Umschulung

Umschulung mit Meister-BAföG finanzieren: Ratgeber

Sie befinden sich im Beruf und haben bereits eine erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen, sehnen sich nun jedoch nach einer Umschulung? Eventuell kommt für Sie die Beantragung vom Meister-BAföG in Betracht.
Im folgenden Artikel haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt und einen kleinen Ratgeber formuliert.
Zunächst werden wir einige Grundlagen zum Thema Meister-BAföG erläutern und später auf die Antragstellung und Besonderheiten der Rückzahlung eingehen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Meister-BAföG – Grundsätze

 

Was ist das Meister-BAföG?

Das als Meister-BAfög bekannt gewordenen Förderprogramm wird auch Techniker-BAföG genannt, ist aber seit dem 01.08.2016 offiziell mit dem Titel „Aufstiegs-BAföG“ bezeichnet.
Dieses staatliche Programm soll bereits fertig ausgebildeten Personen die Möglichkeit geben, sich in ihrem Berufsfeld weiter fortzubilden. Die Förderung dieser Fortbildungsmaßnahmen ist lediglich an die Voraussetzung geknüpft, dass bereits eine erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Eine Altersgrenze oder eine Festlegung auf bestimmte Berufe gibt es hingegen nicht. Seit dem 01.08.2016 werden nun auch Personen gefördert, die über ein abgeschlossenes Bachelorstudium verfügen.
Ziel des Programmes ist es, durch finanzielle Unterstützung der Fortbildung bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten von Fachkräften ausbilden zu lassen und diesen Personen eine bessere berufliche Perspektive zu verschaffen.

 

Was beinhaltet das Meister-BAföG?

Wie auch beim Studenten-BAföG richtet sich der individuelle Fördersatz beim Meister-BAföG nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).
Gefördert werden durch das Meister-BAföG Weiterbildungen und Berufsqualifikationen. Hier kommt es auf die spezielle Form der jeweiligen Maßnahme nicht an, so können etwa Fernstudiengänge, Präsenzlehrgänge in Teil- oder Vollzeit oder andere Maßnahmen angegeben werden.
Die finanzielle Unterstützung soll hierbei vermeiden, dass die finanzielle Situation der Antragsteller sich durch ihre Maßnahmen zur weiteren Qualifikation verschlechtern.
Eine Förderung nach dem AFBG bringt die Antragsteller übrigens nur bis zu einem gewissen Punkt. Hochschulstudiengänge werden nicht übernommen – es handelt sich im Grundsatz um spezielle Berufsförderungen.

 

In welchem Umfang wird gefördert?

Grundsätzlich regelt das AFBG die Höhe der jeweiligen Förderung in Betrachtung der individuellen Lebensumstände. So unterscheiden sich die möglichen Fördersummen je nach familiärer Situation mitunter erheblich. Diverse BAföG-Rechner im Internet geben Aufschluss über die persönlichen Möglichkeiten.
Nach dem AFBG erhalten Antragsteller einen Zuschuss von 40% der eingereichten Kosten – diese Summe muss nicht zurückgezahlt werden und kann vom Staat übernommen werden.
Die Restsumme muss persönlich erbracht werden, kann aber mittels kostengünstiger Kredite der KfW abbezahlt werden.
Wir haben an dieser Stelle darauf verzichtet, Beispielrechnungen aufzustellen, da die zu beachtenden Faktoren sich von Antragsteller zu Antragsteller unterscheiden und eine Abbildung bestimmter Beispiele nicht zu einer Orientierung geeignet sind. Ein Rechner für den individuellen Fördersatz finden Sie hier.

Zu beachten gilt jedoch: Zwischen dem gezahlten BAföG und dem persönlichen Vermögen gibt es einen Zusammenhang. Im AFBG finden sich daher bestimmte Freibeträge, welche für einen Antrag beachtet und mit eingerechnet werden müssen.
Besonders bei Immobilienbesitzern ist die Aufrechnung dieser Freibeträge nicht ganz unkompliziert – hier ist genau zu beachten, welche Sätze angegeben werden müssen!

