Umschulung an einer Fachschule: Das müssen Sie wissen!

Auch Fachschulen bieten oft eine gute Auswahl an Umschulungen.

Auch an Fachschulen haben Sie die Möglichkeit, sich umschulen zu lassen. Es sind insbesondere spezielle Berufe, die an solchen Schulen gelehrt werden. Hier erfahren Sie alles, was Sie vorab über diesen Ausbildungsweg wissen müssen!

 

Fachschulen sind keine Berufsschulen!

Achtung! Es handelt sich hierbei um Fachschulen, die eine spezielle Ausbildung anbieten und nicht um sogenannte Berufsschulen. Berufsschulen sind im deutschsprachigen Raum nämlich ein Teil des dualen Ausbildungswegs: An Berufsschulen werden theoretische Hintergründe zum praktischen Handwerk gelegt, die für den erlernten Beruf von besonderem Interesse sind. Wenn Sie sich beispielsweise in einer betrieblichen Umschulung befinden, haben Sie die Möglichkeit (meist aber nicht die Pflicht), solche Berufsschulen zu besuchen – meist wird im Umschulungsvertrag festgehalten, was vom Umschüler verlangt wird. Anders sieht es aber bei Fachschulen aus!

 

Grundsätzliches zu Fachschulen und entstehende Kosten

Fachschulen haben heute eigentlich die Aufgabe, Weiterbildungen anzubieten. Personen, die bereits eine erste Berufsausbildung oder Berufserfahrung in einem gewissen Bereich vorweisen können, haben hiermit die Möglichkeit, sich zu spezialisieren oder einen neuen Ansatz kennenzulernen. Doch auch Umschulungen werden in manchen Fachschulen angeboten. Vereinzelt können eventuell Kosten entstehen – im Normalfall erhalten Sie aber von der Bundesagentur für Arbeit einen Bildungsgutschein und können damit anschließend Ihre Ausbildungskosten begleichen. Ganz im Gegensatz dazu kann es sogar an manchen Fachschulen und in manchen Bereichen vorkommen, dass Sie schon während der Ausbildungszeit Lohn beziehen.

Auch wenn die Rahmenbedingungen der Ausbildung in Fachschulen in der sogenannte Rahmenvereinbarung über Fachschulen aus dem Jahr 2002 verankert sind, ist die genaue Handhabe von Fachschulen Landessache. Es können für Sie also Unterschiede von Bundesland zu Bundesland entstehen. Diese Unterschiede betreffen sowohl die Zugangsvoraussetzungen, als auch den Inhalt der Umschulungen. Dementsprechend sollten Sie sich im Vorhinein informieren, welchen qualitativen Anspruch Ihre ausgewählte Fachschule besitzt.

 

Urlaubsanspruch an einer Fachschule

Der Name verrät es bereits: An einer Fachschule sind Sie als Schüler eingetragen. Schüler besitzen kein eigenes Recht auf Urlaub und sind nicht vom Bundesurlaubsgesetz betroffen. Das heißt, dass Sie theoretisch keinen Anspruch auf Urlaubstage haben. In der Praxis sieht es aber anders aus: Meist fallen die freien Tage in die typischen Urlaubsmonate, genauso wie an herkömmlichen Schulen auch. Sie werden aber jedenfalls idealerweise bereits vor dem ersten Schultag wissen, wann Sie im kommenden Semester Urlaub haben werden und wann Sie die Schulbank drücken müssen.

 

Dauer der Ausbildung und Arbeitszeiten

Auch die Ausbildungsdauer variiert, je nachdem, ob Sie die Fachschule als Abendschule im Sinne einer Weiterbildung oder wirklich als Umschulungsmaßnahme nutzen. Letztlich hängt die Dauer der Ausbildungszeit auch vom angestrebten Berufsfeld ab.

