Umschulung im Bereich Logistik und Logistikmanagement

Waren von A nach B zu bringen ist eine der Hauptaufgaben in der Logistik. © thomaslerchphoto - Fotolia.com
Waren von A nach B zu bringen ist eine der Hauptaufgaben in der Logistik. © thomaslerchphoto – Fotolia.com

Was machen Logistiker nach ihrer Umschulung? Eine international vernetzte Weltwirtschaft verlangt nach Fachleuten, die die ungeheuren Warenflüsse bewegen und steuern. Die Aufgaben der Logistikunternehmen wuchsen in den letzten Jahrzehnten weit über das Transport- und Lagereigeschäft hinaus. Sie entwickelten sich zu globalen Dienstleistern, die nicht nur die Weltwirtschaft in Gang halten, sondern auch die Versorgung der Menschen mit allen wichtigen wie weniger wichtigen Gütern sicherstellen.

Logistik ist die Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle von Warenflüssen. Logistiker arbeiten auf allen Ebenen der Produktion von Waren, der Verteilung von Waren und ihrer Lagerung. Logistiker arbeiten in allen Unternehmen, die Waren herstellen, sie vertreiben oder dies in fremden Auftrag durchführen. Dazu gehören je nach Aufgabenstellung zahllose weitere Aufgaben wie die Erstellung der Frachtbriefe, Abwicklung der Verzollung, die Beachtung von Gefahrgutvorschriften und die Umverpackung von Importgütern nach nationalen Richtlinien. Logistiker/innen erstellen Angebote für Transportdienstleistungen, bearbeiten Schadensmeldungen und halten weltweite Kundenkontakte und die mit Partnerunternehmen.

Logistiker arbeiten nach einer Umschulung mit allen Frachtführern zu Lande, in der Luft und auf dem Wasser zusammen. Dies setzt Kenntnisse über die unterschiedlichen Möglichkeiten, Güter zu bewegen, voraus und fordert organisatorisches Geschick.

Der Ausbildungshintergrund der in der Logistik Beschäftigten reicht von der angelernten Hilfskraft bis zum hoch qualifizierten Akademiker. Die klassischen Berufsbilder, die in einer Umschulung angestrebt werden können, sind

  • der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen (IHK),
  • die Fachkraft für Lagerlogistik (IHK),
  • und weitere Ausbildungsgänge die mit Ausbilderzertifikaten abgeschlossen werden.

 

Eine Besonderheit der Logistik ist, dass es für viele Tätigkeiten Zugangsvoraussetzungen gibt, die außerhalb der typischen Berufsausbildung angesiedelt sind. Als Beispiel sei hier der Lademeister auf Flughäfen genannt, der die Beladung von Flugzeugen verantwortlich organisiert und eine Gruppe von Mitarbeitern führt. Die Ausbildung wird von den Firmen organisiert, die die Bodenabfertigung durchführen. Lademeister erzielen Gehälter über 3.000 Euro/Monat.

 

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Welche Zukunftsaussichten habe ich als Logistiker/in bzw. im Logistikmanagement?

Die Logistikbranche hat sich in der Vergangenheit überdurchschnittlich entwickelt. Für einsatzwillige und verantwortungsbewusste Neueinsteiger sind auch weiterhin überdurchschnittliche Entwicklungschancen zu erwarten. Die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen werden als besser als im Durchschnitt beurteilt.

 

Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es?

Grundsätzlich sollte eine abgeschlossene Schulbildung vorhanden sein. Logistikunternehmen stellen für eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen bevorzugt Bewerber mit Mittlerer Reife oder Abitur ein. Gerne gesehen wird auch der Abschluss einer wirtschaftsorientierten Fachschule oder der Nachweis von Sprachkenntnissen wie Spanisch, Französisch, Arabisch und Chinesisch. Ausbaufähige Grundkenntnisse in der englischen Sprache gelten als selbstverständlich.

Für eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik sollten gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift vorhanden sein. Absolute Voraussetzung für den Beruf sind organisatorisches Denkvermögen und eine ausgeprägte Ordnungsliebe. Teamfähigkeit und Pflichtbewusstsein werden erwartet.

 

Welche Inhalte erwarten mich bei der Umschulung?

Für die Logistikberufsausbildungen und -umschulungen gibt es Rahmenlehrpläne, die für die Anmeldung zur IHK-Prüfung verbindlich sind.

  • Lagerlogistik
  • Logistikdienstleistungen
  • Außenhandel, Export und Import
  • LKW-Sammelgutverkehr
  • Luftverkehr, Seeschifffahrt, Eisenbahn und kombinierter Verkehr
  • Binnenschifffahrt/multimodaler Transport
  • Frachtführer national und international
  • Spedition organisieren, Fahrzeugeinsatz und Kostenrechnung
  • Organisation, Geschäftsprozesse, Projekt- und Qualitätsmanagement
  • Grundlagen der Informationstechnik, Computernutzung und Betriebssystemfunktionen
  • Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentation
  • Informations- und Kommunikationsnetze
  • Kaufmännisches Rechnen mit Grundlagen der Mathematik
  • Buchführung Grundwissen
  • Einführung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre
  • Beschaffung, Produktions- und Absatzwirtschaft
  • Theoretische Grundlagen der Personalwirtschaft
  • Versicherung und Haftung
  • Gefahr und Umwelt
  • Englisch für Wirtschaft und Handel

 

Der Rahmenplan für die Fachkraft für Lagerlogistik enthält folgende Lehrinhalte:

  • Lagerung von Gütern, Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation,
  • logistische Prozesse, qualitätssichernde Maßnahmen, Einsatz von
  • Arbeitsmitteln, Annahme von Gütern, Kommissionierung, Versand von Gütern, Kommissionierung, Volumenberechnung.