 

Wer wird gefördert?

Wie bereits erwähnt ist das Meister-BAföG für Berufsaufsteiger entwickelt worden und soll ausgebildetem Fachpersonal die Möglichkeit einer weiteren Fortbildung oder Spezialisierung bieten.


Hierzu gehören neben Handwerkern auch

  • Steuerfachwirte
  • Fachkrankenpfleger
  • Erzieher
  • Techniker
  • Fachkaufleute
  • Industriemeister
  • Programmierer
  • Betriebsinformatiker
  • Fachwirt
  • Betriebswirt
  • Bilanzbuchhalter
  • Controller

 

Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend sondern lässt sich um diverse Berufsgruppen und Ausbildungszweigen fortsetzen – wir wollen hiermit lediglich einen ersten Überblick geben.


Die Förderung mittels Meister-BAföG ist nicht altersabhängig, sondern kann von allen Altersgruppen genutzt werden.

 

Steuer

Die Ausbildungen, die vom Meister-BAfög unterstützt werden, unterliegen steuerrechtlich den Fortbildungsmaßnahmen und können entsprechend bei der Lohn- bzw. Einkommenssteuer berücksichtigt werden.
Fahrtkosten, Werbungskosten und Verpflegungsmehraufwand sind ebenso steuerlich geltend zu machen wie die mit einem etwaigen Kredit verbunden Zinsen.

Nachdem wir Ihnen nun die Grundlagen des Meister-BAföG aufgelistet haben, möchten wir im nächsten Teil zu den Antragsmöglichkeiten kommen.

 

Meister-BAföG richtig beantragen

Bei der Beantragung der Unterstützungsleistung ist es enorm wichtig, dass der Antrag zeitgerecht, das heißt noch vor Beginn der Maßnahme eingereicht wird.
Es empfiehlt sich, das fertige Formular eingehend zu prüfen und bei Fragen oder Unsicherheiten bei der entsprechenden Stelle nachzufragen – falsch ausgefüllte Anträge verzögern die Auszahlung der Leistungen und können zum Teil auch zu einer Ablehnung des Antrages führen.

Zuständig für die Beantragung von Meister-BAföG ist, genauso wie beim Studenten-BAföG, das örtlich zuständige BAföG Amt. Die eventuell notwendigen Kredite werden über die KfW in Bonn erstellt und ausgezahlt – die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist hier der feste Partner der BAföG-Ämter und kann nicht gegen andere Anbieter ausgetauscht werden.

Die Formulare und Unterlagen sind auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit hier einsehbar.

Zum Stellen des Antrages gibt es viele Online-Hilfestellungen und weiterführende Artikel. Wir empfehlen Ihnen, sich ausführlich mit den Möglichkeiten und Antragsformen auseinander zu setzen. Eine tiefergehende Information zum Thema erhalten Sie persönlich bei Ihrer Bundesagentur für Arbeit oder online hier.

 

Meister-BAföG – Fazit

Mit dem Meister-BAföG können bereits berufstätige und ausgebildete Fachleute weitere Fortbildungsmaßnahmen nutzen und hierbei finanziell unterstützt werden.
Die Förderung von 40% der entstehenden Kosten ist für alle Antragsteller geeignet, entstehenden Kosten einer Fortbildung und eventuelle Verdienstausfälle zu kompensieren.

Wenn Ihre Voraussetzungen zum beantragen der Förderung stimmen und Sie mit dieser Unterstützung einen Schritt in Ihre berufliche Zukunft wagen wollen, wünschen wir Ihnen hierbei viel Erfolg!

Muss man den Bildungsgutschein zurückzahlen bei Abbruch einer Umschulung?

Sie befinden sich aktuell in einer Umschulungsmaßnahme und sind mit dem Verlauf der Maßnahme nicht zufrieden oder wollen sich verändern?
Wir haben Ihnen im Folgenden einige wichtige Fakten zum Thema zusammengestellt und hoffen, dass Sie mit diesen Informationen eine gute Entscheidungsgrundlage finden werden.

Zunächst werden wir einige Grundsätze zum Thema Abbruch einer Umschulung auffassen.