 

Beispiele für eine Umschulung an einer Fachschule

Um konkreter zu werden folgen hier ein paar Beispiele für eine mögliche Umschulung an einer Fachschule: Die berufliche Schule Hamburg-Harburg (BS18) führt auch eine Fachschule für Sozialpädagogik und diese bietet eine Umschulung zum/r staatlich anerkannte/n Erzieher/in an. Diese Ausbildung dauert insgesamt fünf Schulhalbjahre auf Vollzeitbasis und erfordert einen Bildungsgutschein und ein gewisses Ausmaß an beruflicher Vorqualifikation, ist für Sie aber darüber hinaus kostenlos. Diese Umschulungsmaßnahme zum/r Erzieher/in an Fachschulen wird momentan (und auch zumindest bis 2020) von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Programms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas” stark gefördert – sogar die Vergütung der Fachschüler/innen, die in diesem Fall bereits in einem Sozialversicherungsverhältnis stehen und in einem Kindergarten angestellt sind, wird über dieses Programm mitgefördert!

Das zweite Beispiel liefert uns die Private Fachschule für Wirtschaft und Soziales gGmbH. Die angebotenen Ausbildungen können hier auch als Umschulung begangen werden, anders als bei der beruflichen Schule Hamburg-Harburg ist man hier aber toleranter, was die Zugangsvoraussetzungen betrifft. Urteilen Sie selbst anhand des Beispiels einer Umschulung zum IT- Systemelektroniker.

Das dritte und letzte Beispiel, um die unterschiedlichen Herangehensweisen zu demonstrieren, widmet sich wieder dem Beruf des Erziehers. Das gemeinnützige Schulungszentrum für Sozialwesen gGmbH Auerbach in Sachsen bietet ebenfalls diese Umschulungsvariante an. Auch hier sind wieder andere Voraussetzungen gegeben als in den ersten beiden Beispielen. Sogar der Kursverlauf unterscheidet sich ein wenig von der Fachschule in Hamburg, unter anderem in seiner Dauer.

 

Fazit

Umschulungen an Fachschulen sind möglich, aber in jedem Bundesland anders geregelt. Die übergeordnete Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2002 bietet zwar grundsätzliche Übereinstimmung über Aufgabe der Fachschulen, die konkrete Auslegung unterliegt aber den Ländern. Das bedeutet, dass die Ausbildung für Erzieher in Hamburg anders aussehen kann als in Sachsen.

Betriebliche oder überbetriebliche Umschulung?

Betriebliche oder überbetriebliche Umschulung – und was ist eigentlich der Unterschied?

Anders als bei den meisten Weiterbildungen geht es bei einer Umschulung nicht darum, die eigene Expertise in einem Fachbereich zu vertiefen. Sinn einer Umschulung ist es, einen bislang nicht ausgeübten Bereich zu erlernen, um anschließend in diesem Bereich tätig zu werden. Für diese Maßnahme gibt es verschiedene Arten – hier erfahren Sie den Unterschied zwischen einer betrieblichen und überbetrieblichen Umschulung.

 

Betriebliche Umschulungen

Bei einer betrieblichen Umschulung sind Sie direkt bei einem Betrieb angestellt und erhalten Ihre Ausbildung aus dualem Weg. Das bedeutet, dass sich in Ihrem Lernprozess Praxis- und Theorieteile abwechseln. Da Sie bei einer Umschulung einen Beruf ähnlich wie ein Lehrling lernen, werden Sie auch ähnliche Bedingungen vorfinden – das heißt, Sie werden genauso ein Gehalt von Ihrem Ausbildner beziehen, wie es der Lehrling macht. Sie werden unter Umständen sogar mit Lehrlingen in Kontakt kommen, die gemeinsam mit Umschülern eingearbeitet werden. Dieses Aufeinandertreffen kann spätestens in einer Berufsschule zustande kommen – der Besuch dieser staatlichen Einrichtung ist für Sie zwar nicht zwingend erforderlich, aber in jedem Fall empfehlenswert. Meist regelt der Umschulungsvertrag den Besuch einer Berufsschule.

 

Voraussetzungen für betriebliche Umschulungen

Als Arbeitnehmer müssen Sie keine hochgesteckten Voraussetzungen für eine betriebliche Umschulung erfüllen. Es gibt aber eine Reihe an Voraussetzungen für Betriebe, die eine betriebliche Umschulungen anbieten wollen. Die genauen Bedingungen dafür listet die Arbeitsagentur auf dieser Homepage auf.
Dazu gehört unter anderem ein Umschulungsvertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber der Betrieb muss auch über die Berechtigung verfügen, Menschen auszubilden. Auch die Ausbildungszeit ist geregelt und soll zwei Drittel der Lehrdauer des gewünschten Berufs betragen.

