Die 5 außergewöhnlichsten Umschulungsberufe

Es gibt Umschulungsberufe, die ein wenig außergewöhnlicher sind…

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einfach aus dem gewohnten Trott auszubrechen? Kindheitsträume zu leben: Künstler, Starlett oder Kapitän zu sein. Gerade wenn Sie arbeitslos sind, sollten Sie sich mit Ihren beruflichen Visionen auseinandersetzen. Jetzt haben Sie eine Chance, die Weichen neu zu stellen.

 

1) Umschulen auf Modedesigner/in

Nur wenige Menschen wissen, dass hinter den Trendsettern der Modebranche ein handfester Ausbildungsberuf steht. Der Beruf Modedesigner/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, der an Berufsfachschulen und -kollegs während einer dreijährigen Ausbildung erlernt werden kann.

Wenn Sie schon immer kreativ waren und sich viel mit Mode auseinandergesetzt haben, haben Sie vielleicht Chancen, auf diesen Beruf umzuschulen und dabei auch noch eine Förderung durch die Agentur für Arbeit zu erhalten. Um für eine Umschulung zum Modedesigner/zur Modedesignerin infrage zu kommen, sollten Sie bereits bei Ihrer Bewerbung gut zeichnen und nähen können. Auch Schnitt-Techniken sollten Sie kennen und ein gewisses Hintergrundwissen über Modedesign besitzen. Deshalb bietet sich diese Umschulung besonders für Fachkräfte aus der Bekleidungs-Schneiderei an.

Die Umschulungs- bzw. Ausbildungsstätten verlangen bei der Bewerbung um Ausbildungsplätze Mappen mit Arbeitsproben, von denen Ihre Annahme am jeweiligen Institut abhängig gemacht wird. Von daher ist dieser Traumberuf nicht jedem Interessenten zugänglich.

Sie können allerdings Ihre Aufnahmechancen wesentlich verbessern, wenn Sie sich im Vorfeld per Fernstudium die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen. Als Modedesigner/in haben Sie die Chance, eine Stelle bei großen Modehäusern zu finden oder über Praktika und Trainee-Stellen Labels kennen zu lernen, die Sie übernehmen möchten.

 

Vom Geburtstag bis zum großen Konzert- Eventmanager sind Allrounder.

2) Für Menschen mit Organisationstalent: Eventmanager/Eventmanagerin

Den Puls der Ereignisse spüren, mit Prominenten verkehren und dabei noch einen verantwortungsvollen Posten haben – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und doch ist es möglich, auf diesen Beruf umzuschulen. Allerdings sollten Sie Ihre Eigenschaften kritisch unter die Lupe nehmen, bevor Sie versuchen, einen Ausbildungsplatz zum Eventmanager zu finden.

Messen, Festivals, Kongresse und andere Events müssen bis ins kleinste Detail geplant und durchorganisiert sein, damit die Veranstaltung ein Erfolg wird. Das bedeutet, dass Sie eine große Verantwortung in diesem Job haben. Und – wie das bei Managern so üblich ist – Sie können damit rechnen, dass es häufig ganz schön stressig wird. Wenn Sie das nicht abschreckt und Sie zudem ein gutes technisches Verständnis und Improvisationstalent haben, sollten Sie sich mit dieser neuen Perspektive auseinandersetzen.

Die ausbildenden Einrichtungen sind meistens private Lehranstalten, die Ihre Zulassung zur Ausbildung von dem Bestehen einer Aufnahmeprüfung abhängig machen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Bereich, der Bezug zum Event-Management hat (Beleuchter, Veranstaltungstechniker etc.), ist in jedem Fall von Vorteil. Viele Schulen legen auch Wert auf das Abitur. Da der Job eine gehörige Portion Durchsetzungsvermögen, Diplomatie und Einfallsreichtum verlangt, können Sie im Gespräch mit Ihrem Arbeitsberater gleich ausprobieren, ob Sie genug von diesen Eigenschaften besitzen.

