Umschulung

Was ist eine Umschulung eigentlich genau?

Umschulungen sind spezielle Formen der beruflichen Weiterbildung, das heißt Maßnahmen, die dazu angelegt sind, Arbeitnehmer zur Durchführung einer neuen beruflichen Tätigkeit zu befähigen. Möchten Sie eine Umschulung absolvieren, streben Sie gleichzeitig eine berufliche Neuerung an.
Umschulungsmaßnahmen dürfen nur von Bildungsträgern angeboten werden, die die Maßnahmen zuvor der zuständigen Industrie- und Handelskammer gemeldet haben und als Umschulungsstätte für geeignet befunden wurden. Die Anforderungen, die an den Träger gestellt werden und die unter anderem die inhaltliche Ausgestaltung der Maßnahmen betreffen, sind im Berufsbildungsgesetz definiert.

Umschulungen lassen sich recht klar von sogenannten Fort- oder Weiterbildungen abgrenzen. In diesen geht es um den Ausbau von schon vorhandenen Qualifikationen beziehungsbau von Fähigkeiten, die für den aktuellen Beruf notwendig sind oder wichtig werden können. Mit einer Umschulung hingegen soll die Grundlage für eine gänzlich neue Tätigkeit gelegt werden, die mit der bisherigen Arbeit nicht zusammenhängen muss.

Das Ende einer Umschulung ist markiert durch den Erwerb eines anerkannten Ausbildungsabschlusses, zum Beispiel einer erfolgreich abgelegten Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder das Bestehen einer Gesellenprüfung beziehungsweise das Anfertigen eines Gesellenstücks. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass Weiterbildungen, die nicht in einem solchen Abschluss enden, offiziell nicht als Umschulungen bezeichnet werden dürfen.

Ziel aller Umschulungen soll es sein, die berufliche Mobilität und Flexibilität von Menschen zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Sie werden angeboten für Menschen, die entweder arbeitslos sind und mit den Fähigkeiten, die sie besitzen, keine neue Stelle finden, oder aber Menschen, die von Arbeitslosigkeit, zum Beispiel aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen, bedroht sind. Die Gründe für eine Umschulung können demnach vielfältig sein. Zum einen kann der Bedarf an Umschulungen zunehmen, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in einem bestimmten Berufszweig zurückgeht oder ein bestimmtes Berufsfeld schnellen technischen Änderungen unterlegen ist. Zum anderen ist eine Umschulung eine gute Möglichkeit der Weiter- beziehungsweise Umqualifizierung für Menschen, die ihren bisherigen Beruf aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben können. Dies kann etwa bei handwerklichen Berufen der Fall sein, denen mit bestimmten körperlichen Einschränkungen nicht mehr nachgegangen werden kann. Oft ist hier eine Umschulung der einzige Weg aus der Arbeitslosigkeit.

Ein weiterer Grund kann auch Nichteignung für das aktuelle Berufsfeld aufgrund intellektueller Schwächen oder psychologischer Probleme wie Burn out sein.

 

Voraussetzung für die Finanzierung der Umschulung

Die Kosten für eine Umschulung sind häufig hoch, sie können aber unter bestimmten Umständen von verschiedenen Seiten übernommen werden. So fördert die Agentur für Arbeit Umschulungen für Arbeitgeber, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, aber auch andere Leistungsträger wie die gesetzliche Rentenversicherung, Unfallversicherungen oder Berufsgenossenschaften können unter bestimmten Umständen einspringen.
Für eine Übernahme der Kosten müssen folgende grundsätzliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Antragsteller hat bereits eine erste Ausbildung – egal, ob erfolgreich abgeschlossen oder abgebrochen – beendet
  • Der Antragsteller kann im erlernten Beruf aus persönlichen Gründen oder aber aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr arbeiten oder es ist absehbar, dass dies bald nicht mehr möglich sein wird. Persönliche Gründe können zum Beispiel emotionale oder körperliche Beeinträchtigungen als Folge eines Unfalls sein.
  • Der Beruf, zu dem Sie sich umschulen lassen möchten, muss geeignet sein, vorhandene oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

 