 

Finanzielle Unterschiede

Bei der Frage nach Vor- und Nachteilen steht der finanzielle Aspekt meistens ganz vorne: Sollten Sie sich für eine betriebliche Umschulung interessieren, haben Sie in jedem Fall den Vorteil, ein fixes Gehalt zu beziehen, was bei schulischen oder außerbetrieblichen Umschulungen nicht der Fall ist. Überbetriebliche Umschulungen kosten den Bildungsträgern Geld – dieses Geld kann zwar über Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit meist komplett beglichen werden, allerdings benötigen Sie darüber hinaus Geld für Lebenserhaltungskosten. Was den finanziellen Aspekt angeht, sind Sie bei betrieblichen Umschulungen daher im Vorteil, da die betriebliche Entlohnung die Zahlungen für Arbeitslose in der Regel deutlich übersteigen.

 

Überbetriebliche Umschulungen

Anders als bei betrieblichen Umschulungen sind Sie hier nicht in einem Betrieb angestellt. Das bedeutet für Sie, dass Sie kein fixes Gehalt beziehen, es bedeutet aber auch, dass jemand anderes Ihre Ausbildung übernehmen muss. Das sind in diesem Fall private Bildungsträger – diese kümmern sich um theoretische und praktische Aspekte Ihrer Ausbildung, meist erfolgt ein Wechselspiel von Praxis- und Theorieteilen. Die praktischen Ausbildungsabschnitte erfolgen dabei entweder im hauseigenen Umfeld der Ausbildungsstätte (zum Beispiel in einer schulischen Werkstatt) oder über zugewiesene Praktika in richtigen Unternehmen. Den privaten Bildungsträgern entstehen durch Ihre Ausbildung allerdings Kosten, die Sie decken müssen.

Eine gute Möglichkeit, um die Kurskosten für überbetriebliche Umschulungen übernehmen zu können, sind die Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit. Diese Bildungsgutscheine können Sie für die anfallenden Kosten der Umschulung verwenden, in der Regel übernimmt die Bundesagentur die entstehenden Kosten in diesen Fällen. Sollte sich der private Ausbildungsträger außerdem weit entfernt vom eigenen Wohnort befinden, besteht auch oft die Möglichkeit, dass Sie während der Ausbildung in einem Internat schlafen.

 

Fazit: Welche Umschulung ist die bessere für mich?

Welche Art der Umschulung für Sie besser ist, lässt sich wohl nicht ganz pauschal sagen. In jedem Fall haben Sie bei betrieblichen Umschulungen den Vorteil eines fixen Gehalts. Für viele Arbeitnehmer hat es auch positive psychologische Effekte, ein geregeltes Einkommen von einer gewissen Stelle zu erhalten – letztlich bleibt auch mehr Geld in der eigenen Tasche. Einer der größten Vorteile der außerbetrieblichen Umschulung liegt in seiner vereinheitlichten Ausbildung: Sie müssen kaum fürchten, dass andere Umschüler in einem anderen Bundesland eine bessere Ausbildung als Sie erhalten.

Außerdem sind die Chancen einer Weiterverpflichtung bei betrieblichen Umschulungen naturgemäß besser als bei überbetrieblichen Umschulungen durch einen privaten Bildungsträger – das liegt aber in der Natur der Sache und muss nicht bedeuten, dass die privaten Bildungsträger ein schlechteres Ausbildungsniveau aufweisen würden! Die beste Möglichkeit, die Sie haben, um den Nutzen und die fachliche Güteklasse der gewünschten Ausbildung zu erfahren, sind Gespräche mit ehemaligen Absolventen – eventuell finden Sie auch online Meinungen ehemaliger Umschüler, die Ihnen weiterhelfen.

Habe ich während einer schulischen Umschulung Urlaub? 

Auch während einer Umschulung haben Personen natürlich Anspruch auf Urlaub. Wer Zeit in eine Umschulung investiert, wird genauso wie jeder andere manchmal an seine Grenzen gelangen und sich früher oder später nach freien Tagen sehnen. Bei betrieblichen Umschulungen besteht sogar ein gesetzlicher Schutz über das Bundesurlaubsgesetz.

