Duale Umschulung: Was ist das und für wen kommt sie in Frage?

Eine duale Umschulung ist oft eine sehr effektive Art der Ausbildung.

Die duale oder auch betriebliche Umschulung ist durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis gekennzeichnet. Der Umzuschulende arbeitet in einem Ausbildungsbetrieb und bekommt zusätzlich eine Theorieausbildung in einer Berufsschule oder einer ähnlichen Bildungseinrichtung. Damit entspricht die duale Umschulung in etwa der klassischen Berufsausbildung.

Eine typische Form ist zum Beispiel, dass 3 Tage in der Woche im Unternehmen gearbeitet und 2 Tage lang die Berufsschule besucht wird. Der Besuch der Berufsschule ist allerdings nicht verpflichtend, anzuraten ist er dennoch. Es versteht sich von selbst, dass diese Art der Umschulung vor allem bei praktisch orientierten Berufen, oft aus dem traditionellen Handwerk, zur Anwendung kommt.

Der oder die Umzuschulende wird dabei meist durch den Betrieb entlohnt. Das hat den Vorteil, dass diese Form der Umschulung auch in Eigenverantwortlichkeit ohne Vermittlung durch das Arbeitsamt ablaufen kann. Allerdings sind die Löhne meist auf Auszubildendenniveau und für jemanden, der bereits im Berufsleben gestanden hat, in der Regel zu niedrig. Zusätzliche Förderungen durch das Arbeitsamt oder die Rentenkasse können jedoch beantragt werden. Kommt der Betrieb nicht für die Kosten auf, so übernimmt idealerweise das Arbeitsamt die kompletten Umschulungskosten. Unter Umständen können auch die gesetzliche Unfallversicherung, die Rentenversicherung oder private Versicherungen für die Umschulungskosten aufkommen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der bisherige Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeführt werden kann. Langfristig ist nämlich die Finanzierung einer Umschulung für Versicherungsgesellschaften und Staat günstiger, als dem Betreffenden eine lebenslange Rente auszahlen zu müssen.

 

Finanzierung durch die Arbeitsagentur

Die Finanzierung über das Arbeitsamt verläuft über einen sogenannten Bildungsgutschein. Allerdings kann eine Ausstellung desselben nur erfolgen, wenn das Budget der entsprechenden Geschäftsstelle es erlaubt. Auf die Ausstellung des Gutscheins und somit die Finanzierung der Umschulung besteht daher kein Rechtsanspruch. Im äußersten Fall können Sie jedoch versuchen, ihren Wohnort in den Geltungsbereich einer anderen Geschäftsstelle zu verlegen und es dann dort noch einmal versuchen.

 

Die Dauer einer dualen Umschulung kann sehr stark variieren

Besitzt der Umzuschulende bereits Berufserfahrung und findet die Umschulung in einer Branche statt, die mit dem zuvor ausgeübten Beruf eng verwandt ist, so kann im Idealfall eine Umschulung auch schon nach neun Monaten abgeschlossen sein. Betritt der Umzuschulende dagegen völliges Neuland, so entspricht die Dauer der Umschulung meist der Dauer einer kompletten Ausbildung oder sie ist nur unwesentlich kürzer, kann also zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.

 

Schulische Umschulung

In Abgrenzung zur betrieblichen Umschulung gibt es noch die rein schulische Umschulung. Hier wird das Hauptaugenmerk auf die Theorievermittlung gelegt, praktische Erfahrung wird dann in diversen Betriebspraktika gesammelt. Weitere Informationen gibt es in Kapitel 3 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Zum Thema Finanzierung gibt es Informationen in den Sozialgesetzbüchern 6.