Formen und Ablauf von Umschulungen

Umschulungen lassen sich als verkürzte Ausbildungen beschreiben. Die Ausbildungsdauer ist üblicherweise kürzer als die einer regulären Ausbildung und beträgt meist zwei Jahre.
Während in Umschulungen das Wissen vermittelt wird, das auch Erstauszubildende erlernen, ist die Umschulung trotzdem strikt von der herkömmlichen Ausbildung abzugrenzen. Umschüler haben in den meisten Fällen bereits erste Abschlüsse und Qualifikationen, es handelt sich bei einer Umschulung also um eine zweite (oder auch dritte) Berufsausbildung. In Ausnahmefällen kann eine Umschulung aufgenommen werden ohne dass eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Krankheit oder ein Unfall können Gründe dafür sein, dass ein Auszubildender daran gehindert ist, seine Ausbildung abzuschließen. In diesem Fall kann der Auszubildende die Ausbildung beenden und eine neue beginnen, die dann eine Umschulung darstellt.

Man unterscheidet zwischen betrieblichen, schulischen und überbetrieblichen Umschulungen. Für welche Form der Umschulung Sie sich entscheiden, hängt auch davon ab, welchen Anbieter Sie bevorzugen. In Frage kommen Betriebe der freien Wirtschaft, Berufsschulen oder Berufsfachschulen sowie private oder öffentliche Bildungsinstitute.

Die betriebliche Umschulung erfolgt in einem Ausbildungsbetrieb im dualen System. Neben der Tätigkeit im Betrieb, während der sie die praktischen Seiten des Berufsbilds kennenlernen, besuchen Sie die Berufsschule, die den theoretischen Teil der Ausbildung sicherstellt. Für Sie als Teilnehmer ist die betriebliche Form der Umschulung auch die kostengünstigste Variante. Da Sie genau wie ein normaler Auszubildender in einem Lehrbetrieb ausgebildet werden und nur nebenbei die Berufsschule besuchen, erhalten Sie nämlich ein fest geregeltes Ausbildungsgehalt, von dem Sie während der Umschulungszeit leben können. Reicht das Gehalt zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus, können Leistungen der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Die schulische Form der Umschulung erfolgt direkt an einer Berufsfachschule. Praktische Kenntnisse werden durch ergänzende Praktika außerhalb der Schule vermittelt. Streben Sie diese Form der Umschulung an, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie keine Vergütung erhalten und das häufig anfallende Schulgeld selbst bezahlen oder aber über eine Kostenübernahme durch dritte Stellen finanzieren müssen.

Auch für Umschulungen bei überbetrieblichen Trägern, also privaten sowie öffentlichen Bildungsinstituten wie Berufsförderungswerken oder den Instituten für Berufliche Bildung, fallen Kosten an. Der Träger übernimmt die Rolle des Ausbildungsbetriebs; praktische Kenntnisse werden in Übungswerkstätten vermittelt. Meist sind auch Praktika Teil der Ausbildung.

Die richtige Umschulung finden

Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf ihrem „Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung“ in einer zentralen Datenbank einen Überblick über geförderte Maßnahmen.

Umschulung, aber kein Geld zur Finanzierung? Tipps

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.
Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.

Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

 

Finanzierung der Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.
Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was tun?

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Umschulungen: Voraussetzungen + So gelingt die Finanzierung

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.

Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.

Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.
Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

Finanzierung einer Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.

Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was ist zu tun? Das empfehlen wir

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Umschulung an einer Fachschule: Das müssen Sie wissen!

Auch Fachschulen bieten oft eine gute Auswahl an Umschulungen.

Auch an Fachschulen haben Sie die Möglichkeit, sich umschulen zu lassen. Es sind insbesondere spezielle Berufe, die an solchen Schulen gelehrt werden. Hier erfahren Sie alles, was Sie vorab über diesen Ausbildungsweg wissen müssen!

 

Fachschulen sind keine Berufsschulen!