 

Grundsätze

 

Ablauf einer Umschulung

Bei einer Umschulung sollen Sie auf Ihren eigenen Antrag hin einen neuen Beruf erlernen und sich so eine bessere und günstigere Ausgangsposition auf dem Arbeitsmarkt sichern.
Gründe für eine beantragte Umschulung sind etwa gesundheitliche Aspekte, schlechte Berufsaussichten oder längerfristige Abwesenheiten.

Wird Ihr Antrag angenommen erhalten Sie einen so genannten Bildungsgutschein, welcher Ihnen finanzielle Unterstützung bietet, während Sie mit der Umschulung beschäftigt sind. Die Umschulung selbst ist dann in unterschiedlichen Formen organisiert.

Duale Ausbildungen mit Berufsschule und Berufspraktika sind ebenso denkbar wie die Umschulung bei einem staatlichen Träger.Da es sich bei der Umschulung um eine sogenannte „Kann-Leistung“ der Bundesagentur für Arbeit handelt, müssen Sie einen triftigen Grund für den Abbruch der Maßnahme vorbringen. Dazu erfahren Sie im folgenden Teil mehr.

 

Mögliche Probleme beim Abbruch einer Umschulung

Auch wenn Sie prinzipiell immer berechtigt sind, eine Umschulung abzubrechen, kann diese Entscheidung gravierende Folgen für Sie bringen.

Zunächst müssen Sie sich vor Augen führen, dass im Rahmen der Umschulung enorme finanzielle Aufwendungen übernommen werden – diese Ausgaben sind aus staatlicher Sicht eine Investition in Sie. Wird das Investitionsziel nicht erreicht, ergibt das einen herben Verlust.

Um sich vor diesen Verlusten zu schützen fügt die Bundesagentur für Arbeit Klauseln in den Vertrag ein, wonach Sie, brechen Sie die Maßnahme ohne triftigen Grund ab, zur Rückzahlung der Leistungen verpflichtet werden können.

 

Was beutetet „Triftiger Grund“ im Zusammenhang mit einem Abbruch?

Im Zusammenhang mit dem Abbruch einer Umschulung oder einer anderen Maßnahme wird immer wieder von „triftigen Gründen“ gesprochen.

Hierbei handelt es sich um eine Formulierung aus dem Sozialgesetzbuch. Der Hintergrund ist, dass sich der Gesetzgeber dagegen absichern möchte, dass es zu einem Missbrauch der Umschulungsangebote kommt.

Ändern sich etwa die persönlichen Interessen im Laufe einer Umschulung ist das für den Gesetzgeber kein triftiger Grund, aus dem die Maßnahme, die vom Staat finanziert wurde, abgebrochen werden kann.

Triftige Gründe sind in diesem Zusammenhang aber zum Beispiel Überforderung oder gesundheitliche Gründe.

 

Abbruch wegen Überforderung

Überforderung ist eine sehr individuelle Form des Abbruchsgrundes und recht häufig. Wenn die Anforderungen der Umschulung so hoch sind, dass der Teilnehmer keine Chance hat, die Prüfungen zu bestehen oder sich nach Abschluss der Umschulung zu qualifizieren, so besteht die Möglichkeit, die Maßnahme abzubrechen.

Wichtig ist es, vorher mit einem verantwortlichen Mitarbeiter der Ausbildungsstelle zu sprechen und eine Lösung für das Problem zu suchen. Sollten auch in diesem Gespräch keine Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, lassen Sie sich bescheinigen, dass Sie nicht in der Lage sind, die Umschulung durchzuführen.

Regelmäßig wird eine solche Bescheinigung akzeptiert und Sie müssen nicht für die entstandenen Kosten aufkommen.

 

Abbruch aus gesundheitlichen Gründen

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, seine Umschulung zu beenden, der hat ebenfalls einen triftigen Grund, die Umschulung zu beenden.
Hierbei ist ausschlaggebend, dass die gesundheitliche Belastung erst im Rahmen der Maßnahme auftritt. Unerheblich ist hingegen, ob es sich um eine physische oder psychische Erkrankung oder Überlastung handelt.