 

Wieviel Urlaubsanspruch steht mir zu?

Wie viele Tage an Urlaubsanspruch Sie haben, hängt auch von der Art der Umschulung ab. Nicht jede Umschulungsart bringt dieselbe Anzahl an Tagen. Grundsätzlich sollten Sie sich aber darauf einstellen, dass der Anspruch selten ein Ausmaß von 24 Tagen überschreitet. In der Regel können Sie nämlich von zwei Urlaubstagen pro Kalendermonat ausgehen. Hauptsächlich entscheidet aber die Art der Umschulung über die Anzahl an verfügbaren Urlaubstagen.

 

Urlaubsanspruch bei betrieblichen Umschulungen

Wenn Ihnen eine betriebliche Umschulung bevorsteht, können Sie Ihren Urlaubsanspruch normalerweise aus dem Umschulungsvertrag entnehmen. Das Bundesurlaubsgesetz ist in diesem Fall für Sie gültig, da Sie wie andere Angestellte auch behandelt werden. Sie können sich normalerweise auf 24 freie Tage pro Jahr einstellen. Die konkrete Anzahl ergibt sich aber auch über die von Ihnen erbrachte Leistung und Anwesenheit – wenn Ihre Umschulung nur auf Teilzeitbasis erfolgt, werden Sie auch weniger Urlaubsanspruch haben.

 

Urlaubsanspruch bei schulischen Umschulungen

Anders als bei der betrieblichen Umschulung gelten Sie bei einer schulischen Umschulung als Schüler/in und nicht als Angestellte/r. Das bedeutet auch, dass Ihr gesetzlicher Anspruch auf Urlaubstage über das Bundesurlaubsgesetz entfällt. Bei schulischen Umschulungen wird der Lehrstoff gleichzeitig an mehrere Kursteilnehmer vermittelt, die Abwesenheit einzelner Schüler ist also auch nicht für Ihre eigenen Interessen förderlich, da der Lehrstoff anschließend selbstständig nachgelernt werden müsste. Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass Sie keineswegs Urlaub haben werden. Sie werden dennoch einen Umschulungsvertrag erhalten und in diesem ist auch der Urlaubsanspruch geregelt – wie bei der betrieblichen Umschulung.

Allerdings kann der Urlaubsanspruch im Schnitt etwas niedriger ausfallen als bei der betrieblichen Umschulung. Im Normalfall haben Sie aber auch in diesem Modell die Möglichkeit, vor allem zur Ferienzeit im Sommer, zu Weihnachten und zur Osterzeit, in den Urlaub zu fahren.

 

Urlaubsanspruch bei Bildungsgutscheinen

Falls Sie Ihre Umschulung mithilfe eines Bildungsgutscheins durchführen wollen und die Finanzierung daher von der Agentur für Arbeit durchgeführt wird, so ist diese Agentur auch Ihr Ansprechpartner in Sachen Urlaub. Sie müssen in so einem Fall genauso wie ein regulärer Arbeitnehmer einen Antrag auf Urlaub stellen, Ihr Arbeitgeber ist in diesem Fall die Agentur für Arbeit. Wie im richtigen Arbeitsleben auch, wird Ihr Ansuchen anschließend vom Arbeitgeber begutachtet und gegebenenfalls positiv bestätigt.

Sollten Sie diesen Schritt nicht machen, droht der Ausfall oder die Sperre von Fördergeldern für Ihre Umschulung.

 

Sonstige Information rund um den Urlaub während Umschulungen

Neben den oben genannten Informationen gibt es noch weitere Dinge zu bedenken: In vielen Umschulungen legt der Ausbildner bereits vor Beginn der Umschulung fest, wann Sie Ihre Urlaubstage verwenden können. Das heißt, dass bereits von Anfang an feststeht, welche Tage Sie für einen Urlaub nutzen können. Das hat Vor- und Nachteile, aber meistens werden die Urlaubstage für Eltern günstig gelegt, finden also hauptsächlich in der Ferienzeit statt.

Sollten Sie sich außerdem nicht in einer regulären Umschulung, sondern in einer Weiterbildung befinden, kann es bei einer kurzen Weiterbildungsdauer von ein paar Monaten durchaus sein, dass Sie gar keinen Anspruch auf Urlaub haben.

