Wohin bloß mit all dem Geld?

Der Beruf des Vermögensberaters ist ein Beruf mit einer hohen Verantwortung gegenüber seinen Kunden. Gemäß den Kundenvorstellungen in Sachen Rendite und Risikoaffinität müssen Vermögensberater ein passendes Anlagekonzept für ihre Kunden finden, dabei über mögliche Risiken und Gefahren der Anlageformen aufklären und dabei die passende Beratung für jeden Klienten individuell finden.

Zur Vorbereitung auf diese Beratungsgespräche sondieren Vermögensberater die weltweiten Anlagemöglichkeiten und beschäftigen sich mit Trends und Entwicklungen im Allgemeinen und in ihrem Spezialgebiet im Speziellen. Das dabei gewonnene Wissen über Marktentwicklungen geben die Vermögensberater als Teil ihrer Beratungen an ihre Kunden weiter, um die bestmögliche Anlageklasse und Anlagekombination für den entsprechenden Anlagetyp zu finden.

 

Die Zukunftsaussichten in der Vermögensberatung

Sparer in Deutschland sind im internationalen Vergleich die konservativsten Sparer schlechthin. Besonders häufig lagern die Deutschen ihr Geld auf Spar- und Tagesgeldkontos, welche aber nur sehr schlecht verzinst werden. Wird dabei die Inflation berücksichtigt, dann schaffen es die Minizinsen der Sparbücher kaum die Inflation auszugleichen, die Sparer verlieren Geld. Sollte sich der Trend ändern und wieder mehr Mut zu anderen Anlageklassen aufkommen, dann dürfte der Ruf nach Vermögensberater wieder lauter werden. Denn nur wenig Sparer trauen es sich zu, ihr Vermögen gewinnbringend anzulegen.

Zudem haben nur wenige Sparer überhaupt Lust dazu, sich mit der komplexen Materie zu beschäftigen. Das ein Umdenken kommen wird, ist bei länger bleibenden tiefen Sparzinsen wahrscheinlich. Die Sparer werden bei einer stetig wachsenden Wirtschaft nicht auf Dauer akzeptieren, dass sie davon nicht profitieren. Eine Wiederholung einer weltweiten Wirtschaftskrise allerdings würde andersrum auch zu einer absinkenden Nachfrage nach Vermögensberatung führen. Zusammenfassend lassen sich die Zukunftsaussichten also als ungewiss einstufen.

 

Inhalt und Länge der Umschulung

Der Weg zum Vermögensberater ist individuell sehr unterschiedlich und stark abhängig von der bisherigen Ausbildung des werdenden Vermögensberaters. Für einen Interessierten mit abgeschlossenem Studium in Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Finanzen ist die Fortbildung zum Vermögensberater eine andere als für eine Person, die bisher noch keinerlei Ausbildung in Finanzen hatte. Entsprechend sind die Angebote der Anbieter modular aufgebaut und werden nach einem persönlichen Gespräch des Bildungsanbieters mit der interessierten Person individuell als Umschulung oder als Fortbildung zusammengestellt. Eine solche Qualifizierungsmaßnahme kann somit je nach Vorbildung eine Dauer von drei Monaten bis hin zu drei Jahren haben.

Während in den Basisausbildungen vor allem ökonomische Grundlagen und die Grundlagen der verschiedenen Anlageklassen behandelt werden, gibt es in verschiedenen Weiterbildungen zum Vermögensberater spezielle Inhalte zum Produkt- und Verkaufswissen in der Beratung, weitere Vertiefungen in Wirtschaft und Recht, IT-Seminare sowie Fortbildungen zur Persönlichkeit und zur Verkaufskompetenz. In der letzten Stufe der Umschulung zum Vermögensberater erfolgt eine Behandlung der Führung von Partnern, die Vertiefung des Finanzmanagements sowie Weiterbildungen zu Arbeitsabläufen und Qualitätsmanagement.

 

Zielgruppe dieser Umschulung

Das Angebot zur Umschulung zum Vermögensberater zielt grundsätzlich auf alle interessierte Personen, die sich eine Karriere als Vermögensberater vorstellen können. Je nach Vorbildung werden dann entsprechende Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen maßgeschneidert angeboten.

Wer beispielsweise schon die Grundlagen der Vermögensberatung in einer Ausbildung als Bankkaufmann/frau erfahren hat, der benötigt weniger Basisausbildungen als potentielle Umschüler, die bisher noch keine offizielle Ausbildung in einer kaufmännischen Tätigkeit haben und als Quereinsteiger zur Vermögensberatung kommen wollen. Entsprechende akademische Ausbildungen im kaufmännischen beziehungsweise wirtschaftswissenschaftlichen Bereich qualifizieren zu einer noch schnelleren Fortbildung zum Vermögensberater.

 

Förderungen durch Jobcenter und andere Förderungen

Grundsätzlich können Arbeitslose berufliche Fort- und Weiterbildungen durch das Jobcenter sowie oftmals durch landeseigene Förderungsmöglichkeiten durch das jeweilige Landesministerium für Wirtschaft finanziell fördern lassen. Wichtige Grundvoraussetzungen dafür sind, dass die Weiterbildungsmaßnahme die Vermittlungschancen des Arbeitslosen steigert und dass der Weiterbildungsausbieter auch für die Arbeitsförderung zugelassen ist.

Im Falle von Angehörigen der Bundeswehr besteht darüber hinaus eine grundsätzliche Förderungsmöglichkeit des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr. Zeitsoldaten haben einen Anspruch, welcher abhängig von der Dienstzeit ist. In diesem Rahmen kann auch die Umschulung zum Vermögensberater gefördert werden.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Der Studiengang Anlageberatung wird in einem 15-monatigen Fernstudium von der Hamburger Akademie für Fernstudien angeboten. Dieses Fernstudium richtet sich insbesondere an Menschen mit einer Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich oder im Verwaltungsbereich, allerdings können auch andere Berufsausbildungen als Voraussetzung akzeptiert werden.

Die Kosten für das Fernstudium belaufen sich auf 132 Euro monatlich, ein Start ist jederzeit möglich und der Fernkurs endet mit einem HAF-Zertifikat. Auch für Arbeitslose ist ein Zugang zum Fernstudium erschwinglich, da eine 100 % Förderung mittels des Bildungsgutscheins der Bundesagentur für Arbeit möglich ist.