Der Bildungsgutschein – Alles Wissenswerte zur Förderung einer Umschulung

Vom Staat gibts Geld für Ihre Umschulung oder Weiterbildung.

Weiterbildungen, Umschulungen und Fortbildungsseminare sind beliebt auf dem deutschen Arbeitsmarkt, viele Arbeitnehmer absolvieren im Laufe ihres Berufslebens mindestens eine inner- oder außerbetriebliche Maßnahme. Dadurch erhoffen sie sich eine bessere Qualifikation für das bestehende Arbeitsverhältnis, den schnelleren Weg zur Beförderung oder schlichtweg eine Gehaltserhöhung. Die Kosten der Fortbildung können Arbeitnehmer in der Regel bequem von der Steuer absetzen.

Doch eine Umschulung oder Zweitausbildung wird nicht immer freiwillig aus dem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus umgesetzt, manchmal sind diese Maßnahmen auch notwendig, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen und sich besser für die Ansprüche des Jobmarkts vorzubereiten.

Dabei gewährt der Staat Unterstützung: Durch eine aktive Umschulungsförderung sollen potenzielle Arbeitnehmer wieder fit für den Beruf gemacht werden und sich – wenn notwendig – mit Hilfe einer Weiterbildung für andere Berufsfelder qualifizieren, um die Vermittlungschancen zu erhöhen. Diese Umschulungsförderung ist unter dem Namen “Bildungsgutschein” bekannt. Alles Wichtige zu dieser Förderung erfahren Sie in den folgenden Absätzen.

 

Die Voraussetzungen für die Umschulung per Bildungsgutschein

Wer die staatliche Förderung seiner Weiterbildung erhalten möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen:

 

Beratung durch das Arbeitsamt

Generell muss ein Vorgespräch mit der zuständigen Zentrale der Bundesagentur für Arbeit geführt werden. In diesem werden die Rahmenbedingungen, die Höhe der Förderung sowie der vermutliche Nutzen der Zweitausbildung analysiert.

 

Staatliche Zulassung der Weiterbildungsstelle

Es können generell nur Umschulungen gefördert werden, die für die Förderung durch staatliche Mittel zugelassen sind. Auch die Institution, bei der diese absolviert wird, muss über eine öffentliche Anerkennung verfügen, damit scheiden oft ausländische Einrichtungen ohne deutsche Zertifizierung aus. Prinzipiell gilt, dass durch die IHK zugelassene Institutionen förderungswürdig im Sinne des Gutscheins sind.
Beispiele für zugelassene Träger sind:

  • Bildungszentrum der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg
  • Profes – Gesellschaft für Bildung und Kommunikation mbH (Standorte: Landau, Germersheim)
  • IBB Institut für berufliche Bildung (Standorte: u. a. Hamburg, Berlin, München, Bielefeld, Frankfurt am Main)

 

Dringende Notwendigkeit der Umschulungsförderung/ Zweitausbildung

Eine Notwendigkeit für die Förderung Einzelner durch Mittel des Staats für Weiterbildungen besteht nur, wenn diese eine drohende Arbeitslosigkeit abwenden oder sogar eine bestehende Arbeitslosigkeit beheben können.

 

Ein bislang fehlender Berufsabschlusses wird nachgeholt

Eine weitere Voraussetzung, unter der der Gutschein beantragt und bewilligt werden kann, ist, dass der Antragsteller oder die Antragstellerin bisher über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Eine solche Berufsausbildung ist in Augen der Bundesagentur für Arbeit notwendig, um den eigenen Lebensunterhalt sichern zu können und dem Arbeitsmarkt chancenreich gegenüber zu stehen. Somit kann der Gutschein für Weiter- oder Zweitausbildung auch beantragt werden, wenn bisher keine beruflichen (akademischen) Abschlüsse erworben worden sind.

 

Wie wird die Notwendigkeit einer Weiterbildungsmaßnahme geprüft?

Die zuständigen und dafür geschulten Mitarbeiter des Jobcenters prüfen für jeden Antrag auf eine Bildungsförderung durch den Staat die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Sie analysieren zum Beispiel die Arbeitslosenzahlen und Auslastungsquote in der Branche, in der der Antragsteller bisher tätig ist oder war, und vergleichen diese mit den Zahlen der Zielbranche.