Insbesondere hohe körperliche Belastungen oder psychische Ansprüche führen häufig zu einem Abbruch aus gesundheitlichen Gründen. Langes Stehen, Belastungen durch psychische Faktoren in der Pflege oder extreme Stressbelastungen können Beispiele der gesundheitlichen Gründe sein.

Liegt ein solcher Grund bei Ihnen vor, können Sie einen Arzt aufsuchen und sich Ihre Arbeitsunfähigkeit in diesem speziellen Bereich bescheinigen lassen. Ist dies erfolgt, können Sie ein ärztliches Attest vorlegen und dieses wird in der Regel akzeptiert und befreit Sie von Rückzahlungsansprüchen.

 

Ist eine Rückzahlung des Bildungsgutscheins notwendig?

Liegen bei Ihnen andere Gründe dafür vor, Ihre Umschulung abbrechen zu wollen, so müssen Sie damit rechnen, dass Sie die entstandenen Kosten zurückzahlen müssen.
Hierbei handelt es sich jedoch nicht nur um die bereits entstandenen Kosten, sondern auch um die laufenden Kosten der bestehenden Umschulung.

Diese finanzielle Belastung können Sie zwar übernehmen, es wird Ihnen jedoch dringend davon abgeraten!
Weitere Informationen zum Thema Umschulung und Weiterbildung finden Sie auch hier bei der Bundesagentur für Arbeit.

 

Abbruch einer Umschulung und Rückzahlung – Fazit

Wenn Sie triftige Gründe vorbringen, ist ein Abbruch Ihrer Umschulung auch ohne Rückzahlung an den Leistungsträger möglich – jedoch nur, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Beachten Sie diese Umstände und haben Sie gesundheitliche oder belastungsabhängige Begründungen für einen Abbruch Ihrer Umschulung, so ist es möglich, auch ohne Rückzahlung der Bezüge eine Umschulung abzubrechen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem weiteren Weg und hoffen, Ihnen mit diesem Artikel einen Überblick zum Thema verschafft zu haben.

Eignungstest für die Umschulung nicht bestanden – was nun?

Die Nutzung eines Bildungsgutscheins, der zur Finanzierung von Umschulungen genutzt werden kann, setzt häufig das Bestehen eines eingehenden berufspsychologischen Eignungstests voraus. Dieser wird vom psychologischen Dienst im Auftrag der Arbeitsagentur durchgeführt. Zielgruppen des Tests sind Personen, die eine Weiterbildungsmaßnahme über die Arbeitsagentur finanzieren wollen. Der Test dient dem Zweck, die Testperson näher kennenzulernen und ihre Eignung für einen bestimmten Beruf aus menschlicher und fachlicher Sicht zu beurteilen. In der Folge sollen vorzeitige Abbrüche vermieden und damit Zeit und Geld – sowohl für die Teilnehmer als auch für die Arbeitsagentur – gespart werden. Es wird getestet, ob der Teilnehmer über die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, um im angestrebten Beruf zu bestehen, und ob persönliche Interessen und Ziele sich mit dem gewünschten Beruf decken. Auf Basis des Tests wird ein Gutachten erstellt, das darüber entscheidet, ob die Person für die Umschulung in Frage kommt oder nicht.

Der psychologische Test besteht aus persönlichen Gesprächen mit ausgebildeten Psychologen und einem schriftlichen Teil. Sie bearbeiten verschiedene Aufgaben und beantworten Fragen, wobei Fragestellungen und Aufgaben variieren je nachdem um welche Umschulungsmaßnahme es geht. Der Test wird meist computergestützt durchgeführt, das heißt, Sie bearbeiten die Aufgaben am Computer, sie können aber auch handschriftlich erfolgen. Außerdem werden die Tests meist in der Gruppe durchgeführt. Die Themenbereiche sind sehr breit gefächert.

