Umschulung zum Fliesenleger / zur Fliesenlegerin

Fliesenleger ist ein anerkannter und gefragter Ausbildungsberuf.
Fliesenleger ist ein anerkannter und gefragter Ausbildungsberuf.

Die Tätigkeit als Fliesenleger/in gehört zu den klassischen Handwerksberufen. Die genaue Berufsbezeichnung lautet Fliesen-, Platten- und Mosaikleger und schließt neben der Arbeit mit Standardfliesen auch die Verlegung unterschiedlicher Materialien wie Glas und Marmor sowie die Erstellung von Mosaiken ein.

Weitere handwerkliche Tätigkeiten sind das Anbringen von Schall- und Wärmedämmungen sowie Brandschutzmaterialien vor der eigentlichen Verlegung des Bodenbelags. Daneben gehören auch die professionelle Handhabung von Maschinen und Werkzeugen und abschließende Arbeiten wie das Verfugen dazu.

Zusätzlich kommen nicht handwerkliche Aufgaben wie die Beratung des Kunden hinsichtlich des Materials und der Art der Verlegung hinzu. Darauf folgt die Erstellung eines „Verlegeplans, welche die genaue Position der einzelnen Fliesen oder Platten sowie Ränder, Rundungen und besondere Kundenwünsche enthält. Somit sind auch planerische Tätigkeiten zu erledigen, der „Verlegeplan“ ist Grundlage für die Berechnung des Materialbedarfs und der dadurch entstehenden Kosten sowie für eine korrekte Verlegung des Belags.

Das Berufsbild des Fliesenlegers hat sich in den letzten Jahren gewandelt, inzwischen gehören neben den handwerklichen und planerischen Tätigkeiten auch Design- und Entwurfsentwicklung dazu.

 

Ein Beruf mit Zukunft

Der Beruf als Fliesen-, Platten-, und Mosaikleger/in bietet gute Zukunftsaussichten, allgemein sind Handwerksberufe in Deutschland weithin gefragt. Fliesen- oder Mosaiklegen ist Handarbeit und kann aufgrund der Komplexität in absehbarer Zeit nicht von Maschinen übernommen werden. Eine drohende Ersetzung von Mensch durch Maschine besteht nicht.

Nach Umfragen des BauInfoConsult Marktforschungsinstitut unter 180 Architekten bevorzugen fast die Hälfte Keramik- oder normale Fliesen als Bodenbelag. Dies in Kombination mit der wachsenden Baubranche in Deutschland schafft gute Voraussetzungen für den Beruf des Fliesenlegers, denn nicht nur bei Neubauten auch Gebäudesanierungen verschaffen Aufträge, wenn nichtmehr zeitgemäße Bodenbeläge durch moderne Fliesen oder ähnliche Beläge ersetzt werden. Hauptsächlich arbeiten Fliesenleger/innen im Tief- und Fassadenbau sowie in Betrieben des Ausbaugewerbes.

 

Inhalte und Länge der Ausbildung/Umschulung

Die Ausbildung oder Umschulung zum/zur Fliesen-, Platten-, und Mosaikleger/in wird in dualer Form der Berufsausbildung absolviert, Theorie in der Berufsschule und Praxiserfahrung im Betrieb wechseln sich ab. Die Standardausbildungsdauer beträgt 3 Jahre, aus rechtlicher Sicht gibt es keine schulischen Voraussetzungen um die Ausbildung zu absolvieren. Der Großteil der Auszubildenden oder Umzuschulenden besitzt aber mindestens den Hauptschulabschluss. Mit einem höheren Bildungsabschluss lässt sich die Ausbildung entweder auf 2,5 oder sogar auf 2 Jahre verkürzen. Der ausbildende Betrieb sowie die regional zuständige IHK stellen weitere Informationen und Unterstützung bereit.