Wichtig ist für die Mitarbeiter des Jobcenters die positive Beantwortung folgende Fragen:

  • Ist die beantragte Weiterbildung notwendig für eine Eingliederung auf den Arbeitsmarkt?
  • Kann eine Weiterbildung einen drohenden Verlust des Arbeitsplatzes mit relativ guten Chancen auf Erfolg abwenden?
  • Handelt es sich bei dem Zielberuf um eine Branche, die stark nachgefragt ist und die aktuell Neueinstellungen vornimmt?
  • Könnte der angestrebte Arbeitsplatz auch ohne Umschulungen oder Weiterbildungsmaßnahmen von dem Antragssteller besetzt werden?

 

Genauere Informationen von der Bundesagentur für Arbeit zu den Voraussetzungen für eine Förderung gibt es hier.

 

Die Beantragung des Bildungsgutscheins beim Arbeitsamt

1. Als Erstes sollte der zuständige Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit über den Wunsch nach einer beruflichen Fort- oder Zweitausbildung informiert werden. Im Anschluss an diese Mitteilung prüft das Amt dann – wie oben beschrieben – ob die Voraussetzungen für die Beantragung des Gutscheins erfüllt sind. Sollte dies zutreffen, ergeht eine positive Mitteilung an die jeweilige Person.

2. Der Gutschein muss persönlich beim zuständigen Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit oder des örtlichen Jobcenters beantragt werden. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig einen Termin auszumachen, das geht entweder über die Telefonnummer 0800 4 555500 oder das Kontaktformular auf der Homepage der Agentur. Normalerweise wird ein Termin innerhalb der nächsten 4 Wochen gewährt.
Wichtig ist es hierbei zu wissen, dass es sich um keine Grundleistung mit allgemeinem Anspruch handelt, es ist im Gegenteil eine freiwillige Leistung des Staats (auch Kann-Leistung genannt). Somit kann bei einem abschlägigen Bescheid für einen Antrag auf Bildungsförderung kein gesetzlicher Anspruch geltend gemacht werden.

3. Bei dem persönlichen Gespräch erfragt der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur die Gründe für den Wunsch nach der beruflichen Weiterbildung sowie alle bisher abgeschlossenen Ausbildungen und den höchsten bisher erreichten Schulabschluss.
Wichtig ist eine überzeugende und fundierte Präsentation des eigenen Wunsches nach der Bildungsförderung durch den Gutschein, denn nur wer überzeugend auftritt und glaubhaft versichern kann, dass er die Ausbildungsmaßnahme auch erfolgreich zu Ende führen kann, hat gute Chancen auf finanzielle Förderung durch staatliche Mittel.

Folgende Unterlagen sollten zu dem Gespräch mitgebracht werden:

    • bisherige Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse
    • Informationen zu der gewünschten Fortbildung und zum Träger, der diese ausrichtet
    • Nachweise der bisherigen Bewerbungsbemühungen (diese sind besonders wichtig um den Sachbearbeitern zu demonstrieren, dass bisher kein Erfolg mit der eigenen Qualifikation bei Bewerbungen erzielt werden konnte und daher eine Fortbildung für notwendig erachtet wird)
    • Studien oder andere Informationen zu dem gewünschten Beruf, in dem nach der Umschulung das Beschäftigungsverhältnis ausgeübt werden soll. Beweisen die mitgebrachten Informationen erhöhte Einstellungschancen, steigt die Aussicht auf Gewährung des Bildungsgutscheins. Empfehlenswert ist zum Beispiel das Mitbringen von Stellenangeboten, die in der jeweiligen Branche aktuell noch offen sind. Umso höher diese Anzahl ausfällt, umso glaubwürdiger ist die Nachfrage am Arbeitsmarkt.

 

4.Wenn das Gespräch einen positiven Ausgang genommen hat und der Mitarbeiter der Arbeitsagentur bezüglich der Notwendigkeit einer Weiter- oder Zweitausbildung übereinstimmt, kann nun der Antrag für den Gutschein schriftlich gestellt werden. Die Schriftlichkeit ist unbedingt notwendig, eine mündliche Bewilligung der Förderung im Gespräch mit dem Berater oder der Beraterin ist nicht ausreichend.Nach der offiziellen schriftlichen Genehmigung des Gutscheins gilt eine Frist von drei Monaten. Innerhalb dieser muss die angestrebte Maßnahme begonnen werden, da sonst nach Ablauf dieser Frist die Zahlungsgarantie des Arbeitsamtes verfällt und somit die Kosten nicht mehr gedeckt werden.

