Umschulung

Umschulung mit ALG1: Ratgeber

Sie beziehen Arbeitslosengeld 1 und starten bald in eine Umschulungsmaßnahme? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen großen Schritt in Richtung einer neuen beruflichen Zukunft genommen!

Im Zusammenhang mit der Beziehung von ALG1 und Umschulungen kommen immer wieder einige Fragen auf, die wir im folgenden Artikel beantworten möchten.

Nach den Grundlagen zum ALG1 und Umschulungen kommen wir zu den Fragen, ob während einer Umschulung ein Zuverdienst erworben werden kann, ob Nebenjobs erlaubt sind und wie Sie sich verhalten sollten, wenn das ALG1 ausläuft, während Sie sich in der Umschulungsmaßnahme befinden.

 

Grundlagen des ALG und der Umschulungsmaßnahmen

Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt, um das Thema möglichst umfänglich zu behandeln:

 

ALG1 Grundlagen

Das Arbeitslosengeld 1 ist eine Leistung, die aus der Arbeitslosenversicherung finanziert wird. Im Prinzip erhalten also Arbeitnehmer, die ihre Anstellung auf Grund von schlechter Wirtschaftslage oder anderen Gründen verlieren, Beiträge aus der Versicherung, in die sie selbst eingezahlt haben – wenn auch indirekt im Rahmen der Abgaben des Arbeitgebers.

Das ALG1 ist als Übergangszahlung ausgelegt und soll die Zeit zwischen zwei Anstellungen überbrücken. Die Voraussetzungen zum Erhalt und weitere Informationen zum Thema ALG 1 erhalten Sie auch auf der zugehörigen Homepage der Bundesagentur für Arbeit.

 

Umschulung Grundlagen

Umschulungen sind Maßnahmen, welche von der Bundesagentur für Arbeit angeboten werden, um Arbeitnehmern einen Neuanfang in einem für sie bisher fremden Berufsfeld zu ermöglichen. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn im bisherigen Beruf nicht mehr gearbeitet werden kann, etwa auf Grund von Erkrankungen oder weil die Wirtschaftslage in einem bestimmten Sektor auf längere Zeit derart schlecht ist, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass der jeweilige Arbeitnehmer wieder Aufträge oder Anstellung bekommen wird.

Im Rahmen der Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit erhalten Arbeitnehmer, die sich für eine Umschulung interessieren und dem Antrag stattgegeben wurde, einen so genannten Bildungsgutschein.
Diese Unterstützungsleistung soll die finanzielle Belastung, die durch eine Umschulung eintreten kann (etwa Fahrtkosten, Ausbildungskosten, Unterrichtsmaterial, etc.) auffangen.
Weitere Informationen zum Thema Umschulung finden Sie auf der offiziellen Seite der Bundesagentur für Arbeit.

 

ALG 1 während einer Umschulung erhalten

Wie bereits dargestellt handelt es sich sowohl beim ALG1 als auch bei den angebotenen Umschulungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit um Unterstützungsleistungen für Arbeitnehmer, deren Anstellung beendet wurde und die finanzielle Unterstützung und Neuorientierung am Arbeitsmarkt benötigen. Unter bestimmten Voraussetzungen können ALG1 und Umschulungen parallel in Anspruch genommen werden.

Die formellen Voraussetzungen, um als ALG1-Empfänger eine Umschulung finanziert zu bekommen lauten:

  • Abgeschlossene erste Berufsausbildung
  • Mindestens 18 Jahre alt
  • Der alte Beruf ist nicht mehr ausführbar
  • Gute Chancen, im neuen Beruf eine Stelle zu finden

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können ALG1-Empfänger eine Umschulung von der Bundesagentur für Arbeit finanziert bekommen. Die übernommen Kosten umfassen unter anderem:

  • Fahrkosten
  • Lehrgangskosten
  • Arbeitskleidung
  • Unterrichtsmaterial
  • Evtl. Kinderbetreuungskosten
  • Kosten für auswärtige Unterbringung

 

Besteht der Anspruch auf diese Leistungen, wurde also die Umschulungsmaßnahme durch die Bundesagentur für Arbeit zugesagt, wird während der Umschulung das ALG1 weiter gezahlt.

Übrigens: Auch wenn statt einer Umschulung eine Weiterbildungsmaßnahme besucht wird, besteht der Anspruch auf ALG1 bei den entsprechend vorliegenden Voraussetzungen ebenfalls fort!

Sie erfüllen die Voraussetzungen und können in die Umschulung starten? Sehr gut, wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Maßnahme! Im folgenden können Sie nun erfahren, wie Sie im Rahmen einer Umschulung mit ALG1 Unterstützung durch Nebenjobs einen Zuverdienst erwirtschaften können.

 

Umschulung mit ALG1 – Zuverdienst durch Nebenjobs?

Wer nach einer längeren Zeit der Erwerbstätigkeit auf ALG1 angewiesen ist, muss sich finanziell mitunter recht stark einschränken. Das gilt natürlich auch dann, wenn im Rahmen des Bezuges des Arbeitslosengeldes eine Umschulung begonnen und durchgeführt wird.
Um den finanziellen Engpass etwas zu verringern, überlegen viele ALG1 Empfänger, sich einen Zuverdienst durch einen Nebenjob zu sichern.
Hier gibt es die unterschiedlichsten Modelle, je nach persönlicher Eignung und Befähigung können im Rahmen von Nebenjobs recht ordentliche Zuverdienste erwirtschaftet werden.

 

Beispiele für Nebenjobs im Rahmen des ALG1

Beispiele für typische Nebenjobs sind etwa:

  • als Onlinetexter Geld verdienen
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Nachhilfeunterricht
  • Musikunterricht
  • etc.

 

Natürlich gibt es unzählig viele Nebenjobs, die an dieser Stelle jedoch nicht abschließend aufgelistet werden können.
Wer eine Idee für einen geeigneten Nebenjob sucht, der wird unter Umständen hier fündig.

 

ALG1 und Nebenjobs – Zuerwerbsgrenzen

Da es sich beim ALG1 um eine Leistung des Staates handelt, welche sich als kurzfristige Überbrückung für Bedürftige versteht, ist für Nebenjobs eine Erwerbsobergrenze festgelegt.
Diese Zuerwerbsgrenze liegt bei einem Freibetrag von 165 Euro im Monat und einer Arbeitszeit von maximal 15 Stunden pro Kalenderwoche.