Der Unterricht in der Berufsschule umfasst vor allem die Fächer Mathematik, Physik, Werken und Technik. Mathematik ist für den Beruf von großer Wichtigkeit, da exakte Berechnungen und Kalkulationen für den Materialbedarf und geometrische Kenntnisse für das Erstellen von Plänen und Skizzen notwendig sind. Ebenso gehört Physik zum Stundenplan, da Themen wie Wärmelehre für Dämmarbeiten, welche auch zum Tätigkeitsbereich des Fliesenlegers gehören, unabdingbar sind. Die Fächer Werken und Technik lehren den Umgang mit Baumaschinen und technischem Gerät, das technische Zeichnen ergänzt die mathematischen Kenntnisse bei der Planung.

 

Beruf Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in – Eignung für Jedermann?

Wie jeder Handwerksberuf hat die Tätigkeit als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in spezielle Anforderungen an den Umzuschulenden. Grundvoraussetzung ist eine gute körperliche Verfassung, die Materialien sind in den häufigsten Fällen schwer und müssen gehoben sowie getragen werden. Bei Verlegungen auf dem Boden wird Knien über einen längeren Zeitraum erforderlich. Der Beruf des/der Fliesenlegers/in erfordert exaktes sowie sorgfältiges Arbeiten, da die Baustoffe zugeschnitten, angepasst und genau verlegt werden müssen.

Die Erstellung von Plänen und Skizzen macht ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen zur Pflicht. Auch Flexibilität ist in diesem Beruf gefragt, der Arbeitgeber entscheidet, auf welcher Baustelle man arbeitet, die Arbeitsbedingungen ändern sich häufig und erfordern eine schnelle Einstellung auf das Arbeitsumfeld.

 

Förderung während einer Umschulung

Während der Umschulung bekommen Sie vom Umschulungsanbieter keine Vergütung. Ihr Umschulungsgehalt wird von der Behörde bezahlt, die Ihnen den Bildungsgutschein ausgestellt hat. Die Rentenversicherung vergibt keine Bildungsgutscheine, sondern regelt Ihr Umschulungsgehalt in der Eingliederungsvereinbarung (EGV). Das Gehalt orientiert sich am ALG 2 Satz und wird individuell beschieden.

Wenn das Umschulungsgehalt für die persönlichen Lebensumstände nicht ausreicht, können beim Arbeitsamt und Jobcenter der Bundesagentur für Arbeit weitere Förderungen und Zuschüsse beantragt werden. Diese kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Hauptgründe für eine bewilligte Umschulungsförderung sind Härtefälle, zum Beispiel wenn der alte Beruf durch physische oder psychische Krankheiten nichtmehr ausgeübt werden kann. Ebenso Wohngeld oder Fahrtkostenzuschüsse, um weiterhin den Lebensunterhalt zu sichern. Eine umfassende Übersichtlich zu allen finanziellen Unterstützungen während der Umschulung finden Sie hier.

 

Wer bietet die Umschulung an?

Die Umschulung zum/zur Fliesenleger/in wird in Handwerksbetrieben und der Berufsschule vorgenommen, sie entspricht dem Wesen der Erstausbildung, einzig die Ausbildungsdauer kann mit gewissen Qualifikationen verkürzt werden. Die Jobcenter der Arbeitsagentur sowie die regionalen Standorte der IHK veröffentlichen regelmäßig Listen mit Betrieben, welche freie Ausbildungsplätze anbieten.

 

Oder doch die akademische Laufbahn?

Die Praxiserfahrung, welche im Ausbildungsbetrieb erworben wird, kann durch kein Fernstudium oder auf anderen theoretischen Wegen vermittelt werden, da dies Hauptbestandteil der Tätigkeit ist. Wer trotzdem im Bereich Bau seinen Schwerpunkt setzen möchte, kann auf gewisse Studiengänge ausweichen, welche mit der Ausbildung der/des Fliesenlegers/in verwandt sind. Dazu gehört zum Beispiel ein Fernstudium im Bereich Bauingenieurwesen mit der Fachrichtung Tiefbau.

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