich ihrer Arbeitszeiten sein, da sich diese nach den Bedürfnissen der Kunden richten. Deshalb sind vor allem Arbeitszeiten früh morgens, spät abends oder am Wochenende möglich.

Grundsätzlich begutachten Reinigungsfachkräfte zunächst die zu reinigenden Gebäude und Flächen. Dies bedeutet, dass sie sämtliche Böden, Tische, Treppen und weitere Oberflächen wie Toilettenräume und Fenster auf den Verschmutzungsgrad und den daraus resultierenden Reinigungsaufwand kontrollieren müssen. Anschließend wählen sie selbstständig das richtige Reinigungsverfahren und die notwendigen Reinigungsutensilien. Je nach Fläche müssen Reinigungsfachkräfte sich für manuelle oder automatisierte Reinigungskräfte wie etwa Besen, Wischtücher und Chemikalien aussuchen und die Flächen gründlich säubern.

 

Zukunftsaussichten für Reinigungsfachkräfte

Zahlreiche Unternehmen beschäftigen ungelernte Putzkräfte, welche lediglich Wissen in der Reinigung und Pflege von bestimmten Flächen und Gebäuden besitzen. Eine Umschulung zur Reinigungsfachkraft beinhaltet allerdings das Fachwissen für diesen Beruf, wodurch viele Unternehmen bevorzugt ausgebildete Reinigungsfachkräfte einsetzt. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung als Reinigungsfachkraft deutlich, wenn eine Umschulung durchgeführt wird. Aufgrund der Tatsache, dass sich jeden Tag Verschmutzungen ansammeln, werden ausgebildete Fachkräfte zudem laufend benötigt.

Um die eigenen Berufschancen nach der Umschulung zur Reinigungsfachkraft zu steigern, besteht die Möglichkeit, Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Gängig ist die Ausbildung zum Meister, da diese keine spezielle Schulausbildung voraussetzt. Besitzen die Interessenten eine Hochschulzugangsberechtigung, können sie ergänzend fachspezifische Studiengänge belegen. Besteht Interesse daran, selbstständig zu arbeiten, vermitteln die Umschulung sowie Weiterbildungsmaßnahmen die notwendigen Grundlagen für dieses Vorhaben. Folglich sind Reinigungsfachkräfte nicht abhängig von einem Arbeitgeber und können ein eigenes Unternehmen führen.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Grundsätzlich findet die Umschulung zur Reinigungsfachkraft im dualen System statt. Dies bedeutet, dass die Umschüler den theoretischen Teil der Ausbildung in der Berufsschule absolvieren, während sie aktiv im Umschulungsbetrieb arbeiten. Vorwiegend findet die praktische Ausbildung direkt am Einsatzort statt. Vor Ort erlernen die Umschüler die richtige Reinigung der unterschiedlichen Oberflächen mitsamt dem Einsatz der notwendigen Reinigungsmitteln sowie -geräten. Ebenfalls beinhaltet die Ausbildung das Anfertigen von Skizzen und Plänen der zu reinigenden Gebäude und Flächen. Ergänzend wird den Umschülern beigebracht, wie die Pflege und Reinigung der Arbeitsgeräte ausfallen, damit diese einwandfrei in Betrieb genommen werden können. Da Reinigungsfachkräfte zudem nicht nur Oberflächen reinigen, sondern ebenso für die Textilreinigung eingesetzt werden können, wird ihnen Fachwissen für die Glas- und Textilreinigung vermittelt. Abschließend erfahren sie, welche Vorschriften für die Müllentsorgung bestehen, damit diese stets richtig ausfällt.