 

Das Gehalt während einer der staatlich geförderten Umschulungen

Während einer Zweitausbildung oder ähnlichem leistet man in der Regel keine lohnpflichtige Tätigkeit ab, ergo erhält man auch kein Gehalt von einem Unternehmen. In diesem Falle greift gemeinhin das Prinzip der Solidargemeinschaft: Die Bundesagentur für Arbeit prüft die aktuelle Situation des oder der Betroffenen. Wenn der Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln nicht mehr bestritten werden kann, leistet das Jobcenter einstweilen finanzielle Unterstützung durch Arbeitslosengeld II oder Hartz IV.

Nimmt eine arbeitslose Person an Weiterbildungen teil, die nicht vom Träger anerkannt sind oder deren Einrichtung über keine staatliche Akkreditierung verfügt, besteht kein Anspruch auf die Ausstellung des unterstützenden Gutscheins. Trotzdem wird – bei gleich gebliebenem Bedarf – das Arbeitslosengeld II beziehungsweise Hartz IV weitergezahlt. Der Leistungsempfänger muss jedoch bereit sein, im Falle eines ernsthaften Jobangebots oder einer erfolgreichen Vermittlung durch die Arbeitsagentur die laufende Weiterbildung abzubrechen und sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.

Bei der Gewährung des Bildungsgutscheins sind Fortbildungsart und deren Träger anerkannt. Daher handelt es sich um eine Weiterbildung im Sinne der Wiedereingliederung in die Arbeitswelt, während dieser müssen die notwendigen Ausgaben für den Lebensunterhalt wie z. B. Miete, Strom, Lebensmittel etc. weiterhin gesichert sein. Deswegen übernimmt die Bundesagentur für Arbeit nicht nur die erforderlichen Kosten für die genehmigte Umschulungsförderung, sondern zahlt gleichzeitig auch weiterhin die Leistungen für arbeitslose Personen.

Ändert sich jedoch die finanzielle Situation oder wird im Rahmen der Ausbildung Geld dazuverdient, muss das unverzüglich dem zuständigen Betreuer gemeldet werden. Falls das nicht geschieht, handelt es sich um eine Zuwiderhandlung, die finanzielle Sanktionen (Reduzierung des Regelsatzes) zur Folge haben kann.

 

Schwangerschaft während der Förderung durch den Bildungsgutschein

Sollte eine Schwangerschaft zu Beginn oder im Verlauf der Fortbildungsmaßnahme eintreten, ändert sich die Sachlage grundlegend. In Deutschland gilt: Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt der Mutterschutz. Ab diesem Zeitpunkt ist es also in jedem Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis möglich zu pausieren und sich auf die Geburt vorzubereiten. Gleichzeitig gilt: Schwangere haben ein gesetzliches Recht auf den pränatalen Mutterschutz, können in der Phase vor der Geburt jedoch noch selbst entscheiden, ob sie etwa die Berufsausbildung fortsetzen möchten. Nach der Geburt jedoch gilt für acht Wochen ein absolutes Beschäftigungsverbot, auch wenn die Mutter theoretisch früher zurückkehren wollte.

Diese Maßstäbe gelten im gleichen Umfang für eine Bildungsmaßnahme, die per Gutschein von der Bundesagentur für Arbeit gefördert wird. Es handelt sich bei einer Schwangerschaft – ebenso wie bei einer schweren Krankheit oder langwierigen Operation – nicht um eine eigenwillige Unterbrechung der Bildungsmaßnahme, deswegen tritt nach der Geburt keine sogenannte Sperrfrist ein. Nach dem Mutterschutz nach der Geburt und einer eventuellen Elternzeit (die bis zu zwei Jahre pro Kind in Anspruch genommen werden kann) haben Mütter also die Möglichkeit, erneut an einer geförderten Maßnahme zur Weiterbildung teilzunehmen.