Die Schranke der maximalen Arbeitszeit pro Kalenderwoche wurde durch den Gesetzgeber eingezogen, um zu verhindern, dass der Erfolg der angedachten Umschulungsmaßnahme gefährdet wird.
Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die Tätigkeit, die Sie im Rahmen des Minijobs angenommen haben und durchführen, der Bundesagentur für Arbeit mitzuteilen.

Wer im Rahmen seines Nebenjobs mehr als die zugelassenen 165 Euro dazuverdient, muss dies der Bundesagentur für Arbeit mitteilen. Und natürlich ist auch auf die steuerrechtlichen Bestimmungen zu achten.

Für die meisten Minijobs und Nebenerwerbe ist die Steuererklärung nicht viel komplizierter, als für jeden anderen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

 

Umschulung mit ALG1 – Fazit

Um im Rahmen einer Umschulung berechtigt zu sein, ALG1 zu beziehen, müssen einige Faktoren stimmen und Voraussetzungen erfüllt sein.
Selbst wenn alle Haken gemacht werden können, gibt es mit ALG1 eine finanzielle Lücke, welche im Rahmen einer Umschulung auftreten kann.
Hier können Nebenjobs helfen, mit einem geringen Zuverdienst die Not zu lindern – doch hier ist auf die gültigen Erwerbsgrenzen zu achten.

Insbesondere müssen Sie sich stets vor Augen halten, dass die Aufnahme eines Nebenerwerbs oder eines Minijobs lediglich eine Zuverdienstmöglichkeit bieten sollte und Sie nicht dabei behindern darf, das Ziel Ihrer Maßnahme zur Umschulung zu erreichen.
Sollte dies der Fall sein, sei aus aus Zeitgründen oder anderen Gründen der Belastung, wird Ihnen die Bundesagentur für Arbeit stets raten, die Umschulung vorrangig zu behandeln. Denn: Ein Abbruch einer Umschulung kann eine schwerwiegende Entscheidung sein, welche unter Umständen auch enorme finanzielle Folgen nach sich ziehen kann.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Artikel einige Fragen zum Thema ALG1 und Umschulung beantwortet zu haben und wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg mit Ihrer Maßnahme! 

Meine Umschulungsmaßnahme und ALG2

Eine Umschulungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit soll es Ihnen ermöglichen, sich mit einer Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt wieder in den Fokus der Arbeitgeber zu befördern.
Wer im Rahmen einer Umschulung einen neuen Berufszweig entdeckt und für sich erschließt, der verbessert seine Chancen auf eine neue berufliche Karriere ganz enorm.
Auch im Rahmen eines Bezuges von Arbeitslosengeld 2 oder Hartz 4 ist die Teilnahme an einer Umschulung möglich und kann, unter bestimmten Voraussetzungen, auch zusätzlich durch einen Minijob finanziell unterstütz werden.

Welche Besonderheiten es im Zusammenhang zwischen Hartz 4, Umschulungen und weiteren Fördergeldern gibt, wird Ihnen in diesem Artikel zusammengestellt.

Zunächst soll erläutert werden, in welchen Fällen Bezieher von Hartz 4 bzw. ALG2 zu einer Umschulung mit Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit zugelassen werden können.

Achtung: Zur besseren Lesbarkeit und Übersicht wird in diesem Artikel lediglich vom ALG2 gesprochen und nicht von der zugrundeliegenden Hartz-Reform in der vierten Fertigung / Hartz 4.

 

Umschulung als ALG2-Empfänger – Grundlagen

Der Empfang von ALG2 wird von einer ganzen Reihe von Formalvorschriften begleitet, unter anderem auch von einer sogenannten Eingliederungsvereinbarung.
Hierin verpflichtet sich der Empfänger, aktiv auf die Suche nach einer neuen Anstellung zu gehen.

In vielen Tätigkeitsbereichen ist dies auch ohne weiteres möglich, teilweise sprechen jedoch persönliche Situationen, wie Krankheiten oder Stressbelastungen, oder die schlechte Konjunktur und schlechte Arbeitsmarktsituationen für bestimmte Berufe, gegen eine solche Neuanstellungen.

Um hier eine Lösung zu bieten, wurde das Mittel der Umschulung erschaffen. Hierdurch soll erreicht werden, dass Personen in einem neuen Berufsumfeld in die Lage versetzt werden, eine neue Arbeitsstelle anzutreten und somit in einer fremden Arbeitsumgebung Fuß zu fassen.

Da Umschulungsmaßnahmen in der Regel sehr teuer sind, gibt es Vereinbarungen zur Kostenübernahme für diese Maßnahmen. Diese Übernahme der entstehenden Kosten ist auf zwei verschiedenen Weisen realisierbar:

 

Kostenübernahme durch einen Bildungsgutschein

Im Rahmen eines sogenannten Bildungsgutscheins werden die tatsächlich durch die Umschulungsmaßnahme entstehenden Kosten, sowie einige Begleitkosten, durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Es handelt sich hierbei um einen direkte Kostenübernahme, welche den Leistungsempfängern jeweils am Monatsanfang übertragen wird.
Die Art der Leistungen, welche für die jeweilige Maßnahme erbracht werden, ist abhängig von Art und Umfang der Maßnahme, sowie von persönlichen Lebensumständen und andere Faktoren.

Die folgenden Kosten sind in einem Bildungsgutschein grundsätzlich enthalten:

  • Weiterbildungskosten (also Lehrgangskosten, Prüfungskosten, Einstellungs- und Testkosten etc.)
  • Fahrtkosten (Pendlerfahrten, Unterbringungskosten, An- und Abreise, etc.)
  • Auswärtige Unterbringung (im Rahmen von Ausbildungsinhalten notwendige Reisen, etc.)
  • Kinderbetreuungskosten
  • Weiterbildungsprämien (bei bestandenen Zwischen- und Abschlussprüfungen)

 

Um zu einer Umschulung und der Finanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit mittels Bildungsgutschein zugelassen zu werden, müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Diese können Sie der Homepage der Bundesagentur für Arbeit entnehmen.

Neben der Umschulung mittels Bildungsgutschein gibt es auch die Möglichkeit, an einer Auftragsmaßnahme teilzunehmen.