 

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Es handelt sich sowohl bei der Fachkraft für Lagerlogistik wie beim Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistungen um klassische duale Ausbildungen, was auch bei Umschulungen berücksichtigt werden muss. Stimmt die Arbeitsagentur/das Jobcenter einer Umschulung zu, so kann die Umschulung, wenn sie durch einen Bildungsträger erfolgt, durch einen Bildungsgutschein gefördert werden und Arbeitslosengeld, bzw. Hilfe zum Lebensunterhalt für die Ausbildungsdauer gezahlt werden.

Vereinzelt bieten auch Unternehmen für jüngere Bewerber eine Umschulung an und zahlen für die Zeit der Ausbildung eine Vergütung.

Die Förderung durch die Rentenversicherung erfolgt im Regelfall aus gesundheitlichen Gründen. Beim Berufsbild Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistungen kann eine solche Umschulung sinnvoll sein. Bei der Fachkraft für Lagerlogistik sind physische Arbeiten Teil des Berufsbilds, eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen wird nur in seltenen Fällen erwogen werden.

In der Logistikwirtschaft gibt es oft regionale, stark spezifizierte Angebote, über die die örtliche Arbeitsagentur Auskunft geben kann. So fördert der Europäische Sozialfonds ESF zahlreiche Projekte, bei denen auch Bewerber eine Chance haben, einen zertifizierten Beruf zu erlernen, die der erste Arbeitsmarkt nicht aufnimmt und die die Arbeitsverwaltung für eine Umschulung zunächst nicht berücksichtigt hat.

 

Kann ich die Umschulung auch berufsbegleitend in Teilzeit oder per Abendschule machen?

Generell dauert eine Umschulung mit dem Ziel IHK-Prüfung sowohl für den Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen wie für die Fachkraft für Lagerlogistik 24 Monate in Vollzeit. Für die, die ohne Berufsabschluss bereits im Beruf arbeiten, gibt es die Möglichkeit, berufsbegleitend Kurse zu belegen, die auf die IHK-Prüfung vorbereiten. Die IHK´s führen – nicht für alle Berufsbilder regelmäßig – für diesen Personenkreis sogenannte Externenprüfungen durch. Die jeweilige IHK kann Auskunft geben und Unterstützung anbieten.

Vorbereitungskurse auf die Externenprüfung auf E-Learning-Basis führt mehrere Bildungsträger regelmäßig durch. Diese Kurse sind grundsätzlich förderfähig.

 

ComCave College® GmbH

Technologiepark, Hauert 1
44227 Dortmund

Tel.: (+49) 231 72526-0
Fax: (+49) 231 72526-22

E-Mail: kontakt@comcave.de
Website: www.comcave.de

 

DEKRA Akademie GmbH

DEKRA Qualification GmbH
Handwerkstraße 15
70565 Stuttgart
Telefon: +49.711.7861-0
Telefax: +49.711.7861-2655
E-Mail: service.akademie@dekra.com
Web: www.dekra-akademie.de

 

Einige Fernlehrinstitute bieten Fernlehrkurse an, die nicht mit einer förderungsfähigen Umschulung zu vergleichen sind. Die Teilnahme wird mit einem Zertifikat der Fernschule bestätigt. Die Lehrgangsdauer reicht von 8-18 Monaten bei nicht vergleichbaren Inhalten und Kosten.

 

Wie viel kostet die Umschulung?

Bei einer Förderung der Umschulung durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter entstehen keine Kosten für die Umschulung. Wer keine Förderung durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter erhält, sollte sich zunächst mit dem Bildungsträger in Verbindung setzen, der eine solche Maßnahme in seiner Nähe durchführt. Diese kennen alle Förderwege und Finanzierungsmöglichkeiten. Ohne jede Förderung muss man mit ca. 2.000 Euro für die komplette Schulungsmaßnahme rechnen.

 

Was muss ich bei der Bewerbung für die Umschulung beachten?

Die Wahl zwischen den beiden Berufsbildern Fachkraft für Lagerlogistik und Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen sollte nach einer sorgfältigen Selbsterkundung getroffen werden. Die Arbeitsabläufe in einem Lager sind vorgegeben und wiederkehrend, die am Schreibtisch eines Speditionskaufmanns erfordern größte Flexibilität und Stressresistenz. Tipps zur Bewerbung finden Sie hier bei uns.

 

Wer bietet diese Umschulung an?