Achtung! Es handelt sich hierbei um Fachschulen, die eine spezielle Ausbildung anbieten und nicht um sogenannte Berufsschulen. Berufsschulen sind im deutschsprachigen Raum nämlich ein Teil des dualen Ausbildungswegs: An Berufsschulen werden theoretische Hintergründe zum praktischen Handwerk gelegt, die für den erlernten Beruf von besonderem Interesse sind. Wenn Sie sich beispielsweise in einer betrieblichen Umschulung befinden, haben Sie die Möglichkeit (meist aber nicht die Pflicht), solche Berufsschulen zu besuchen – meist wird im Umschulungsvertrag festgehalten, was vom Umschüler verlangt wird. Anders sieht es aber bei Fachschulen aus!

 

Grundsätzliches zu Fachschulen und entstehende Kosten

Fachschulen haben heute eigentlich die Aufgabe, Weiterbildungen anzubieten. Personen, die bereits eine erste Berufsausbildung oder Berufserfahrung in einem gewissen Bereich vorweisen können, haben hiermit die Möglichkeit, sich zu spezialisieren oder einen neuen Ansatz kennenzulernen. Doch auch Umschulungen werden in manchen Fachschulen angeboten. Vereinzelt können eventuell Kosten entstehen – im Normalfall erhalten Sie aber von der Bundesagentur für Arbeit einen Bildungsgutschein und können damit anschließend Ihre Ausbildungskosten begleichen. Ganz im Gegensatz dazu kann es sogar an manchen Fachschulen und in manchen Bereichen vorkommen, dass Sie schon während der Ausbildungszeit Lohn beziehen.

Auch wenn die Rahmenbedingungen der Ausbildung in Fachschulen in der sogenannte Rahmenvereinbarung über Fachschulen aus dem Jahr 2002 verankert sind, ist die genaue Handhabe von Fachschulen Landessache. Es können für Sie also Unterschiede von Bundesland zu Bundesland entstehen. Diese Unterschiede betreffen sowohl die Zugangsvoraussetzungen, als auch den Inhalt der Umschulungen. Dementsprechend sollten Sie sich im Vorhinein informieren, welchen qualitativen Anspruch Ihre ausgewählte Fachschule besitzt.

 

Urlaubsanspruch an einer Fachschule

Der Name verrät es bereits: An einer Fachschule sind Sie als Schüler eingetragen. Schüler besitzen kein eigenes Recht auf Urlaub und sind nicht vom Bundesurlaubsgesetz betroffen. Das heißt, dass Sie theoretisch keinen Anspruch auf Urlaubstage haben. In der Praxis sieht es aber anders aus: Meist fallen die freien Tage in die typischen Urlaubsmonate, genauso wie an herkömmlichen Schulen auch. Sie werden aber jedenfalls idealerweise bereits vor dem ersten Schultag wissen, wann Sie im kommenden Semester Urlaub haben werden und wann Sie die Schulbank drücken müssen.

 

Dauer der Ausbildung und Arbeitszeiten

Auch die Ausbildungsdauer variiert, je nachdem, ob Sie die Fachschule als Abendschule im Sinne einer Weiterbildung oder wirklich als Umschulungsmaßnahme nutzen. Letztlich hängt die Dauer der Ausbildungszeit auch vom angestrebten Berufsfeld ab.

 

Beispiele für eine Umschulung an einer Fachschule

Um konkreter zu werden folgen hier ein paar Beispiele für eine mögliche Umschulung an einer Fachschule: Die berufliche Schule Hamburg-Harburg (BS18) führt auch eine Fachschule für Sozialpädagogik und diese bietet eine Umschulung zum/r staatlich anerkannte/n Erzieher/in an. Diese Ausbildung dauert insgesamt fünf Schulhalbjahre auf Vollzeitbasis und erfordert einen Bildungsgutschein und ein gewisses Ausmaß an beruflicher Vorqualifikation, ist für Sie aber darüber hinaus kostenlos. Diese Umschulungsmaßnahme zum/r Erzieher/in an Fachschulen wird momentan (und auch zumindest bis 2020) von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Programms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas” stark gefördert – sogar die Vergütung der Fachschüler/innen, die in diesem Fall bereits in einem Sozialversicherungsverhältnis stehen und in einem Kindergarten angestellt sind, wird über dieses Programm mitgefördert!

Das zweite Beispiel liefert uns die Private Fachschule für Wirtschaft und Soziales gGmbH. Die angebotenen Ausbildungen können hier auch als Umschulung begangen werden, anders als bei der beruflichen Schule Hamburg-Harburg ist man hier aber toleranter, was die Zugangsvoraussetzungen betrifft. Urteilen Sie selbst anhand des Beispiels einer Umschulung zum IT- Systemelektroniker.