 

Auftragsmaßnahmen

Unter Auftragsmaßnahmen versteht man eine Umschulung, welche durch das Arbeitsamt beauftragt und durch freie Träger durchgeführt werden. Nachdem Sie sich für diese Maßnahmen beworben haben, erhalten Sie ein konkretes Weiterbildungsangebot, welches zum Beispiel den Erwerb von Grundkompetenzen oder ein Erlangen eines Schulabschlusses beinhalten kann.

 

Regelsatz, Einkommen, Minijobs und co. – die finanzielle Seite von Umschulungen

Häufig kommt es zu Unklarheiten, wenn es darum geht, die finanzielle Seite der Umschulungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem ALG2 zu betrachten. Wir haben Ihnen in diesem Teil die wichtigsten Fragen hierzu beantwortet:

 

Fortzahlung des Regelsatzes

Häufig wird von Leistungsempfängern befürchtet, dass mit Aufnahme einer Umschulung und der Unterstützung durch einen Bildungsgutschein die Zahlung des ALG2 Regelsatzes verringert wird oder gar ganz ausgesetzt werden kann.
Dem ist in aller Regel jedoch nicht so: auch wenn eine Umschulung bezahlt wird, erhalten Sie grundsätzlich Ihren normalen Regelsatz als Unterstützungszahlung zum Lebensunterhalt gezahlt.

 

Verrechnung von Einkommen

Grundsätzlich ist es, abhängig von der Tätigkeit und der jeweiligen Branche, möglich im Rahmen einer Weiterbildung oder Umschulung ein Ausbildungsentgeld zu verdienen. Gängige Formulierung für diese Zahlungen sind zum Beispiel Ausbildungssatz oder Arbeiterentgeld.
Dieses Zahlungen werden zwar mit dem Regelsatz des ALG2 verrechnet, werden jedoch zunächst nach Abzug von Sozialversicherungsanteil und Steuer mit einem Freibetrag von 400 Euro belesen.
Wer also weniger als 400 Euro im Monat für sich verdient, kann diese behalten ohne eine Kürzung oder gar Streichung des Regelsatzes befürchten zu müssen.

 

Minijobs während einer Umschulung

Das die durch die Hartzkommission festgelegten Regelsätze alles andere als üppig ausfallen, dürfte für alle Betroffenen klar sein.
Um die finanzielle Situation zu verbessern, greifen viele ALG2 Empfänger auf die Möglichkeit zurück, sich mittels eines Minijobs einen Zusatzverdienst zu erwirtschaften.
Die Einnahme aus Minijobs werden durch das Sozialgesetzbuch II geregelt und demnach auch auf den Regelsatz angerechnet.

Hier sind jedoch einige Schranken eingebaut:

  • Einnahmen von bis zu 100 Euro sind anrechnungsfrei
  • Einnahmen von 100-1000 Euro werden nur zu 80 % angerechnet
  • Einnahmen von 1200-1500 Euro werden zu 90% angerechnet.

 

Grundsätzlich ist also auch eine Tätigkeit im Minijob während einer Umschulung möglich. Die Anrechnung von Einnahmen auf den Regelsatz machen es jedoch zuweilen unrentabel, zu viel dazu zu verdienen.

 

Übergangsgeld

Eine besondere Leistung ist das sogenannte Übergangsgeld. Hierbei handelt es sich um eine Leistung, die bei der Finanzierung einer Umschulung helfen soll und dabei auf Personen anzuwenden ist, die aufgrund einer Erkrankung nicht mehr in ihrem ursprünglichen Beruf arbeiten können.
Übergangsgeld wird immer nur dann bezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

Da es sich bei dem Übergangsgeld um eine anrechenbare Leistung handelt, wird der zu zahlenden ALG2-Satz um den ausgezahlten Betrag verringert.
Da es sich hierbei jedoch um eine sehr individuelle Rechnung handelt, welche im Rahmen dieses Artikels nicht umfassend behandelt werden kann, wenden Sie sich bei diesbezüglichen Fragen bitte an die Bundesagentur für Arbeit bzw. an die Rentenversicherung.

Nachdem nun dargestellt wurde, welche finanziellen Rahmen vorausgesetzt werden, wird noch ein weiterer wichtiger Punkt behandelt, bevor dieser Text mit einem Fazit schließt – den Konsequenzen beim Abbruch einer Umschulung.

 

Abbruch einer Umschulungsmaßnahme mit ALG2 – Die Konsequenzen

Wird eine Umschulungsmaßnahme zwar durch die Bundesagentur für Arbeit zugesagt, jedoch nicht angetreten bzw. Maßnahmen abgebrochen, können finanzielle Einbußen folgen.

Während der Abbruch einer Maßnahme ohne triftigen Grund regelmäßig eine (Teil-)Rückzahlung des Bildungsgutscheines nach sich zieht, werden im Zusammenhang mit ALG2-Zahlungen vor allem Kürzungen vorgenommen werden.

Eine angeordnete Umschulungsmaßnahme etwa, die nicht angetreten wird, kann mit einer Leistungskürzung von 30% geahndet – hierbei handelt es sich um einen Vertragsbruch, welcher gemäß Sozialgesetzbuch geahndet wird.
Bei wiederholten Vergehen werden sogar bis zu 60% der Leistungen einbehalten.

Neben den besseren Erfolgschancen am Arbeitsmarkt ist die Durchführung einer Umschulung also auch direkt finanziell von Vorteil.

 

Umschulung und ALG2 – Fazit

Umschulungen bieten die Möglichkeit, durch eine Neuorientierung einen Neueinstieg in das Berufsleben zu finden. Daher werden Maßnahmen durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert und mittels Bildungsgutscheinen unterstützt.

Auch als Empfänger von ALG2 ist man berechtigt, an eine solchen Maßnahme teilzunehmen und kann zudem von weiteren Zulagen profitieren. Mit einer Kürzung des ALG2-Regelsatzes ist nur dann zu rechnen, wenn vermittelte Maßnahmen nicht wahrgenommen werden können.
Selbst Nebenverdienste durch Minijobs können weiterhin erwirtschaftet werden.