Ein wichtiger Teil des theoretischen Testteils sind Aufgaben, die den sicheren Umgang mit der deutschen Sprache betreffen. Wesentliches Element dieses Testteils sind Fragen zu korrekter Grammatik und Rechtschreibung. Es kann auch nötig werden, ein Diktat oder einen kurzen Aufsatz zu schreiben. Vorbereiten können Sie sich hierauf zum Beispiel, indem Sie die neuen Rechtschreibregeln wiederholen.

Neben den Textaufgaben besteht der Test aus einem Mathematikteil, der sich schwerpunktmäßig mit den Grundrechenarten sowie der Prozent- und Bruchrechnung beschäftigt. Auch Textaufgaben und Dreisatz können eine Rolle spielen. Das Ziel dieses Testteils ist es, Ihr räumliches Vorstellungsvermögen, Ihre Konzentrationsfähigkeit und Ihr logisches Denkvermögen zu prüfen. So kann von Ihnen erwartet werden, logische Schlussfolgerungen zu ziehen, Zahlenreihen fortzusetzen oder Matrizen richtig zuzuordnen.

Ein weiterer Teil des Tests sind Fragen zur Allgemeinbildung. Hier können allgemeine Themen wie Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur abgefragt werden, aber auch Fachwissen. Für die Vorbereitung sollten Sie sich also mit den Grundbegriffen der von Ihnen angestrebten Tätigkeit vertraut machen.

Es geht also darum, Ihre Fähigkeiten zum logischen Denken, Ihr Vorstellungsvermögen und Ihre Rechen- und Schreibfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Eine weitere psychologische Komponente erhält der Test, weil er unter Zeitdruck absolviert werden muss.

Der praktische Teil des Tests besteht aus einem Einzelgespräch mit einem Psychologen der Arbeitsagentur. Hier geht es um das persönliche Kennenlernen des Teilnehmers und seine Motivation für die Berufswahl beziehungsweise die Gründe für sein Interesse für die betreffende Umschulungsmaßnahme. Auf Fragen nach persönlichen Interessen und Vorlieben sollte man sich also vorbereiten.

Einige Testverfahren beinhalten Gruppenaufgaben, das heißt, Kompetenzen wie Durchsetzungsfähigkeit, Teamfähigkeit mündliche Ausdrucksfähigkeit werden im Rahmen einer Gruppenübung überprüft. Hier wird entweder eine Diskussion über ein bestimmtes Thema angeregt oder es wird eine Aufgabe gestellt, die die Gruppe gemeinsam lösen muss. Wichtig ist hier, aktiv zu sein und sich zu beteiligen, sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen und auch andere zu Wort kommen zu lassen.

 

So können Sie sich auf den Test vorbereiten

Da es sich – zumindest größtenteils – nicht um einen Wissenstest handelt, ist das Erlernen beziehungsweise Auswendiglernen bestimmter Wissensgebiete oder Themen zur Vorbereitung auf den Test nur begrenzt sinnvoll. Dennoch kann es hilfreich sein zu wissen, was auf Sie zukommt. Viele Internetseiten bieten das kostenlose Üben von Eignungstests an, die in Aufgabenstellung und Umfang dem Test der Arbeitsagentur ähneln. Dieses von der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellte Dokument, das neben allgemeinen Tipps auch konkrete Fragestellungen enthält, kann bei der Vorbereitung helfen.

 

Durchgefallen – und jetzt?

Nachdem Sie am Test teilgenommen haben, erstellt der psychologische Dienst ein Gutachten, das der Arbeitsagentur vorgelegt wird. Ergibt der psychologische Eignungstest ein positives Ergebnis, erhalten Sie einen Bildungsgutschein, was bedeutet, dass die Kosten für Ihre Umschulung von der Arbeitsagentur übernommen werden.

Es kann viele Gründe für das Nichtbestehen des Einstufungtests geben. So gibt es Menschen, die mit dem Zeitdruck, der während des Tests durchaus vorhanden ist, nicht gut zurechtkommen. Das führt häufig dazu, dass Aufgabenstellungen nicht sorgfältig genug gelesen und daher nicht korrekt bearbeitet werden oder dass Teilnehmer sich zu lange mit Aufgaben aufhalten, die sie nicht auf Anhieb lösen können.

