Seniorenbetreuer sind keine Pfleger – sie sind Alltagshelfer und -begleiter.

Ein/e Seniorenbetreuer/in fungiert als alltägliche Begleitung für ältere und behinderte Menschen. Sie werden auch Betreuungskraft oder Alltagsbegleiter genannt und betreuen unter anderem Senioren in privaten Haushalten oder im stationären Bereich. Dabei übernimmt der Seniorenbetreuer keine pflegerischen Maßnahmen. Vielmehr ist er eine Entlastung für die Angehörigen. Denn Seniorenbetreuer beschäftigen sich mit ihren Schützlingen. Es wird gemeinsam gemalt, gebastelt und sich unterhalten. Dabei bauen die Senioren und behinderten Menschen zu ihren Betreuern eine Bindung auf.

 

Seniorenbetreuer sorgen für eine Entlastung im Alltag ihrer Schützlinge. Sie helfen bei der Alltagsbewältigung und leisten einen wertvollen Beitrag. Gemeinsam mit den Senioren und behinderten Menschen wird gekocht, leichte Gartenarbeiten verrichtet, das Haustier gefüttert oder bei einem gemeinsamen Spaziergang über erlebte Abenteuer erzählt.

 

Als Seniorenbeteuer können auch gemeinsame Besuche von Veranstaltungen aller Art anstehen. Ob beim Gottesdienst, im Theater oder auf dem Friedhof, der Betreuer steht dem Senior unterstützend zur Seite. Insgesamt gibt der Seniorenbetreuer dem Betreuten Halt und Orientierung. Bei Ängsten, Wünschen oder Erwartungen ist der Beteuer da und schenkt seinem Schützling ein offenes Ohr.

Die Tätigkeit in Kürze:
  • Keine pflegerischen Maßnahmen
  • Entlastung und Gestaltung beim Alltag der Senioren und behinderten Menschen
  • Begleitung bei Aktivitäten Vielfältige Beschäftigung wie etwa Kochen, Malen, Spazieren gehen

Zukunftsaussichten für Seniorenbetreuer/innen

Wer sich zum Seniorenbeteuer umschulen lässt hat gute Zukunftsaussichten. Denn die Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung wächst, während die Zahl der Heimplätze schrumpft. Daher sind die beruflichen Möglichkeiten für Seniorenbeteuer sehr gut. Ob in Heimen, Kliniken oder in Privathaushalten, als Betreuer bieten sich viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Die Umschulung ist nach § 87 b SGB IX geregelt. Sie dauert vier Monate und umfasst 160 Unterrichtsstunden sowie ein zweiwöchiges Praktikum als Beteuer. In dieser Zeit wird vermittelt, wie sich die Betreuer im Notfall zu verhalten haben und was bei erster Hilfe zu tun ist. Ebenso gehören die Grundkenntnisse über geistige Behinderung, Demenzerkrankungen, typische Alterskrankheiten und psychische Störungen zu den Lerninhalten. Ergänzt wird dieses Wissen durch Betreuungskonzepte.

 

Den angehenden Betreuern wird sowohl die Ernährungslehre beigebracht, als auch das fachgerechte Hauswirtschaften. Für den Alltag der Seniorenbetreuer ist auch die richtige Interaktion und Kommunikation mit dem zu Betreuenden wichtig. Ob Demenz, geistige Behinderung oder psychische Störung, der Betreuer muss wissen, wie er richtig kommunizieren sollte. Die Theorie der Umschulung wird durch die Rechtskunde abgerundet. Bei diesem sensiblen und anspruchsvollen Tätigkeitsbereich muss der Umschüler die grundlegenden Kenntnisse im Haftung- sowie Betreuungsrecht kennen.

 

Im anschließenden Praktikum können die Umschüler das theoretische Wissen unter Aufsicht anwenden. Die Praxis findet beispielsweise in Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke statt.

 

Zielgruppe dieser Umschulung

Für den Zugang zur Umschulung gibt es keine rechtliche Regelung. Vielmehr liegt es an den jeweiligen Anbietern, welche Zugangskriterien gewünscht sind. Die Voraussetzungen reichen von einer abgeschlossenen Ausbildung über eine Vorbildung bis hin zu Berufserfahrung. Was jedoch alle Träger fordern sind ein eintragungsfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Nachweis gesundheitlicher Eignung.

 

Da es sich um eine Tätigkeit mit intensivem Kontakt zu Menschen und deren Angehörigen handelt, sollte ein kommunikativer Charakter für diese Umschulung vorhanden sein. Zudem brauchen Umschüler Empathie, um sich in ihre Schützlinge hineinzuversetzen, Ängste zu erkennen und unterstützend bei Seite zu stehen.

 

Die Umschulung eignet sich daher gut für Altenpfleger, Krankenpfleger, Heilerziehungspfleger und andere Personengruppen, die pflegend, beratend und sozial tätig sind.

 

Förderung durch das Jobcenter

Das Arbeitsamt kann einen Teil der Umschulungskosten tragen. Hierfür muss geprüft werden, ob die gewünschten Voraussetzungen erfüllt werden. Daher sollte individuell mit dem Amt geklärt werden, ob eine Förderung in Frage kommt.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung zum/zur Seniorenbeteuer/in wird von zahlreichen Institutionen angeboten. Lokale Hilfsorganisationen und Bildungsträger werden einen Überblick über die Möglichkeiten geben können. Zu den Anbietern zählen unter anderem der Malteser Hilfsdienst, das SOS Kinderdorf in Kleve und die Europäische Bildungsakademie.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Als Alternative zur Umschulung gibt es Fernstudiengänge in den Bereichen Pflege und Begleitung. Hierzu zählt zum Beispiel der Studiengang Fachkraft in der häuslichen Pflege. Dieser wird mit einem Zeugnis des Malteser Hilfsdienstes abgeschlossen. Während des Studiums werden alle Bereiche für eine kompetente Pflege vermittelt. Zudem werden Kenntnisse zum Thema Hauswirtschaft und medizinische Grundlagen gelehrt. An den theoretischen Teil schließt ein mindestens 80-stündiges Praktikum an.

 

Ein Fernstudium kann den Aufstieg in eine Führungsposition ermöglichen. So etwa das Studium des Pflegemanagements. Innerhalb von drei Jahren wird eine Kombination aus Betriebswirtschaftslehre, branchenspezifische Pflege und Kenntnisse im Umgang mit den unterschiedlichen Menschengruppen vermittelt.

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