Wir hoffen, Ihnen mit unserem Artikel zum Thema Umschulung und ALG2 ausreichende Informationen geliefert zu haben und wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihren beruflichen Werdegang!

Trotz Krankschreibung zur Umschulung? Ratgeber

Sie haben, eventuell nach langem Bemühen und vielen Formalien, eine Umschulung genehmigt bekommen und sind nun erkrankt? Welche Punkte Sie beachten müssen und welche Besonderheiten es bei einer Krankschreibung während einer Umschulung zu beachten gilt, wird im folgenden Artikel zusammengefasst.

Zunächst sollen jedoch einigen Grundlagen zum Thema Krankschreibung erläutert werden.

 

Krankheit, Krankschreibung, Ausfallzeiten – Die Grundlagen

Im Laufe eines Jahres erkranken deutsche Arbeitnehmer im Schnitt etwa 17 Tage lang und fallen während dieser Zeit für den Arbeitgeber aus. Zwei Drittel dieser Krankheiten dauern maximal eine Woche – Kurzzeiterkrankungen ohne Attest nicht mit eingerechnet.
Ob Muskel- und Sehnenerkrankungen oder Psychische Störungen: Die Liste der Ausfallgründe ist lang. Doch was genau bedeutet eine Krankschreibung?

 

Krankschreibung

Unter dem Begriff Krankschreibung versteht man eine von einem Arzt erstellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Aus dieser Bescheinigung geht hervor, dass eine festgestellte Erkrankung den Arbeitnehmer an der Erbringung der Arbeitsleistung hindert.

Gemäß dem deutschen Arbeitsrecht muss ein ärztliches Attest über eine Krankschreibung spätestens nach dem dritten Kalendertag der Erkrankung vorliegen, um gültig zu sein.Unabhängig von dieser Regelung kann in Arbeitsverträgen auch eine frühzeitigere Vorlage eines Attestes vereinbart sein.

 

Eine Krankschreiben für Umschüler beinhaltet eine Bestätigung für den Arbeitgeber, aus der mehrere Daten hervorgehen:

  • Krankenkasse bzw. Kostenträger
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Versicherungsnummer des Erkrankten
  • Kostenträgerkennung (Kürzel der Kasse)
  • Arztnummer und Name des aufgesuchten und attestierenden Arztes
  • Datumsangabe der Ausstellung, der Feststellung sowie der voraussichtlichen Dauer der Krankschreibung
  • Angabe, ob es sich um eine Erst- oder eine Folgebescheinigung handelt
  • Diagnosen gemäß ICD-10
  • Weitere Angaben zum Verlauf, Wiedereingliederung, etc.

 

Für wen werden Krankschreibungen ausgefertigt?

Ärztliche Atteste und die damit einhergehenden Krankschreibungen kommen für viele Menschen in Betracht, insbesondere spielen sie jedoch bei Angestellten eine große Rolle.
Ob sich Selbstständige die eigene Arbeitsunfähigkeit attestieren lassen, hängt mitunter auch von Fragen der Bilanzierung oder der Steuer ab und soll hier nicht weiter behandelt werden.

Andere Berufsgruppen, bei denen eine Krankschreibung in der Regel notwendig ist sind:

  • Schüler
  • Studenten
  • Angestellte
  • Beamte
  • Soldaten
  • Auszubildende
  • In Umschulungsmaßnahmen befindliche Personen

 

Diese Liste bietet Ihnen nur einen Überblick und ist nicht abschließend. Doch es ist bereits zu erkennen: Auch im Rahmen einer Umschulung sind Krankschreibung und Attest ein Thema!

 

Krankschreibung bei einer Umschulung - Welche Auswirkungen hat dies?

Rund um das Thema Krankschreibung gibt es immer wieder Irrtümer, welche zu einer großen Unsicherheit zur korrekten Verhaltensweise führen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass eine Krankschreibung immer dann erfolgt, wenn der Arzt feststellt, dass es einen medizinischen Grund für eine Minderung der Arbeitsleistung gibt.
Die Krankschreibung soll dem Erkrankten ermöglichen, sich in Ruhe von seiner Krankheit zu erholen und möglichst schnell und ohne Folgeprobleme wieder fit zu werden.

Krankschreibungen sind jedoch nicht mit einem Hausarrest, Berufsverbot oder Urlaubssperre gleichzusetzen!
Jedem krankgeschriebenen Arbeitnehmer steht es grundsätzlich frei, auch vorzeitig wieder zur Arbeit zu erscheinen, seinen Haushalt zu verlassen oder einen angefangenen Urlaub fortzusetzen.

Welche Auswirkungen auf Umschulungsmaßnahmen auftreten können, wird im nun folgenden Teil dieses Artikels weiter betrachtet:

 

Umschulung und Krankheit

Krankheiten gehören zum Leben des Menschen dazu und eine Krankschreibung im Rahmen einer Umschulung ist absolut in Ordnung. Natürlich können bestimmte Umstände dazu führen, dass der zu betreibende Aufwand auf Grund einer Krankschreibung etwas höher ausfällt, als normalerweise. Das ist besonders dann der Fall, wenn Krankheiten mit zu leistenden Prüfungen oder mit einem abzuleistenden Praktikum zusammenkommen.

Wie in diesen Fällen vorzugehen ist, haben wir in den folgenden zwei Punkten zusammengefasst.

 

Krank bei einer Prüfung

Im Rahmen der meisten Umschulung werden eine oder mehrere Prüfungen abgelegt werden müssen, um das Kursziel und somit die Umschulungsmaßnahme erfolgreich abzuschließen.
Prüfungsleistungen können Klausuren, mündliche Vorträge, Probearbeiten oder andere Leistungen umfassen und sind grundsätzlich zu bestehen, ansonsten droht die Umschulung ohne Erfolg als beendet.

Wer während oder im Vorwege einer Prüfung erkrankt und daher die Prüfung nicht abgelegen kann, erhält in den meisten Fällen einen Ersatztermin, an dem eine Prüfung nachgeholt werden muss.
Bei vielen Erkrankungen ist es angebracht, die Prüfungsleistungen zu verschieben, da mangelnde Aufmerksamkeit oder Ablenkungen auf Grund der Symptome mit Krankheiten einhergehen.
Handelt es sich jedoch um eine Krankheit, welche Sie nicht weiter beeinträchtigt, ist das Ablegen der Prüfung natürlich trotzdem möglich. Doch beachten Sie: Sollten Sie durch die Prüfung fallen, können Sie sich im Nachhinein nicht mehr auf Ihre Krankheit berufen und die Prüfung gilt als nicht bestanden.

