Umschulung zum Landmaschinenmechaniker/zur Landmaschinenmechanikerin

Landmaschinen stellen die Existenzgrundlage vieler Bauern dar. Diese müssen ihren Dienst verrichten. © vschlichting - Fotolia.com

Landmaschinen stellen die Existenzgrundlage vieler Bauern dar. Diese müssen ihren Dienst verrichten. © vschlichting – Fotolia.com

erufsbild

Landmaschinenmechaniker (auch: Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik, ab August 2014 Land- und Baumaschinenmechatroniker) arbeiten vor allem mit großen Maschinen im Baumaschinen- und Landwirtschaftsgewerbe. Sie warten und reparieren die eingesetzten Geräte und Maschinen und erstellen Fehlerdiagnosen. Bei Fehlfunktionen in komplexen elektronischen Geräten, führen sie die Diagnose speziellen Prüf- und Messgeräten oder mithilfe geeigneter Software durch. Des Weiteren statten sie die Maschinen bei Bedarf mit zusätzlichem Zubehör aus. Ebenso sind sie für die Wartung der Geräte zuständig, tauschen verschlissene Teile aus oder führen Ölwechsel durch. Dabei müssen sie teilweise mit sehr schwerem Arbeitsgerät hantieren. Außerdem unterstützen sie Kunden bei der Beschaffung von Arbeitsgeräten und weisen in die fachgerechte Bedienung ein.


Als Arbeitsort kommen für Landmaschinenmechaniker Reparaturwerkstätten sowie Hersteller von bau- und landwirtschaftlichen Maschinen in Frage. Sie arbeiten sowohl in ihrer Werkstatt als auch im Außendienst und reparieren die Maschinen direkt beim Kunden. Viele Mechaniker sind außerdem im Notfalldienst ihres Betriebes in Rufbereitschaft. Fällt ein wichtiges landwirtschaftliches Gerät aus, muss es meist umgehend repariert werden. Ein weiteres Einsatzgebiet sind der Garten, Tief- und Hochbau.

 

Zukunftsaussichten

Ebenso wie in anderen Branchen entwickelt sich auch im Landwirtschafts- und Baugewerbe die Technik weiter. Die Maschinen arbeitet effektiver, sind aber auch störanfällig. Für die Wartung und Reperatur der teilweise sehr großen und komplexen Geräte und Maschinen bedarf es qualifizierter Fachkräfte, die ihr Handwerk verstehen und in kürzester Zeit die Schäden beheben können. Durch sein technisches Verständnis ist der Landmaschinenmechaniker in der Lage, sich auch in anliegenden Branchen Arbeitsplätze zu erschließen, z. B. im Forst- und Gartentechnikbereich.

 

Zielgruppe

Die meisten angehenden Landmaschinenmechaniker haben einen Hauptschul- oder Realschulabschluss. Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, allerdings geben die meisten Betriebe oder Berufsschulen Eignungskriterien vor.
Angehende Landmaschinenmechaniker sollten handwerklich geschickt und körperlich fit sein. Außerdem ist technisches Verständnis unabdingbar. Desweiteren sollte Interesse an praktischer und körperlicher Arbeit bestehen. Wichtige Schulfächer, die in der Ausbildung wieder auftauchen, sind Werken und Technik, Mathe, Physik und Englisch.

Inhalt und Länge der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Bei entsprechender Indikation kann die Zeit verkürzt werden. Auch eine Weiterbildung in Teilzeit ist möglich. Sofern bereits eine Berufsausbildung zum Kraftfahrzeugservicemechaniker abgeschlossen wurde, wird die Ausbildungszeit zum Landmaschinenmechaniker um 1,5 Jahre verkürzt. Die Weiterbildung findet dual statt, d. h. sie wird parallel in einem Betrieb und einer Berufsschule durchgeführt.
Die theoretische Ausbildung beinhaltet die Vermittlung in den Bereichen Agrar- und Landmaschinentechnik, Baumaschinensachkunde sowie Fahrzeugdiagnose und -wartung.
Im Betrieb wird u. a. gelernt, wie Fahrzeuge aufgebaut sind und Teile dort montiert und repariert werden, wie Werkstücke bearbeitet werden und was im Qualitätsmanagement beachtet werden muss. Desweiteren werden während der Ausbildung Kernkompetenzen erworben, z. B. in der Kundenberatung und im Kundendienst, im Bereich der Pneumatik und Schweißtechnik sowie Aspekte der Qualitätssicherung.

 

Kosten und Förderung

Auszubildenden in einer dualen Ausbildung erhalten eine Vergütung. Die genaue Höhe richtet sich nach der Branche, in der die Weiterbildung stattfindet, sowie der Region, in der sich der Betrieb befindet. Darüber hinaus sind einige Ausbildungsstätten an einen Tarifvertrag gebunden. Die folgenden Zahlen stellen daher nur eine Orientierung dar und sind Durchschnittswerte. Im ersten Ausbildungsjahr werden etwa 442 Euro pro Monat gezahlt, ab dem zweiten ca. 485 Euro, im dritten 566 Euro und im letzten Jahr ca. 613 Euro. Für die Weiterbildung werden keine Kosten erhoben. Es muss allerdings damit gerechnet werden, dass Kosten für Lernmaterial, Prüfungen oder Fahrtkosten entstehen.
Die Weiterbildung kann über die Berufsausbildungsbeihilfe durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden.

 

Anbieter

Die Aus- oder Weiterbildung wird deutschlandweit von Betrieben und Berufsschulen angeboten. Ansprechpartner können beispielsweise die Industrie- und Handelskammern oder Land- und Bauwirtschaftsbetriebe der Region sein. Die Bundeswehr bietet ebenfalls Ausbildungsplätze dieser Fachrichtung an.

 

Alternative als Fernstudium

Statt einer Ausbildung kann im Bereich Landwirtschaft auch ein Fernstudium in Frage kommen. Ein Fernstudium in Mechatronik wird an verschiedenen Einrichtungen deutschlandweit angeboten. Dabei sind Spezialisierungen möglich, z. B. in allgemeiner Mechatronik, Robotik oder Schienenfahrzeuginstandhaltung. Soll der Schwerpunkt im landwirtschaftlichen Bereich liegen, kann ein Studium in Agrarwissenschaft oder Agrarmanagement in Frage kommen.

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