Das dritte und letzte Beispiel, um die unterschiedlichen Herangehensweisen zu demonstrieren, widmet sich wieder dem Beruf des Erziehers. Das gemeinnützige Schulungszentrum für Sozialwesen gGmbH Auerbach in Sachsen bietet ebenfalls diese Umschulungsvariante an. Auch hier sind wieder andere Voraussetzungen gegeben als in den ersten beiden Beispielen. Sogar der Kursverlauf unterscheidet sich ein wenig von der Fachschule in Hamburg, unter anderem in seiner Dauer.

 

Fazit

Umschulungen an Fachschulen sind möglich, aber in jedem Bundesland anders geregelt. Die übergeordnete Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2002 bietet zwar grundsätzliche Übereinstimmung über Aufgabe der Fachschulen, die konkrete Auslegung unterliegt aber den Ländern. Das bedeutet, dass die Ausbildung für Erzieher in Hamburg anders aussehen kann als in Sachsen.

Betriebliche oder überbetriebliche Umschulung?

Betriebliche oder überbetriebliche Umschulung – und was ist eigentlich der Unterschied?

Anders als bei den meisten Weiterbildungen geht es bei einer Umschulung nicht darum, die eigene Expertise in einem Fachbereich zu vertiefen. Sinn einer Umschulung ist es, einen bislang nicht ausgeübten Bereich zu erlernen, um anschließend in diesem Bereich tätig zu werden. Für diese Maßnahme gibt es verschiedene Arten – hier erfahren Sie den Unterschied zwischen einer betrieblichen und überbetrieblichen Umschulung.

 

Betriebliche Umschulungen

Bei einer betrieblichen Umschulung sind Sie direkt bei einem Betrieb angestellt und erhalten Ihre Ausbildung aus dualem Weg. Das bedeutet, dass sich in Ihrem Lernprozess Praxis- und Theorieteile abwechseln. Da Sie bei einer Umschulung einen Beruf ähnlich wie ein Lehrling lernen, werden Sie auch ähnliche Bedingungen vorfinden – das heißt, Sie werden genauso ein Gehalt von Ihrem Ausbildner beziehen, wie es der Lehrling macht. Sie werden unter Umständen sogar mit Lehrlingen in Kontakt kommen, die gemeinsam mit Umschülern eingearbeitet werden. Dieses Aufeinandertreffen kann spätestens in einer Berufsschule zustande kommen – der Besuch dieser staatlichen Einrichtung ist für Sie zwar nicht zwingend erforderlich, aber in jedem Fall empfehlenswert. Meist regelt der Umschulungsvertrag den Besuch einer Berufsschule.

 

Voraussetzungen für betriebliche Umschulungen

Als Arbeitnehmer müssen Sie keine hochgesteckten Voraussetzungen für eine betriebliche Umschulung erfüllen. Es gibt aber eine Reihe an Voraussetzungen für Betriebe, die eine betriebliche Umschulungen anbieten wollen. Die genauen Bedingungen dafür listet die Arbeitsagentur auf dieser Homepage auf.
Dazu gehört unter anderem ein Umschulungsvertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber der Betrieb muss auch über die Berechtigung verfügen, Menschen auszubilden. Auch die Ausbildungszeit ist geregelt und soll zwei Drittel der Lehrdauer des gewünschten Berufs betragen.

 

Finanzielle Unterschiede

Bei der Frage nach Vor- und Nachteilen steht der finanzielle Aspekt meistens ganz vorne: Sollten Sie sich für eine betriebliche Umschulung interessieren, haben Sie in jedem Fall den Vorteil, ein fixes Gehalt zu beziehen, was bei schulischen oder außerbetrieblichen Umschulungen nicht der Fall ist. Überbetriebliche Umschulungen kosten den Bildungsträgern Geld – dieses Geld kann zwar über Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit meist komplett beglichen werden, allerdings benötigen Sie darüber hinaus Geld für Lebenserhaltungskosten. Was den finanziellen Aspekt angeht, sind Sie bei betrieblichen Umschulungen daher im Vorteil, da die betriebliche Entlohnung die Zahlungen für Arbeitslose in der Regel deutlich übersteigen.