Sollten Sie auf Grund ihrer Krankheit nicht in der Lage sein, Ihre Prüfung abzulegen, sollten Sie sich auf jeden Fall Ihre Krankheit attestieren lassen und auf eine Krankschreibung beim Arzt bestehen. Dies gilt auch, wenn der Tag der Prüfung erst der erste Krankheitstag ist und Sie normalerweise erst ab dem dritten Tag eine Krankschreibung vorlegen müssen. Der Nachweis der Krankheit ist dringend notwendig, um Ihnen eine Wiederholungsmöglichkeit zu gewähren.

 

Krankheit während eines Praktikums

Praktika sind im Rahmen vieler Umschulungen fester Bestandteil des Ausbildungsprogramms.
Im Rahmen der praktischen Arbeit im neuen Berufsfeld sollen Sie bereits erste Erfahrungen sammeln und beginnen, sich in Ihrem neuen Erwerbsbereich wohl zu fühlen. Die Eindrücke und Geschehnisse während des Praktikums werden von vielen Umschulungsteilnehmern als sehr positiv und prägend beschrieben, umso wichtiger ist es, die Zeit wahrzunehmen und auszunutzen.

Kommt jedoch eine Krankheit dazwischen, kann der Nutzen eines Praktikums eingeschränkt werden. Denken Sie jedoch stets daran, dass Ihre Gesundheit vorgeht und Sie sich durchaus auch während eines Praktikums krank melden können. Inwieweit eine Krankschreibung vorgelegt werden muss und nach welcher Zeit, hängt vom jeweiligen Betrieb ab und sollte dort erfragt werden. Auf jeden Fall ist eine Krankheit unverzüglich dem Arbeitgeber anzuzeigen.

Denken Sie bei Krankheiten, die ansteckend sind, auch an Ihre Kollegen: Selbst, wenn Sie sich persönlich nur leicht eingeschränkt fühlen, könnten Sie durch Ansteckungen weitere Kollegen betreffen und so größeren Schaden verursachen, als wenn Sie einen Tag zuhause bleiben würden.

 

Trotz Krankschreibung zur Umschulung - Fazit

Wer krank ist, ist krank und sollte sich um sich selbst und die eigene Gesundheit kümmern.
Immer dann, wenn längerfristige Ausfälle zu befürchten sind, ist eine Krankschreibung notwendig und sollte beim behandelnden Arzt eingeholt werden.

Sind Prüfungsleistungen oder wichtige Teile der Umschulung betroffen, sollten Sie sich rechtzeitig und lieber früher als später um eine Krankschreibung kümmern.

Nutzen Sie die Zeit der Krankschreibung, um sich zu schonen und möglichst schnell wieder fit zu werden - damit helfen Sie Ihrem Arbeitgeber und dem Erfolg Ihrer Umschulung eher als mit übereifrigem Erscheinen bei der Arbeit.

Wir wüschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Umschulung und natürlich auch: Gute Besserung!

Während einer Umschulung selbständig tätig sein: So geht´s

Sie befinden sich in einer Umschulungsmaßnahme, welche Ihnen durch die Bundesagentur für Arbeit vermittelt wurde und erhalten hierzu auch eine finanzielle Unterstützung im Sinne eines Bildungsgutscheins? Nun möchten Sie begleitend selbstständig tätig sein? Sei es durch Nachhilfestunden, Texterstellungen online oder andere Arbeiten – selbstständige Tätigkeiten bieten Ihnen die Möglichkeit, sich neben Ihrem Haupteinkommen einen Nebenverdienst zu sichern.

Im folgenden Text möchten wir Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen, die Sie haben, sowohl Selbstständigkeit als auch Umschulung unter einen Hut zu bringen. Zunächst beginnen wir mit einigen Worten zur Selbstständigkeit.

Selbstständigkeit – Welche Formen gibt es?

Als selbstständige Arbeit bezeichnet man im deutschen Wirtschaftsjargon all diejenigen Tätigkeiten, die nicht in Abhängigkeit zu einem Arbeitgeber, sondern auf eigene Initiative hin unternommen werden.
Selbstständigkeit ist demnach sowohl als Ein-Personen-Unternehmen möglich, zum Beispiel als Onlinetexter oder DJ, als auch mit mehreren Angestellten. Der Selbständige ist dann ebenfalls Arbeitgeber.
Als Definitionskriterium ist ebenfalls die freie Zeiteinteilung heranzuziehen: Wer sich nicht an vorgeschriebene Arbeitszeiten halten muss und nicht in einer Organisation untergeordnet tätig ist, ist selbstständig.

Es gibt, je nach Größe und Umsatz des selbstständigen Gewerbes, unterschiedliche Formen der Selbstständigkeit, insbesondere die Abgrenzung von Kleingewerbe und Unternehmern ist in Fragen des Steuerrechts interessant und soll hier kurz erläutert werden:

Selbstständig als Kleingewerbe

Kleingewerbe sind grob gesprochen all diejenigen Selbstständigen, deren Tätigkeit nicht an die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und an andere kaufmännische Spezialvorschriften gebunden ist. Kurz gesagt sind all diejenigen Tätigkeiten, die nicht als Kaufmann ausgeübt werden, geeignet um in Form eines Kleingewerbes betrieben zu werden.

Insbesondere in der weiteren Folge ist die Eintragung als Kleingewerbe für Startups und Einzelpersonen leichter und schneller zu erledigen, als im Falle der Unternehmen gem. Handelsgesetzbuch.

Welche Eintragungen vorgenommen werden müssen und welche Punkte Sie beachten müssen, wenn Sie als Kleingewerbetreibende/-r selbstständig sein möchten, finden Sie hier.

Kleinunternehmerregelung

Die sogenannte Kleinunternehmerregelung findet im Rahmen der Lohnsteuererklärung ihre Anwendung.
Selbstständige, deren Gewerbe Gewinne unterhalb des Freibetrages von 24.500 Euro pro Jahr abwirft, müssen keine Gewerbesteuer zahlen. Zusätzlich ist immer dann eine einfache Lohnsteuererklärung ausreichend, wenn die Gewinne eine Schwelle von 17.500 Euro pro Jahr nicht übersteigen – hier reicht eine Anlage zur normalen Steuererklärung mit Aufrechnung von Gewinnen und Ausgaben.