Wichtig ist: Sollten Sie den Test nicht bestanden haben, geben Sie nicht auf. Machen Sie sich bewusst, dass das Testergebnis nicht so sehr ein Spiegel Ihrer persönlichen Fähigkeiten ist, sondern lediglich eine Einschätzung Ihrer Eignung für die jeweilige Umschulung. Das heißt also auch, dass Sie für andere Berufe und Umschulungsmaßnahmen durchaus geeignet sein können und die Testergebnisse dafür ganz anders ausfallen könnten. Sie sollten die Chance wahrnehmen, Ihre weiteren Schritte und Möglichkeiten mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter zu besprechen.

Was ist eine Umschulung eigentlich genau?

Umschulungen sind spezielle Formen der beruflichen Weiterbildung, das heißt Maßnahmen, die dazu angelegt sind, Arbeitnehmer zur Durchführung einer neuen beruflichen Tätigkeit zu befähigen. Möchten Sie eine Umschulung absolvieren, streben Sie gleichzeitig eine berufliche Neuerung an.
Umschulungsmaßnahmen dürfen nur von Bildungsträgern angeboten werden, die die Maßnahmen zuvor der zuständigen Industrie- und Handelskammer gemeldet haben und als Umschulungsstätte für geeignet befunden wurden. Die Anforderungen, die an den Träger gestellt werden und die unter anderem die inhaltliche Ausgestaltung der Maßnahmen betreffen, sind im Berufsbildungsgesetz definiert.

Umschulungen lassen sich recht klar von sogenannten Fort- oder Weiterbildungen abgrenzen. In diesen geht es um den Ausbau von schon vorhandenen Qualifikationen beziehungsbau von Fähigkeiten, die für den aktuellen Beruf notwendig sind oder wichtig werden können. Mit einer Umschulung hingegen soll die Grundlage für eine gänzlich neue Tätigkeit gelegt werden, die mit der bisherigen Arbeit nicht zusammenhängen muss.

Das Ende einer Umschulung ist markiert durch den Erwerb eines anerkannten Ausbildungsabschlusses, zum Beispiel einer erfolgreich abgelegten Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder das Bestehen einer Gesellenprüfung beziehungsweise das Anfertigen eines Gesellenstücks. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass Weiterbildungen, die nicht in einem solchen Abschluss enden, offiziell nicht als Umschulungen bezeichnet werden dürfen.

Ziel aller Umschulungen soll es sein, die berufliche Mobilität und Flexibilität von Menschen zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Sie werden angeboten für Menschen, die entweder arbeitslos sind und mit den Fähigkeiten, die sie besitzen, keine neue Stelle finden, oder aber Menschen, die von Arbeitslosigkeit, zum Beispiel aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen, bedroht sind. Die Gründe für eine Umschulung können demnach vielfältig sein. Zum einen kann der Bedarf an Umschulungen zunehmen, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in einem bestimmten Berufszweig zurückgeht oder ein bestimmtes Berufsfeld schnellen technischen Änderungen unterlegen ist. Zum anderen ist eine Umschulung eine gute Möglichkeit der Weiter- beziehungsweise Umqualifizierung für Menschen, die ihren bisherigen Beruf aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben können. Dies kann etwa bei handwerklichen Berufen der Fall sein, denen mit bestimmten körperlichen Einschränkungen nicht mehr nachgegangen werden kann. Oft ist hier eine Umschulung der einzige Weg aus der Arbeitslosigkeit.

Ein weiterer Grund kann auch Nichteignung für das aktuelle Berufsfeld aufgrund intellektueller Schwächen oder psychologischer Probleme wie Burn out sein.