 

Überbetriebliche Umschulungen

Anders als bei betrieblichen Umschulungen sind Sie hier nicht in einem Betrieb angestellt. Das bedeutet für Sie, dass Sie kein fixes Gehalt beziehen, es bedeutet aber auch, dass jemand anderes Ihre Ausbildung übernehmen muss. Das sind in diesem Fall private Bildungsträger – diese kümmern sich um theoretische und praktische Aspekte Ihrer Ausbildung, meist erfolgt ein Wechselspiel von Praxis- und Theorieteilen. Die praktischen Ausbildungsabschnitte erfolgen dabei entweder im hauseigenen Umfeld der Ausbildungsstätte (zum Beispiel in einer schulischen Werkstatt) oder über zugewiesene Praktika in richtigen Unternehmen. Den privaten Bildungsträgern entstehen durch Ihre Ausbildung allerdings Kosten, die Sie decken müssen.

Eine gute Möglichkeit, um die Kurskosten für überbetriebliche Umschulungen übernehmen zu können, sind die Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit. Diese Bildungsgutscheine können Sie für die anfallenden Kosten der Umschulung verwenden, in der Regel übernimmt die Bundesagentur die entstehenden Kosten in diesen Fällen. Sollte sich der private Ausbildungsträger außerdem weit entfernt vom eigenen Wohnort befinden, besteht auch oft die Möglichkeit, dass Sie während der Ausbildung in einem Internat schlafen.

 

Fazit: Welche Umschulung ist die bessere für mich?

Welche Art der Umschulung für Sie besser ist, lässt sich wohl nicht ganz pauschal sagen. In jedem Fall haben Sie bei betrieblichen Umschulungen den Vorteil eines fixen Gehalts. Für viele Arbeitnehmer hat es auch positive psychologische Effekte, ein geregeltes Einkommen von einer gewissen Stelle zu erhalten – letztlich bleibt auch mehr Geld in der eigenen Tasche. Einer der größten Vorteile der außerbetrieblichen Umschulung liegt in seiner vereinheitlichten Ausbildung: Sie müssen kaum fürchten, dass andere Umschüler in einem anderen Bundesland eine bessere Ausbildung als Sie erhalten.

Außerdem sind die Chancen einer Weiterverpflichtung bei betrieblichen Umschulungen naturgemäß besser als bei überbetrieblichen Umschulungen durch einen privaten Bildungsträger – das liegt aber in der Natur der Sache und muss nicht bedeuten, dass die privaten Bildungsträger ein schlechteres Ausbildungsniveau aufweisen würden! Die beste Möglichkeit, die Sie haben, um den Nutzen und die fachliche Güteklasse der gewünschten Ausbildung zu erfahren, sind Gespräche mit ehemaligen Absolventen – eventuell finden Sie auch online Meinungen ehemaliger Umschüler, die Ihnen weiterhelfen.

Habe ich während einer schulischen Umschulung Urlaub? 

Auch während einer Umschulung haben Personen natürlich Anspruch auf Urlaub. Wer Zeit in eine Umschulung investiert, wird genauso wie jeder andere manchmal an seine Grenzen gelangen und sich früher oder später nach freien Tagen sehnen. Bei betrieblichen Umschulungen besteht sogar ein gesetzlicher Schutz über das Bundesurlaubsgesetz.

 

Wieviel Urlaubsanspruch steht mir zu?

Wie viele Tage an Urlaubsanspruch Sie haben, hängt auch von der Art der Umschulung ab. Nicht jede Umschulungsart bringt dieselbe Anzahl an Tagen. Grundsätzlich sollten Sie sich aber darauf einstellen, dass der Anspruch selten ein Ausmaß von 24 Tagen überschreitet. In der Regel können Sie nämlich von zwei Urlaubstagen pro Kalendermonat ausgehen. Hauptsächlich entscheidet aber die Art der Umschulung über die Anzahl an verfügbaren Urlaubstagen.