Dann jedoch muss diese Maßnahme erneut beantragt werden und alle finanziellen Verhältnisse müssen aufs Neue von den zuständigen Betreuern des Jobcenters überprüft werden. Nach der erfolgreichen Bewilligung des Antrags – der wieder schriftlich erfolgen muss – kann die gleiche oder eine ähnliche Weiterbildung fortgesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass immer auch die Ausbildungseinteilung und die Vorgaben der Einrichtung bzw. des Trägers beachtet werden müssen. Manche Angebote können nur einmal pro Jahr begonnen werden, andere haben mehrere zeitliche Einstiegsmöglichkeiten.

 

Das Nichtbestehen einer Prüfung während der Förderung durch den Bildungsgutschein

Sollten im Verlauf oder am Ende einer Weiterbildungsmaßnahme Prüfungen nicht bestanden werden, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Wiederholung der Prüfung innerhalb kurzer Zeit (bis zu 4 Wochen)
Handelt es sich um regelmäßig angebotene Maßnahmen oder Weiterbildungen größerer Träger, ist manchmal eine Nachprüfung innerhalb der nächsten Wochen nach dem Erhalt des Ergebnisses möglich. Sind die Prüfungen mit einer Gebühr belegt, muss diese möglicherweise noch einmal entrichtet werden, manche Träger bieten zur Verbesserung des Wissens für die Wiederholungsprüfungen auch extra Kurse an, dies muss bei der Einrichtung selbst erfragt werden.

2. Mittelfristige Wiederholung der Prüfung (bis zu 6 Monate)
Weiterbildungsmaßnahmen, die von der IHK ausgerichtet werden und deren Prüfungen ebenfalls von der IHK gestellt werden, verfügen meistens über keinen zeitnahen Wiederholungstermin. Oft finden Zweitprüfungen alle 6 Monate statt, für eine solche Wiederholung müssen die Prüfungsgebühren in der Regel noch einmal an die Handelskammer entrichtet werden.

Durch eine Zweitprüfung verlängert sich die Dauer der Bildungsmaßnahme, die auf dem Gutschein genau angegeben ist. Deswegen ist eine sofortige Abstimmung mit dem zuständigen Betreuer von der Arbeitsagentur notwendig. Dieser prüft den Sachverhalt und klärt gegebenenfalls die neuen Fristen mit dem Bildungsträger ab. Dann wird entschieden, ob die Prüfung wiederholt werden kann, in der Regel wird jedoch eine zweite Chance auf den erfolgreichen Abschluss ermöglicht.

 

Der Abbruch einer durch den Gutschein geförderten Maßnahme

Als Abbruch gilt, wenn der Gutschein eingelöst wurde, die Maßnahme dann aber ohne Abschluss beendet wird, ohne dass triftige Gründe auf Seiten des Arbeitnehmers vorliegen. Diese wären beispielsweise Schwangerschaft, attestierte Krankheit, Operationsfolgen, familiäre Gründe, etc.

Ein “freiwilliger Abbruch” wird von der Arbeitsagentur als Verweigerung gegenüber einer Bildungsmaßnahme betrachtet, die die letztendliche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt als Ziel hat (§ 138 Abs. 5 Nr. 4 SGB III). Sollte die abbrechende Person daher keine triftigen Gründe innerhalb kurzer Zeit nachweisen können, kann das Jobcenter eine Prüfung des Falls und möglicher Sanktionen vornehmen. Da es sich bei dem Gutschein um einen rechtsgültigen Vertrag handelt, der mit dem Beginn der Maßnahme in Kraft tritt, sind in den Belehrungen der Arbeitsagentur bezüglich der Weiterbildungsmaßnahme mögliche Ersatzansprüche festgehalten. Generell gilt: Ein maximaler Anteil von 30 % kann unter Umständen vom staatlichen Träger zurückgefordert werden, wenn die geförderte Weiterbildung grundlos abgebrochen wird oder sich zu viele Fehlzeiten anhäufen.

Ebenfalls kann eine sogenannte Sperrfrist verhängt werden: Durch diese hat eine Person vorerst keine Möglichkeit mehr, einen Gutschein für staatliche Umschulungsförderung zu beantragen. Die Sperrfrist kann unterschiedlich ausfallen und beträgt beim ersten Abbruch meist zwischen 6 und 12 Monaten. Danach kann jedoch wieder ein neuer Gutschein für Weiterbildung beantragt werden, das erfordert die erneute Prüfung aller oben genannten Sachverhalte.