 

Fazit

Auch in der Umschulung werden Sie im Normalfall in den Genuss von Urlaubstagen kommen. Vor allem bei betrieblichen Umschulungen ist das sogar gesetzlich im Bundesurlaubsgesetz verankert. Bei schulischen Umschulungen haben Sie zwar keinen Anspruch auf Urlaub, gerade in der Ferienzeit wird es aber ziemlich sicher zu freien Tagen kommen.

Das betrifft allerdings nur wirkliche Umschulungen, kürzere Weiterbildungen innerhalb weniger Monate können durchaus auch ohne Urlaubstage für den Arbeitnehmer/in vorkommen.

Umschulung selber bezahlen – Der Ratgeber

Die Umschulung selbst zu finanzieren bleibt manchmal die einzige Möglichkeit.

Wer in der misslichen Lage ist, dass die Arbeitsagentur die Finanzierung einer Umschulung nicht übernimmt, stellt sich vielleicht die Frage, ob eine Umschulung nicht auch selbst finanziert werde könnte. Dieser Artikel gibt eine umfassende Übersicht, unter welchen Voraussetzungen dies der Fall ist, was es zuvor und dabei zu beachten gilt und welche Alternativen darüberhinaus bestehen.

Kann man bei einer Ablehnung eine Umschulung auf eigene Kosten machen?

Nachdem Sie eine Ablehnung erhalten haben, mag einer der ersten Gedanken sein – Ich mache die Umschulung trotzdem und bezahle sie zur Not selber. Zunächst sollten Sie diesen Gedanken zur Seite schieben und folgende Schritte unternehmen:

Legen Sie innerhalb der vier wöchigen Widerspruchsfrist Widerspruch gegen die ablehnende Entscheidung  ein. Auch wenn Sie Zweifel am Erfolg des Widerspruchs haben oder sich nicht sicher sind, ob die Widerspruchsfrist schon abgelaufen ist, sollten Sie es vorsorglich tun. Möglicherweise ist es noch verfrüht sich schon Gedanken über eine eigenständige Finanzierung zu machen.

Was kostet eine selbstfinanzierte Umschulung?

Der Unterschied zwischen einer privaten Umschulung und zu einer vom Arbeitsagentur finanzierten Umschulung ist vor allem ein finanzieller. Die Kosten einer Umschulung sind beachtlich, insbesondere wenn man sie selber stemmen muss. Zunächst die kommen auf den Umschüler die Kosten der Umschulung an sich zu, also der Betrag denn der Bildungsträger in Rechnung stellt. Regelmäßig sind dies einige hundert Euros im Monat.

Zusätzlich belasten die Krankenkassenbeiträge den Umschüler: Die Krankenversicherung wird vom Kostenträger der Umschulung finanziert. Bei einer selbstfinanzierten Umschulung bleiben diese Kosten an Ihnen hängen.

Kann man während einer selbstbezahlten Umschulung ALG II beziehen?

Darüberhinaus sehen die deutschen Gesetze keinen Ausnahmetatbestand vor, wie der Staat den Umschüler unterstützt, wenn eine Umschulung selbst bezahlt wird: Im Grundsatz kommt kein Arbeitslosengeld in Betracht, da Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Da es sich nicht um eine Ausbildung handelt, ist auch das Bafög nicht einschlägig. Denkbar sind allerdings zwei andere Wege der Finanzierung. 

“Wichtigen Grund” für Umschulung darlegen, statt selber zahlen

Der Staat gibt umschulungswilligen Bürgern leider keinen Anspruch auf eine geförderte Umschulung, sondern stellt die Bewilligung in das Ermessen der Behörden. Der Ermessensspielraum reduziert sich jedoch, wenn die Umschulung notwendig ist, also ein wichtiger Grund für die Umschulung vorliegt.

Als wichtiger Grund wird anerkannt, wenn aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung ohne die Umschulung der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Aber auch sehr geringe Erfolgsaussichten auf dem Arbeitsmarkt für den erlernten Beruf, sprechen für eine Umschulung, wenn dadurch der Umschüler wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden kann. Sie könnten Ihren Umschulungswunsch in dieser Konstellation durch eine große Anzahl an Ablehnungen bei Ihrer Arbeitsplatzsuche unterstützen.