Weitere Informationen rund um das Thema Selbstständigkeit, Gewerbeformen, Meldeauflagen und Steuerfragen erhalten Sie auf den folgenden Seiten:

Nachdem nun die Grundlagen der Selbstständigkeit geklärt wurden, wird im folgenden Teil auf die Besonderheiten im Zusammenhang mit Umschulungsmaßnahmen durch die Bundesagentur für Arbeit eingegangen.

Umschulung und Selbstständigkeit – die Zusammenhänge

Grundsätzlich ist es durchaus möglich im Rahmen einer Umschulung selbstständig zu arbeiten und in dieser Arbeit Gewinne zu erzielen.
Die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen richten sich hier nach der individuellen Arbeitsform, dem Einkommen und der Art des eingetragenen Gewerbes.

Hinsichtlich der Umschulungsmaßnahmen ist zu prüfen, ob die Umschulung durch einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit unterstützt oder sonst in einer Weise finanziell begünstigt wird.
Ist das der Fall, müssen diese Begünstigungen mit den Einnahmen aus der Selbstständigkeit verrechnet werden. Hintergrundinformationen zum Thema Bildungsgutschein und Zuschüsse finden Sie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Zusätzlich zu den finanziellen Fragen ist auch die Arbeitszeit und die Belastung, welche durch die selbständige Arbeit anfällt zu berücksichtigen.
Eine unterstützte Umschulungsmaßnahme wird immer dann gewährt, wenn die Bundesagentur für Arbeit von einem Erfolg dieser Maßnahme ausgeht. Sollten Anhaltspunkte dagegen sprechen (etwa ein zu hoher Arbeitsansatz im Rahmen einer Selbstständigkeit) können Maßnahmen abgelehnt oder nicht genehmigt werden.

Wichtig: Wird eine Umschulung auf eigenen Wunsch abgebrochen, sind bereits erstattete Kosten an den Träger zurückzuzahlen. Ein Abbruch auf Grund einer bestehenden Selbstständigkeit gilt nicht als triftiger Grund und kann einen hohen finanziellen Aufwand bedeutet.

Zum Abschluss dieses Artikels werden wir nun auf eine weitere Fragestellung eingehen, welche die Möglichkeit einer Umschulungsmaßnahme für bereits Selbstständige betrifft.

Umschulungsmaßnahme als Selbstständiger – Geht das?

Selbstständigkeit ist für viele Menschen ein Traum, den sich nicht alle erfüllen. Und diejenigen, die es versuchen, werden viel zu häufig von der Realität eingeholt: Gegründete Gewerbe gehen aus wirtschaftlichen oder privaten Gründen kaputt und die Selbstständigen stehen vor der Frage, wie es in Zukunft weiter gehen soll.

Wenn jedoch bestimmte Faktoren zutreffen, können auch ehemalige Existenzgründer Unterstützungen für Umschulungsmaßnahmen erhalten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Sie als ehemaliger Selbstständige/-r eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche haben, oder zumindest eine Berufsausbildung begonnen haben. Ist dies nicht der Fall, redet man nicht von einer Umschulung, sondern von einer Erstausbildung. Diese richtet sich in ihren Anforderungen und Fördermöglichkeiten nach anderen Regularien, als die Umschulung.

Bei allen Antragstellern wird zudem zuerst geprüft, ob eine Weiterbildung nicht einen ähnlichen Erfolg verspricht. Hintergrund sind die hohen Kosten und die Dauer der üblichen Umschulungsmaßnahmen.

Umschulung und Selbstständigkeit – Fazit

Sie sehen, im Zusammenhang zwischen Umschulung und Selbstständigkeit gibt es diverse Faktoren, die beachtet werden müssen. Die steuerlichen und rechtlichen Aspekte richten sich immer nach den individuellen Vorgaben und müssen im Einzelfall betrachtet werden.
Grundsätzlich ist es jedoch möglich, sowohl während einer Umschulung selbstständig tätig zu sein, als auch als Selbstständiger eine Umschulungsmaßnahme gestattet zu bekommen.


Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden: Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Umschulung, aber welche? So treffen Sie die richtige Entscheidung

Eine Umschulung aufzunehmen stellt eine wichtige Weichenstellung im Leben dar. Man ist bereit, mit seinem bisherigen Beruf abzuschließen und stattdessen einen völligen Neuanfang zu beginnen. Grund für die Aufnahme einer Umschulung ist in der Regel, dass man in seinem alten Beruf nicht mehr arbeiten kann oder will.

Hierbei spielen oft körperliche oder seelische Ursachen eine Rolle, etwa eine Verletzung oder eine chronische Erkrankungen, die zu teilweiser Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Nicht selten geben aber auch mangelnder Verdienst oder unzureichende Zukunftsperspektiven in der jeweiligen Berufsrichtung den Ausschlag, sich für eine Umschulung zu entscheiden.

Damit die Umschulung jedoch eine tatsächliche Besserung der beruflichen Lage herbeiführt, sollte ihre Wahl wohl überlegt sein. Zunächst gilt es sich für eine bestimmte Berufsrichtung zu entscheiden. Die Entscheidung sollte dabei von mehreren Faktoren abhängig gemacht werden.

 

Welcher Beruf passt zu mir?

In erster Linie sollte man sich Gedanken machen, welche berufliche Richtung den eigenen Wünschen, Vorstellungen, Fähigkeiten und Neigungen am nächsten kommt. Das schlimmste, was geschehen kann, ist nämlich, dass man sich in einen Beruf zwingen lässt, der einem gar nicht liegt. In einem solchen Fall wird sich schon während der Umschulung schnell Frustration breit machen.

Man schleppt sich jeden Morgen nur noch widerwillig zur Berufsschule oder zum Betrieb, kann den Feierabend gar nicht erwarten, arbeitet nur mit halber Kraft und ist im Unterricht unaufmerksam. An einen raschen und guten Abschluss ist unter diesen Bedingungen nicht zu denken. Noch schlimmer: Es wird sich diese Einstellung auch im späteren Berufsleben fortsetzen. Erfolge können auf diese Weise nicht erzielt werden. Wer möchte sich so sein restliches Leben vorstellen?