 

Voraussetzung für die Finanzierung der Umschulung

Die Kosten für eine Umschulung sind häufig hoch, sie können aber unter bestimmten Umständen von verschiedenen Seiten übernommen werden. So fördert die Agentur für Arbeit Umschulungen für Arbeitgeber, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, aber auch andere Leistungsträger wie die gesetzliche Rentenversicherung, Unfallversicherungen oder Berufsgenossenschaften können unter bestimmten Umständen einspringen.
Für eine Übernahme der Kosten müssen folgende grundsätzliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Antragsteller hat bereits eine erste Ausbildung – egal, ob erfolgreich abgeschlossen oder abgebrochen – beendet
  • Der Antragsteller kann im erlernten Beruf aus persönlichen Gründen oder aber aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr arbeiten oder es ist absehbar, dass dies bald nicht mehr möglich sein wird. Persönliche Gründe können zum Beispiel emotionale oder körperliche Beeinträchtigungen als Folge eines Unfalls sein.
  • Der Beruf, zu dem Sie sich umschulen lassen möchten, muss geeignet sein, vorhandene oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

 

Formen und Ablauf von Umschulungen

Umschulungen lassen sich als verkürzte Ausbildungen beschreiben. Die Ausbildungsdauer ist üblicherweise kürzer als die einer regulären Ausbildung und beträgt meist zwei Jahre.
Während in Umschulungen das Wissen vermittelt wird, das auch Erstauszubildende erlernen, ist die Umschulung trotzdem strikt von der herkömmlichen Ausbildung abzugrenzen. Umschüler haben in den meisten Fällen bereits erste Abschlüsse und Qualifikationen, es handelt sich bei einer Umschulung also um eine zweite (oder auch dritte) Berufsausbildung. In Ausnahmefällen kann eine Umschulung aufgenommen werden ohne dass eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Krankheit oder ein Unfall können Gründe dafür sein, dass ein Auszubildender daran gehindert ist, seine Ausbildung abzuschließen. In diesem Fall kann der Auszubildende die Ausbildung beenden und eine neue beginnen, die dann eine Umschulung darstellt.

Man unterscheidet zwischen betrieblichen, schulischen und überbetrieblichen Umschulungen. Für welche Form der Umschulung Sie sich entscheiden, hängt auch davon ab, welchen Anbieter Sie bevorzugen. In Frage kommen Betriebe der freien Wirtschaft, Berufsschulen oder Berufsfachschulen sowie private oder öffentliche Bildungsinstitute.

Die betriebliche Umschulung erfolgt in einem Ausbildungsbetrieb im dualen System. Neben der Tätigkeit im Betrieb, während der sie die praktischen Seiten des Berufsbilds kennenlernen, besuchen Sie die Berufsschule, die den theoretischen Teil der Ausbildung sicherstellt. Für Sie als Teilnehmer ist die betriebliche Form der Umschulung auch die kostengünstigste Variante. Da Sie genau wie ein normaler Auszubildender in einem Lehrbetrieb ausgebildet werden und nur nebenbei die Berufsschule besuchen, erhalten Sie nämlich ein fest geregeltes Ausbildungsgehalt, von dem Sie während der Umschulungszeit leben können. Reicht das Gehalt zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus, können Leistungen der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Die schulische Form der Umschulung erfolgt direkt an einer Berufsfachschule. Praktische Kenntnisse werden durch ergänzende Praktika außerhalb der Schule vermittelt. Streben Sie diese Form der Umschulung an, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie keine Vergütung erhalten und das häufig anfallende Schulgeld selbst bezahlen oder aber über eine Kostenübernahme durch dritte Stellen finanzieren müssen.

Auch für Umschulungen bei überbetrieblichen Trägern, also privaten sowie öffentlichen Bildungsinstituten wie Berufsförderungswerken oder den Instituten für Berufliche Bildung, fallen Kosten an. Der Träger übernimmt die Rolle des Ausbildungsbetriebs; praktische Kenntnisse werden in Übungswerkstätten vermittelt. Meist sind auch Praktika Teil der Ausbildung.

Die richtige Umschulung finden

Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf ihrem „Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung“ in einer zentralen Datenbank einen Überblick über geförderte Maßnahmen.

Umschulung, aber kein Geld zur Finanzierung? Tipps

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.
Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.

Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

 

Finanzierung der Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.
Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was tun?

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Umschulungen: Voraussetzungen + So gelingt die Finanzierung

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.

Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.

Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.
Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

Finanzierung einer Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.

Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was ist zu tun? Das empfehlen wir

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

 
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