Umschulung selbst finanzieren mit Unterstützung des Europäischen Sozialfond

Statt die eigenen Ersparnisse aufzubrauchen, könnte eine Förderung durch den Europäischen Sozialfond eine alternative darstellen. Eine Beratung durch die Arbeitsagentur ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Auf der Seite www.esf.de erfahren Sie mehr zu den Förderbedingungen, Antragstellung und Beratungsstellen.

Umschulung durch einen Fernkurs

Eine Umschulung kann sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit per Fernstudium erfolgen. Die größten Fernschulen bieten Angebote aus Wirtschaft, Technik, Persönlichkeitsbildung und noch vielem mehr.

Ist eine Umschulung auch in anderen Bundesländern möglich?

Hin und wieder ergeben sich besondere Möglichkeiten und man will in einem anderen Bundesland umgeschult werden. Eventuell haben Sie dort eine günstige Wohngelegenheit, oder Sie wollen eine seltene Ausbildung starten, die nur in wenigen Bundesländern angeboten wird. Auch in solchen Fällen können Sie eine Bewilligung solcher Umschulungen beantragen.

 

Aus Kostengründen abgelehnt?

Je nach Träger der Ausbildung kann eine solche Anfrage aber auch abgelehnt werden. Eine solche Umschulung in einem anderen Bundesland kann den Träger mit zusätzlichen Kosten belasten, manche lehnen Umschulungen in anderen Bundesländern daher automatisch ab.

Längere Wegstrecken erhöhen im Normalfall die Kosten, die mit der individuellen Umschulung einhergehen, und sind auch für Sie nicht zeiteffizient, daher lehnen Behörden solche Ansuchen gerne ab. Doch nicht immer ist das auch wirklich der Fall. Manchmal finden sinnvolle Umschulungsmaßnahmen im eigenen Feld nun mal nur in einem anderen Bundesland statt.

 

Nachfragen kostet nichts

Sollten Sie in diese Richtung tendieren und Ihr Ansuchen abgelehnt worden sein, so bleibt Ihnen noch immer die Möglichkeit, nachzufragen, wieso der Bescheid abgelehnt wurde. Mit etwas Hartnäckigkeit kann in solchen Fällen ein klärendes Gespräch erreicht werden, das letztlich vielleicht doch noch zur gewünschten Umschulungsmaßnahme führt. Vor allem, wenn es für Ihren gewünschten Umschulungsbereich kein passendes Angebot in Ihrem Bundesland gibt, wird Ihnen

Ihr Arbeitsberater wahrscheinlich zustimmen und eine Umschulung in einem anderen Bundesland genehmigen. Grundsätzlich sollten solche Maßnahmen aber im näheren Umfeld erledigt werden, innerhalb einer Distanz, in der man pendeln kann – eben um die Kosten der Allgemeinheit niedrig zu halten.

 

Alternative: Umzug

Falls es dennoch zu keiner Bewilligung kommt, bleibt auch noch ein anderer Weg: Sie können in das bevorzugte Bundesland ziehen und dort den Antrag erneut stellen. Falls Sie eine günstige Wohngelegenheit am Zielort haben, sollten Sie diese Möglichkeit jedenfalls in Betracht ziehen.

Dieser Schritt ist auch möglich, nachdem Ihr erstes Ansuchen bereits abgelehnt wurde. Reichen Sie nach Ihrem Umzug einfach Widerspruch ein – anschließend wird Ihnen die Umschulung eher genehmigt werden.

 

Was passiert bei einem ungeplanten Ortswechsel?

Innerhalb der Familie passiert etwas Unerwartetes, oder Sie lernen vielleicht die große Liebe kennen, er/sie stammt aber aus einem anderen Bundesland als Sie. Vielleicht werden Ihnen die Mieten in Ihrem Heimatbundesland auch einfach zu hoch – es kann viele Gründe geben, weshalb Sie während einer Umschulung plötzlich in ein anderes Bundesland ziehen wollen.