 

Die beliebtesten Umschulungen und Ausbildungen

Seit seiner Einführung wurde der Gutschein bereits häufig in Anspruch genommen. Dabei zeichneten sich drei Ausbildungen ab, die besonders oft durchgeführt wurden: Erzieher, Fotograf und Physiotherapeut. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Informationen zu diesen Berufen (Voraussetzungen, Dauer, etc.) komprimiert zusammengefasst.

Die Weiterbildung zum Erzieher

Durch eine Weiterbildung zum Erzieher bekommen die Anspruchsnehmer des Gutscheins eine fundierte Grundausbildung im pädagogischen Bereich zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Die Zukunftsaussichten scheinen dabei glänzend, ist doch in der Bundesrepublik ein flächendeckender Ausbau der Kitas und Kindergärten in den nächsten Jahren geplant. Grundinhalte der Weiterbildung sind Sozialpädagogik, Frühförderung, rechtliche Betreuungsgrundlage sowie Psychologie und Kommunikation.

Der Beruf:
Die Tätigkeit als Erzieher ist anspruchsvoll: Die Aufgabe, täglich mehrere Kinder zu betreuen, ist keine leichte und bedarf außer der notwendigen pädagogischen Bildung auch einiger Charakterstärken:

  • Belastbarkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Multi-Tasking-Fähigkeit
  • Bereitschaft zur Mehrarbeit
  • Organisationstalent

 

Die Dauer:
Bei wenigen anderen Berufen ist die Dauer für die Maßnahme so unterschiedlich wie bei Erziehern. Je nach Anbieter nimmt sie 2 bis 4 Jahre in Anspruch, darin enthalten sind die theoretischen Phasen an einer Berufsfachschule sowie die notwendige Praxiserfahrung durch mehrere Praktika. Ein einjähriges Berufspraktikum schließt sich an den Theorieteil an, dieses kann bei ausreichenden Vorkenntnissen jedoch verkürzt werden.
Voraussetzung für eine Erzieher-Umschulung ist ein mittlerer Bildungsabschluss sowie ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis.

Das Gehalt:
Auch wenn Erzieher einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft – insbesondere der Kinder – leisten, ist das Gehalt nicht immer hoch beziehungsweise angemessen. Gemeinhin gilt: Erzieher, die im öffentlichen Dienst angestellt sind, verdienen besser und werden in die Tarifgruppen des öffentlichen Dienstes eingeteilt. Der Einstieg erfolgt meist in die Stufe 8a, dort ist ein Gehalt von 2578,- € brutto pro Monat vorgesehen. Während der Weiterbildung an sich wird kein Gehalt gezahlt, da sie sich aus Theorie und Praktika zusammensetzt, die Arbeitsagentur übernimmt jedoch im Rahmen des Bildungsgutscheins die Lebenshaltungskosten, Fahrkosten, etc.

Arbeitnehmer bei privaten Einrichtungen, wie z.B. kirchliche Träger oder Privat-Kindergärten, verdienen besonders am Anfang weniger, es sind etwa 2100,- bis 2400,- € brutto monatlich. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt schrittweise an. Weitere Informationen zur Umschulung zum Erzieher finden Sie hier.

 

Die Weiterbildung zum Fotografen

Kreativität, ein Auge für Bilder, Portraits, Landschaften und Co, Präzision, Geduld und vor allem eine große Bereitschaft Neues zu erlernen – der Beruf des Fotografen verlangt genau diese Eigenschaften. Dabei bietet er die Möglichkeit, jeden Tag neue Projekte zu verwirklichen und auf selbstständiger Basis zu arbeiten, ideal für alle, die nach einer Weiterbildung auf eigenen Beinen stehen möchten und das Angestelltenverhältnis scheuen.

Der Beruf:
Bei der Fotografie geht es jedoch nicht nur um ein Auge für Details und attraktive Kompositionen, sondern auch um Verständnis für die technische Ausrüstung und die gestalterischen Möglichkeiten, welche die professionelle Ausrüstung – inklusive elektronischer Geräte zur Nachbearbeitung – bietet. Fotografen haben ein breites Spektrum an Wahlmöglichkeiten, was ihr späteres Berufsfeld angeht. Von Hochzeiten über Firmenveranstaltungen bis hin zu Anstellungen bei Film und Fernsehen werden überall hochwertige Bilder benötigt. Auch in den Bereichen Produktfotografie oder Wissenschaftsfotografie können Fotografen Arbeit finden, denn in jeder Werbekampagne und jedem Magazin sollen die zu vertreibenden Produkte in möglichst vorteilhaftem Licht abgebildet werden.