Während sich der praktische Teil der Umschulung an die Betriebs- und regulären Arbeitszeiten richtet, findet der Theorieunterricht meist in Form von Blockunterricht in der zuständigen Berufsschule statt. Insgesamt dauert die Umschulung zur Reinigungsfachkraft rund drei Jahre. Können eine relevante Vorbildung mit außerordentlich guten Leistungen oder eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) nachgewiesen werden, kann die Umschulungszeit gegebenenfalls verkürzt werden. Die Verkürzung muss hierbei nicht auf die Gesamtdauer der Umschulung ausgerichtet werden. Ebenfalls ist es möglich, dass einzelne Arbeitstage gekürzt werden, wodurch die Umschüler zum Beispiel lediglich in Teilzeit arbeiten.

 

Zielgruppe der Umschulung zur Reinigungsfachkraft

Da der Beruf der Reinigungsfachkraft keine spezielle Berufs- oder Schulausbildung voraussetzt, steht die Umschulung allen Interessenten offen. Vor allem eignet sich die Weiterbildung jedoch für Personen, welche bereits aus dem Reinigungsbereich kommen. Dies sind unter anderem Desinfektoren und Desinfektorinnen, Textilreiniger und Textilreinigerinnen sowie Schädlingsbekämpfer sowie Schädlingsbekämpferinnen. Ergänzend müssen die Interessenten und Interessentinnen über eine körperliche Fitness verfügen, da es sich beim Beruf der Reinigungsfachkraft über eine körperlich anstrengende Tätigkeit handelt.

Falls Arbeiten im Freien oder auf hohen Gebäuden stattfinden, sollten alle Umschüler außerdem schwindelfrei sein. Personen, welche Allergien oder Unverträglichkeiten bei Chemikalien aufweisen, eignen sich hingegen nicht für diesen Beruf. Um Unverträglichkeiten auszuschließen, empfiehlt es sich, vor der Umschulung einen Allergietest durchzuführen.

 

Kosten und Fördermöglichkeiten

Die betriebliche Umschulung wird mit einer monatlichen Vergütung entschädigt, welche je nach Umschulungsjahr zwischen ca. 500 und 850 Euro beträgt. Weitere Fördermöglichkeiten existieren in Form der Berufsausbildungsbeihilfe bzw. BAB. Die Umschüler dürfen für den Erhalt der BAB nicht mehr im Elternhaushalt sowie gemeinsam mit einem Partner mit einem hohen Verdienst leben.

 

Tipps zur Bewerbung

Bei der Bewerbung für eine Umschulung zur Reinigungsfachkraft sollten stets relevante Vorkenntnisse und Berufsqualifikationen angeführt werden. Diese können beispielsweise jahrelange Erfahrung als Reinigungskraft, aber auch als Pflegekraft im eigenen Haushalt sein. Zusätzlich sollte die körperliche Belastbarkeit und Fitness sowie ein gutes Zeitmanagement hervorgerufen werden, da dies ausschlaggebende Qualifikationen für den Beruf sind.

 

Anbieter der Umschulung zur Reinigungsfachkraft

Möchten Interessenten eine Umschulung zur Reinigungsfachkraft durchführen, müssen sie sich lediglich an einen Gebäudereinigungsbetrieb in ihrer Umgebung wenden. Somit existieren keine spezifischen Anbieter für die Umschulung. Passende Betriebe können über unter anderem über das Internet oder Zeitungsinserate ausfindig gemacht werden. Um die notwendigen theoretischen Kenntnisse zu erlangen, ist zudem ein Ansuchen an der nächstgelegenen Berufsschule notwendig.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Da es sich beim der Reinigungsfachkraft um einen körperlich aktiven Beruf handelt, existieren keine eigenen Fernstudiengänge. Allerdings besteht die Möglichkeit, einen Abschluss als Fachwirt bzw. Fachwirtin im Bereich Reinigungs- und Hygienebereich zu erlangen. Dieser findet allerdings häufig in Form von Blocklehrgängen statt, wodurch das Angebot an Fernlehrgängen nur gering ist. Alternativ bietet sich der Meister bzw. die Meisterin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Städtereinigung mit IHK-Abschluss an.

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