Eine Umschulung kann mehrere Jahre beanspruchen, in dieser Zeit ergeben sich fast immer ungeplante Veränderungen, auf die Sie reagieren müssen. Wenn Sie in eine solche Situation geraten, sollten Sie in jedem Fall zunächst Kontakt zur Leitung Ihrer Ausbildungsstätte und der zuständigen Arbeitsagentur suchen. Es kann nämlich durchaus sein, dass Ihnen die Finanzierung bei einem Umzug gestrichen wird, vor allem wenn Sie den Umzug nicht melden. Achten Sie also unbedingt darauf, dass alles in geregelten Bahnen abläuft. Wenn es konkret wird, und Sie tatsächlich umziehen, muss auch der neue Wohnort zuerst übermittelt werden, da sich die Wegstrecken zu Ihrer Ausbildungsstätte ändern und damit auch die entstehenden Kosten.

Wenn Sie zusätzlich Ihre Umschulung vorzeitig abbrechen, werden außerdem die Fördergelder, die Sie bislang für die Umschulungsmaßnahme erhalten haben, vom Staat retour verlangt.

 

Nach dem Umzug die Umschulung beenden?

Sollte sich Ihre Lebenssituation grundsätzlich ändern und Sie nach einem Umzug auch Ihre Umschulung beenden wollen, so müssen Sie auch das unbedingt melden. Tun Sie das nämlich nicht, machen Sie sich des Leistungsmissbrauchs schuldig, woraufhin sogar ein Strafverfahren drohen kann.

 

Fazit

Eine Umschulung in anderen Bundesländern ist durchaus möglich, Sie müssen aber von Anfang an bei den Behördengängen mit offenen Karten spielen und alle geplanten Schritte darlegen. Am besten argumentieren Sie bei Ihrem zuständigen Arbeitsberater, wieso eine Umschulung in einem anderen Bundesland für Sie notwendig ist. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, bleibt Ihnen immer noch die Möglichkeit eines Umzugs.

Sollten Sie dagegen während einer bestehenden Umschulung plötzlich umziehen (müssen) und gleichzeitig die Weiterbildung abbrechen wollen, kann es aber komplizierter werden.

Umschulungsberufe im Bereich Arbeit mit Kindern – ein Überblick

Viele Menschen empfinden die Arbeit mit Kindern als besonders erfüllend und streben daher eine berufliche Laufbahn in diesem Bereich an. Auch Umschulungen im Bereich Arbeit mit Kindern sind aus diesem Grund sehr beliebt. Wenn Sie mit Kindern jeglicher Altersgruppe arbeiten möchten, benötigen Sie meist ein polizeiliches Führungszeugnis sowie entsprechende Erfahrung im Umgang mit Kindern, die im beruflichen oder privaten Bereich erworben werden kann.

Ob eine Umschulung in einem der gewünschten Berufe im Einzelfall möglich ist, entscheidet die persönliche Eignung sowie die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

 

Umschulung zum Kinderpfleger/zur Kinderpflegerin

Kinderpflege umfasst auch Spaß und Spiel. © drubig-photo – Fotolia.com

Kinderpfleger/innen sind in Kindergärten, in Ganztagsschulen und in Kinderheimen sowie in Einrichtungen für behinderte Kinder zu finden. Sie haben die Aufgabe, die Kinder zu begleiten und bei alltäglichen Verrichtungen zu unterstützen. Je nach Altersgruppe kann es sich dabei um das Wickeln und Füttern, das Anziehen oder das Helfen bei den Hausaufgaben und dem Lernen für Klassenarbeiten handeln. Meist haben Sie es als Kinderpfleger/in mit Babys, Kleinkindern oder Grundschulkindern zu tun. Alternativ lautet die Berufsbezeichnung auch Sozialpädagogische/r Assistent/in. Für diese Tätigkeit sollten Sie Sensibilität, Spaß am Umgang mit Kindern, Geduld, Kreativität und Stressresistenz sowie ein gutes Durchsetzungsvermögen mitbringen.