Die Dauer:
Eine Weiterbildung zum Fotografen ist bei einem staatlich anerkannten Träger mittels des Bildungsgutscheins möglich. Sie dauert gemeinhin zwei Jahre, wenn in einer Erstausbildung bereits technische oder fotografische Kenntnisse vorliegen, kann diese unter Umständen verkürzt werden. Die Ausbildung beinhaltet sowohl theoretische Unterweisungen für das professionelle Equipment, den richtigen Aufbau, Miteinbezug der Umgebungsbedingungen, aber auch die richtige Nachbearbeitung, ohne die heute kaum noch Fotografien auskommen.

Das Gehalt:
Viele umgeschulte Fotografe arbeiten vor allem am Anfang selbstständig, einige finden anschließend im Lauf ihres Berufslebens mit Hilfe von Projekten Festanstellungen. Durch die hohe Quote an Selbstständigen ist es jedoch schwer, ein Durchschnittsgehalt anzugeben, das Gehalt in den ersten Jahren liegt laut Statistiken zwischen 1.400,- und 1.800,- € brutto pro Monat. Weitere Informationen zur Umschulung zum Fotografen finden Sie hier.

 

Die Weiterbildung zum Physiotherapeuten

Physiotherapeuten erfüllen eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit: Die Betreuung von Patienten mit chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen nach Krankheit oder Unfällen sowie die Durchführung von Therapien und speziell abgestimmten Übungen erfordern profunde Fachkenntnis und Engagement. Im Laufe der Weiterbildung zum Physiotherapeuten erwerben die Anwärter viel Wissen, zum Beispiel in den folgenden Bereichen:

  • manuelle Therapie durch Massage
  • Lymphdrainage
  • Elektrotherapie
  • Beckenbodengymnastik
  • Bewegungsapparat des Menschen
  • Rehabilitation

 

Die gesamte Ausbildung wird vom sogenannten Masseur- und Physiotherapeutengesetz geregelt, dort sind die notwendigen Inhalte sowie das Verhältnis von Theorie- und Praxisphasen festgelegt.

Die Dauer:
Für eine Weiterbildung zum anerkannten Physiotherapeuten oder Physiotherapeutin muss eine dreijährige Maßnahme an einer anerkannten Berufsfachschule mit medizinischem Schwerpunkt absolviert werden. Es gibt zahlreiche anerkannte private und staatliche Einrichtungen, wichtig für die Nutzung des Gutscheins durch die Arbeitsagentur ist die Anerkennung der Maßnahme und der Institution.

Falls in früheren Tätigkeiten bereits Kenntnisse im Bereich Medizin, Sport, Gymnastik o.Ä. gesammelt wurden, können einige Module für die Ausbildung angerechnet werden. Vor allem für die verpflichtenden Praxisphasen können solche Vorbildungen nützlich sein. Die Kosten für die Weiterbildung zum Physiotherapeuten, die schnell einige Tausend Euro erreichen können, werden bei Anerkennung aller notwendigen Aspekte übernommen, ebenso wie die Lebenshaltungskosten im betreffenden Zeitraum.

Das Gehalt:
Physiotherapeuten werden mehr und mehr gebraucht, inzwischen sind sie in vielen Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Altenheimen, privaten Stiften oder Großpraxen tätig. Durch die umfassende Schulung im medizinischen Bereich sind Physiotherapeuten sogar in Fitness-Studios oder Wellness-Einrichtungen gern gesehene Arbeitnehmer. Viele wählen nach einigen Jahren der Berufserfahrung die Selbstständigkeit, hier kann das Gehalt deutlich verbessert werden.
Im Allgemeinen liegt das Einstiegsgehalt für Physiotherapeuten zwischen 1.600,- und 2.400,- € brutto pro Monat, je nach Arbeitgeber, Tarifgruppe und Region steigt dieses schnell an. Weitere Informationen zur Umschulung zum Physiotherapeuten finden Sie hier.

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