Umschulung, aber welche? So treffen Sie die richtige Entscheidung

Eine Umschulung aufzunehmen stellt eine wichtige Weichenstellung im Leben dar. Man ist bereit, mit seinem bisherigen Beruf abzuschließen und stattdessen einen völligen Neuanfang zu beginnen. Grund für die Aufnahme einer Umschulung ist in der Regel, dass man in seinem alten Beruf nicht mehr arbeiten kann oder will. Hierbei spielen oft körperliche oder seelische Ursachen eine Rolle, etwa eine Verletzung oder eine chronische Erkrankungen, die zu teilweiser Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Nicht selten geben aber auch mangelnder Verdienst oder unzureichende Zukunftsperspektiven in der jeweiligen Berufsrichtung den Ausschlag, sich für eine Umschulung zu entscheiden.

Damit die Umschulung jedoch eine tatsächliche Besserung der beruflichen Lage herbeiführt, sollte ihre Wahl wohl überlegt sein. Zunächst gilt es sich für eine bestimmte Berufsrichtung zu entscheiden. Die Entscheidung sollte dabei von mehreren Faktoren abhängig gemacht werden.

 

Welcher Beruf passt zu mir?

In erster Linie sollte man sich Gedanken machen, welche berufliche Richtung den eigenen Wünschen, Vorstellungen, Fähigkeiten und Neigungen am nächsten kommt. Das schlimmste, was geschehen kann, ist nämlich, dass man sich in einen Beruf zwingen lässt, der einem gar nicht liegt. In einem solchen Fall wird sich schon während der Umschulung schnell Frustration breit machen.

Man schleppt sich jeden Morgen nur noch widerwillig zur Berufsschule oder zum Betrieb, kann den Feierabend gar nicht erwarten, arbeitet nur mit halber Kraft und ist im Unterricht unaufmerksam. An einen raschen und guten Abschluss ist unter diesen Bedingungen nicht zu denken. Noch schlimmer: Es wird sich diese Einstellung auch im späteren Berufsleben fortsetzen. Erfolge können auf diese Weise nicht erzielt werden. Wer möchte sich so sein restliches Leben vorstellen?

Das wichtigste Kriterium ist demnach, eine Umschulung zu wählen, die den eigenen Interessen entspricht. Es sollte ein Beruf sein, von dem man sich vorstellen kann, dass man ihn für viele Jahre mit Begeisterung und Tatkraft ausüben kann. Zumindest sollte es ein Beruf sein, der nicht von vornherein völlig abschreckt oder deprimiert. Zudem ist zu bedenken, dass einige Berufe hohe körperliche und geistige Anforderungen stellen und man sich gewiss sein sollte, diese auch bis zur Rente erfüllen zu können.

 

Welcher Beruf ist gefragt?

Begeistern allein genügt jedoch nicht. Was nützt es zum Beispiel, einen Beruf zu erlernen, der einem große Freude bereitet, der auf dem Arbeitsmarkt jedoch wenig gefragt oder durch großen Bewerberandrang charakterisiert ist? Es ist daher wichtig, die Umschulung auch so zu wählen, dass man in einem Beruf mit möglichst großem Bedarf an Arbeitskräften und vielen freien Stellen landet. Dies ist gegenwärtig zum Beispiel bei Pflegeeinrichtungen aller Art, bei Kindergärten, in der IT-Branche und bei der Lagerhaltung und Logistik der Fall. Umso besser ist es darüber hinaus, wenn nur wenige Menschen diesen Beruf ausüben. Auf diese Weise erhöht man seine Chancen auf eine rasche und sichere Anstellung dramatisch. Schlechte Aussichten gibt es dagegen für Kaufleute, Köche, Automechaniker, Journalisten und Designer, da der Arbeitsmarkt in diesen Berufszweigen bereits gesättigt ist.

 

Für welchen Beruf habe ich Vorkenntnisse?

Unter Umständen können auch bestimmte Vorkenntnisse für eine Umschulung prädestinieren. Dies können sowohl berufliche Vorkenntnisse sein als auch privat erworbene. Wer ohnehin einen grünen Daumen hat, für den ist vielleicht der Beruf des Gärtners oder Grünanlagenpflegers nicht verkehrt. Wer eine soziale Ader hat und gern in menschlicher Gesellschaft ist, der ist womöglich für einen Pflegeberuf gut geeignet. Wer sich im Haushalt kleinere Reparaturen zutraut und geschickte Hände hat, der eignet sich sicher auch zum Hausmeister oder Klempner.

Allerdings ist auch Vorsicht geboten. Nur weil jemand zu Hause das eine oder andere schmackhafte Gericht zaubern kann, eignet er sich nicht auch gleich zum Koch. Dieser muss nämlich unter Zeitdruck eine große Zahl verschiedener Speisen zubereiten können, unter anderem auch solche, die ihm vielleicht selbst gar nicht munden. Es macht teilweise einen Unterschied, ob man etwas nur hobbymäßig oder professionell ausüben muss.

 

Welchen Beruf kann ich an meinem Wohnort ausüben?

Natürlich kann es nicht verkehrt sein, sich zunächst zu informieren, welche Berufe in der unmittelbaren Umgebung gefragt sind. Gibt es in der Heimat vielleicht den ein oder anderen Großbetrieb, der regelmäßig nach Arbeitskräften für eine bestimmte Tätigkeit sucht? Dies ist üblicherweise bei jeder Form des produzierenden Gewerbes der Fall. Wird im Heimatort demnächst ein neues Altenheim errichtet oder gibt es dort ein großes Krankenhaus? Dann ist sicherlich auch Bedarf an Pflegepersonal vorhanden. Besonders Menschen, die familiär gebunden sind, sollten sich vor einer Umschulung Gedanken machen, ob der neue Beruf ihnen eine Perspektive in unmittelbarer Nähe zu ihrem Wohnort eröffnet. Wichtig ist natürlich auch, dass das entsprechende Umschulungsangebot am Wohnort verfügbar ist. Wer dagegen mobil ist, für den spielt dieser Aspekt weniger eine Rolle.

 

Welche Umschulungen gibt es überhaupt?

Viele Menschen sind sich der vielen Möglichkeiten zur Umschulung gar nicht bewusst. Bevor die Entscheidung für eine bestimmte Umschulung fällt, sollte man sich daher einen Überblick verschaffen, welche Umschulungen überhaupt angeboten werden. Eine erste Anlaufstelle bilden hier neben der Umschulungsübersicht von Ratgeber Umschulung die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter. Dort kann man sich über regionale und überregionale Angebote informieren. Eine erste Orientierung bietet auch der Online-Kursfinder der Arbeitsagentur. Außerdem kann man sich auf ihrer Seite auch über konkrete Berufsbilder informieren. Angebote für Umschulungen findet man häufig auch auf den Webseiten von Bildungswerken, etwa hier für Bayern, oder auf den Seiten der Berufsförderungswerke, zum Beispiel hier für Berlin.


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