Umschulung zum/ zur Schauspieler/in (Der Weg zum Schauspiel)

Hollywood ruft!

Schauspieler: Dazu hat fast jeder ein klassisches Bild im Kopf von Hollywoodfilmen, glamourösen und actionreichen Filmen und dem Leben vor der Kamera. Doch eine Schauspielausbildung bzw. Umschulung beinhaltet weit mehr als das. Sie besteht aus den Elementen Tanz, Gesang und Schauspiel. Später arbeiten die Schauspieler am Theater, in Musicals, bei Film und Fernsehen oder freiberuflich. Auch eine Arbeit als Coach ist möglich, je nach Vorbildung und Interessen.
Langweilig ist diese Branche mit Sicherheit nicht, dennoch sind die Anforderungen an Schauspieler gleichzeitig sehr hoch.

Typische Arbeitszeiten oder einen festen Arbeitsplatz findet man selten im Bereich des Schauspiels, da dies zum einen von Aufträgen, als auch dem Einsatzgebiet abhängig ist. Beim Theater finden Proben meist wochentags, Aufführung hingegen am Wochenende statt. Bei Film und Fernsehen entscheidet die Produktion über die Drehtage und die Zahl der Arbeitsstunden. Nachtarbeit, Wochenend- und Feiertagsarbeit sind jedoch keine Seltenheit.

 

Zukunftsaussichten für Schauspieler

Generell kann nicht genau gesagt werden, wie erfolgreich die Aussichten für einen Schauspieler sind. Das ist eine sehr individuelle Prognose, die zum einem vom Talent, aber auch Kooperationen und dem Tätigkeitsfeld abhängig sind.
Zudem bietet sich immer auch die Möglichkeit, als ausgebildeter Schauspieler eine lehrende Rolle zu übernehmen und beispielsweise Schauspielkurse anzubieten. Denkbar sind auch die Arbeit hinter der Kamera als Regisseur und Drehbuchautor.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Die Dauer beläuft sich in der Regel auf drei Jahre, also vergleichbar mit der betrieblichen Berufsausbildung. Auf dem Lehrplan stehen je nach Bereich unterschiedliche Inhalte, die sich wie folgt aufteilen können:

Bereich Schauspiel:

  • Sprecherziehung
  • Schauspieltechnik
  • Sprechtechnik
  • Musical-/Theater-Geschichte
  • Szenenstudium und Improvisation
  • Schauspiel Szenenarbeit

 

Bereich Tanz:

  • Tanz & Rhythmik
  • Ballett
  • Step
  • Jazz

 

Bereich Gesang:

  • Atemtechnik und Stimmbildung
  • Ensemble Staging
  • Einzelgesang
  • Chor
  • Liedinterpretation

 

Nicht alle Schauspielschulen beinhalten zwingend Gesang auf dem Lehrplan. Personen, die sich rein auf das Schauspiel, Darstellung und Sprachtechnik konzentrieren möchten, finden entsprechende Lehrpläne an einigen Schulen.

Am Ende der Schauspielausbildung steht die Abschlussprüfung, die meist einen theoretischen und einem praktischen Teil beinhaltet. Sie dient dazu, die Büh­nen­­reife zu testen und durch das Vorführen bereits einstudierter Szenen die Eignung zu beweisen. Teils wird auch die Aufführung eines Theater­stücks verlangt. Am Schluss trägt der Absolvent den Titel des Staatlich geprüfte/n Schauspieler/s.

 

Zielgruppe dieser Umschulung

Personen, die ein hohes Interesse an darstellender Kunst mitbringen, sei es in Form von Schauspiel, Tanz oder Gesang, sind hier genau richtig. Gut geeignet sind Menschen mit entsprechenden Fähigkeiten aus Musik, Tanz oder Erfahrung im Bereich Theater und Schauspiel. Die Aufnahmeprüfungen sind sehr anspruchsvoll und verlangen ein Vorsprechen, Vortanzen sowie das Vortragen/Vorspielen eines Liedes. Wer ein Instrument oder besser noch mehrere beherrscht, hat hier sicherlich einige Vorteile.