Das wichtigste Kriterium ist demnach, eine Umschulung zu wählen, die den eigenen Interessen entspricht. Es sollte ein Beruf sein, von dem man sich vorstellen kann, dass man ihn für viele Jahre mit Begeisterung und Tatkraft ausüben kann. Zumindest sollte es ein Beruf sein, der nicht von vornherein völlig abschreckt oder deprimiert. Zudem ist zu bedenken, dass einige Berufe hohe körperliche und geistige Anforderungen stellen und man sich gewiss sein sollte, diese auch bis zur Rente erfüllen zu können.

 

Welcher Beruf ist gefragt?

Begeistern allein genügt jedoch nicht. Was nützt es zum Beispiel, einen Beruf zu erlernen, der einem große Freude bereitet, der auf dem Arbeitsmarkt jedoch wenig gefragt oder durch großen Bewerberandrang charakterisiert ist? Es ist daher wichtig, die Umschulung auch so zu wählen, dass man in einem Beruf mit möglichst großem Bedarf an Arbeitskräften und vielen freien Stellen landet. Dies ist gegenwärtig zum Beispiel bei Pflegeeinrichtungen aller Art, bei Kindergärten, in der IT-Branche und bei der Lagerhaltung und Logistik der Fall. Umso besser ist es darüber hinaus, wenn nur wenige Menschen diesen Beruf ausüben. Auf diese Weise erhöht man seine Chancen auf eine rasche und sichere Anstellung dramatisch. Schlechte Aussichten gibt es dagegen für Kaufleute, Köche, Automechaniker, Journalisten und Designer, da der Arbeitsmarkt in diesen Berufszweigen bereits gesättigt ist.

 

Für welchen Beruf habe ich Vorkenntnisse?

Unter Umständen können auch bestimmte Vorkenntnisse für eine Umschulung prädestinieren. Dies können sowohl berufliche Vorkenntnisse sein als auch privat erworbene. Wer ohnehin einen grünen Daumen hat, für den ist vielleicht der Beruf des Gärtners oder Grünanlagenpflegers nicht verkehrt. Wer eine soziale Ader hat und gern in menschlicher Gesellschaft ist, der ist womöglich für einen Pflegeberuf gut geeignet. Wer sich im Haushalt kleinere Reparaturen zutraut und geschickte Hände hat, der eignet sich sicher auch zum Hausmeister oder Klempner.

Allerdings ist auch Vorsicht geboten. Nur weil jemand zu Hause das eine oder andere schmackhafte Gericht zaubern kann, eignet er sich nicht auch gleich zum Koch. Dieser muss nämlich unter Zeitdruck eine große Zahl verschiedener Speisen zubereiten können, unter anderem auch solche, die ihm vielleicht selbst gar nicht munden. Es macht teilweise einen Unterschied, ob man etwas nur hobbymäßig oder professionell ausüben muss.

 

Welchen Beruf kann ich an meinem Wohnort ausüben?

Natürlich kann es nicht verkehrt sein, sich zunächst zu informieren, welche Berufe in der unmittelbaren Umgebung gefragt sind. Gibt es in der Heimat vielleicht den ein oder anderen Großbetrieb, der regelmäßig nach Arbeitskräften für eine bestimmte Tätigkeit sucht? Dies ist üblicherweise bei jeder Form des produzierenden Gewerbes der Fall. Wird im Heimatort demnächst ein neues Altenheim errichtet oder gibt es dort ein großes Krankenhaus? Dann ist sicherlich auch Bedarf an Pflegepersonal vorhanden. Besonders Menschen, die familiär gebunden sind, sollten sich vor einer Umschulung Gedanken machen, ob der neue Beruf ihnen eine Perspektive in unmittelbarer Nähe zu ihrem Wohnort eröffnet. Wichtig ist natürlich auch, dass das entsprechende Umschulungsangebot am Wohnort verfügbar ist. Wer dagegen mobil ist, für den spielt dieser Aspekt weniger eine Rolle.

 

Welche Umschulungen gibt es überhaupt?

Viele Menschen sind sich der vielen Möglichkeiten zur Umschulung gar nicht bewusst. Bevor die Entscheidung für eine bestimmte Umschulung fällt, sollte man sich daher einen Überblick verschaffen, welche Umschulungen überhaupt angeboten werden. Eine erste Anlaufstelle bilden hier neben der Umschulungsübersicht von Ratgeber Umschulung die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter. Dort kann man sich über regionale und überregionale Angebote informieren. Eine erste Orientierung bietet auch der Online-Kursfinder der Arbeitsagentur. Außerdem kann man sich auf ihrer Seite auch über konkrete Berufsbilder informieren. Angebote für Umschulungen findet man häufig auch auf den Webseiten von Bildungswerken, etwa hier für Bayern, oder auf den Seiten der Berufsförderungswerke, zum Beispiel hier für Berlin.

Umschulung mit Meister-BAföG finanzieren: Ratgeber

Sie befinden sich im Beruf und haben bereits eine erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen, sehnen sich nun jedoch nach einer Umschulung? Eventuell kommt für Sie die Beantragung vom Meister-BAföG in Betracht.
Im folgenden Artikel haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt und einen kleinen Ratgeber formuliert.
Zunächst werden wir einige Grundlagen zum Thema Meister-BAföG erläutern und später auf die Antragstellung und Besonderheiten der Rückzahlung eingehen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Meister-BAföG – Grundsätze

 

Was ist das Meister-BAföG?

Das als Meister-BAfög bekannt gewordenen Förderprogramm wird auch Techniker-BAföG genannt, ist aber seit dem 01.08.2016 offiziell mit dem Titel „Aufstiegs-BAföG“ bezeichnet.
Dieses staatliche Programm soll bereits fertig ausgebildeten Personen die Möglichkeit geben, sich in ihrem Berufsfeld weiter fortzubilden. Die Förderung dieser Fortbildungsmaßnahmen ist lediglich an die Voraussetzung geknüpft, dass bereits eine erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Eine Altersgrenze oder eine Festlegung auf bestimmte Berufe gibt es hingegen nicht. Seit dem 01.08.2016 werden nun auch Personen gefördert, die über ein abgeschlossenes Bachelorstudium verfügen.
Ziel des Programmes ist es, durch finanzielle Unterstützung der Fortbildung bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten von Fachkräften ausbilden zu lassen und diesen Personen eine bessere berufliche Perspektive zu verschaffen.