Die Umschulung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen war in den letzten Jahren stets gesucht. Daher gibt es bundesweit flächendeckend Umschulungsangebote.

WBS TRAINING AG

Lorenzweg 5
12099 Berlin
Telefon 030 695450400
Fax 030 695450408
Email: kontakt@wbstraining.de
kostenlose Beratung 0800 – 927 927 9

 

Umschulung – Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung (IHK) mit integrierter Übungsfirma sowie SAP®-Anwenderzertifikat

DEKRA Akademie GmbH

DEKRA Qualification GmbH
Handwerkstraße 15
70565 Stuttgart
Telefon: +49.711.7861-0
Telefax: +49.711.7861-2655
E-Mail: service.akademie@dekra.com
Internet: www.dekra-akademie.de

 

Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung (IHK) – Umschulung

 

IBB Institut für Berufliche Bildung AG

Bebelstraße 40
21614 Buxtehude
Telefon 04161 5165-0
Fax 04161 5165-99
E-Mail: info@ibb.com

 

Kaufmann – Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen – Umschulung (IHK) für Arbeitssuchende

 

Umschulung per Fernstudium – wie geht das?

Wer anstelle der IHK-Berufsbilder einen akademischen Abschluss anstrebt, steht im Berufsfeld Logistik vor der schwierigen Wahl des individuell geeigneten Fernstudiums. Die Studiengänge unterscheiden sich in den Schwerpunkten erheblich. Generell muss man davon ausgehen, dass im operativen Geschäft der Logistikunternehmen die Karrierechancen eines Kaufmanns/einer Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen mit Berufserfahrung, Fremdsprachenkenntnissen, einer Aufstiegsfortbildung und Auslandaufenthalt nicht schlechter sind als die des jungen Akademikers.

Fernstudien dauern zwischen 36 und 48 Monate und kosten ca. 8.000 – 12.000 Euro.

Euro-FH

University of Applied Sciences
Doberaner Weg 20
22143 Hamburg

Telefon 040 / 675 70 – 0
Telefax 040 / 675 70 – 710
Email: studienberatung@ euro-fh.de
Internet: http:⁄⁄www.euro-fh.de

 

Bachelor Betriebswirtschaftslehre online Wahlschwerpunkt Logistik und Supply Chain Management

EHV Fernstudium und Weiterbildung GmbH

Alter Holzhafen 17c
23966 Wismar

 

Bachelor Wirtschaft (B.A.) Zusatz Logistik

Wilhelm Büchner Hochschule

Hochschule für Berufstätige Darmstadt GmbH
Telefon: 06151 3842-404
Telefax: 06151 3842-401
E-Mail: beratung(at)wb-fernstudium.de
Internet: www.wb-fernstudium.de

 

Wirtschaftsingenieurwesen Logistik Bachelor of Engineering

Hochschule Koblenz

Konrad-Zuse-Straße 1
D-56075 Koblenz

Telefon: +49 261 9528-0
Telefax : +49 261 9528-567
Internet: http://www.hs-koblenz.de

 

Logistik und E-Business B. A.

Fraunhofer Academy

Hansastraße 27 c
80686 München
Internet: www.academy.fraunhofer.de
E-Mail: academy(at)fraunhofer.de

 

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

Zur/zum Logistiker/in als Quereinsteiger – Tipps

Die Logistikbranche ist unendlich vielfältig und berührt nicht nur alle anderen Wirtschaftszweige, sondern praktisch jedermann, da jeder von uns schon einmal einen Brief erhalten und abgesandt hat. Natürlich sind die beiden Schlüsselqualifikationen der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen und die Fachkraft für Lagerlogistik.
Aber nicht wenige, die heute verantwortlich im Lager tätig sind, haben ihre Laufbahn als LKW-Fahrer begonnen. Vielerorts kommissionieren Lieferfahrer ihre Ladung selbst. So mancher Lagerverwalter hat seinen beruflichen Aufstieg weg der ungelernten Hilfskraft mit dem Erwerb des Staplerscheins begonnen. In keiner Branche fällt der Quereinstieg so leicht. Ein Führerschein und Einsatzwille genügen für den Einstieg als Lieferfahrer. Zuverlässigkeit und Weiterbildungsbereitschaft ermöglichen Tätigkeiten als Disponent und schließlich als Schichtleiter oder verantwortlicher Lagerist.

Typisch für die moderne Logistik sind Sonderqualifikationen, die man aus gänzlich anderen Berufen anstreben kann. Der bereits erwähnte Lademeister für Flugzeuge ist das Paradebeispiel, aber es gibt vergleichbare Positionen auch für Schiffe. Ein LKW-Führerschein kann als Grundlage eine Tätigkeit als Projektleiter Schwertransporte dienen. Aber auch Generalistenkarrieren sind möglich: Ein Bachelor der Sinologie, der als Student in einer Spedition jobbte, ist heute Regionaldirektor einer der größten Speditionen der Welt für China.

Die Möglichkeiten für Quereinsteiger sind in der Logistik unbegrenzt, nur abhängig vom ständigen Leistungs- und Fortbildungswillen.

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