 

Urlaubsanspruch bei betrieblichen Umschulungen

Wenn Ihnen eine betriebliche Umschulung bevorsteht, können Sie Ihren Urlaubsanspruch normalerweise aus dem Umschulungsvertrag entnehmen. Das Bundesurlaubsgesetz ist in diesem Fall für Sie gültig, da Sie wie andere Angestellte auch behandelt werden. Sie können sich normalerweise auf 24 freie Tage pro Jahr einstellen. Die konkrete Anzahl ergibt sich aber auch über die von Ihnen erbrachte Leistung und Anwesenheit – wenn Ihre Umschulung nur auf Teilzeitbasis erfolgt, werden Sie auch weniger Urlaubsanspruch haben.

 

Urlaubsanspruch bei schulischen Umschulungen

Anders als bei der betrieblichen Umschulung gelten Sie bei einer schulischen Umschulung als Schüler/in und nicht als Angestellte/r. Das bedeutet auch, dass Ihr gesetzlicher Anspruch auf Urlaubstage über das Bundesurlaubsgesetz entfällt. Bei schulischen Umschulungen wird der Lehrstoff gleichzeitig an mehrere Kursteilnehmer vermittelt, die Abwesenheit einzelner Schüler ist also auch nicht für Ihre eigenen Interessen förderlich, da der Lehrstoff anschließend selbstständig nachgelernt werden müsste. Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass Sie keineswegs Urlaub haben werden. Sie werden dennoch einen Umschulungsvertrag erhalten und in diesem ist auch der Urlaubsanspruch geregelt – wie bei der betrieblichen Umschulung.

Allerdings kann der Urlaubsanspruch im Schnitt etwas niedriger ausfallen als bei der betrieblichen Umschulung. Im Normalfall haben Sie aber auch in diesem Modell die Möglichkeit, vor allem zur Ferienzeit im Sommer, zu Weihnachten und zur Osterzeit, in den Urlaub zu fahren.

 

Urlaubsanspruch bei Bildungsgutscheinen

Falls Sie Ihre Umschulung mithilfe eines Bildungsgutscheins durchführen wollen und die Finanzierung daher von der Agentur für Arbeit durchgeführt wird, so ist diese Agentur auch Ihr Ansprechpartner in Sachen Urlaub. Sie müssen in so einem Fall genauso wie ein regulärer Arbeitnehmer einen Antrag auf Urlaub stellen, Ihr Arbeitgeber ist in diesem Fall die Agentur für Arbeit. Wie im richtigen Arbeitsleben auch, wird Ihr Ansuchen anschließend vom Arbeitgeber begutachtet und gegebenenfalls positiv bestätigt.

Sollten Sie diesen Schritt nicht machen, droht der Ausfall oder die Sperre von Fördergeldern für Ihre Umschulung.

 

Sonstige Information rund um den Urlaub während Umschulungen

Neben den oben genannten Informationen gibt es noch weitere Dinge zu bedenken: In vielen Umschulungen legt der Ausbildner bereits vor Beginn der Umschulung fest, wann Sie Ihre Urlaubstage verwenden können. Das heißt, dass bereits von Anfang an feststeht, welche Tage Sie für einen Urlaub nutzen können. Das hat Vor- und Nachteile, aber meistens werden die Urlaubstage für Eltern günstig gelegt, finden also hauptsächlich in der Ferienzeit statt.

Sollten Sie sich außerdem nicht in einer regulären Umschulung, sondern in einer Weiterbildung befinden, kann es bei einer kurzen Weiterbildungsdauer von ein paar Monaten durchaus sein, dass Sie gar keinen Anspruch auf Urlaub haben.

 

Fazit

Auch in der Umschulung werden Sie im Normalfall in den Genuss von Urlaubstagen kommen. Vor allem bei betrieblichen Umschulungen ist das sogar gesetzlich im Bundesurlaubsgesetz verankert. Bei schulischen Umschulungen haben Sie zwar keinen Anspruch auf Urlaub, gerade in der Ferienzeit wird es aber ziemlich sicher zu freien Tagen kommen.

Das betrifft allerdings nur wirkliche Umschulungen, kürzere Weiterbildungen innerhalb weniger Monate können durchaus auch ohne Urlaubstage für den Arbeitnehmer/in vorkommen.