Es empfiehlt sich, vorab die Voraussetzungen für die jeweilige Aufnahmeverfahren genau zu prüfen und sich darauf gut vorzubereiten. Viele bekannte Schulen werden jedes Jahr von einer Vielzahl Bewerber überrannt und können nur begrenzt neue Schüler aufnehmen.

 

Kosten und Förderung durch das Jobcenter

Da es sich hier nicht um einen klassischen Ausbildungsberuf handelt, ist eine generelle Förderung durch den Gesetzgeber vorgesehen. Es werden sogar ein regelmäßiges Schulgeld und Gebühren fällig, das je nach Schauspielschule unterschiedlich hoch ausfällt. Dennoch gibt es Stipendien, die die jeweiligen Schauspielschulen für besonders qualifizierte Bewerber anbieten.
Die Kosten belaufen sich für Personen, die kein Stipendium oder eine sonstige Förderung genießen oft auf bis zu 30.000 € während der gesamten Zeit. Das kann sich nicht jeder leisten, weshalb die Zahl der Absolventen immer noch recht gering ist. Monatlich sollte mit Kosten von circa 300 € für das Schulgeld gerechnet werden.

An vielen Schauspielschulen ist aber auch ein Zuschuss im Rahmen von BaFöG möglich, der monatlich ausgeschüttet wird. Dieser wird nach Prüfung der familiären Verhältnisse gewährt.

Für die letzten Jahre der Ausbildung Bildungskredit der KfW beantragt werden. Dieser ist unabhängig von Einkommen und Vermögen und verlangt im Gegensatz zu anderen Krediten keine Sicherheiten. Der monatliche Auszahlungsbetrag beträgt bis zu 300 € für die Dauer von maximal 2 Jahren.
Weitere Informationen werden über die Webseite der Bundesverwaltung zur Verfügung gestellt.

Etwaige Ausgaben für die Ausbildung an der Schauspielschule können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Nähere Informationen finden sich im Einkommensteuergesetz, § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG.

 

Tipps zur Bewerbung

Die Schauspielschulen nehmen nicht jeden Bewerber, sondern haben eigene Auswahlverfahren. Diese verlangen gute Leistungen in Musik und Kunst sowie Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch usw.)
Idealerweise werden das Beherrschen eines Instruments, sowie kreative Fähigkeiten nachgewiesen.
Schauspieler sollten körperlich wie psychisch belastbar sein, da teils lange und intensive Arbeitszeiten auf sie zukommen. Schwierige Rollen können auslaugen und Grenzerfahrungen bescheren. Dessen sollte sich der Bewerber im Klaren sein.

Die meisten Schauspielschulen setzen den Abschluss der Mittleren Reife oder einen höherwertigen Schulabschluss voraus. Idealerweise verfügt der Bewerber über die akzentfreie Beherrschung der deutschen Sprache und ist maximal 25 Jahre alt. Bei besonderer Begabung werden auch Ausnahmen gemacht.

 

Anbieter der Umschulung zum Schauspieler

Angeboten wird die Umschulung zum Schauspieler von allen staatlich anerkannten Schauspielschulen. Überall in Deutschland- vor allem in großen Städten- sind Schulen verteilt, beispielsweise in Hamburg, Berlin, Frankfurt.
Eine Liste von A bis Z findet sich hier.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Es ist ebenfalls möglich, an einer privaten oder staatlichen Hochschule Schauspiel zu studieren. Das umfasst alle theoretischen Grundlagen, sowie praktische und darstellende Fächer. Die Bewerber müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen, das sehr anspruchsvoll ist und bereits einen großen Teil der Bewerber aussiebt. Als Soft Skills gelten Belastbarkeit, Fitness und eine hohe Selbstdisziplin. Zum Lehrplan gehören Theaterrecht, aber auch historisches Fachwissen und praktische Grundlagen. Im Verlauf kann aus verschiedenen Schwerpunkten gewählt werden, zum Beispiel Camera Acting, Tanz / Musical und klassischem Schauspiel.

Auch sind die Theaterwissenschaften oder der Bereich der Filmwissenschaften eng verknüpft mit dem Gebiet. Sie beschäftigen sich mit den wissenschaftlichen Hintergründen und der Historie von Film und Theater.