 

3) Der Traum vom Leben als Kapitän: Binnenschiffer/in

Wer die großen Schiffe und Lastkähne vom Flussufer aus beobachtet, kommt unwillkürlich auf das Trend-Wort „Entschleunigung“. Müsste es nicht traumhaft sein, im Rhythmus des Wassers durch die Gegend zu gondeln, anstelle von Termin zu Termin zu hetzen?

Der Beruf des Binnenschiffers ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Er ist besonders geeignet für Personen mit einem ausgeprägten technischen Verständnis, die ortsunabhängig sind. Sie sollten zudem über ein schnelles Reaktionsvermögen, Teamgeist und eine gute Entscheidungsfähigkeit verfügen. Binnenschiffer/innen werden sowohl im Personen- als auch im Lastentransport innerhalb Europas eingesetzt. Wenn Sie mit dem Beruf des Binnenschiffers liebäugeln, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie dabei manchmal bei schlechtem Wetter im Freien sein müssen.

Unter Umständen kommen Sie auch längere Zeit nicht nach Hause. Andererseits haben Sie als Binnenschiffer beste Chancen, eines Tages tatsächlich ein Schiff selbst zu steuern oder Kapitän zu sein. Mechaniker, die aus bestimmten Gründen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, bringen gute Voraussetzungen für eine von der Arbeitsagentur geförderte Umschulung zum Binnenschiffer mit.

 

Arbeiten, wo andere Urlaub machen! © Gerhard Seybert – Fotolia.com

4) Reiseleiter/Reiseleiterin: dort arbeiten, wo andere Urlaub machen

Noch ein Umschulungsberuf für Menschen, die gern unterwegs sind. Als Reiseleiter bringt Sie Ihr Job oft in die schönsten Urlaubsregionen der Welt. Je nach Arbeitgeber werden Sie ganzjährig oder auch nur für die lokale Saison angestellt.

Wenn Sie eine Fortbildung oder Umschulung zum Reiseleiter/zur Reiseleiterin anstreben, sollten Sie viel soziale Kompetenz mitbringen. Sie haben bei dieser Arbeit dauernd mit Menschen zu tun, die Sie begeistern sollen. Ebenso müssen Sie in der Lage sein, konstruktiv mit Beschwerden umzugehen oder schnell auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren. Und Sie sollten ein Menschentyp sein, der gern Gruppen anführt. Wenn Sie zudem ein oder zwei Fremdsprachen beherrschen und gute Kenntnisse in Geografie besitzen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht demnächst als Reiseleiter/Reiseleiterin arbeiten wollen. Der Beruf ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf.

Sie können aber an verschiedenen Instituten die Grundlagen für das IHK-Zertifikat „Reiseleiter/-in“ erwerben. Die Agentur für Arbeit kann Ihre Weiterbildung zum Reiseleiter/zur Reiseleiterin durch einen Bildungsgutschein fördern. Auch die Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften unterstützen gegebenenfalls eine Fortbildung in diesem Bereich.

 

5) Der Wellness-Job: Assistent/-in für Gesundheitstourismus

Wer träumt nicht manchmal von Entspannung und Wellness, um seine Batterien wieder aufzutanken? Verspannte Muskeln unter fachkundigen Händen entkrampfen, gesund schlemmen und die Psyche streicheln lassen.

Damit das alles rundum funktioniert, arbeiten viele Menschen Hand in Hand. Eine wichtige Position in diesem Bereich ist der Job des Assistenten/der Assistentin für Gesundheitstourismus und -prophylaxe. Er/sie berät Kunden in Sport- und Wellness-Einrichtungen und erstellt Ernährungspläne sowie Informationsmaterial zu den dortigen Angeboten. Wenn Sie gut mit Menschen umgehen können und sportlich sind, erfüllen Sie schon einmal die wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf.

Gute Deutschkenntnisse und mathematisches Verständnis sind ebenfalls wichtig, wenn Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben möchten. Die zweijährige schulische Ausbildung ist kostenpflichtig. Wenn Sie aus einem serviceorientierten Beruf kommen, haben Sie gute Chancen, dass die Agentur für Arbeit Ihre Umschulung zum Assistenten/zur Assistentin für Gesundheitstourismus unterstützt.