Eine Umschulung zum Kinderpfleger/zur Kinderpflegerin dauert zwischen 24 und 36 Monaten; es sind für Sie aber auch kürzere Weiterbildungen im Angebot, die unter Umständen auch berufsbegleitend absolviert werden können. Vermittelt werden jeweils theoretische Inhalte; eine größere Rolle spielt hier aber der Praxisanteil. Letzterer wird in der Kindertagessstätte oder einer vergleichbaren Einrichtung zusammen mit Erziehern und Erzieherinnen erlebt. Um eine Umschulung zum Kinderpfleger/zur Kinderpflegerin zu absolvieren, ist mindestens ein Hauptschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem verwandten oder anderweitigen Bereich erforderlich. Frauen und Männer sind gleichermaßen Zielgruppe dieser beliebten Fortbildung.

Weitere Informationen zur Umschulung zum Kinderpfleger.

 

Umschulung zum Erzieher/zur Erzieherin

Erzieher -für viele ein Traumberuf, für andere nicht…

Als Erzieher/in arbeiten Sie insbesondere mit Kindern der Altersgruppe zwischen drei und sechs Jahren. Sie sind so etwa in Kindertagessstätten, Kinderheimen, Kinderkliniken sowie Familienberatungsstellen und vergleichbaren Einrichtung tätig und helfen den Kindern beispielsweise beim Erlernen eines sozialen Verhaltens und dem Zurechtkommen mit Gleichaltrigern und anderen Menschen. Arbeitgeber können sowohl städtisch als auch kirchlich sein und je nach Einsatzgebiet sehr unterschiedlich ausfallen. Als Erzieher/in sollten Sie gern mit kleineren Kindern arbeiten und idealerweise bereits Erfahrung im Umgang mit diesen vorweisen können. Weitere Voraussetzungen sind Belastbarkeit, Geduld, Teamfähigkeit und ein gewisses Fingerspitzengefühl im Umgang mit Kindern und Eltern.

Die Dauer einer Umschulung zum Erzieher/zur Erzieherin beträgt je nach Bundesland und Bildungsträger 24 bis 48 Monate. Vermittelt werden sowohl theoretische als auch praktische Inhalte, so etwa das Lösen von Konflikten, der Umgang mit psychologischen Veränderungen und das Verstehen und Analysieren von zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Zukunftschancen für Erzieher/innen sind sehr gut, da immer mehr Kinder in Tagesstätten betreut werden und auch in sozialen Einrichtungen erwartet wird, dass in den kommenden Jahren ein hoher Bedarf an kompetenten Erzieher/innen bestehen wird.

Weitere Informationen zur Umschulung zum Erzieher.

 

Umschulung zum Logopäden/zur Logopädin

Sprachtherapie kann auch Spaß machen. © Dan Race – Fotolia.com

Logopäden/Logopädinnen sind auch als Sprachtherapeuten/Sprachtherapeutinnen bekannt. Sie arbeiten häufig mit Kindern und helfen diesen, Sprachprobleme wie Lispeln, Stottern und vergleichbare Schwierigkeiten zu therapieren und so dauerhaft zu beseitigen. Auch Schluck- und Atemprobleme werden in diesem Zusammenhang behandelt. Dazu wird zunächst die Ursache der Probleme ermittelt und dann zusammen mit dem Patienten und gegebenenfalls dessen Familie eine geeignete Therapie eingeleitet. Als Logopäde/Logopädin sind Sie in einer eigenen Praxis, aber auch in Kliniken und Krankenhäusern tätig. Für die Arbeit sind Einfühlungsvermögen, Spaß am Umgang mit Menschen und ein umfangreiches Fachwissen ebenso erforderlich wie Geduld und Stressresistenz.

Wer eine Umschulung zum Logopäden/zur Logopädin absolvieren möchte, braucht dafür 36 Monate. Diese Dauer kann verkürzt werden, wenn Sie bereits eine Berufsausbildung in einem verwandten Bereich abgeschlossen haben. Vermittelt werden im Rahmen der Fortbildung medizinische, sprachwissenschaftliche und organisatorische Inhalte ebenso wie psychologische und pädagogische und soziologische Grundkenntnisse. Voraussetzung für die Teilnahme an einer Umschulung ist mindestens ein Realschulabschluss. Auch ein Zugang mit einem Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist bei einigen Einrichtungen möglich. Zielgruppe sind Männer und Frauen mit einer Affinität zur Arbeit mit Kindern sowie zur Wissenschaft und Medizin.

Weitere Informationen zur Umschulung zum Logopäden.