 

Was beinhaltet das Meister-BAföG?

Wie auch beim Studenten-BAföG richtet sich der individuelle Fördersatz beim Meister-BAföG nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).
Gefördert werden durch das Meister-BAföG Weiterbildungen und Berufsqualifikationen. Hier kommt es auf die spezielle Form der jeweiligen Maßnahme nicht an, so können etwa Fernstudiengänge, Präsenzlehrgänge in Teil- oder Vollzeit oder andere Maßnahmen angegeben werden.
Die finanzielle Unterstützung soll hierbei vermeiden, dass die finanzielle Situation der Antragsteller sich durch ihre Maßnahmen zur weiteren Qualifikation verschlechtern.
Eine Förderung nach dem AFBG bringt die Antragsteller übrigens nur bis zu einem gewissen Punkt. Hochschulstudiengänge werden nicht übernommen – es handelt sich im Grundsatz um spezielle Berufsförderungen.

 

In welchem Umfang wird gefördert?

Grundsätzlich regelt das AFBG die Höhe der jeweiligen Förderung in Betrachtung der individuellen Lebensumstände. So unterscheiden sich die möglichen Fördersummen je nach familiärer Situation mitunter erheblich. Diverse BAföG-Rechner im Internet geben Aufschluss über die persönlichen Möglichkeiten.
Nach dem AFBG erhalten Antragsteller einen Zuschuss von 40% der eingereichten Kosten – diese Summe muss nicht zurückgezahlt werden und kann vom Staat übernommen werden.
Die Restsumme muss persönlich erbracht werden, kann aber mittels kostengünstiger Kredite der KfW abbezahlt werden.
Wir haben an dieser Stelle darauf verzichtet, Beispielrechnungen aufzustellen, da die zu beachtenden Faktoren sich von Antragsteller zu Antragsteller unterscheiden und eine Abbildung bestimmter Beispiele nicht zu einer Orientierung geeignet sind. Ein Rechner für den individuellen Fördersatz finden Sie hier.

Zu beachten gilt jedoch: Zwischen dem gezahlten BAföG und dem persönlichen Vermögen gibt es einen Zusammenhang. Im AFBG finden sich daher bestimmte Freibeträge, welche für einen Antrag beachtet und mit eingerechnet werden müssen.
Besonders bei Immobilienbesitzern ist die Aufrechnung dieser Freibeträge nicht ganz unkompliziert – hier ist genau zu beachten, welche Sätze angegeben werden müssen!

 

Wer wird gefördert?

Wie bereits erwähnt ist das Meister-BAföG für Berufsaufsteiger entwickelt worden und soll ausgebildetem Fachpersonal die Möglichkeit einer weiteren Fortbildung oder Spezialisierung bieten.


Hierzu gehören neben Handwerkern auch

  • Steuerfachwirte
  • Fachkrankenpfleger
  • Erzieher
  • Techniker
  • Fachkaufleute
  • Industriemeister
  • Programmierer
  • Betriebsinformatiker
  • Fachwirt
  • Betriebswirt
  • Bilanzbuchhalter
  • Controller

 

Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend sondern lässt sich um diverse Berufsgruppen und Ausbildungszweigen fortsetzen – wir wollen hiermit lediglich einen ersten Überblick geben.


Die Förderung mittels Meister-BAföG ist nicht altersabhängig, sondern kann von allen Altersgruppen genutzt werden.

 

Steuer

Die Ausbildungen, die vom Meister-BAfög unterstützt werden, unterliegen steuerrechtlich den Fortbildungsmaßnahmen und können entsprechend bei der Lohn- bzw. Einkommenssteuer berücksichtigt werden.
Fahrtkosten, Werbungskosten und Verpflegungsmehraufwand sind ebenso steuerlich geltend zu machen wie die mit einem etwaigen Kredit verbunden Zinsen.

Nachdem wir Ihnen nun die Grundlagen des Meister-BAföG aufgelistet haben, möchten wir im nächsten Teil zu den Antragsmöglichkeiten kommen.

 

Meister-BAföG richtig beantragen

Bei der Beantragung der Unterstützungsleistung ist es enorm wichtig, dass der Antrag zeitgerecht, das heißt noch vor Beginn der Maßnahme eingereicht wird.
Es empfiehlt sich, das fertige Formular eingehend zu prüfen und bei Fragen oder Unsicherheiten bei der entsprechenden Stelle nachzufragen – falsch ausgefüllte Anträge verzögern die Auszahlung der Leistungen und können zum Teil auch zu einer Ablehnung des Antrages führen.

Zuständig für die Beantragung von Meister-BAföG ist, genauso wie beim Studenten-BAföG, das örtlich zuständige BAföG Amt. Die eventuell notwendigen Kredite werden über die KfW in Bonn erstellt und ausgezahlt – die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist hier der feste Partner der BAföG-Ämter und kann nicht gegen andere Anbieter ausgetauscht werden.

Die Formulare und Unterlagen sind auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit hier einsehbar.

Zum Stellen des Antrages gibt es viele Online-Hilfestellungen und weiterführende Artikel. Wir empfehlen Ihnen, sich ausführlich mit den Möglichkeiten und Antragsformen auseinander zu setzen. Eine tiefergehende Information zum Thema erhalten Sie persönlich bei Ihrer Bundesagentur für Arbeit oder online hier.

 

Meister-BAföG – Fazit

Mit dem Meister-BAföG können bereits berufstätige und ausgebildete Fachleute weitere Fortbildungsmaßnahmen nutzen und hierbei finanziell unterstützt werden.
Die Förderung von 40% der entstehenden Kosten ist für alle Antragsteller geeignet, entstehenden Kosten einer Fortbildung und eventuelle Verdienstausfälle zu kompensieren.

Wenn Ihre Voraussetzungen zum beantragen der Förderung stimmen und Sie mit dieser Unterstützung einen Schritt in Ihre berufliche Zukunft wagen wollen, wünschen wir Ihnen hierbei viel Erfolg!

 
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